Gesamtschau der Innovationspolitik

ShortId
13.3073
Id
20133073
Updated
14.11.2025 07:12
Language
de
Title
Gesamtschau der Innovationspolitik
AdditionalIndexing
15;technologische Innovation;Modernisierung der Industrie;Aktionsprogramm;Bericht;Innovation;Wirtschaftspolitik (speziell)
1
  • L04K08020309, Innovation
  • L04K16020110, technologische Innovation
  • L05K0703050101, Aktionsprogramm
  • L05K0705070109, Modernisierung der Industrie
  • L03K020206, Bericht
  • L04K07040102, Wirtschaftspolitik (speziell)
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Innovation ist der Kern unseres Wirtschaftssystems. Der Wohlstand eines Landes - vor allem eines Landes ohne Rohstoffvorkommen - hängt davon ab, wie es Neuerungen schaffen und Dienstleistungen und Produkte, die einen hohen Mehrwert generieren, entwickeln kann.</p><p>Der Wohlstand der Schweiz hängt von der Innovation ab, und dennoch gibt es kein Innovationsgesetz, und es fehlt im Bund sowohl ein Überblick über die Fördermassnahmen als auch gesetzgeberisches Handeln zur Innovation.</p><p>Zwar gehört die Schweiz in internationalen Vergleichen im Bereich der Innovation zu den führenden Staaten, doch sind die Konjunkturzyklen kurz, und alles kann sich schlagartig ändern. Wir haben keine Wahl: Wir müssen an der Spitze bleiben, wenn wir unseren Wohlstand halten wollen.</p><p>Zudem stellt man bei der Analyse der Rankings fest, dass die Schweiz bei den Rahmenbedingungen zur Förderung kleiner innovativer Unternehmen schlecht abschneidet. Auf diese Weise kann die Schweiz ihre Führung im Innovationsbereich sehr schnell verlieren. Ein herber Wettbewerbsverlust kann für ein Land ohne Rohstoffe ernste Folgen haben.</p><p>Es scheint notwendig zu sein, einen Überblick über die ergriffenen Massnahmen zur Innovationsförderung, beispielsweise in Form eines Masterplans, zu geben.</p><p>Dieser könnte auch die Form eines Spezialgesetzes annehmen: Wenn die Innovation das Kernstück unseres Wirtschaftssystems darstellt, ist es durchaus gerechtfertigt, wenn sie ganz oben auf der politischen Agenda steht. Mithilfe eines Innovationsgesetzes könnte dieser Vorrang festgehalten werden.</p><p>Abschliessend sei angemerkt, dass das Bundesgesetz über die Förderung der Forschung und der Innovation im Wesentlichen akademisch und wissenschaftlich ausgerichtet ist und die Frage der Unternehmensgründung praktisch nicht berührt. </p>
  • <p>Der Bundesrat pflichtet dem Postulanten bei, dass der Innovation in der Schweiz als rohstoffarmem Land eine überragende Bedeutung zukommt.</p><p>Der Bundesrat sieht in der komplexen Innovationslandschaft der Schweiz ein historisch gewachsenes und langjährig fein austariertes System von unterschiedlichsten Akteuren, Institutionen und Strukturen. Dieses System ist gerade dadurch zum Erfolg geworden, dass sich der Staat weitgehend auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen beschränkt hat und sich ansonsten um äusserste Zurückhaltung bemüht. Der wichtigste Akteur in der schweizerischen Innovationslandschaft ist die Privatwirtschaft.</p><p>Die staatlichen Akteure sind im Rahmen ihrer gesetzlichen Verpflichtungen bemüht, ihre Aktivitäten zur Schaffung günstiger Rahmenbedingungen der Politik und der Öffentlichkeit so umfassend und klar wie möglich darzulegen. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Grundlagenberichten, Auslegeordnungen und Strategiedokumenten veröffentlicht, namentlich von den für Innovations- und Standortförderung zuständigen Bundesstellen (SBFI, Seco, BFE, Bafu), vom mit der Statistik und Indikatorik weiterführend betrauten BFS sowie von den Förderagenturen (KTI, SNF). Eine Bestandesaufnahme des Schweizer Innovationssystems wurde 2009 vom Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat veröffentlicht.</p><p>Auf die jeweilige Legislatur fokussierte Darstellungen der Förderlandschaft und ihrer aktuellen Herausforderungen finden sich in den Finanzierungsbotschaften (BFI-Botschaft, Wachstumspolitik-Botschaft u. a.), welche der Bundesrat dem Parlament in den etablierten Mehrjahreszyklen überweist.