One-Health-Ansatz für eine kohärente Antibiotika-Strategie in der Human- und Veterinärmedizin

ShortId
12.4052
Id
20124052
Updated
24.06.2025 23:43
Language
de
Title
One-Health-Ansatz für eine kohärente Antibiotika-Strategie in der Human- und Veterinärmedizin
AdditionalIndexing
2841;Tiermedizin;pflanzliche Erzeugung;Antibiotikum;Reduktion;Monitoring;Informationskampagne;Medizin;Therapeutik
1
  • L05K0105030101, Antibiotikum
  • L04K01050214, Therapeutik
  • L03K010502, Medizin
  • L04K01050215, Tiermedizin
  • L04K08020224, Reduktion
  • L04K14010101, pflanzliche Erzeugung
  • L05K0802030209, Monitoring
  • L05K1201020301, Informationskampagne
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1998 verabschiedete die Weltgesundheitsversammlung eine Resolution über die Bedeutung antimikrobieller Resistenzen für die öffentliche Gesundheit. Sie forderte die WHO und ihre Mitgliedstaaten auf, Kontroll- und Bildungsmassnahmen sowie politische Konzepte umzusetzen. Im NFP 49 wurden Grundlagen für Überwachungssysteme zur Resistenzlage im Human- und im Veterinärbereich entwickelt. Die wissenschaftlichen Grundlagen sind also da; was aber bis heute fehlt, ist ein systematisches, zentral zusammengeführtes und vergleichbares Monitoring von Antibiotika-Einsatz und -Resistenzen bei Mensch, Tier und der Umwelt (Pflanzen) sowie klare diesbezügliche Handlungsstrategien. Mittlerweile erweisen sich Erdreich und Grundwasser als Reservoir für Resistenzgene. Obwohl in Bundesratsantworten ein breiter Handlungsansatz als notwendig anerkannt ist, beschreibt der Bundesrat am 9. Mai 2012 auf eine Interpellation nur das, was "auf der Veterinärseite erforderlich sein werde" ("detaillierte Erhebung des Antibiotika-Einsatzes in der Landwirtschaft", "interdisziplinäre Zusammenarbeit", "Antibiotika-Verbrauchsstatistik", "Erkenntnisse zur Optimierung der Tiermast", "Verbesserung der tierärztlichen Bestandesbetreuung" usw.). In den letzten 15 Jahren ist vergleichsweise nur weniges angepackt worden, dieweil die Zahl therapieresistenter Infektionen wie auch die Gesundheitskosten daraus steigen. Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte ist der Meinung, dass mit der Forderung für tiergerechtere Haltungsbedingungen der Einsatz an Medikamenten gesenkt werden könnte.</p>
  • <p>Der Bundesrat teilt die Ansicht der Motionärin, dass Antibiotikaresistenzen die öffentliche Gesundheit gefährden und dass das Problem überwacht und Massnahmen zum korrekten Antibiotikaeinsatz ergriffen werden müssen. Unter anderem soll auch die Möglichkeit geprüft werden, eine gemeinsame Auswertung und Diskussion der Verbrauchs- und Überwachungsdaten aus den verschiedenen betroffenen Bereichen im Sinne einer verstärkten Standardisierung und Zentralisierung der verschiedenen Datengrundlagen zu schaffen.</p><p>Verschiedene Bestrebungen sind bereits im Gange, die in einem nationalen Programm zu Antibiotikaresistenzen (basierend auf Art. 5 Abs. 1 Bst. b des revidierten Epidemiengesetzes; SR 818.101) gebündelt, koordiniert und umgesetzt werden sollen. Sie berücksichtigen dabei die in der vorliegenden Motion geforderten Aspekte.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Antibiotika- und Resistenzproblematik konsequent im Sinne eines One-Health-Konzeptes anzugehen, wo notwendig die gesetzlichen Grundlagen einzubringen und klare zeitliche und messbare Handlungsziele festzulegen. Dies betrifft insbesondere: </p><p>1. das systematische Monitoring des Antibiotika-Einsatzes und der Antibiotika-Resistenzen bei Mensch und Tier unter Beachtung der Entwicklung im Boden, in Gewässern und in der Nahrungskette (zentrale Datenbank);</p><p>2. die Identifizierung von Hotspots der Resistenzentwicklung in Human- und Veterinärmedizin;</p><p>3. Massnahmen zur nachweislichen Senkung des Antibiotika-Verbrauchs in der Human- und in der Veterinärmedizin sowie der pflanzlichen Produktion;</p><p>4. präventive Massnahmen im Bereich der tierischen Produktion; </p><p>5. eine breite Information über den korrekten Einsatz von Antibiotika.</p>
