Task Shifting auch im schweizerischen Gesundheitswesen
- ShortId
-
12.3619
- Id
-
20123619
- Updated
-
24.06.2025 23:31
- Language
-
de
- Title
-
Task Shifting auch im schweizerischen Gesundheitswesen
- AdditionalIndexing
-
2841;arztähnlicher Beruf;ärztliche Versorgung;Leistungsauftrag;Kompetenzregelung;Arbeitskräftebedarf;Gesundheitswesen;Hausarzt/-ärztin;medizinischer Unterricht;Unterricht für arztähnliche Berufe;Arzt/Ärztin;Sicherung der Versorgung
- 1
-
- L04K01050511, Gesundheitswesen
- L05K0105051104, ärztliche Versorgung
- L05K0701030905, Sicherung der Versorgung
- L04K01050401, arztähnlicher Beruf
- L05K0105040201, Hausarzt/-ärztin
- L04K13020306, medizinischer Unterricht
- L04K13020308, Unterricht für arztähnliche Berufe
- L05K0806010105, Leistungsauftrag
- L05K0702020302, Arbeitskräftebedarf
- L04K01050402, Arzt/Ärztin
- L03K080704, Kompetenzregelung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Task Shifting - die Übertragung von Aufgaben, welche normalerweise von einem Arzt bewältigt werden, auf eine Gesundheitsfachperson von niedrigerer Ausbildung oder auf eine Person, welche spezifisches Fachwissen für diese Aufgabe hat - ist ein weltweit zunehmend wichtiges Instrument zur Lösung der in gewissen Ländern bestehenden Gefährdung der Versorgungssicherheit sowie zur Ressourcenoptimierung.</p><p>Der universelle Zugang zum öffentlich finanzierten Gesundheitswesen stellt auch die Schweiz vor die schwierige Aufgabe, ein ausbalanciertes Gesundheitsbudget zu verfolgen.</p><p>Die Erklärung von Alma-Ata von 1978 hat nichts an Aktualität verloren. Diese hält das Recht jedes Bürgers fest, unabhängig von seinen ökonomischen Verhältnissen eine gesundheitliche Grundversorgung zu erhalten, und zwar "zu Kosten, die die Gemeinschaft und der Staat in jedem Stadium ihrer Entwicklung im Sinne der Selbstverantwortung und Selbstbestimmung übernehmen können". Heute stellt sich akut die Frage der Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems: Innovation auf der Systemebene kann hierzu Lösungen bringen.</p><p>(Haus)ärzte müssen sich heute auch um medizinische Lappalien kümmern, vor allem in der medizinische Grundversorgung. Die heutige Kompetenzordnung im Gesundheitswesen basiert grundsätzlich immer noch auf Ansätze des XIX. Jahrhunderts. Die laufend verbesserten Ausbildungen an den Universitäten und Fachhochschulen sowie die Pluralität der Gesundheitsberufe führen zu einem immensen Wissenszuwachs. Die Integration dieser Berufe in die medizinische Grundversorgung ist unentbehrlich: Interprofessionelle Versorgungsmodelle sind gefragt. Pflegepersonal, Apotheker, Ernährungsberater und andere Fachberufe geniessen heute erstklassige Ausbildungen, werden allerdings nicht optimal eingesetzt. </p><p>Task Shifting erlaubt es, anstelle einer Rationierung eine Rationalisierung der Versorgung zu fördern, bei gleichbleibender Qualität. Indem nichtärztliche Aufgaben delegiert werden, können sich Ärzte auf das ärztliche Kerngeschäft konzentrieren, was einen entscheidenden Beitrag gegen den Ärztemangel leisten kann.</p>
- <p>Das Postulat wirft ein Thema auf, das den Bundesrat schon verschiedentlich beschäftigt hat. Gerade im Rahmen der Diskussionen zum direkten Gegenentwurf zur Volksinitiative "Ja zur Hausarztmedizin" und auch im Zusammenhang mit den Arbeiten am Gesundheitsberufegesetz wird die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Gesundheitsberufen thematisiert. Deshalb erscheint es sinnvoll, die Arbeiten des Obsan aus dem Jahre 2007 zu Innovationen in der ambulanten Grundversorgung durch vermehrten Einbezug nichtärztlicher Berufsleute zu aktualisieren und als Bericht vorzulegen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, das Potenzial von Task Shifting für die Gewährleistung einer qualitativ hochstehenden und finanzierbaren medizinischen Grundversorgung in der Schweiz zu analysieren und Bericht zu erstatten, entweder im Rahmen des Masterplans zur Stärkung der Hausarztmedizin oder in einem separaten Bericht.</p>
