Förderprogramm für die Mint-Bereiche in den Schulen

ShortId
12.3622
Id
20123622
Updated
28.07.2023 13:45
Language
de
Title
Förderprogramm für die Mint-Bereiche in den Schulen
AdditionalIndexing
32;Naturwissenschaften und angewandte Wissenschaften;Beziehung Schule-Industrie;Beziehung Schule-Berufsleben;Arbeitskräftebedarf;Unterrichtsprogramm;technischer Unterricht;Beziehung Bund-Kanton;wissenschaftlich-technischer Beruf;technischer Beruf;Forschungsförderung;Ingenieur/in;Technologie und technische Regelungen;Informatik (speziell);Mathematik
1
  • L02K1601, Naturwissenschaften und angewandte Wissenschaften
  • L04K16010105, Mathematik
  • L03K120301, Informatik (speziell)
  • L04K13020307, technischer Unterricht
  • L04K13010310, Unterrichtsprogramm
  • L04K16020204, Forschungsförderung
  • L05K0705070401, Ingenieur/in
  • L04K07050704, wissenschaftlich-technischer Beruf
  • L07K08070102010101, Beziehung Bund-Kanton
  • L03K070601, Technologie und technische Regelungen
  • L05K0705070402, technischer Beruf
  • L05K0702020302, Arbeitskräftebedarf
  • L04K13010203, Beziehung Schule-Industrie
  • L04K13010202, Beziehung Schule-Berufsleben
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Schon seit Jahren wird der Nachwuchsmangel bei den Ingenieuren und den Fachspezialisten im Mint-Bereich beklagt. Eine Publikation von Economiesuisse und Swiss Engineering belegt das drängende Problem. Dieser Mangel hat nicht nur einen direkten Wertschöpfungsverlust von mehreren Milliarden Franken pro Jahr zur Folge, sondern schwächt die Innovationskraft der Schweizer Unternehmen und bedroht damit die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft in zunehmendem Mass, besonders in Zeiten mit einem starken Franken. Im Zentrum aller Bestrebungen muss deshalb stehen, das Interesse der jungen Generation - insbesondere der jungen Frauen - an einem Mint-Beruf zu fördern und ihnen die technischen Fächer wieder schmackhaft zu machen. Ausreichende Mittel dafür müssen allerdings vorhanden sein.</p><p>In seiner Antwort auf die vom Nationalrat überwiesene Motion Schneider-Schneiter stellte der Bundesrat neue Massnahmen in der BFI-Botschaft 2013-2016 in Aussicht. Doch die einzige neue Massnahme scheint nun darin zu bestehen, dass die Akademien in den kommenden Jahren eine Koordinationsrolle bei der Ausschreibung, Evaluation und Mitfinanzierung neuer Mint-Projekte und -Initiativen einnehmen sollen. Damit zeigt unsere Landesregierung wenig Ambitionen - insbesondere, wenn man sich das bescheidene Budget von 1,9 Millionen Franken für die Förderung der Mint-Fächer vor Augen hält.</p><p>Wenn es um die obligatorische Schulzeit geht, haben in unserem föderalistischen System die Kantone das Sagen. Trotzdem kann der Bund Ressourcen bereitstellen, um die Attraktivität der Mint-Bereiche für die Jungen zu fördern und die Aktivitäten der vielen Akteure aus dem Bildungswesen, der Verbände und der Wirtschaft zu unterstützen. Deshalb haben National- und Ständerat im Legislaturprogramm 2011-2015 die Förderung der Mint-Disziplinen auf allen Schulstufen aufgenommen.</p>
  • <p>Der Bundesrat nimmt das Thema des Fachkräftemangels sehr ernst. Zwar deuten die Prognosen auf eine Entspannung der Situation hin: In einigen Mint-Fächern haben die Studierendenzahlen proportional wieder zugenommen. Gemäss den Prognosen des Bundesamtes für Statistik ist an den Hochschulen auch in den kommenden Jahren mit einer Zunahme der Studierenden in den Mint-Fächern zu rechnen.