Aufnahme der Thermografie-Untersuchung in das Gebäudeprogramm
- ShortId
-
12.3286
- Id
-
20123286
- Updated
-
16.05.2024 13:11
- Language
-
de
- Title
-
Aufnahme der Thermografie-Untersuchung in das Gebäudeprogramm
- AdditionalIndexing
-
66;energetische Sanierung von Gebäuden;Energieberatung;Abwärme;Subvention;Energieprogramm;Gebäude;Energieeinsparung
- 1
-
- L05K0705030207, energetische Sanierung von Gebäuden
- L04K17010107, Energieeinsparung
- L04K17010110, Energieprogramm
- L04K06020102, Abwärme
- L05K1102030202, Subvention
- L05K0705030303, Gebäude
- L06K170101060201, Energieberatung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In der Schweiz sind 40 Prozent des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen auf den Gebäudesektor zurückzuführen. Mit dem Gebäudeprogramm wollen Bund und Kantone den Stromverbrauch des Schweizer Gebäudebestandes und dessen CO2-Emissionen erheblich verringern. Das Programm gewährt Finanzhilfen für die energetische Sanierung der Gebäudehüllen und für den Einsatz erneuerbarer Energie, für die Wärmerückgewinnung und die Erneuerung der Haustechnik. Rund 1,5 Millionen Häuser müssten eigentlich energetisch saniert werden. Doch wird pro Jahr nur etwa 1 Prozent des Gebäudebestandes renoviert. Bei diesem Rhythmus dauert es 100 Jahre, bis alle Gebäude saniert sind. Das Parlament hat 2011 beschlossen, den Höchstbetrag aus den Einnahmen der CO2-Abgabe, der in die Finanzierung des Gebäudeprogramms fliesst, auf jährlich 300 Millionen anzuheben.</p><p>Die Infrarot-Thermografie ist eine Methode, mit der sich die Temperaturschwankungen an der Materialoberfläche exakt ablesen lassen. Im Gebäudebereich können damit Wärmeverlust und technische Mängel einer Baute sichtbar gemacht und kann ungenügende oder defekte Isolationen lokalisiert werden. Die Energiebilanz und dann die Diagnose bilden die ersten Schritte zur Umsetzung konkreter Massnahmen und zu einer Sanierung, die es erlauben, den Energieverbrauch zu drosseln.</p><p>Mehrere Schweizer Gemeinden übernehmen die Kosten für die Energiebilanz oder die Energieuntersuchung von Liegenschaften Privater ganz oder teilweise. Dies ist ein ausgezeichneter Anreiz für die Eigentümerinnen und Eigentümer, ihr Haus sanieren zu lassen, und sie zeigt das Energiesparpotenzial auf. Einige dieser Gemeinden haben einen Mechanismus entwickelt, nach dem die Kosten für die Energieuntersuchung ganz übernommen werden, wenn das Gebäude anschliessend an die Untersuchung saniert wird, und nur teilweise, wenn das Gebäude anschliessend nicht saniert wird. Mit der Aufnahme der thermografischen Untersuchung ins Gebäudeprogramm würde man eine gesamtschweizerisch einheitliche Lösung in Bezug auf die Übernahme der Kosten dieser Untersuchungen erzielen. Effizienz und Anreiz würden dadurch zusätzlich verstärkt.</p>
- <p>Das Gebäudeprogramm ist ein zentrales Instrument der Schweizer Klima- und Energiepolitik und leistet einen wesentlichen Beitrag an das inländische Emissionsreduktionsziel von minus 20 Prozent bis 2020 gegenüber 1990. Der Bundesrat ist dementsprechend der Meinung, dass die Gelder aus der CO2-Abgabe für Massnahmen mit grosser CO2-Wirkung eingesetzt werden sollen.</p><p>Infrarotaufnahmen von Gebäuden (Thermografie) sind ein gutes Instrument, um Hauseigentümer auf Mängel an der Gebäudehülle aufmerksam zu machen. Um eine fachgerechte, umfassende Gebäudesanierung zu planen, ist jedoch eine vertiefte energetische Analyse des Objekts unerlässlich, z. B. mit dem sogenannten Gebäudeenergieausweis der Kantone plus (Geak-plus). Dieser weist die energetische Qualität eines Gebäudes aus und beinhaltet detaillierte energetische Erneuerungsempfehlungen.</p><p>Die Nachfrage nach Fördermitteln zur energetischen Sanierung der Gebäude hat in den ersten zwei Jahren des nationalen Gebäudeprogramms die Erwartungen deutlich übertroffen. Bund und Kantone sind bedacht, das Programm stetig weiterzuentwickeln und dafür zu sorgen, dass die Mittel möglichst effizient und klimawirksam eingesetzt werden. Folglich werden vorwiegend Massnahmen gefördert, die eine direkte CO2-Wirkung aufweisen, was bei Infrarotaufnahmen von Gebäuden nicht der Fall ist.</p><p>Der Bundesrat kann sich mittelfristig jedoch vorstellen, dass eine vertiefte energetische Analyse eines Gebäudes, beispielsweise mittels Geak-plus-Pflicht, eine Voraussetzung für den Bezug von Fördergeldern des Gebäudeprogramms wird. Er sieht dies denn auch für die Energiepolitik 2050 ausdrücklich vor.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob die Thermografie-Untersuchung nicht in das Gebäudeprogramm des Bundes aufgenommen werden könnte.</p>
