Entwicklung der einheimischen Getreideproduktion
- ShortId
-
12.4064
- Id
-
20124064
- Updated
-
28.07.2023 09:32
- Language
-
de
- Title
-
Entwicklung der einheimischen Getreideproduktion
- AdditionalIndexing
-
55;Inlandsproduktion;Getreide;Handel mit Agrarerzeugnissen;Einfuhr;Futtergetreide;Agrarpolitik (speziell);Produktionssteigerung;Unabhängigkeit in der Nahrungsmittelversorgung;Getreidebau;Sicherung der Versorgung;Umweltverträglichkeit
- 1
-
- L06K140101010101, Getreidebau
- L04K14020205, Getreide
- L04K10010107, Unabhängigkeit in der Nahrungsmittelversorgung
- L05K0701020304, Handel mit Agrarerzeugnissen
- L05K0701020303, Einfuhr
- L04K06010401, Umweltverträglichkeit
- L04K07060213, Produktionssteigerung
- L05K0701030905, Sicherung der Versorgung
- L04K07060204, Inlandsproduktion
- L04K14010302, Agrarpolitik (speziell)
- L05K1402020503, Futtergetreide
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Bundesrat hat in seiner Botschaft zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014-2017 die sichere und wettbewerbsfähige Nahrungsmittelproduktion und -versorgung als ersten Schwerpunkt formuliert. Grundlage für eine angemessene Selbstversorgung mit Ackererzeugnissen bilden fruchtbare Böden. Der Schutz des Kulturlandes und insbesondere der Fruchtfolgeflächen ist dem Bundesrat daher ein wichtiges Anliegen. Mit den Massnahmen der wirtschaftlichen Landesversorgung kann der Bundesrat kürzer andauernden Versorgungskrisen wirkungsvoll entgegentreten.</p><p>Neben dem Verlust von Ackerland an Siedlungs- und Infrastrukturbauten tragen Flächenausdehnungen bei anderen Kulturen zum Rückgang der Getreideflächen bei. Mit der Aufhebung der Preis- und Absatzgarantie 2001 und den sukzessiven Reduktionen der Grenzabgaben für Getreide und andere Futtermittel zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Tierhalter sind die Preise und Anbauflächen von Getreide gesunken. Flächenausdehnungen sind bei Ölsaaten und Zuckerrüben, aber auch in der Grundfutterproduktion (Kunstwiesen sowie Silo- und Grünmais) festzustellen. Neben hohen Importmengen an Futtergetreide und -eiweissen erreichten 2011 die Importe an Heu mit über 160 000 Tonnen eine Rekordmarke. Angesichts einer mittleren Ackerfläche von lediglich etwa 5 Aren je Einwohner lässt sich unter Berücksichtigung der verfassungsmässigen Ziele auf dem heutigen Ernährungsniveau keine Vollversorgung gewährleisten. Die Agrarpolitik 2014-2017 visiert indes eine höhere Nettokalorienproduktion an. Modellrechnungen bestätigen die Machbarkeit.</p><p>Futtergetreide wird grösstenteils aus Nachbarländern eingeführt. Aktuelle Ökobilanzstudien zeigen, dass die Produktionsmethoden weit gewichtiger ausfallen als Massentransporte mittels Schiff, Bahn und LKW auf kürzeren Distanzen. Der Bundesrat hat sich in der Botschaft zur Agrarpolitik 2014-2017 für eine effiziente Ressourcennutzung und einen nachhaltigen Konsum ausgesprochen. Angesichts sich weltweit abzeichnender Entwicklungen von Klima, Wasserverfügbarkeit, Ernährungsgewohnheiten, Bevölkerungswachstum und Mangelernährung sind eine ressourcenschonende Produktion und ein massvoller Konsum bedeutsam.</p><p>In der Botschaft zur Agrarpolitik 2014-2017 hat der Bundesrat im Rahmen der Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems eine Besserstellung des Ackerbaus gegenüber der Grünlandnutzung vorgeschlagen. Innerhalb des Ackerbaus soll der Futtergetreidebau ohne Ausrichtung eines spezifischen Einzelkulturbeitrags gestärkt werden. Nach erfolgter Revision des Landwirtschaftsgesetzes durch das Parlament werden die interessierten Kreise zu dessen Ausführungsbestimmungen wiederum Stellung nehmen können.</p><p>Im Mittel geben die inländischen Konsumenten etwa 7 Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel aus. Dank diesem Wohlstand, der zu einem wesentlichen Teil vom Aussenhandel herrührt, können auf den internationalen Märkten Agrarrohstoffe beschafft werden. Mit einer verantwortungsvollen Agrarpolitik gilt es einen optimalen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung zu leisten und mit einer umsichtigen Aussenhandelspolitik die Kaufkraft zu erhalten und Handelsbeziehungen möglichst krisentolerant auszugestalten.