Massnahmen gegen die Abhängigkeit von Online-Games
- ShortId
-
12.4234
- Id
-
20124234
- Updated
-
27.07.2023 22:00
- Language
-
de
- Title
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Massnahmen gegen die Abhängigkeit von Online-Games
- AdditionalIndexing
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2841;34;junger Mensch;Suchtprävention;Gesundheitsrisiko;Jugendschutz;Computer;Spiel;Kind;Produzentenhaftung;häusliche Datenverarbeitung;Sucht;Internet;Vermarktungsbeschränkung
- 1
-
- L04K12030201, Computer
- L04K01010201, Sucht
- L04K01050510, Gesundheitsrisiko
- L06K010505070201, Suchtprävention
- L05K1202020105, Internet
- L04K01010106, Spiel
- L05K0107010204, junger Mensch
- L05K0107010205, Kind
- L05K1203010106, häusliche Datenverarbeitung
- L05K0507020203, Produzentenhaftung
- L07K07030102010104, Vermarktungsbeschränkung
- L04K01040206, Jugendschutz
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Bundesrat hat am 15. August 2012 einen Bericht zum "Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games" verabschiedet, welcher die Postulate 09.3521 und 09.3579 beantwortet. In diesem Bericht weisen die einbezogenen Experten darauf hin, dass die unkontrollierte und exzessive Nutzung des Internets durch immer jüngere Kinder ohne wirksame Gegenmassnahmen weiter zunehmen wird. Als mögliche Gegenmassnahme empfehlen sie präventive Massnahmen auf der Verhaltensebene (Förderung der Methode Früherkennung und Frühintervention). Auf Empfehlungen für verhältnispräventive, d. h. marktregulierende Massnahmen, welche sich in anderen Bereichen der Suchtpolitik oft als erfolgversprechend erweisen, wird hingegen verzichtet. Das ist unverständlich.</p><p>Dabei muss es nicht zwingend um gesetzgeberische Auflagen gehen, sondern vielmehr sollen Anreize gesetzt werden, die den Markt von Online-Games zu mehr Selbstverantwortung führen. Ein möglicher Weg dazu könnte die Motivation der Hersteller von Online-Games zur Ausarbeitung und Einhaltung selbstauferlegter Richtlinien zur Ausgestaltung von Online-Games sein.</p><p>Wenn es um die Entwicklung derartiger Massnahmen geht, ist insbesondere zu prüfen, ob und wie die Community der erwachsenen Gamer einbezogen werden kann: Auf der einen Seite besteht diese aus Personen, denen das Online-Gaming aus eigener Erfahrung sehr gut bekannt ist und die damit über ein Expertenwissen auf diesem Gebiet verfügen, das ansonsten nur bei den Herstellern zu finden ist. Auf der anderen Seite hat die Game Community selbst ein starkes Interesse an einem Markt von Online-Games, der den Jugendschutz ernst nimmt. Damit kann in ihrem eigenen Interesse verhindert werden, dass der Markt der Online-Games mit Verboten belegt wird.</p>
- <p>Das Postulat verlangt eine Prüfung, mit welchen verhältnispräventiven, d. h. marktregulierenden Massnahmen Abhängigkeiten von Online-Games verhindert oder vermindert werden können. Mit der Lancierung des nationalen Programms "Jugendmedienschutz und Medienkompetenzen" ("Jugend und Medien") vom 11. Juni 2010 hat der Bundesrat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) beauftragt, verschiedene Massnahmen zur Verbesserung des Jugendmedienschutzes umzusetzen. Im Rahmen dieser Arbeiten lässt der Bundesrat prüfen, welche selbstregulierenden Massnahmen im Bereich Computerspiele bereits bestehen, ob diese zielführend und wirksam sind und ob staatliche Anreize und Vorgaben im Sinne einer Ko-Regulierung erforderlich sind, um auf die Verbesserung und Weiterentwicklung der Selbstregulierungsmassnahmen hinzuwirken. Die diesbezüglichen Arbeiten sind aufgenommen worden und werden von einer Expertengruppe, bestehend aus Vertretern und Vertreterinnen des Bundes, der Kantone und der Medienbranche, begleitet. Um über fundierte wissenschaftliche Grundlagen für die Beantwortung der obengenannten Fragestellungen zu verfügen, hat das BSV verschiedene Forschungsaufträge erteilt.</p><p>Es wird auch zu klären sein, wieweit Massnahmen auf nationaler Ebene aufgrund der weltumspannenden Verbreitung von Online-Games zielführend sein können und ob - allenfalls ergänzend dazu - auf internationaler Ebene Anstrengungen erforderlich sind. Als Beispiel soll auf die bereits existierenden "Human rights guidelines for online games providers" verwiesen werden, die 2008 vom Europarat gemeinsam mit der Interactive Software Federation of Europe entwickelt wurden.</p><p>Der Schlussbericht zu den obengenannten Prüfaufträgen soll bis Ende 2014 erarbeitet und 2015 durch den Bundesrat verabschiedet werden. In diesem Rahmen kann auch dem Anliegen des vorliegenden Postulates Rechnung getragen werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, mit welchen verhältnispräventiven Massnahmen Abhängigkeiten von Online-Games verhindert oder vermindert werden können. Insbesondere soll geprüft werden, inwiefern die Hersteller von Online-Games dazu in die Pflicht genommen und marktregulierende Massnahmen, welche sich in anderen Bereichen der Suchtprävention bewährt haben, eingesetzt werden können.</p>
