Die Prävention gegen geschlechtsspezifische Gewalt verstärken
- ShortId
-
13.432
- Id
-
20130432
- Updated
-
10.04.2024 17:56
- Language
-
de
- Title
-
Die Prävention gegen geschlechtsspezifische Gewalt verstärken
- AdditionalIndexing
-
28;Berichterstattung durch die Medien;Geschlechterforschung;Gliederung nach Geschlecht;häusliche Gewalt;sexuelle Diskriminierung;Schaffung neuer Bundesstellen;Werbung;Kampf gegen die Diskriminierung;sexuelle Gewalt;Gewalt;Pornographie
- 1
-
- L04K01070103, Gliederung nach Geschlecht
- L03K050204, Kampf gegen die Diskriminierung
- L04K05020408, sexuelle Diskriminierung
- L04K12020402, Berichterstattung durch die Medien
- L05K0701010302, Werbung
- L04K01010210, Pornographie
- L04K01010207, Gewalt
- L06K050102010305, sexuelle Gewalt
- L05K0101020701, häusliche Gewalt
- L04K16030107, Geschlechterforschung
- L07K08060103010403, Schaffung neuer Bundesstellen
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Stereotype Rollenbilder sind ein gesellschaftliches Problem und Ursache von geschlechtsspezifischer Gewalt. Diesen Zusammenhang hat die UN-Kommission zur Stellung der Frau in ihrem Schlussdokument vom März 2013 klar herausgearbeitet. Wenn geschlechtsspezifische Gewalt bekämpft werden soll, müssen demzufolge auch Geschlechterstereotypen und Rollenbilder in unserer Gesellschaft hinterfragt und verändert werden. Internationale Normen verpflichten Staaten, ihre Bürger und Bürgerinnen vor Gewalt zu schützen. Dazu benötigt es Schutzmassnahmen, im Falle von Gewalt, aber auch Präventionsmassnahmen, damit Gewalt verhindert werden kann. Die UN-Kommission zur Stellung der Frau hat den Zusammenhang zwischen geschlechtsspezifischer Gewalt und stereotypen Rollenbildern der Geschlechter nochmals bekräftigt. Deshalb ist es wichtig, die Prävention der geschlechtsspezifischen Gewalt auf die Bekämpfung der stereotypen Rollen der Geschlechter zu erweitern.</p><p>In Konflikt mit der Geschlechterrolle gerät ein Mann, wenn er in Teilzeit arbeiten und auch Kinder betreuen will. Eine Frau fällt aus der traditionellen Rolle, wenn sie Polymechaniker werden will. Die Beispiele zeigen: Alle Geschlechter können Opfer des traditionellen Rollenverständnisses werden, mit dem Unterschied, dass die typischen Männerbereiche breiter angelegt und positiver konnotiert sind.</p><p>Stereotype Geschlechterrollen in einer Gesellschaft zementieren ein Machtungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Medien und Werbung tragen entscheidend zur Zementierung dieser Bilder bei. Die Auswirkungen sind im Arbeitsleben in der mangelnden Lohngleichheit für gleichwertige Arbeit, in der Berufswahl von Mädchen und Jungen, in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu sehen, aber auch in der häuslichen und geschlechtsspezifischen Gewalt.</p><p>Der Bundesrat plant, in diesem Jahr einen Bericht zu den volkswirtschaftlichen Kosten der häuslichen Gewalt zu veröffentlichen. Die Dringlichkeit des Anliegens, in die Prävention zu investieren, wird sich damit bestätigen.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Es sollen gesetzliche Grundlagen für die Schaffung einer zentralen Fachstelle gegen Geschlechterstereotypen erarbeitet werden. Diese soll namentlich die folgenden Aufgaben wahrnehmen:</p><p>a. Die Fachstelle soll Recherchen und Forschungen initiieren, die die Mechanismen und Zusammenhänge aufzeigen, die von der Stereotypisierung der Geschlechter zu Diskriminierungen und Gewalt in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur führen.</p><p>b. Die Fachstelle soll proaktiv Empfehlungen und öffentliche Stellungnahmen an die Medien- und Werbelandschaft abgeben, ohne auf ein Beschwerdeverfahren von Dritten angewiesen zu sein.</p><p>c. Die Fachstelle soll Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit in der Öffentlichkeit leisten. Das schliesst sowohl Bildungsinitiativen im Schul- und Bildungswesen als auch Weiterbildungen für Werber und Werberinnen und Medienfachleute in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter, deren Darstellung und Gender-Codes ein.</p><p>d. Die Fachstelle verwaltet einen Fonds für Projektgelder, die auf Antrag von Dritten für Kampagnen und Projekte der Zivilgesellschaft zur Sensibilisierung gegen stereotype Geschlechterrollen genutzt werden können.</p>