</p><p>Trotzdem bleibt die Förderung des Mint-Bereichs wichtig. Der Bericht des Bundesrates zum Mangel an Fachkräften im Mint-Bereich vom 1. September 2010 zeigt, dass die massgebliche Lebensphase für einen Entscheid pro oder contra Mint zwischen den ersten Lebensjahren und dem 15. Altersjahr, also im Bereich der obligatorischen Schule, liegt. Der Motionär fordert denn auch eine konkrete Förderung auf dieser Stufe. Diese Bildungseinrichtungen liegen jedoch in der Hoheit der Kantone. Der Bund hat dort keine Handlungskompetenz. Er kann keine Richtlinien erlassen über die Lehrpläne oder die Unterrichtszeit auf der obligatorischen Schulstufe. Auch die Pädagogischen Hochschulen sind kantonal. Der Bund hat keine Kompetenz, über den Stellenwert einzelner Fächer an den Pädagogischen Hochschulen zu entscheiden. </p><p>Im Rahmen der gemeinsamen bildungspolitischen Ziele von EDI, EVD und EDK für den Bildungsraum Schweiz haben sich aber auch die Kantone zum Ziel gesetzt, dass auf allen Bildungsstufen das entsprechende Interesse geweckt und gefördert wird. Manche setzen sich bereits heute für die Stärkung der Mint-Fächer im obligatorischen und Mittelschulunterricht ein. Zusammen mit Akademien, Hochschulen und Wirtschaft organisieren sie Informationsanlässe, um Jugendliche für einen Beruf oder ein Studium in mathematischer, naturwissenschaftlicher oder technischer Richtung zu motivieren.</p><p>Der zitierte Bericht zeigt, dass auch der Bund im Rahmen seiner Kompetenzen bereits heute direkt und indirekt eine Vielzahl von Massnahmen unterstützt, die der Förderung des Mint-Interesses und Verständnisses dienen. Diese Massnahmen sollen in der Beitragsperiode 2013-2016 weitergeführt und, wo sinnvoll, ergänzt werden. </p><p>So hat der Bundesrat beispielsweise in seinem Leistungsauftrag an den ETH-Bereich festgehalten, dass dieser mit vielfältigen Aktivitäten das Verständnis und Interesse für Mint-Fächer bei den Schülerinnen und Schülern verbessert. Der ETH-Bereich arbeitet hinsichtlich Fachdidaktik und Mint insbesondere mit den Pädagogischen Hochschulen zusammen und fördert so das Mint-Verständnis der zukünftigen Lehrkräfte. Der SNF wird im Rahmen seiner Nachwuchsförderung ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Behebung des Nachwuchsmangels in den Mint-Bereichen leisten.</p><p>Im Rahmen der Bundesprogramme Chancengleichheit sowohl an den Universitäten wie an den Fachhochschulen sollen auch Frauen mit neuen Massnahmen wie Mentoring, Coaching und weiteren gezielten Projekten motiviert werden, sich in die Forschung zu begeben und eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Dabei soll ein besonderer Fokus auf die Mint-Fächer gelegt werden, in denen der Frauenanteil heute besonders tief ist.</p><p>Mit der Annahme des Postulates Müri 11.3188 stellt der Bundesrat weiter vertiefte Prüfungsanforderungen betreffend den Themen Ressourceneffizienz und erneuerbare Energien in den Bildungsgängen der beruflichen Grundbildung. </p><p>Der Bundesrat hat zudem am 1. Juni 2012 einen Finanzrahmen von zusätzlichen 202 Millionen Franken für die Energieforschung im Rahmen eines Aktionsplans "Koordinierte Energieforschung Schweiz" für die Periode 2013-2016 festgelegt. Damit soll explizit auch der für den anstehenden Umbau des Energiesystems in der Schweiz benötigte Nachwuchs an Mint-Fachkräften gezielt gefördert werden. So sind beispielsweise ein SNF-Sonderprogramm "Förderprofessuren Energie", die Finanzierung von zusätzlichen Forschungsgruppen an den ETH und der Aufbau von Kompetenzzentren in Energieforschung vorgesehen. </p><p>Weil einerseits schon ein breites Angebot an Initiativen und Projekten zur Mint-Förderung besteht und andererseits der Bund keine Kompetenzen auf der Stufe der obligatorischen Schule hat, sieht der Bundesrat davon ab, ein zusätzliches Programm für die Mint-Förderung an Schulen zu lancieren. Er möchte hingegen die vielen bestehenden Einzelprojekte besser koordinieren und anschliessend allfällige Lücken schliessen. Diese Aufgabe sollen die Akademien übernehmen, die gemäss BFI-Botschaft 2013-2016 eine Koordinationsrolle für den Mint-Bereich erhalten.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, gemeinsam mit den Kantonen und Hochschulen, und allenfalls mit Berufsverbänden und Wirtschaft, ein schlagkräftiges Programm für die Förderung der Mint-Fächer in unseren Schulen auf die Beine zu stellen. Die Förderung muss dabei bereits in der Grundstufe ansetzen. Für die entsprechenden Fächer muss ausreichend Unterrichtszeit in allen Schulstufen bereitgestellt werden, und bei der Ausbildung der Lehrkräfte in den Pädagogischen Hochschulen sollen die Mint-Fächer einen höheren Stellenwert erhalten.</p>
