Nationales Kompetenzzentrum Boden als Gewinn für Landwirtschaft, Raumplanung und Hochwasserschutz

ShortId
12.4230
Id
20124230
Updated
25.06.2025 00:07
Language
de
Title
Nationales Kompetenzzentrum Boden als Gewinn für Landwirtschaft, Raumplanung und Hochwasserschutz
AdditionalIndexing
55;2846;Bodenbearbeitung;Bodennutzung;Koordination;Raumplanung;Hochwasserschutz;Boden;Bodenschutz;Datenerhebung
1
  • L04K06030401, Boden
  • L04K12030402, Datenerhebung
  • L04K08020314, Koordination
  • L05K1401020304, Bodenschutz
  • L04K14010201, Bodennutzung
  • L05K1401020302, Bodenbearbeitung
  • L03K010204, Raumplanung
  • L06K060103020202, Hochwasserschutz
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Boden steht in der Schweiz in einem enormen Spannungsfeld der Ansprüche von Landwirtschaft, Siedlung, Industrie, Infrastruktur und Erholungsnutzung. Entsprechend wird der Schutz der Böden zunehmend in der Öffentlichkeit sowie bei Bundesämtern und Kantonen diskutiert und als prioritär betrachtet (z. B. in "Land- und Ernährungswirtschaft 2025", BLW 2010).</p><p>Dieser prioritären Bedeutung des Bodenschutzes steht die Tatsache gegenüber, dass heute auf nationaler Ebene noch nicht ausreichende Bodendaten erhoben und verfügbar gemacht werden, um die wichtigen anstehenden Aufgaben in Bezug auf Ernährungssicherheit, Raumplanung und Klimawandel inklusive Hochwasserschutz zu bearbeiten. Nur wenige Kantone verfügen flächenhaft über digitale Bodeninformationen. Seit der Aufgabe der einzigen Bundesanlaufstelle für Bodenkartierung 1996 gibt es ausserdem keine Instanz mehr, die Standards für eine gesamtschweizerisch einheitliche Bodendatenerhebung unterhält und aktualisiert. Es fehlt also an einer nationalen Fachstelle, welche die aufkommenden Interpretationsfragen bei der Bodenansprache bearbeitet. Die kantonalen Kapazitäten werden dadurch zunehmend überfordert.</p><p>Ein nationales Bodenkompetenzzentrum führt insgesamt zu einer Effizienzsteigerung, da viele Fragestellungen statt in 26-facher kantonaler Abklärung durch das Bundeskompetenzzentrum beantwortet werden. Dementsprechend setzen sich die kantonalen Fachstellen seit Jahren für dieses Kompetenzzentrum ein. Bundesseitig kann das Kompetenzzentrum Reporting- und/oder Informationsaufgaben einzelner Bundesstellen übernehmen und dadurch zu einer Effizienz- und Kompetenzsteigerung beitragen (z. B. Agrarbericht, Berichte im Raumplanungsbereich usw.).</p><p>Der Vollzug des Bodenschutzes entspricht in seiner heutigen Ausgestaltung absolut nicht der Wichtigkeit der damit verbundenen Aufgaben. Die Schaffung des Bodenkompetenzzentrums soll dies soweit möglich korrigieren.</p>
  • <p>Der Bundesrat teilt die Auffassung, dass der Schutz des Bodens in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat und in der Schweiz zu einer prioritären Aufgabe werden muss. Wertvolles Kulturland und die für Mensch und Natur unverzichtbaren Bodenfunktionen sind zu erhalten. Umfassende Informationen über den Zustand der Böden in der Schweiz sind für eine nachhaltige Nutzung der Böden unbedingt notwendig.</p><p>Daten für den quantitativen Bodenschutz stellt der Bund im Rahmen der Arealstatistik, die vom Bundesamt für Statistik (BFS) erstellt wird, zur Verfügung. Diese enthält Informationen zur Bodennutzung und Bodenbedeckung und somit auch zum Landschaftswandel in den letzten drei Jahrzehnten. Ende 2013 werden die Resultate der dritten Erhebungsrunde für die ganze Schweiz vorliegen. Daten zur Bodenbelastung erhebt der Bund regelmässig im Rahmen der nationalen Bodenbeobachtung (Nabo) an etwa 100 Standorten. Derzeit werden vorhandene Bodeninformationen von früheren Bodenkartierungen in Zusammenarbeit mit den Kantonen zusammengeführt: Seit Herbst 2012 steht dazu die nationale Bodendatenbank (Nabodat) bereit. Letztlich werden damit für etwa ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Böden der Schweiz Bodeninformationen vorliegen. Die Koordination der Erhebungen weiterer Bodeninformationen, um das Potenzial der Schweizer Böden und ihrer Funktionen bezüglich Ernährungssicherheit, Raumplanung, Biodiversität, Klimawandel und Hochwasserschutz zu beurteilen, würde wesentliche zusätzliche Ressourcen benötigen.</p><p>Neue Aufgaben für den Bund sind untrennbar mit der Ressourcenfrage verbunden. Deshalb und angesichts der bereits bestehenden Instrumente im Bereich Bodenbeobachtung erachtet der Bundesrat die Schaffung eines Kompetenzzentrums Boden als nicht prioritär.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Grundlagen für eine zentrale unabhängige Verwaltungs- und Koordinationsstelle für Bodeninformationen zu schaffen. Diese soll als Bodenkompetenzzentrum sowohl quantitative als auch qualitative Bodeninformationen verwalten und zudem Standards zur Datenerhebung und zur Interpretation verbindlich festsetzen und aktualisieren.</p>