- Die Prävention gegen geschlechtsspezifische Gewalt verstärken
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
-
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Stereotype Rollenbilder sind ein gesellschaftliches Problem und Ursache von geschlechtsspezifischer Gewalt. Diesen Zusammenhang hat die UN-Kommission zur Stellung der Frau in ihrem Schlussdokument vom März 2013 klar herausgearbeitet. Wenn geschlechtsspezifische Gewalt bekämpft werden soll, müssen demzufolge auch Geschlechterstereotypen und Rollenbilder in unserer Gesellschaft hinterfragt und verändert werden. Internationale Normen verpflichten Staaten, ihre Bürger und Bürgerinnen vor Gewalt zu schützen. Dazu benötigt es Schutzmassnahmen, im Falle von Gewalt, aber auch Präventionsmassnahmen, damit Gewalt verhindert werden kann. Die UN-Kommission zur Stellung der Frau hat den Zusammenhang zwischen geschlechtsspezifischer Gewalt und stereotypen Rollenbildern der Geschlechter nochmals bekräftigt. Deshalb ist es wichtig, die Prävention der geschlechtsspezifischen Gewalt auf die Bekämpfung der stereotypen Rollen der Geschlechter zu erweitern.</p><p>In Konflikt mit der Geschlechterrolle gerät ein Mann, wenn er in Teilzeit arbeiten und auch Kinder betreuen will. Eine Frau fällt aus der traditionellen Rolle, wenn sie Polymechaniker werden will. Die Beispiele zeigen: Alle Geschlechter können Opfer des traditionellen Rollenverständnisses werden, mit dem Unterschied, dass die typischen Männerbereiche breiter angelegt und positiver konnotiert sind.</p><p>Stereotype Geschlechterrollen in einer Gesellschaft zementieren ein Machtungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Medien und Werbung tragen entscheidend zur Zementierung dieser Bilder bei. Die Auswirkungen sind im Arbeitsleben in der mangelnden Lohngleichheit für gleichwertige Arbeit, in der Berufswahl von Mädchen und Jungen, in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu sehen, aber auch in der häuslichen und geschlechtsspezifischen Gewalt.</p><p>Der Bundesrat plant, in diesem Jahr einen Bericht zu den volkswirtschaftlichen Kosten der häuslichen Gewalt zu veröffentlichen. Die Dringlichkeit des Anliegens, in die Prävention zu investieren, wird sich damit bestätigen.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Es sollen gesetzliche Grundlagen für die Schaffung einer zentralen Fachstelle gegen Geschlechterstereotypen erarbeitet werden. Diese soll namentlich die folgenden Aufgaben wahrnehmen:</p><p>a. Die Fachstelle soll Recherchen und Forschungen initiieren, die die Mechanismen und Zusammenhänge aufzeigen, die von der Stereotypisierung der Geschlechter zu Diskriminierungen und Gewalt in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur führen.</p><p>b. Die Fachstelle soll proaktiv Empfehlungen und öffentliche Stellungnahmen an die Medien- und Werbelandschaft abgeben, ohne auf ein Beschwerdeverfahren von Dritten angewiesen zu sein.</p><p>c. Die Fachstelle soll Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit in der Öffentlichkeit leisten. Das schliesst sowohl Bildungsinitiativen im Schul- und Bildungswesen als auch Weiterbildungen für Werber und Werberinnen und Medienfachleute in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter, deren Darstellung und Gender-Codes ein.</p><p>d. Die Fachstelle verwaltet einen Fonds für Projektgelder, die auf Antrag von Dritten für Kampagnen und Projekte der Zivilgesellschaft zur Sensibilisierung gegen stereotype Geschlechterrollen genutzt werden können.</p>
- Die Prävention gegen geschlechtsspezifische Gewalt verstärken
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