  • Förderprogramm für die Mint-Bereiche in den Schulen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Schon seit Jahren wird der Nachwuchsmangel bei den Ingenieuren und den Fachspezialisten im Mint-Bereich beklagt. Eine Publikation von Economiesuisse und Swiss Engineering belegt das drängende Problem. Dieser Mangel hat nicht nur einen direkten Wertschöpfungsverlust von mehreren Milliarden Franken pro Jahr zur Folge, sondern schwächt die Innovationskraft der Schweizer Unternehmen und bedroht damit die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft in zunehmendem Mass, besonders in Zeiten mit einem starken Franken. Im Zentrum aller Bestrebungen muss deshalb stehen, das Interesse der jungen Generation - insbesondere der jungen Frauen - an einem Mint-Beruf zu fördern und ihnen die technischen Fächer wieder schmackhaft zu machen. Ausreichende Mittel dafür müssen allerdings vorhanden sein.</p><p>In seiner Antwort auf die vom Nationalrat überwiesene Motion Schneider-Schneiter stellte der Bundesrat neue Massnahmen in der BFI-Botschaft 2013-2016 in Aussicht. Doch die einzige neue Massnahme scheint nun darin zu bestehen, dass die Akademien in den kommenden Jahren eine Koordinationsrolle bei der Ausschreibung, Evaluation und Mitfinanzierung neuer Mint-Projekte und -Initiativen einnehmen sollen. Damit zeigt unsere Landesregierung wenig Ambitionen - insbesondere, wenn man sich das bescheidene Budget von 1,9 Millionen Franken für die Förderung der Mint-Fächer vor Augen hält.</p><p>Wenn es um die obligatorische Schulzeit geht, haben in unserem föderalistischen System die Kantone das Sagen. Trotzdem kann der Bund Ressourcen bereitstellen, um die Attraktivität der Mint-Bereiche für die Jungen zu fördern und die Aktivitäten der vielen Akteure aus dem Bildungswesen, der Verbände und der Wirtschaft zu unterstützen. Deshalb haben National- und Ständerat im Legislaturprogramm 2011-2015 die Förderung der Mint-Disziplinen auf allen Schulstufen aufgenommen.</p>
    • <p>Der Bundesrat nimmt das Thema des Fachkräftemangels sehr ernst. Zwar deuten die Prognosen auf eine Entspannung der Situation hin: In einigen Mint-Fächern haben die Studierendenzahlen proportional wieder zugenommen. Gemäss den Prognosen des Bundesamtes für Statistik ist an den Hochschulen auch in den kommenden Jahren mit einer Zunahme der Studierenden in den Mint-Fächern zu rechnen.</p><p>Trotzdem bleibt die Förderung des Mint-Bereichs wichtig. Der Bericht des Bundesrates zum Mangel an Fachkräften im Mint-Bereich vom 1. September 2010 zeigt, dass die massgebliche Lebensphase für einen Entscheid pro oder contra Mint zwischen den ersten Lebensjahren und dem 15. Altersjahr, also im Bereich der obligatorischen Schule, liegt. Der Motionär fordert denn auch eine konkrete Förderung auf dieser Stufe. Diese Bildungseinrichtungen liegen jedoch in der Hoheit der Kantone. Der Bund hat dort keine Handlungskompetenz. Er kann keine Richtlinien erlassen über die Lehrpläne oder die Unterrichtszeit auf der obligatorischen Schulstufe. Auch die Pädagogischen Hochschulen sind kantonal. Der Bund hat keine Kompetenz, über den Stellenwert einzelner Fächer an den Pädagogischen Hochschulen zu entscheiden. </p><p>Im Rahmen der gemeinsamen bildungspolitischen Ziele von EDI, EVD und EDK für den Bildungsraum Schweiz haben sich aber auch die Kantone zum Ziel gesetzt, dass auf allen Bildungsstufen das entsprechende Interesse geweckt und gefördert wird. Manche setzen sich bereits heute für die Stärkung der Mint-Fächer im obligatorischen und Mittelschulunterricht ein. Zusammen mit Akademien, Hochschulen und Wirtschaft organisieren sie Informationsanlässe, um Jugendliche für einen Beruf oder ein Studium in mathematischer, naturwissenschaftlicher oder technischer Richtung zu motivieren.