Export der dualen Berufsbildung als Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit in der EU
- ShortId
-
13.3068
- Id
-
20133068
- Updated
-
28.07.2023 10:51
- Language
-
de
- Title
-
Export der dualen Berufsbildung als Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit in der EU
- AdditionalIndexing
-
32;15;Austausch im Bildungswesen;duales Bildungssystem;wirtschaftliche Zusammenarbeit;Bekämpfung der Arbeitslosigkeit;Italien;Hilfe im Ausbildungswesen;Portugal;Jugendarbeitslosigkeit;Spanien
- 1
-
- L04K13020205, duales Bildungssystem
- L04K10010215, wirtschaftliche Zusammenarbeit
- L04K13030105, Austausch im Bildungswesen
- L04K10010407, Hilfe im Ausbildungswesen
- L05K0702030403, Jugendarbeitslosigkeit
- L04K03010503, Italien
- L04K03010507, Spanien
- L04K03010505, Portugal
- L05K0702030303, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Mit den drei obenerwähnten Staaten hat die Schweiz langjährige Beziehungen, die vor allem auf die Arbeitsmigration zurückzuführen sind. Das hat im Laufe der Zeit zu zahlreichen grenzüberschreitenden Kontakten und Beziehungen geführt und sich befruchtend auf die Lebensweise in der Schweiz ausgewirkt. Es kann der Schweiz nicht egal sein, wenn diese Staaten in grosse wirtschaftliche Not geraten. In Italien, Spanien und Portugal wird an der Entwicklung eines dualen Berufsbildungssystems gearbeitet. Die Schweiz kann dank ihrer international anerkannten erfolgreichen Berufsbildungen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der dualen Berufsbildung leisten.</p><p>In den Staaten Südeuropas grassiert als Folge der Krise die Jugendarbeitslosigkeit. Italien (38,7 Prozent), Spanien (55,5 Prozent) und Portugal (38,6 Prozent) haben horrend hohe Arbeitslosenquoten bei jungen Menschen. Viele sprechen bereits von einer "verlorenen Generation".</p><p>Die duale Berufsbildung verbessert die Chancen für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Auch wenn die Schweiz die Strukturprobleme dieser Länder nicht lösen kann, so hilft sie doch mit, Perspektiven zu entwickeln, die aus der Krise herausführen können.</p><p>Wollen diese Staaten ihre aktuelle Wirtschaftskrise überwinden, braucht es nicht nur EU-weite Entscheidungen, sondern auch konkrete Hilfestellung vor Ort. Die duale Berufsbildung ist nicht nur eine Chance für junge Menschen. Sie trägt auch dazu bei, der Wirtschaft die nötigen Fachleute zur Verfügung zu stellen. Gelernte Berufsleute sind das Rückgrat für die produzierende Wirtschaft und sind häufig treibende Kräfte für Firmengründungen.</p><p>Neben konkreten Hilfestellungen im Bereich der beruflichen Bildung ist dieses Projekt auch ein Zeichen der Solidarität mit den drei von der Krise besonders stark betroffenen Staaten.</p><p>Diese Projekte würden sich auf das internationale Image der Schweiz nachhaltig und positiv auswirken.</p>
- <p>Der Bundesrat teilt die Meinung des Motionärs, dass die Einführung respektive die Stärkung der dualen Berufsbildung in den Ländern Südeuropas dazu beitragen kann, die Jugendarbeitslosigkeit zu reduzieren und die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern. Aus diesem Grund begrüsst er die Idee, dass die Schweiz Unterstützung leisten sollte beim Aufbau der beruflichen Bildung in anderen Ländern.</p><p>Der Bund unterstützt bereits aktiv die internationale Zusammenarbeit zur Förderung der Berufsbildung in anderen Staaten. In der internationalen Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation vom 30. Juni 2010 hat sich der Bundesrat zum Ziel gesetzt, das duale Berufsbildungssystem der Schweiz weltweit bekannter zu machen. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) empfängt regelmässig ausländische Delegationen, um die Funktionsweise des schweizerischen Berufsbildungssystems aufzuzeigen und mögliche Zusammenarbeitsfragen zu erörtern. Die Schweiz ist zudem in verschiedenen internationalen Gremien vertreten, in denen sie ihre Erfahrungen im Bereich der Berufsbildung einbringt. Die Vernehmlassungsvorlage zum Auslandschweizer-Ausbildungsgesetz sieht zudem vor, den Schweizerschulen im Ausland die Möglichkeit zu bieten, die berufliche Grundbildung in ihr Bildungsangebot aufzunehmen.