Durchsetzung zuverlässiger und richtiger Messwerte im Gesundheitswesen
- ShortId
-
12.3716
- Id
-
20123716
- Updated
-
25.06.2025 00:16
- Language
-
de
- Title
-
Durchsetzung zuverlässiger und richtiger Messwerte im Gesundheitswesen
- AdditionalIndexing
-
2841;Messgerät;Gesundheitsrisiko;medizinische Diagnose;Qualitätssicherung;Therapeutik;Masse und Gewichte;Metrologie
- 1
-
- L04K01050208, medizinische Diagnose
- L04K16010106, Metrologie
- L05K0705020502, Messgerät
- L06K070305020401, Qualitätssicherung
- L05K0706010202, Masse und Gewichte
- L04K01050214, Therapeutik
- L04K01050510, Gesundheitsrisiko
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Rund zwei Drittel aller medizinischen Diagnosen und Behandlungen stützen sich auf labormedizinische Ergebnisse, mit steigender Tendenz. Im Gegensatz etwa zu Ladenwaagen und Tanksäulen unterstehen die dazu verwendeten Analyse- und Diagnoseapparate aber keiner Prüfpflicht durch unabhängige Prüflaboratorien.</p><p>Die Folge davon ist, dass die Ergebnisse der Geräte verschiedener Hersteller oft nicht übereinstimmen oder eine Streuung aufweisen, welche grösser ist als die Variabilität der Messgrössen beim gesunden Menschen.</p><p>Obwohl nach Heilmittelgesetz und Medizinprodukteverordnung die Rückverfolgbarkeit von Medizinprodukten für die In-vitro-Diagnostik auf verfügbare Referenzmessverfahren und/oder übergeordnete Referenzmaterialien gewährleistet sein sollte, wird diese Forderung nicht durchgesetzt, obwohl die Mittel dazu heute gegeben sind.</p><p>Wie Publikationen im In- und Ausland immer wieder zeigen, haben unzuverlässige und falsche Messwerte in der medizinischen Diagnostik hohe Kosten zur Folge und sind für Patientinnen und Patienten gefährlich. Ärztinnen und Ärzte können Messwerte untereinander nicht austauschen, was unnötige Wiederholungsmessungen nach sich zieht. Die Spitäler akzeptieren Laboranalysen der einweisenden Ärzte aus "Sicherheitsgründen" nicht, weshalb sie wiederholt werden. Falsche Messwerte können eine falsche, unnötige oder unterlassene Therapie zur Folge haben, mit all ihren Folgen für Patientinnen und Patienten. Zusätzlich werden die Gesundsheitskosten unnötig belastet.</p><p>Es ist an der Zeit, auch im Gesundheitswesen rückverfolgbare Messergebnisse auf anerkannte Referenzwerte zu fordern und durchzusetzen, wie das in anderen Bereichen von Wirtschaft und Technik schon lange üblich ist und von niemandem infrage gestellt wird.</p>
- <p>Der Bundesrat anerkennt, dass die Labordiagnostik einen wichtigen Beitrag zur Diagnosestellung leistet. Wichtig in der Diagnosestellung ist primär die Interpretation der Resultate nach den für die jeweiligen Analysemethode geltenden Normwerten. Eine Vergleichbarkeit der Messwerte, die an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Methoden gemacht wurden, kann zur Verbesserung der Qualität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung beitragen. Mittelfristig ist entsprechend darauf hinzuarbeiten, dass die Messtechnik universell vergleichbare Messwerte liefert.</p><p>Die Konzeption der Anforderungen an die Qualität sowie die Kontrolle deren Erfüllung ist gemäss Artikel 77 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV; SR 832.102) grundsätzlich Aufgabe der Tarifpartner. Im Laborbereich besteht seitens der Tarifpartner das Organ der Qualab (Schweizerische Kommission für Qualitätssicherung im medizinischen Labor), welches die Qualitätssicherung umsetzt. Es ist somit primär Sache dieser Kommission, sich mit der Methode der Rückführung auf international anerkannte Referenzwerte zu befassen und die Wege der Umsetzung zu bestimmen sowie durchzusetzen. Entsprechend den gesetzlichen Grundlagen im Krankenversicherungsgesetz liegen die Durchsetzungsinstrumente vorrangig bei den Tarifpartnern und nicht beim Bund. Das Anliegen mit der Rückführung auf international anerkannte Referenzwerte ist noch relativ jung und wurde in den umliegenden europäischen Ländern bisher nicht verpflichtend umgesetzt. Der Bundesrat ist bereit, einen Kurzbericht zur Problematik zu erstellen und danach das weitere Vorgehen zu prüfen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht aufzuzeigen, wie im Gesundheitswesen zuverlässige und richtige Messwerte durch Rückführung auf anerkannte Referenzwerte künftig durchgesetzt werden.</p>