- Task Shifting auch im schweizerischen Gesundheitswesen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Task Shifting - die Übertragung von Aufgaben, welche normalerweise von einem Arzt bewältigt werden, auf eine Gesundheitsfachperson von niedrigerer Ausbildung oder auf eine Person, welche spezifisches Fachwissen für diese Aufgabe hat - ist ein weltweit zunehmend wichtiges Instrument zur Lösung der in gewissen Ländern bestehenden Gefährdung der Versorgungssicherheit sowie zur Ressourcenoptimierung.</p><p>Der universelle Zugang zum öffentlich finanzierten Gesundheitswesen stellt auch die Schweiz vor die schwierige Aufgabe, ein ausbalanciertes Gesundheitsbudget zu verfolgen.</p><p>Die Erklärung von Alma-Ata von 1978 hat nichts an Aktualität verloren. Diese hält das Recht jedes Bürgers fest, unabhängig von seinen ökonomischen Verhältnissen eine gesundheitliche Grundversorgung zu erhalten, und zwar "zu Kosten, die die Gemeinschaft und der Staat in jedem Stadium ihrer Entwicklung im Sinne der Selbstverantwortung und Selbstbestimmung übernehmen können". Heute stellt sich akut die Frage der Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems: Innovation auf der Systemebene kann hierzu Lösungen bringen.</p><p>(Haus)ärzte müssen sich heute auch um medizinische Lappalien kümmern, vor allem in der medizinische Grundversorgung. Die heutige Kompetenzordnung im Gesundheitswesen basiert grundsätzlich immer noch auf Ansätze des XIX. Jahrhunderts. Die laufend verbesserten Ausbildungen an den Universitäten und Fachhochschulen sowie die Pluralität der Gesundheitsberufe führen zu einem immensen Wissenszuwachs. Die Integration dieser Berufe in die medizinische Grundversorgung ist unentbehrlich: Interprofessionelle Versorgungsmodelle sind gefragt. Pflegepersonal, Apotheker, Ernährungsberater und andere Fachberufe geniessen heute erstklassige Ausbildungen, werden allerdings nicht optimal eingesetzt. </p><p>Task Shifting erlaubt es, anstelle einer Rationierung eine Rationalisierung der Versorgung zu fördern, bei gleichbleibender Qualität. Indem nichtärztliche Aufgaben delegiert werden, können sich Ärzte auf das ärztliche Kerngeschäft konzentrieren, was einen entscheidenden Beitrag gegen den Ärztemangel leisten kann.</p>
- <p>Das Postulat wirft ein Thema auf, das den Bundesrat schon verschiedentlich beschäftigt hat. Gerade im Rahmen der Diskussionen zum direkten Gegenentwurf zur Volksinitiative "Ja zur Hausarztmedizin" und auch im Zusammenhang mit den Arbeiten am Gesundheitsberufegesetz wird die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Gesundheitsberufen thematisiert. Deshalb erscheint es sinnvoll, die Arbeiten des Obsan aus dem Jahre 2007 zu Innovationen in der ambulanten Grundversorgung durch vermehrten Einbezug nichtärztlicher Berufsleute zu aktualisieren und als Bericht vorzulegen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, das Potenzial von Task Shifting für die Gewährleistung einer qualitativ hochstehenden und finanzierbaren medizinischen Grundversorgung in der Schweiz zu analysieren und Bericht zu erstatten, entweder im Rahmen des Masterplans zur Stärkung der Hausarztmedizin oder in einem separaten Bericht.</p>
- Task Shifting auch im schweizerischen Gesundheitswesen
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