</p><p>Aufgrund der Initiative von Schweizer Unternehmen hat der Bund bereits das Pilotprojekt der Berufsbildungszusammenarbeit zwischen der Schweiz und Indien unterstützt. Dessen Evaluation wird Anhaltspunkte dazu liefern, wie Elemente des Schweizer Berufsbildungssystems in anderen Ländern nachhaltig implementiert werden können. Im Rahmen des Beitrags zur EU-Erweiterung unterstützt der Bund auch Projekte in Rumänien, Zypern und in der Slowakei. Diese Projekte werden von den jeweiligen Behörden sehr geschätzt.</p><p>Auch wenn der vorliegende Vorstoss auf Verständnis stösst, wirft er gleichzeitig Fragen auf. Der Erfolg des schweizerischen Systems beruht auf dem Engagement der drei Partner der Berufsbildung: Bund, Organisationen der Arbeitswelt und Kantone. Das SBFI stellt im Rahmen seiner Treffen mit interessierten Ländern fest, dass dieses für die duale Berufsbildung zentrale Partnerschaftsmodell gerade in den betroffenen südeuropäischen Staaten eine grosse Herausforderung darstellt. Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit mittels einer Stärkung des dualen Ausbildungssystems hängt nicht primär von der Bereitstellung finanzieller Mittel ab, sondern vom Engagement der lokalen Unternehmen für die Berufsbildung. Ist dieses nicht gegeben, können entsprechende Initiativen keine nachhaltige Wirkung entfalten.</p><p>Der Bundesrat ist überzeugt, dass sich eine allfällige Verpflichtung der Schweiz nicht auf drei Länder beschränken kann. Vielmehr muss im Rahmen der gesamteuropäischen Zusammenarbeit, insbesondere im Rahmen der Initiative "European Alliance for Apprenticeship", die im Juli 2013 durch die EU lanciert werden soll, geprüft werden, welchen Beitrag die Schweiz mit ihrer Berufsbildung zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit leisten soll. Zu diesem Zweck arbeitet das SBFI zusammen mit den betroffenen Akteuren zurzeit an einer Konkretisierung der internationalen Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation vom 30. Juni 2010 für den Bereich der Berufsbildung. Dabei wird sich zeigen, wo und wieweit die Schweiz sich in Zukunft an konkreten Implementierungsprojekten beteiligen soll.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, mit jährlich mindestens 15 Millionen Franken die Implementierung der dualen Berufsbildung in Italien, Spanien und Portugal, in Zusammenarbeit mit den schweizerischen Berufsbildungsämtern, der Wirtschaft und der Sozialpartner, zu unterstützen. Damit leistet die Schweiz einen Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit und zur Stärkung der Wirtschaft in wichtigen Partnerstaaten innerhalb der EU.</p>
- Export der dualen Berufsbildung als Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit in der EU
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Mit den drei obenerwähnten Staaten hat die Schweiz langjährige Beziehungen, die vor allem auf die Arbeitsmigration zurückzuführen sind. Das hat im Laufe der Zeit zu zahlreichen grenzüberschreitenden Kontakten und Beziehungen geführt und sich befruchtend auf die Lebensweise in der Schweiz ausgewirkt. Es kann der Schweiz nicht egal sein, wenn diese Staaten in grosse wirtschaftliche Not geraten. In Italien, Spanien und Portugal wird an der Entwicklung eines dualen Berufsbildungssystems gearbeitet. Die Schweiz kann dank ihrer international anerkannten erfolgreichen Berufsbildungen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der dualen Berufsbildung leisten.</p><p>In den Staaten Südeuropas grassiert als Folge der Krise die Jugendarbeitslosigkeit. Italien (38,7 Prozent), Spanien (55,5 Prozent) und Portugal (38,6 Prozent) haben horrend hohe Arbeitslosenquoten bei jungen Menschen. Viele sprechen bereits von einer "verlorenen Generation".</p><p>Die duale Berufsbildung verbessert die Chancen für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Auch wenn die Schweiz die Strukturprobleme dieser Länder nicht lösen kann, so hilft sie doch mit, Perspektiven zu entwickeln, die aus der Krise herausführen können.</p><p>Wollen diese Staaten ihre aktuelle Wirtschaftskrise überwinden, braucht es nicht nur EU-weite Entscheidungen, sondern auch konkrete Hilfestellung vor Ort. Die duale Berufsbildung ist nicht nur eine Chance für junge Menschen. Sie trägt auch dazu bei, der Wirtschaft die nötigen Fachleute zur Verfügung zu stellen. Gelernte Berufsleute sind das Rückgrat für die produzierende Wirtschaft und sind häufig treibende Kräfte für Firmengründungen.</p><p>Neben konkreten Hilfestellungen im Bereich der beruflichen Bildung ist dieses Projekt auch ein Zeichen der Solidarität mit den drei von der Krise besonders stark betroffenen Staaten.</p><p>Diese Projekte würden sich auf das internationale Image der Schweiz nachhaltig und positiv auswirken.</p>
