Human Enhancement. Hirndoping

ShortId
13.3157
Id
20133157
Updated
24.06.2025 23:49
Language
de
Title
Human Enhancement. Hirndoping
AdditionalIndexing
2841;Arzneimittelrecht;Gehirn;Bericht;Medikamentenkonsum;Betäubungsmittel;Designerdroge;Neurologie;Leistung;Medikamentenmissbrauch;Therapeutik;Sucht;Medikament
1
  • L06K010503010202, Medikamentenkonsum
  • L05K0101020103, Medikamentenmissbrauch
  • L04K01050214, Therapeutik
  • L05K0105030102, Medikament
  • L05K0105021001, Gehirn
  • L04K01050502, Arzneimittelrecht
  • L06K010102010201, Betäubungsmittel
  • L04K01010201, Sucht
  • L03K020206, Bericht
  • L07K01010201020101, Designerdroge
  • L04K01050210, Neurologie
  • L04K08020217, Leistung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>In unserer leistungs- und wettbewerbsorientierten Gesellschaft spielen verständlicherweise leistungssteigernde Substanzen und Medikamente (Neuroenhancer) eine wachsende Rolle. In den Medien mehren sich Berichte über Erwerbstätige und Studierende, die zu Medikamenten und Drogen greifen, um den Anforderungen einer auf Leistung fixierten Gesellschaft zu genügen. Bereits Kinder konkurrieren um die besten Noten und die zukunftsträchtigsten Ausbildungsplätze. Und die Medien propagieren Idealbilder von attraktiven, hochkompetitiven Individuen, die Beruf, Freizeit und Familie locker unter einen Hut bringen. </p><p>Eine TA-Suisse-Studie (Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung), die sich mit der "Optimierung des Menschen" befasste, geht von 1 bis 2 Prozent der Erwachsenen aus, die stärkeres Enhancement praktizieren. Genauere Studien zur Art des Konsums liegen in der Schweiz nicht vor. Betäubungsmittelgesetz, Heilmittelgesetz, Lebensmittel- und Chemikaliengesetz stecken zwar einen zweckmässigen Rahmen ab. Aber es ist offensichtlich, dass analog zur Doping-Diskussion im Sport auch andere Bereiche wie akademische Leistungsprüfungen zunehmend betroffen sein werden von der Frage von missbräuchlichem Konsum. Wie kann der therapeutische Gebrauch vom Missbrauch abgegrenzt werden? Wie dehnbar ist unser Krankheitsbegriff? Neurologisch aktive Substanzen, die nicht im Rahmen medizinischer Behandlungen eingesetzt werden, sollen von der Krankenversicherung nicht erstattet werden. Deshalb ist es wichtig, den steigenden Verbreitungszahlen von Enhancern Aufmerksamkeit zu schenken. </p><p>Der Bericht sollte umgekehrt auch aufzeigen, dass die in den Medien heissdiskutierten Medikamente wie Ritalin auch einem ausgewiesenen therapeutischen Bedarf entsprechen können und klar unterschieden werden müssen vom Hirndoping für Nichtkranke.</p>
  • <p>Der Bundesrat hatte bereits in seiner Stellungnahme vom 26. August 2009 zum Postulat Fehr Jacqueline 09.3665, "Studie zur Medikamentenabhängigkeit und zur Bedeutung der Medikamente als 'Smart Drugs'", die Erarbeitung eines Berichtes in Aussicht gestellt. Der Bundesrat erachtet die im vorliegenden Postulat Ingold 13.3157 und ebenso die im Postulat der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates 13.3012 formulierten Fragestellungen als sinnvolle Ergänzung zum offener formulierten Anliegen des genannten Postulates Fehr Jacqueline 09.3665. Er ist deshalb bereit, die Anliegen der drei Postulate zu verbinden sowie einen alle drei Postulate umfassenden Bericht zu verfassen. Dabei wird er auch auf die Verschreibungspraxis und Anwendung von leistungssteigernden Substanzen und die damit verbundenen Probleme eingehen sowie den politischen und gesetzgeberischen Handlungsbedarf im Zusammenhang mit der Verschreibung von Ritalin prüfen.</p><p>Die Schlussfolgerungen dieses Berichtes werden die Voraussetzung bilden, um die weitere Entwicklung der Problematik fundiert beurteilen und im Bedarfsfall angemessene Massnahmen vorschlagen zu können. Die Verabschiedung des Berichtes durch den Bundesrat ist in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 geplant.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Nutzung von Enhancern zu untersuchen und in einem Bericht darzulegen, wo die Schweiz mit dem aufkommenden Hirndoping steht und wo die Abgrenzung zwischen blosser Leistungssteigerung und Therapie von Krankheit liegt.</p>