- Durchsetzung zuverlässiger und richtiger Messwerte im Gesundheitswesen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Rund zwei Drittel aller medizinischen Diagnosen und Behandlungen stützen sich auf labormedizinische Ergebnisse, mit steigender Tendenz. Im Gegensatz etwa zu Ladenwaagen und Tanksäulen unterstehen die dazu verwendeten Analyse- und Diagnoseapparate aber keiner Prüfpflicht durch unabhängige Prüflaboratorien.</p><p>Die Folge davon ist, dass die Ergebnisse der Geräte verschiedener Hersteller oft nicht übereinstimmen oder eine Streuung aufweisen, welche grösser ist als die Variabilität der Messgrössen beim gesunden Menschen.</p><p>Obwohl nach Heilmittelgesetz und Medizinprodukteverordnung die Rückverfolgbarkeit von Medizinprodukten für die In-vitro-Diagnostik auf verfügbare Referenzmessverfahren und/oder übergeordnete Referenzmaterialien gewährleistet sein sollte, wird diese Forderung nicht durchgesetzt, obwohl die Mittel dazu heute gegeben sind.</p><p>Wie Publikationen im In- und Ausland immer wieder zeigen, haben unzuverlässige und falsche Messwerte in der medizinischen Diagnostik hohe Kosten zur Folge und sind für Patientinnen und Patienten gefährlich. Ärztinnen und Ärzte können Messwerte untereinander nicht austauschen, was unnötige Wiederholungsmessungen nach sich zieht. Die Spitäler akzeptieren Laboranalysen der einweisenden Ärzte aus "Sicherheitsgründen" nicht, weshalb sie wiederholt werden. Falsche Messwerte können eine falsche, unnötige oder unterlassene Therapie zur Folge haben, mit all ihren Folgen für Patientinnen und Patienten. Zusätzlich werden die Gesundsheitskosten unnötig belastet.</p><p>Es ist an der Zeit, auch im Gesundheitswesen rückverfolgbare Messergebnisse auf anerkannte Referenzwerte zu fordern und durchzusetzen, wie das in anderen Bereichen von Wirtschaft und Technik schon lange üblich ist und von niemandem infrage gestellt wird.</p>
- <p>Der Bundesrat anerkennt, dass die Labordiagnostik einen wichtigen Beitrag zur Diagnosestellung leistet. Wichtig in der Diagnosestellung ist primär die Interpretation der Resultate nach den für die jeweiligen Analysemethode geltenden Normwerten. Eine Vergleichbarkeit der Messwerte, die an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Methoden gemacht wurden, kann zur Verbesserung der Qualität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung beitragen. Mittelfristig ist entsprechend darauf hinzuarbeiten, dass die Messtechnik universell vergleichbare Messwerte liefert.</p><p>Die Konzeption der Anforderungen an die Qualität sowie die Kontrolle deren Erfüllung ist gemäss Artikel 77 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV; SR 832.102) grundsätzlich Aufgabe der Tarifpartner. Im Laborbereich besteht seitens der Tarifpartner das Organ der Qualab (Schweizerische Kommission für Qualitätssicherung im medizinischen Labor), welches die Qualitätssicherung umsetzt. Es ist somit primär Sache dieser Kommission, sich mit der Methode der Rückführung auf international anerkannte Referenzwerte zu befassen und die Wege der Umsetzung zu bestimmen sowie durchzusetzen. Entsprechend den gesetzlichen Grundlagen im Krankenversicherungsgesetz liegen die Durchsetzungsinstrumente vorrangig bei den Tarifpartnern und nicht beim Bund. Das Anliegen mit der Rückführung auf international anerkannte Referenzwerte ist noch relativ jung und wurde in den umliegenden europäischen Ländern bisher nicht verpflichtend umgesetzt. Der Bundesrat ist bereit, einen Kurzbericht zur Problematik zu erstellen und danach das weitere Vorgehen zu prüfen.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht aufzuzeigen, wie im Gesundheitswesen zuverlässige und richtige Messwerte durch Rückführung auf anerkannte Referenzwerte künftig durchgesetzt werden.</p>
- Durchsetzung zuverlässiger und richtiger Messwerte im Gesundheitswesen
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