  • One-Health-Ansatz für eine kohärente Antibiotika-Strategie in der Human- und Veterinärmedizin
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1998 verabschiedete die Weltgesundheitsversammlung eine Resolution über die Bedeutung antimikrobieller Resistenzen für die öffentliche Gesundheit. Sie forderte die WHO und ihre Mitgliedstaaten auf, Kontroll- und Bildungsmassnahmen sowie politische Konzepte umzusetzen. Im NFP 49 wurden Grundlagen für Überwachungssysteme zur Resistenzlage im Human- und im Veterinärbereich entwickelt. Die wissenschaftlichen Grundlagen sind also da; was aber bis heute fehlt, ist ein systematisches, zentral zusammengeführtes und vergleichbares Monitoring von Antibiotika-Einsatz und -Resistenzen bei Mensch, Tier und der Umwelt (Pflanzen) sowie klare diesbezügliche Handlungsstrategien. Mittlerweile erweisen sich Erdreich und Grundwasser als Reservoir für Resistenzgene. Obwohl in Bundesratsantworten ein breiter Handlungsansatz als notwendig anerkannt ist, beschreibt der Bundesrat am 9. Mai 2012 auf eine Interpellation nur das, was "auf der Veterinärseite erforderlich sein werde" ("detaillierte Erhebung des Antibiotika-Einsatzes in der Landwirtschaft", "interdisziplinäre Zusammenarbeit", "Antibiotika-Verbrauchsstatistik", "Erkenntnisse zur Optimierung der Tiermast", "Verbesserung der tierärztlichen Bestandesbetreuung" usw.). In den letzten 15 Jahren ist vergleichsweise nur weniges angepackt worden, dieweil die Zahl therapieresistenter Infektionen wie auch die Gesundheitskosten daraus steigen. Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte ist der Meinung, dass mit der Forderung für tiergerechtere Haltungsbedingungen der Einsatz an Medikamenten gesenkt werden könnte.</p>
    • <p>Der Bundesrat teilt die Ansicht der Motionärin, dass Antibiotikaresistenzen die öffentliche Gesundheit gefährden und dass das Problem überwacht und Massnahmen zum korrekten Antibiotikaeinsatz ergriffen werden müssen. Unter anderem soll auch die Möglichkeit geprüft werden, eine gemeinsame Auswertung und Diskussion der Verbrauchs- und Überwachungsdaten aus den verschiedenen betroffenen Bereichen im Sinne einer verstärkten Standardisierung und Zentralisierung der verschiedenen Datengrundlagen zu schaffen.</p><p>Verschiedene Bestrebungen sind bereits im Gange, die in einem nationalen Programm zu Antibiotikaresistenzen (basierend auf Art. 5 Abs. 1 Bst. b des revidierten Epidemiengesetzes; SR 818.101) gebündelt, koordiniert und umgesetzt werden sollen. Sie berücksichtigen dabei die in der vorliegenden Motion geforderten Aspekte.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Antibiotika- und Resistenzproblematik konsequent im Sinne eines One-Health-Konzeptes anzugehen, wo notwendig die gesetzlichen Grundlagen einzubringen und klare zeitliche und messbare Handlungsziele festzulegen. Dies betrifft insbesondere: </p><p>1. das systematische Monitoring des Antibiotika-Einsatzes und der Antibiotika-Resistenzen bei Mensch und Tier unter Beachtung der Entwicklung im Boden, in Gewässern und in der Nahrungskette (zentrale Datenbank);</p><p>2. die Identifizierung von Hotspots der Resistenzentwicklung in Human- und Veterinärmedizin;</p><p>3. Massnahmen zur nachweislichen Senkung des Antibiotika-Verbrauchs in der Human- und in der Veterinärmedizin sowie der pflanzlichen Produktion;</p><p>4. präventive Massnahmen im Bereich der tierischen Produktion; </p><p>5. eine breite Information über den korrekten Einsatz von Antibiotika.</p>
    • One-Health-Ansatz für eine kohärente Antibiotika-Strategie in der Human- und Veterinärmedizin

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