  • Human Enhancement. Hirndoping
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>In unserer leistungs- und wettbewerbsorientierten Gesellschaft spielen verständlicherweise leistungssteigernde Substanzen und Medikamente (Neuroenhancer) eine wachsende Rolle. In den Medien mehren sich Berichte über Erwerbstätige und Studierende, die zu Medikamenten und Drogen greifen, um den Anforderungen einer auf Leistung fixierten Gesellschaft zu genügen. Bereits Kinder konkurrieren um die besten Noten und die zukunftsträchtigsten Ausbildungsplätze. Und die Medien propagieren Idealbilder von attraktiven, hochkompetitiven Individuen, die Beruf, Freizeit und Familie locker unter einen Hut bringen. </p><p>Eine TA-Suisse-Studie (Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung), die sich mit der "Optimierung des Menschen" befasste, geht von 1 bis 2 Prozent der Erwachsenen aus, die stärkeres Enhancement praktizieren. Genauere Studien zur Art des Konsums liegen in der Schweiz nicht vor. Betäubungsmittelgesetz, Heilmittelgesetz, Lebensmittel- und Chemikaliengesetz stecken zwar einen zweckmässigen Rahmen ab. Aber es ist offensichtlich, dass analog zur Doping-Diskussion im Sport auch andere Bereiche wie akademische Leistungsprüfungen zunehmend betroffen sein werden von der Frage von missbräuchlichem Konsum. Wie kann der therapeutische Gebrauch vom Missbrauch abgegrenzt werden? Wie dehnbar ist unser Krankheitsbegriff? Neurologisch aktive Substanzen, die nicht im Rahmen medizinischer Behandlungen eingesetzt werden, sollen von der Krankenversicherung nicht erstattet werden. Deshalb ist es wichtig, den steigenden Verbreitungszahlen von Enhancern Aufmerksamkeit zu schenken. </p><p>Der Bericht sollte umgekehrt auch aufzeigen, dass die in den Medien heissdiskutierten Medikamente wie Ritalin auch einem ausgewiesenen therapeutischen Bedarf entsprechen können und klar unterschieden werden müssen vom Hirndoping für Nichtkranke.</p>
    • <p>Der Bundesrat hatte bereits in seiner Stellungnahme vom 26. August 2009 zum Postulat Fehr Jacqueline 09.3665, "Studie zur Medikamentenabhängigkeit und zur Bedeutung der Medikamente als 'Smart Drugs'", die Erarbeitung eines Berichtes in Aussicht gestellt. Der Bundesrat erachtet die im vorliegenden Postulat Ingold 13.3157 und ebenso die im Postulat der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates 13.3012 formulierten Fragestellungen als sinnvolle Ergänzung zum offener formulierten Anliegen des genannten Postulates Fehr Jacqueline 09.3665. Er ist deshalb bereit, die Anliegen der drei Postulate zu verbinden sowie einen alle drei Postulate umfassenden Bericht zu verfassen. Dabei wird er auch auf die Verschreibungspraxis und Anwendung von leistungssteigernden Substanzen und die damit verbundenen Probleme eingehen sowie den politischen und gesetzgeberischen Handlungsbedarf im Zusammenhang mit der Verschreibung von Ritalin prüfen.</p><p>Die Schlussfolgerungen dieses Berichtes werden die Voraussetzung bilden, um die weitere Entwicklung der Problematik fundiert beurteilen und im Bedarfsfall angemessene Massnahmen vorschlagen zu können. Die Verabschiedung des Berichtes durch den Bundesrat ist in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 geplant.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Nutzung von Enhancern zu untersuchen und in einem Bericht darzulegen, wo die Schweiz mit dem aufkommenden Hirndoping steht und wo die Abgrenzung zwischen blosser Leistungssteigerung und Therapie von Krankheit liegt.</p>
    • Human Enhancement. Hirndoping

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