- Massnahmen gegen die Abhängigkeit von Online-Games
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Der Bundesrat hat am 15. August 2012 einen Bericht zum "Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games" verabschiedet, welcher die Postulate 09.3521 und 09.3579 beantwortet. In diesem Bericht weisen die einbezogenen Experten darauf hin, dass die unkontrollierte und exzessive Nutzung des Internets durch immer jüngere Kinder ohne wirksame Gegenmassnahmen weiter zunehmen wird. Als mögliche Gegenmassnahme empfehlen sie präventive Massnahmen auf der Verhaltensebene (Förderung der Methode Früherkennung und Frühintervention). Auf Empfehlungen für verhältnispräventive, d. h. marktregulierende Massnahmen, welche sich in anderen Bereichen der Suchtpolitik oft als erfolgversprechend erweisen, wird hingegen verzichtet. Das ist unverständlich.</p><p>Dabei muss es nicht zwingend um gesetzgeberische Auflagen gehen, sondern vielmehr sollen Anreize gesetzt werden, die den Markt von Online-Games zu mehr Selbstverantwortung führen. Ein möglicher Weg dazu könnte die Motivation der Hersteller von Online-Games zur Ausarbeitung und Einhaltung selbstauferlegter Richtlinien zur Ausgestaltung von Online-Games sein.</p><p>Wenn es um die Entwicklung derartiger Massnahmen geht, ist insbesondere zu prüfen, ob und wie die Community der erwachsenen Gamer einbezogen werden kann: Auf der einen Seite besteht diese aus Personen, denen das Online-Gaming aus eigener Erfahrung sehr gut bekannt ist und die damit über ein Expertenwissen auf diesem Gebiet verfügen, das ansonsten nur bei den Herstellern zu finden ist. Auf der anderen Seite hat die Game Community selbst ein starkes Interesse an einem Markt von Online-Games, der den Jugendschutz ernst nimmt. Damit kann in ihrem eigenen Interesse verhindert werden, dass der Markt der Online-Games mit Verboten belegt wird.</p>
- <p>Das Postulat verlangt eine Prüfung, mit welchen verhältnispräventiven, d. h. marktregulierenden Massnahmen Abhängigkeiten von Online-Games verhindert oder vermindert werden können. Mit der Lancierung des nationalen Programms "Jugendmedienschutz und Medienkompetenzen" ("Jugend und Medien") vom 11. Juni 2010 hat der Bundesrat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) beauftragt, verschiedene Massnahmen zur Verbesserung des Jugendmedienschutzes umzusetzen. Im Rahmen dieser Arbeiten lässt der Bundesrat prüfen, welche selbstregulierenden Massnahmen im Bereich Computerspiele bereits bestehen, ob diese zielführend und wirksam sind und ob staatliche Anreize und Vorgaben im Sinne einer Ko-Regulierung erforderlich sind, um auf die Verbesserung und Weiterentwicklung der Selbstregulierungsmassnahmen hinzuwirken. Die diesbezüglichen Arbeiten sind aufgenommen worden und werden von einer Expertengruppe, bestehend aus Vertretern und Vertreterinnen des Bundes, der Kantone und der Medienbranche, begleitet. Um über fundierte wissenschaftliche Grundlagen für die Beantwortung der obengenannten Fragestellungen zu verfügen, hat das BSV verschiedene Forschungsaufträge erteilt.</p><p>Es wird auch zu klären sein, wieweit Massnahmen auf nationaler Ebene aufgrund der weltumspannenden Verbreitung von Online-Games zielführend sein können und ob - allenfalls ergänzend dazu - auf internationaler Ebene Anstrengungen erforderlich sind. Als Beispiel soll auf die bereits existierenden "Human rights guidelines for online games providers" verwiesen werden, die 2008 vom Europarat gemeinsam mit der Interactive Software Federation of Europe entwickelt wurden.</p><p>Der Schlussbericht zu den obengenannten Prüfaufträgen soll bis Ende 2014 erarbeitet und 2015 durch den Bundesrat verabschiedet werden. In diesem Rahmen kann auch dem Anliegen des vorliegenden Postulates Rechnung getragen werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, mit welchen verhältnispräventiven Massnahmen Abhängigkeiten von Online-Games verhindert oder vermindert werden können. Insbesondere soll geprüft werden, inwiefern die Hersteller von Online-Games dazu in die Pflicht genommen und marktregulierende Massnahmen, welche sich in anderen Bereichen der Suchtprävention bewährt haben, eingesetzt werden können.</p>
- Massnahmen gegen die Abhängigkeit von Online-Games
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