- Aufnahme der Thermografie-Untersuchung in das Gebäudeprogramm
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>In der Schweiz sind 40 Prozent des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen auf den Gebäudesektor zurückzuführen. Mit dem Gebäudeprogramm wollen Bund und Kantone den Stromverbrauch des Schweizer Gebäudebestandes und dessen CO2-Emissionen erheblich verringern. Das Programm gewährt Finanzhilfen für die energetische Sanierung der Gebäudehüllen und für den Einsatz erneuerbarer Energie, für die Wärmerückgewinnung und die Erneuerung der Haustechnik. Rund 1,5 Millionen Häuser müssten eigentlich energetisch saniert werden. Doch wird pro Jahr nur etwa 1 Prozent des Gebäudebestandes renoviert. Bei diesem Rhythmus dauert es 100 Jahre, bis alle Gebäude saniert sind. Das Parlament hat 2011 beschlossen, den Höchstbetrag aus den Einnahmen der CO2-Abgabe, der in die Finanzierung des Gebäudeprogramms fliesst, auf jährlich 300 Millionen anzuheben.</p><p>Die Infrarot-Thermografie ist eine Methode, mit der sich die Temperaturschwankungen an der Materialoberfläche exakt ablesen lassen. Im Gebäudebereich können damit Wärmeverlust und technische Mängel einer Baute sichtbar gemacht und kann ungenügende oder defekte Isolationen lokalisiert werden. Die Energiebilanz und dann die Diagnose bilden die ersten Schritte zur Umsetzung konkreter Massnahmen und zu einer Sanierung, die es erlauben, den Energieverbrauch zu drosseln.</p><p>Mehrere Schweizer Gemeinden übernehmen die Kosten für die Energiebilanz oder die Energieuntersuchung von Liegenschaften Privater ganz oder teilweise. Dies ist ein ausgezeichneter Anreiz für die Eigentümerinnen und Eigentümer, ihr Haus sanieren zu lassen, und sie zeigt das Energiesparpotenzial auf. Einige dieser Gemeinden haben einen Mechanismus entwickelt, nach dem die Kosten für die Energieuntersuchung ganz übernommen werden, wenn das Gebäude anschliessend an die Untersuchung saniert wird, und nur teilweise, wenn das Gebäude anschliessend nicht saniert wird. Mit der Aufnahme der thermografischen Untersuchung ins Gebäudeprogramm würde man eine gesamtschweizerisch einheitliche Lösung in Bezug auf die Übernahme der Kosten dieser Untersuchungen erzielen. Effizienz und Anreiz würden dadurch zusätzlich verstärkt.</p>
- <p>Das Gebäudeprogramm ist ein zentrales Instrument der Schweizer Klima- und Energiepolitik und leistet einen wesentlichen Beitrag an das inländische Emissionsreduktionsziel von minus 20 Prozent bis 2020 gegenüber 1990. Der Bundesrat ist dementsprechend der Meinung, dass die Gelder aus der CO2-Abgabe für Massnahmen mit grosser CO2-Wirkung eingesetzt werden sollen.</p><p>Infrarotaufnahmen von Gebäuden (Thermografie) sind ein gutes Instrument, um Hauseigentümer auf Mängel an der Gebäudehülle aufmerksam zu machen. Um eine fachgerechte, umfassende Gebäudesanierung zu planen, ist jedoch eine vertiefte energetische Analyse des Objekts unerlässlich, z. B. mit dem sogenannten Gebäudeenergieausweis der Kantone plus (Geak-plus). Dieser weist die energetische Qualität eines Gebäudes aus und beinhaltet detaillierte energetische Erneuerungsempfehlungen.</p><p>Die Nachfrage nach Fördermitteln zur energetischen Sanierung der Gebäude hat in den ersten zwei Jahren des nationalen Gebäudeprogramms die Erwartungen deutlich übertroffen. Bund und Kantone sind bedacht, das Programm stetig weiterzuentwickeln und dafür zu sorgen, dass die Mittel möglichst effizient und klimawirksam eingesetzt werden. Folglich werden vorwiegend Massnahmen gefördert, die eine direkte CO2-Wirkung aufweisen, was bei Infrarotaufnahmen von Gebäuden nicht der Fall ist.</p><p>Der Bundesrat kann sich mittelfristig jedoch vorstellen, dass eine vertiefte energetische Analyse eines Gebäudes, beispielsweise mittels Geak-plus-Pflicht, eine Voraussetzung für den Bezug von Fördergeldern des Gebäudeprogramms wird. Er sieht dies denn auch für die Energiepolitik 2050 ausdrücklich vor.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob die Thermografie-Untersuchung nicht in das Gebäudeprogramm des Bundes aufgenommen werden könnte.</p>
- Aufnahme der Thermografie-Untersuchung in das Gebäudeprogramm
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