</p><p>Darüber hinaus berichtet der Bundesrat regelmässig über die laufenden Geschäfte der Departemente. Im Falle des WBF wird so beispielsweise das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) voraussichtlich noch im laufenden Jahr neue Erkenntnisse zum Innovationssystem Schweiz, zur künftigen Positionierung im internationalen Vergleich und zur Wirkungsprüfung und Evaluation von Fördermassnahmen veröffentlichen. Weitere Berichte werden 2014 und 2015 folgen, u. a. die Berichterstattung des Bundesrates zur Umsetzung der entsprechenden Motion Gutzwiller und die Berichterstattung des WBF und der Konferenz kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren zum Umsetzungskonzept Innovationspark Schweiz.</p><p>Der Bundesrat hält einen Mehrwert des vom Postulanten geforderten zusätzlichen Berichtes nicht für gegeben. Die etablierten staatlichen Instrumente der Innovationsförderung sind hinlänglich beschrieben. Aktuelle Fragen (z. B. bezüglich der weiterführenden Finanzierung durch Risikokapital oder der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Aufwendungen für Forschung und Entwicklung) werden bereits proaktiv angegangen. Der Bundesrat erachtet demnach die bestehenden Förderinstrumente einschliesslich ihrer gesetzlichen Grundlagen als ausreichend. Einen Masterplan oder ein eigenes Gesetz zur Innovation lehnt er angesichts des soeben totalrevidierten Forschungs- und Innovationsförderungsgesetzes ab.</p><p>Der Bundesrat ist jedoch bereit, ein auf die Innovationsförderung und Innovationspolitik ausgerichtetes umfassendes Kapitel in die BFI-Botschaft 2017-2020 aufzunehmen und damit dem Ansinnen des Postulanten nach einer besseren Würdigung der Innovation in der Schweiz nachzukommen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Bericht vorzulegen, in dem er eine Gesamtschau unserer Innovationspolitik gibt. In diesem Bericht sollen die Massnahmen, mit denen die Innovation und das Unternehmertum gefördert werden sollen, klar und so umfassend wie möglich aufgezeigt werden. Das Ziel ist hierbei, einen Zusammenhang zwischen den bestehenden Massnahmen herzustellen sowie festzustellen, was in der Schweiz bereits unternommen wird, was nicht und was verstärkt getan werden sollte, damit die Schweiz ihre führende Position im Innovationsbereich behalten kann. Im Bericht muss ebenfalls bestimmt werden, ob ein "Masterplan zur Innovation" erarbeitet werden soll, in dem alle entsprechenden Fördermassnahmen zusammengefasst werden, oder ob es sogar ein Bundesgesetz über Innovation braucht.</p>
  • Gesamtschau der Innovationspolitik
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Innovation ist der Kern unseres Wirtschaftssystems. Der Wohlstand eines Landes - vor allem eines Landes ohne Rohstoffvorkommen - hängt davon ab, wie es Neuerungen schaffen und Dienstleistungen und Produkte, die einen hohen Mehrwert generieren, entwickeln kann.</p><p>Der Wohlstand der Schweiz hängt von der Innovation ab, und dennoch gibt es kein Innovationsgesetz, und es fehlt im Bund sowohl ein Überblick über die Fördermassnahmen als auch gesetzgeberisches Handeln zur Innovation.</p><p>Zwar gehört die Schweiz in internationalen Vergleichen im Bereich der Innovation zu den führenden Staaten, doch sind die Konjunkturzyklen kurz, und alles kann sich schlagartig ändern. Wir haben keine Wahl: Wir müssen an der Spitze bleiben, wenn wir unseren Wohlstand halten wollen.</p><p>Zudem stellt man bei der Analyse der Rankings fest, dass die Schweiz bei den Rahmenbedingungen zur Förderung kleiner innovativer Unternehmen schlecht abschneidet. Auf diese Weise kann die Schweiz ihre Führung im Innovationsbereich sehr schnell verlieren. Ein herber Wettbewerbsverlust kann für ein Land ohne Rohstoffe ernste Folgen haben.</p><p>Es scheint notwendig zu sein, einen Überblick über die ergriffenen Massnahmen zur Innovationsförderung, beispielsweise in Form eines Masterplans, zu geben.</p><p>Dieser könnte auch die Form eines Spezialgesetzes annehmen: Wenn die Innovation das Kernstück unseres Wirtschaftssystems darstellt, ist es durchaus gerechtfertigt, wenn sie ganz oben auf der politischen Agenda steht. Mithilfe eines Innovationsgesetzes könnte dieser Vorrang festgehalten werden.</p><p>Abschliessend sei angemerkt, dass das Bundesgesetz über die Förderung der Forschung und der Innovation im Wesentlichen akademisch und wissenschaftlich ausgerichtet ist und die Frage der Unternehmensgründung praktisch nicht berührt. </p>