- <p>Der Bundesrat teilt die Meinung des Motionärs, dass die Einführung respektive die Stärkung der dualen Berufsbildung in den Ländern Südeuropas dazu beitragen kann, die Jugendarbeitslosigkeit zu reduzieren und die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern. Aus diesem Grund begrüsst er die Idee, dass die Schweiz Unterstützung leisten sollte beim Aufbau der beruflichen Bildung in anderen Ländern.</p><p>Der Bund unterstützt bereits aktiv die internationale Zusammenarbeit zur Förderung der Berufsbildung in anderen Staaten. In der internationalen Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation vom 30. Juni 2010 hat sich der Bundesrat zum Ziel gesetzt, das duale Berufsbildungssystem der Schweiz weltweit bekannter zu machen. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) empfängt regelmässig ausländische Delegationen, um die Funktionsweise des schweizerischen Berufsbildungssystems aufzuzeigen und mögliche Zusammenarbeitsfragen zu erörtern. Die Schweiz ist zudem in verschiedenen internationalen Gremien vertreten, in denen sie ihre Erfahrungen im Bereich der Berufsbildung einbringt. Die Vernehmlassungsvorlage zum Auslandschweizer-Ausbildungsgesetz sieht zudem vor, den Schweizerschulen im Ausland die Möglichkeit zu bieten, die berufliche Grundbildung in ihr Bildungsangebot aufzunehmen.</p><p>Aufgrund der Initiative von Schweizer Unternehmen hat der Bund bereits das Pilotprojekt der Berufsbildungszusammenarbeit zwischen der Schweiz und Indien unterstützt. Dessen Evaluation wird Anhaltspunkte dazu liefern, wie Elemente des Schweizer Berufsbildungssystems in anderen Ländern nachhaltig implementiert werden können. Im Rahmen des Beitrags zur EU-Erweiterung unterstützt der Bund auch Projekte in Rumänien, Zypern und in der Slowakei. Diese Projekte werden von den jeweiligen Behörden sehr geschätzt.</p><p>Auch wenn der vorliegende Vorstoss auf Verständnis stösst, wirft er gleichzeitig Fragen auf. Der Erfolg des schweizerischen Systems beruht auf dem Engagement der drei Partner der Berufsbildung: Bund, Organisationen der Arbeitswelt und Kantone. Das SBFI stellt im Rahmen seiner Treffen mit interessierten Ländern fest, dass dieses für die duale Berufsbildung zentrale Partnerschaftsmodell gerade in den betroffenen südeuropäischen Staaten eine grosse Herausforderung darstellt. Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit mittels einer Stärkung des dualen Ausbildungssystems hängt nicht primär von der Bereitstellung finanzieller Mittel ab, sondern vom Engagement der lokalen Unternehmen für die Berufsbildung. Ist dieses nicht gegeben, können entsprechende Initiativen keine nachhaltige Wirkung entfalten.</p><p>Der Bundesrat ist überzeugt, dass sich eine allfällige Verpflichtung der Schweiz nicht auf drei Länder beschränken kann. Vielmehr muss im Rahmen der gesamteuropäischen Zusammenarbeit, insbesondere im Rahmen der Initiative "European Alliance for Apprenticeship", die im Juli 2013 durch die EU lanciert werden soll, geprüft werden, welchen Beitrag die Schweiz mit ihrer Berufsbildung zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit leisten soll. Zu diesem Zweck arbeitet das SBFI zusammen mit den betroffenen Akteuren zurzeit an einer Konkretisierung der internationalen Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation vom 30. Juni 2010 für den Bereich der Berufsbildung. Dabei wird sich zeigen, wo und wieweit die Schweiz sich in Zukunft an konkreten Implementierungsprojekten beteiligen soll.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, mit jährlich mindestens 15 Millionen Franken die Implementierung der dualen Berufsbildung in Italien, Spanien und Portugal, in Zusammenarbeit mit den schweizerischen Berufsbildungsämtern, der Wirtschaft und der Sozialpartner, zu unterstützen. Damit leistet die Schweiz einen Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit und zur Stärkung der Wirtschaft in wichtigen Partnerstaaten innerhalb der EU.</p>
- Export der dualen Berufsbildung als Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit in der EU
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