  • Nationales Kompetenzzentrum Boden als Gewinn für Landwirtschaft, Raumplanung und Hochwasserschutz
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Boden steht in der Schweiz in einem enormen Spannungsfeld der Ansprüche von Landwirtschaft, Siedlung, Industrie, Infrastruktur und Erholungsnutzung. Entsprechend wird der Schutz der Böden zunehmend in der Öffentlichkeit sowie bei Bundesämtern und Kantonen diskutiert und als prioritär betrachtet (z. B. in "Land- und Ernährungswirtschaft 2025", BLW 2010).</p><p>Dieser prioritären Bedeutung des Bodenschutzes steht die Tatsache gegenüber, dass heute auf nationaler Ebene noch nicht ausreichende Bodendaten erhoben und verfügbar gemacht werden, um die wichtigen anstehenden Aufgaben in Bezug auf Ernährungssicherheit, Raumplanung und Klimawandel inklusive Hochwasserschutz zu bearbeiten. Nur wenige Kantone verfügen flächenhaft über digitale Bodeninformationen. Seit der Aufgabe der einzigen Bundesanlaufstelle für Bodenkartierung 1996 gibt es ausserdem keine Instanz mehr, die Standards für eine gesamtschweizerisch einheitliche Bodendatenerhebung unterhält und aktualisiert. Es fehlt also an einer nationalen Fachstelle, welche die aufkommenden Interpretationsfragen bei der Bodenansprache bearbeitet. Die kantonalen Kapazitäten werden dadurch zunehmend überfordert.</p><p>Ein nationales Bodenkompetenzzentrum führt insgesamt zu einer Effizienzsteigerung, da viele Fragestellungen statt in 26-facher kantonaler Abklärung durch das Bundeskompetenzzentrum beantwortet werden. Dementsprechend setzen sich die kantonalen Fachstellen seit Jahren für dieses Kompetenzzentrum ein. Bundesseitig kann das Kompetenzzentrum Reporting- und/oder Informationsaufgaben einzelner Bundesstellen übernehmen und dadurch zu einer Effizienz- und Kompetenzsteigerung beitragen (z. B. Agrarbericht, Berichte im Raumplanungsbereich usw.).</p><p>Der Vollzug des Bodenschutzes entspricht in seiner heutigen Ausgestaltung absolut nicht der Wichtigkeit der damit verbundenen Aufgaben. Die Schaffung des Bodenkompetenzzentrums soll dies soweit möglich korrigieren.</p>
    • <p>Der Bundesrat teilt die Auffassung, dass der Schutz des Bodens in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat und in der Schweiz zu einer prioritären Aufgabe werden muss. Wertvolles Kulturland und die für Mensch und Natur unverzichtbaren Bodenfunktionen sind zu erhalten. Umfassende Informationen über den Zustand der Böden in der Schweiz sind für eine nachhaltige Nutzung der Böden unbedingt notwendig.</p><p>Daten für den quantitativen Bodenschutz stellt der Bund im Rahmen der Arealstatistik, die vom Bundesamt für Statistik (BFS) erstellt wird, zur Verfügung. Diese enthält Informationen zur Bodennutzung und Bodenbedeckung und somit auch zum Landschaftswandel in den letzten drei Jahrzehnten. Ende 2013 werden die Resultate der dritten Erhebungsrunde für die ganze Schweiz vorliegen. Daten zur Bodenbelastung erhebt der Bund regelmässig im Rahmen der nationalen Bodenbeobachtung (Nabo) an etwa 100 Standorten. Derzeit werden vorhandene Bodeninformationen von früheren Bodenkartierungen in Zusammenarbeit mit den Kantonen zusammengeführt: Seit Herbst 2012 steht dazu die nationale Bodendatenbank (Nabodat) bereit. Letztlich werden damit für etwa ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Böden der Schweiz Bodeninformationen vorliegen. Die Koordination der Erhebungen weiterer Bodeninformationen, um das Potenzial der Schweizer Böden und ihrer Funktionen bezüglich Ernährungssicherheit, Raumplanung, Biodiversität, Klimawandel und Hochwasserschutz zu beurteilen, würde wesentliche zusätzliche Ressourcen benötigen.</p><p>Neue Aufgaben für den Bund sind untrennbar mit der Ressourcenfrage verbunden. Deshalb und angesichts der bereits bestehenden Instrumente im Bereich Bodenbeobachtung erachtet der Bundesrat die Schaffung eines Kompetenzzentrums Boden als nicht prioritär.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Grundlagen für eine zentrale unabhängige Verwaltungs- und Koordinationsstelle für Bodeninformationen zu schaffen. Diese soll als Bodenkompetenzzentrum sowohl quantitative als auch qualitative Bodeninformationen verwalten und zudem Standards zur Datenerhebung und zur Interpretation verbindlich festsetzen und aktualisieren.</p>
    • Nationales Kompetenzzentrum Boden als Gewinn für Landwirtschaft, Raumplanung und Hochwasserschutz

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