</p><p>Die Qualitätsstrategie für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft umfasst die Qualitätsführerschaft, die Qualitätspartnerschaft entlang der Wertschöpfungskette und die Marktoffensive. Ein stärkerer Anteil Schweizer Erzeugnisse soll im internationalen Wettbewerb in den oberen Preissegmenten positioniert werden können. Die Auslobung mit Swissness kann zusätzliche Chancen in der Abgrenzung gegenüber Mitbewerbern bieten. Mitentscheidend für den Markterfolg dürfte die Authentizität der Schweizer Erzeugnisse sein. Dem Angebot an nachhaltig erzeugten, inländischen Agrarrohstoffen ist Sorge zu tragen; es lässt sich jedoch wegen der beschränkten Anbaufläche und einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen nicht beliebig erhöhen.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Seit 2007 verringerte sich die Fläche, auf welcher Getreide angebaut wird, von 157 573 Hektaren auf 145 271 Hektaren im letzten Jahr. Die Getreideanbaufläche der Schweiz sinkt seit Jahren stetig, sowohl was Brot- als auch was Futtergetreide betrifft. Bei Letzterem hat sich der Selbstversorgungsgrad in den vergangenen zwanzig Jahren sogar von etwa zwei Dritteln auf deutlich weniger als die Hälfte reduziert. Der wachsende Import stellt einerseits ökologische Fragen, andererseits stellen sich Fragen zur Landesversorgung in Krisenzeiten.</p><p>In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat um die Beantwortung nachfolgender Fragen gebeten:</p><p>1. Welchen Stellenwert räumt der Bundesrat der Ernährungs- und Versorgungssicherheit ein?</p><p>2. Wie stellt er sich zur zunehmenden Auslandabhängigkeit beim Getreide?</p><p>3. Wie ist der steigende Import unter Gesichtspunkten der Ökologie und Nachhaltigkeit zu bewerten?</p><p>4. Was gedenkt er zu tun, um den Anteil der Schweizer Getreideproduktion wieder zu steigern und damit die Abhängigkeit von ausländischen Importen zu senken?</p><p>5. Wie beurteilt er aufgrund der weltweiten Verknappung von Getreide den künftigen Wettbewerb um diese Ressourcen?</p><p>6. Wie beurteilt er den starken Rückgang der einheimischen Futtergetreideproduktion vor dem Hintergrund der Swissness-Vorlage und der Qualitätsstrategie des Bundesrates für die Landwirtschaft?</p>
- Entwicklung der einheimischen Getreideproduktion
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Der Bundesrat hat in seiner Botschaft zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014-2017 die sichere und wettbewerbsfähige Nahrungsmittelproduktion und -versorgung als ersten Schwerpunkt formuliert. Grundlage für eine angemessene Selbstversorgung mit Ackererzeugnissen bilden fruchtbare Böden. Der Schutz des Kulturlandes und insbesondere der Fruchtfolgeflächen ist dem Bundesrat daher ein wichtiges Anliegen. Mit den Massnahmen der wirtschaftlichen Landesversorgung kann der Bundesrat kürzer andauernden Versorgungskrisen wirkungsvoll entgegentreten.</p><p>Neben dem Verlust von Ackerland an Siedlungs- und Infrastrukturbauten tragen Flächenausdehnungen bei anderen Kulturen zum Rückgang der Getreideflächen bei. Mit der Aufhebung der Preis- und Absatzgarantie 2001 und den sukzessiven Reduktionen der Grenzabgaben für Getreide und andere Futtermittel zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Tierhalter sind die Preise und Anbauflächen von Getreide gesunken. Flächenausdehnungen sind bei Ölsaaten und Zuckerrüben, aber auch in der Grundfutterproduktion (Kunstwiesen sowie Silo- und Grünmais) festzustellen. Neben hohen Importmengen an Futtergetreide und -eiweissen erreichten 2011 die Importe an Heu mit über 160 000 Tonnen eine Rekordmarke. Angesichts einer mittleren Ackerfläche von lediglich etwa 5 Aren je Einwohner lässt sich unter Berücksichtigung der verfassungsmässigen Ziele auf dem heutigen Ernährungsniveau keine Vollversorgung gewährleisten. Die Agrarpolitik 2014-2017 visiert indes eine höhere Nettokalorienproduktion an. Modellrechnungen bestätigen die Machbarkeit.