    • <p>Der Bundesrat pflichtet dem Postulanten bei, dass der Innovation in der Schweiz als rohstoffarmem Land eine überragende Bedeutung zukommt.</p><p>Der Bundesrat sieht in der komplexen Innovationslandschaft der Schweiz ein historisch gewachsenes und langjährig fein austariertes System von unterschiedlichsten Akteuren, Institutionen und Strukturen. Dieses System ist gerade dadurch zum Erfolg geworden, dass sich der Staat weitgehend auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen beschränkt hat und sich ansonsten um äusserste Zurückhaltung bemüht. Der wichtigste Akteur in der schweizerischen Innovationslandschaft ist die Privatwirtschaft.</p><p>Die staatlichen Akteure sind im Rahmen ihrer gesetzlichen Verpflichtungen bemüht, ihre Aktivitäten zur Schaffung günstiger Rahmenbedingungen der Politik und der Öffentlichkeit so umfassend und klar wie möglich darzulegen. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Grundlagenberichten, Auslegeordnungen und Strategiedokumenten veröffentlicht, namentlich von den für Innovations- und Standortförderung zuständigen Bundesstellen (SBFI, Seco, BFE, Bafu), vom mit der Statistik und Indikatorik weiterführend betrauten BFS sowie von den Förderagenturen (KTI, SNF). Eine Bestandesaufnahme des Schweizer Innovationssystems wurde 2009 vom Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat veröffentlicht.</p><p>Auf die jeweilige Legislatur fokussierte Darstellungen der Förderlandschaft und ihrer aktuellen Herausforderungen finden sich in den Finanzierungsbotschaften (BFI-Botschaft, Wachstumspolitik-Botschaft u. a.), welche der Bundesrat dem Parlament in den etablierten Mehrjahreszyklen überweist.</p><p>Darüber hinaus berichtet der Bundesrat regelmässig über die laufenden Geschäfte der Departemente. Im Falle des WBF wird so beispielsweise das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) voraussichtlich noch im laufenden Jahr neue Erkenntnisse zum Innovationssystem Schweiz, zur künftigen Positionierung im internationalen Vergleich und zur Wirkungsprüfung und Evaluation von Fördermassnahmen veröffentlichen. Weitere Berichte werden 2014 und 2015 folgen, u. a. die Berichterstattung des Bundesrates zur Umsetzung der entsprechenden Motion Gutzwiller und die Berichterstattung des WBF und der Konferenz kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren zum Umsetzungskonzept Innovationspark Schweiz.</p><p>Der Bundesrat hält einen Mehrwert des vom Postulanten geforderten zusätzlichen Berichtes nicht für gegeben. Die etablierten staatlichen Instrumente der Innovationsförderung sind hinlänglich beschrieben. Aktuelle Fragen (z. B. bezüglich der weiterführenden Finanzierung durch Risikokapital oder der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Aufwendungen für Forschung und Entwicklung) werden bereits proaktiv angegangen. Der Bundesrat erachtet demnach die bestehenden Förderinstrumente einschliesslich ihrer gesetzlichen Grundlagen als ausreichend. Einen Masterplan oder ein eigenes Gesetz zur Innovation lehnt er angesichts des soeben totalrevidierten Forschungs- und Innovationsförderungsgesetzes ab.</p><p>Der Bundesrat ist jedoch bereit, ein auf die Innovationsförderung und Innovationspolitik ausgerichtetes umfassendes Kapitel in die BFI-Botschaft 2017-2020 aufzunehmen und damit dem Ansinnen des Postulanten nach einer besseren Würdigung der Innovation in der Schweiz nachzukommen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Bericht vorzulegen, in dem er eine Gesamtschau unserer Innovationspolitik gibt. In diesem Bericht sollen die Massnahmen, mit denen die Innovation und das Unternehmertum gefördert werden sollen, klar und so umfassend wie möglich aufgezeigt werden. Das Ziel ist hierbei, einen Zusammenhang zwischen den bestehenden Massnahmen herzustellen sowie festzustellen, was in der Schweiz bereits unternommen wird, was nicht und was verstärkt getan werden sollte, damit die Schweiz ihre führende Position im Innovationsbereich behalten kann. Im Bericht muss ebenfalls bestimmt werden, ob ein "Masterplan zur Innovation" erarbeitet werden soll, in dem alle entsprechenden Fördermassnahmen zusammengefasst werden, oder ob es sogar ein Bundesgesetz über Innovation braucht.</p>
    • Gesamtschau der Innovationspolitik

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