Obst- und Gemüsehandel. Förderung der Schweizer Marktteilnehmer
- ShortId
-
13.3036
- Id
-
20133036
- Updated
-
27.07.2023 20:59
- Language
-
de
- Title
-
Obst- und Gemüsehandel. Förderung der Schweizer Marktteilnehmer
- AdditionalIndexing
-
55;Marketing;Inlandsproduktion;Obst;Handel mit Agrarerzeugnissen;Handelsveranstaltung;internationaler Handel;Schweizer/in;sektorale Beihilfe;Gemüse
- 1
-
- L04K14020204, Obst
- L04K14020202, Gemüse
- L05K0701010308, Marketing
- L05K0701020304, Handel mit Agrarerzeugnissen
- L04K07010204, internationaler Handel
- L05K0701010306, Handelsveranstaltung
- L04K07060204, Inlandsproduktion
- L05K0506010605, Schweizer/in
- L05K0704010109, sektorale Beihilfe
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Messe Fruit Logistica in Berlin ist die weltgrösste Messe für den Obst- und Gemüsehandel. Die Marktteilnehmer aller Länder kommen dort zusammen, um ihre Produkte zu bewerben und Geschäfte abzuschliessen, von denen alle Akteure auf dem Obst- und Gemüsemarkt profitieren, von den Produzenten bis zu den Exporteuren. Während die Stände gewisser Länder mit finanziellen Schwierigkeiten prächtig ausgestattet sind, ist der Schweizer Stand unscheinbar. Er hätte eine stärkere Unterstützung durch den Bund verdient, denn nur so kann die Schweiz angemessen repräsentiert werden. Diese Feststellung wird dadurch bestärkt, dass der Bund mit dem Importförderungsprogramm Swiss Import Promotion Programme (Sippo) der Osec den Import landwirtschaftlicher Produkte aus Entwicklungsländern nach Europa unterstützt. Diese Massnahme der internationalen Solidarität ist sehr positiv. Der Stand des Sippo-Programms ist etwa viermal so gross wie der Schweizer Stand und deutlich luxuriöser eingerichtet.</p><p>Die Bundesbehörden finanzieren also einen ansehnlichen Stand für andere Länder, doch wenn es um die Unterstützung der einheimischen Produzentinnen und Produzenten und Händlerinnen und Händler geht, beschränken sie sich auf ein Minimum.</p><p>Die Schweizer Akteure des Obst- und Gemüsehandels dürfen vom Bund erwarten, dass er sie in einem mindestens ebenso grossen Umfang unterstützt wie die Entwicklungsländer.</p>
- <p>Der Bund unterstützt die Absatzförderung von Landwirtschaftsprodukten im Rahmen von Artikel 12 des Landwirtschaftsgesetzes (SR 910.1) und der Verordnung über die landwirtschaftliche Absatzförderung (SR 916.010) subsidiär mit Finanzhilfen. Für das Jahr 2013 wurde beispielsweise für den Produktbereich Obst und Obsterzeugnisse eine Finanzhilfe von 2 300 000 Franken und für den Produktbereich Gemüse von 724 000 Franken zugesichert.</p><p>Bei der Beteiligung an der Fruit Logistica handelt es sich um eine gemeinsame Massnahme des Schweizer Obstverbandes, der Swisscofel, der Swisspatat und des Verbandes Schweizer Gemüseproduzenten. Das von den Branchenverbänden erstellte Gesamtbudget für die Messe betrug im Jahr 2013 120 000 Franken, und der Bund beteiligt sich mit maximal 50 Prozent an den anrechenbaren Kosten.</p><p>Die gesuchstellenden Organisationen sind in ihrer Marketingstrategiewahl, Prioritätenbestimmung und Mittelallokation auf einzelne Marketingmassnahmen frei. Wenn die Beteiligung an der Fruit Logistica für die Trägerorganisationen eine strategisch wichtige Bedeutung hat, um den Absatz von Schweizer Produkten im Ausland nachhaltig zu fördern, so können diese im Rahmen ihres Finanzhilfegesuches die Prioritäten entsprechend einplanen und den Auftritt an der Fruit Logistica bei Bedarf ausbauen. Der Bund würde sie dabei im Rahmen der gegebenen gesetzlichen und finanziellen Möglichkeiten entsprechend unterstützen.</p><p>Es ist hingegen nicht Sache des Bundes zu bestimmen, welche Marketingmassnahmen in welchem Umfang zu fördern sind. Dies muss Sache der Branchenorganisationen und Träger der Absatzförderung bleiben, welche am Markt aktiv sind.</p><p>Im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit des Seco ist die Osec für das Swiss Import Promotion Programme (Sippo) zuständig. Ziel dabei ist es, den Marktzugang von kleineren und mittleren Unternehmen aus ausgewählten Entwicklungs- und Transitionsländern zur Schweiz und zum EU-Raum zu fördern. Firmen werden unter Berücksichtigung von klaren Selektionskriterien ausgewählt, geschult und an Messen begleitet. Das Programm und die einzelnen Massnahmen verfolgen damit andere Zielsetzungen als die Absatzförderung aus der Schweiz. Eine Konkurrenzierung von Schweizer Agrarprodukten im Obst- und Gemüsesektor ist aufgrund der Produktepalette und der Ausrichtung auf exotische Produkte zudem nicht gegeben.</p><p>Eine Ausrichtung des Umfanges des Auftrittes für Schweizer Obst und Gemüse an der Fruit Logistica an jenem von Sippo ist deshalb nicht sachgerecht. Vielmehr muss dieser sich an den realen Markterwartungen der Schweizer Branchenakteure orientieren.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, damit die vom Bund bereitgestellten Fördermittel für Schweizer Marktteilnehmer auf den internationalen Obst- und Gemüsemessen mindestens so hoch sind wie die von der Schweiz aufgewendeten Mittel für die Unterstützung des Imports von Produkten aus Entwicklungsländern.</p>