</p><p>Der zitierte Bericht zeigt, dass auch der Bund im Rahmen seiner Kompetenzen bereits heute direkt und indirekt eine Vielzahl von Massnahmen unterstützt, die der Förderung des Mint-Interesses und Verständnisses dienen. Diese Massnahmen sollen in der Beitragsperiode 2013-2016 weitergeführt und, wo sinnvoll, ergänzt werden. </p><p>So hat der Bundesrat beispielsweise in seinem Leistungsauftrag an den ETH-Bereich festgehalten, dass dieser mit vielfältigen Aktivitäten das Verständnis und Interesse für Mint-Fächer bei den Schülerinnen und Schülern verbessert. Der ETH-Bereich arbeitet hinsichtlich Fachdidaktik und Mint insbesondere mit den Pädagogischen Hochschulen zusammen und fördert so das Mint-Verständnis der zukünftigen Lehrkräfte. Der SNF wird im Rahmen seiner Nachwuchsförderung ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Behebung des Nachwuchsmangels in den Mint-Bereichen leisten.</p><p>Im Rahmen der Bundesprogramme Chancengleichheit sowohl an den Universitäten wie an den Fachhochschulen sollen auch Frauen mit neuen Massnahmen wie Mentoring, Coaching und weiteren gezielten Projekten motiviert werden, sich in die Forschung zu begeben und eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Dabei soll ein besonderer Fokus auf die Mint-Fächer gelegt werden, in denen der Frauenanteil heute besonders tief ist.</p><p>Mit der Annahme des Postulates Müri 11.3188 stellt der Bundesrat weiter vertiefte Prüfungsanforderungen betreffend den Themen Ressourceneffizienz und erneuerbare Energien in den Bildungsgängen der beruflichen Grundbildung. </p><p>Der Bundesrat hat zudem am 1. Juni 2012 einen Finanzrahmen von zusätzlichen 202 Millionen Franken für die Energieforschung im Rahmen eines Aktionsplans "Koordinierte Energieforschung Schweiz" für die Periode 2013-2016 festgelegt. Damit soll explizit auch der für den anstehenden Umbau des Energiesystems in der Schweiz benötigte Nachwuchs an Mint-Fachkräften gezielt gefördert werden. So sind beispielsweise ein SNF-Sonderprogramm "Förderprofessuren Energie", die Finanzierung von zusätzlichen Forschungsgruppen an den ETH und der Aufbau von Kompetenzzentren in Energieforschung vorgesehen. </p><p>Weil einerseits schon ein breites Angebot an Initiativen und Projekten zur Mint-Förderung besteht und andererseits der Bund keine Kompetenzen auf der Stufe der obligatorischen Schule hat, sieht der Bundesrat davon ab, ein zusätzliches Programm für die Mint-Förderung an Schulen zu lancieren. Er möchte hingegen die vielen bestehenden Einzelprojekte besser koordinieren und anschliessend allfällige Lücken schliessen. Diese Aufgabe sollen die Akademien übernehmen, die gemäss BFI-Botschaft 2013-2016 eine Koordinationsrolle für den Mint-Bereich erhalten.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, gemeinsam mit den Kantonen und Hochschulen, und allenfalls mit Berufsverbänden und Wirtschaft, ein schlagkräftiges Programm für die Förderung der Mint-Fächer in unseren Schulen auf die Beine zu stellen. Die Förderung muss dabei bereits in der Grundstufe ansetzen. Für die entsprechenden Fächer muss ausreichend Unterrichtszeit in allen Schulstufen bereitgestellt werden, und bei der Ausbildung der Lehrkräfte in den Pädagogischen Hochschulen sollen die Mint-Fächer einen höheren Stellenwert erhalten.</p>
    • Förderprogramm für die Mint-Bereiche in den Schulen

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