</p><p>Futtergetreide wird grösstenteils aus Nachbarländern eingeführt. Aktuelle Ökobilanzstudien zeigen, dass die Produktionsmethoden weit gewichtiger ausfallen als Massentransporte mittels Schiff, Bahn und LKW auf kürzeren Distanzen. Der Bundesrat hat sich in der Botschaft zur Agrarpolitik 2014-2017 für eine effiziente Ressourcennutzung und einen nachhaltigen Konsum ausgesprochen. Angesichts sich weltweit abzeichnender Entwicklungen von Klima, Wasserverfügbarkeit, Ernährungsgewohnheiten, Bevölkerungswachstum und Mangelernährung sind eine ressourcenschonende Produktion und ein massvoller Konsum bedeutsam.</p><p>In der Botschaft zur Agrarpolitik 2014-2017 hat der Bundesrat im Rahmen der Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems eine Besserstellung des Ackerbaus gegenüber der Grünlandnutzung vorgeschlagen. Innerhalb des Ackerbaus soll der Futtergetreidebau ohne Ausrichtung eines spezifischen Einzelkulturbeitrags gestärkt werden. Nach erfolgter Revision des Landwirtschaftsgesetzes durch das Parlament werden die interessierten Kreise zu dessen Ausführungsbestimmungen wiederum Stellung nehmen können.</p><p>Im Mittel geben die inländischen Konsumenten etwa 7 Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel aus. Dank diesem Wohlstand, der zu einem wesentlichen Teil vom Aussenhandel herrührt, können auf den internationalen Märkten Agrarrohstoffe beschafft werden. Mit einer verantwortungsvollen Agrarpolitik gilt es einen optimalen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung zu leisten und mit einer umsichtigen Aussenhandelspolitik die Kaufkraft zu erhalten und Handelsbeziehungen möglichst krisentolerant auszugestalten.</p><p>Die Qualitätsstrategie für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft umfasst die Qualitätsführerschaft, die Qualitätspartnerschaft entlang der Wertschöpfungskette und die Marktoffensive. Ein stärkerer Anteil Schweizer Erzeugnisse soll im internationalen Wettbewerb in den oberen Preissegmenten positioniert werden können. Die Auslobung mit Swissness kann zusätzliche Chancen in der Abgrenzung gegenüber Mitbewerbern bieten. Mitentscheidend für den Markterfolg dürfte die Authentizität der Schweizer Erzeugnisse sein. Dem Angebot an nachhaltig erzeugten, inländischen Agrarrohstoffen ist Sorge zu tragen; es lässt sich jedoch wegen der beschränkten Anbaufläche und einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen nicht beliebig erhöhen.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Seit 2007 verringerte sich die Fläche, auf welcher Getreide angebaut wird, von 157 573 Hektaren auf 145 271 Hektaren im letzten Jahr. Die Getreideanbaufläche der Schweiz sinkt seit Jahren stetig, sowohl was Brot- als auch was Futtergetreide betrifft. Bei Letzterem hat sich der Selbstversorgungsgrad in den vergangenen zwanzig Jahren sogar von etwa zwei Dritteln auf deutlich weniger als die Hälfte reduziert. Der wachsende Import stellt einerseits ökologische Fragen, andererseits stellen sich Fragen zur Landesversorgung in Krisenzeiten.</p><p>In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat um die Beantwortung nachfolgender Fragen gebeten:</p><p>1. Welchen Stellenwert räumt der Bundesrat der Ernährungs- und Versorgungssicherheit ein?</p><p>2. Wie stellt er sich zur zunehmenden Auslandabhängigkeit beim Getreide?</p><p>3. Wie ist der steigende Import unter Gesichtspunkten der Ökologie und Nachhaltigkeit zu bewerten?</p><p>4. Was gedenkt er zu tun, um den Anteil der Schweizer Getreideproduktion wieder zu steigern und damit die Abhängigkeit von ausländischen Importen zu senken?</p><p>5. Wie beurteilt er aufgrund der weltweiten Verknappung von Getreide den künftigen Wettbewerb um diese Ressourcen?</p><p>6. Wie beurteilt er den starken Rückgang der einheimischen Futtergetreideproduktion vor dem Hintergrund der Swissness-Vorlage und der Qualitätsstrategie des Bundesrates für die Landwirtschaft?</p>
- Entwicklung der einheimischen Getreideproduktion
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