- Obst- und Gemüsehandel. Förderung der Schweizer Marktteilnehmer
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Messe Fruit Logistica in Berlin ist die weltgrösste Messe für den Obst- und Gemüsehandel. Die Marktteilnehmer aller Länder kommen dort zusammen, um ihre Produkte zu bewerben und Geschäfte abzuschliessen, von denen alle Akteure auf dem Obst- und Gemüsemarkt profitieren, von den Produzenten bis zu den Exporteuren. Während die Stände gewisser Länder mit finanziellen Schwierigkeiten prächtig ausgestattet sind, ist der Schweizer Stand unscheinbar. Er hätte eine stärkere Unterstützung durch den Bund verdient, denn nur so kann die Schweiz angemessen repräsentiert werden. Diese Feststellung wird dadurch bestärkt, dass der Bund mit dem Importförderungsprogramm Swiss Import Promotion Programme (Sippo) der Osec den Import landwirtschaftlicher Produkte aus Entwicklungsländern nach Europa unterstützt. Diese Massnahme der internationalen Solidarität ist sehr positiv. Der Stand des Sippo-Programms ist etwa viermal so gross wie der Schweizer Stand und deutlich luxuriöser eingerichtet.</p><p>Die Bundesbehörden finanzieren also einen ansehnlichen Stand für andere Länder, doch wenn es um die Unterstützung der einheimischen Produzentinnen und Produzenten und Händlerinnen und Händler geht, beschränken sie sich auf ein Minimum.</p><p>Die Schweizer Akteure des Obst- und Gemüsehandels dürfen vom Bund erwarten, dass er sie in einem mindestens ebenso grossen Umfang unterstützt wie die Entwicklungsländer.</p>
- <p>Der Bund unterstützt die Absatzförderung von Landwirtschaftsprodukten im Rahmen von Artikel 12 des Landwirtschaftsgesetzes (SR 910.1) und der Verordnung über die landwirtschaftliche Absatzförderung (SR 916.010) subsidiär mit Finanzhilfen. Für das Jahr 2013 wurde beispielsweise für den Produktbereich Obst und Obsterzeugnisse eine Finanzhilfe von 2 300 000 Franken und für den Produktbereich Gemüse von 724 000 Franken zugesichert.</p><p>Bei der Beteiligung an der Fruit Logistica handelt es sich um eine gemeinsame Massnahme des Schweizer Obstverbandes, der Swisscofel, der Swisspatat und des Verbandes Schweizer Gemüseproduzenten. Das von den Branchenverbänden erstellte Gesamtbudget für die Messe betrug im Jahr 2013 120 000 Franken, und der Bund beteiligt sich mit maximal 50 Prozent an den anrechenbaren Kosten.</p><p>Die gesuchstellenden Organisationen sind in ihrer Marketingstrategiewahl, Prioritätenbestimmung und Mittelallokation auf einzelne Marketingmassnahmen frei. Wenn die Beteiligung an der Fruit Logistica für die Trägerorganisationen eine strategisch wichtige Bedeutung hat, um den Absatz von Schweizer Produkten im Ausland nachhaltig zu fördern, so können diese im Rahmen ihres Finanzhilfegesuches die Prioritäten entsprechend einplanen und den Auftritt an der Fruit Logistica bei Bedarf ausbauen. Der Bund würde sie dabei im Rahmen der gegebenen gesetzlichen und finanziellen Möglichkeiten entsprechend unterstützen.</p><p>Es ist hingegen nicht Sache des Bundes zu bestimmen, welche Marketingmassnahmen in welchem Umfang zu fördern sind. Dies muss Sache der Branchenorganisationen und Träger der Absatzförderung bleiben, welche am Markt aktiv sind.</p><p>Im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit des Seco ist die Osec für das Swiss Import Promotion Programme (Sippo) zuständig. Ziel dabei ist es, den Marktzugang von kleineren und mittleren Unternehmen aus ausgewählten Entwicklungs- und Transitionsländern zur Schweiz und zum EU-Raum zu fördern. Firmen werden unter Berücksichtigung von klaren Selektionskriterien ausgewählt, geschult und an Messen begleitet. Das Programm und die einzelnen Massnahmen verfolgen damit andere Zielsetzungen als die Absatzförderung aus der Schweiz. Eine Konkurrenzierung von Schweizer Agrarprodukten im Obst- und Gemüsesektor ist aufgrund der Produktepalette und der Ausrichtung auf exotische Produkte zudem nicht gegeben.</p><p>Eine Ausrichtung des Umfanges des Auftrittes für Schweizer Obst und Gemüse an der Fruit Logistica an jenem von Sippo ist deshalb nicht sachgerecht. Vielmehr muss dieser sich an den realen Markterwartungen der Schweizer Branchenakteure orientieren.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, damit die vom Bund bereitgestellten Fördermittel für Schweizer Marktteilnehmer auf den internationalen Obst- und Gemüsemessen mindestens so hoch sind wie die von der Schweiz aufgewendeten Mittel für die Unterstützung des Imports von Produkten aus Entwicklungsländern.</p>
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