Professionellere und besser positionierte Ausbildung des Lehrpersonals im Zivilschutz

ShortId
13.3171
Id
20133171
Updated
27.07.2023 20:38
Language
de
Title
Professionellere und besser positionierte Ausbildung des Lehrpersonals im Zivilschutz
AdditionalIndexing
09;Weiterbildung;Zivilschutz;Lehrkraft;berufliche Eignung
1
  • L04K04030201, Zivilschutz
  • L05K1301020102, Lehrkraft
  • L04K13030203, Weiterbildung
  • L05K0702020106, berufliche Eignung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Im Jahr 1995 hat eine neue Ära im Zivilschutz begonnen. Zum ersten Mal sind nach einer über zwanzigwöchigen Ausbildung hauptberufliche Zivilschutzinstruktorinnen und Zivilschutzinstruktoren diplomiert worden. Damit wurde die im Zivilschutz-Leitbild von 1992 angestrebte Professionalisierung der Ausbildung in Gang gesetzt. 2004 ist der ursprünglich nicht unterteilbare Lehrgang in eine modulare Ausbildung überführt worden, welche auch über mehrere Jahre verteilt absolviert werden kann. Ausserdem ist es seither möglich, nach einem abgekürzten Lehrgang ein Zertifikat für nebenberufliches Instruktionspersonal zu erwerben. Zurzeit gibt es gesamtschweizerisch rund 300 aktive diplomierte hauptberufliche und rund 50 zertifizierte nebenberufliche Zivilschutzinstruktorinnen und Zivilschutzinstruktoren. Der Bekanntheitsgrad der vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) ausgestellten eidgenössischen Diplome und Zertifikate erstreckt sich kaum über den Bevölkerungsschutz hinaus. Der Stellenwert der Ausbildung ist bei "Insidern" hoch, jedoch fehlt die Vergleichbarkeit mit anderen Ausbildungen. Insbesondere fehlt die Anerkennung durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).</p><p>Die Ausbildung des Lehrpersonals im Zivilschutz soll daher stärker professionalisiert und in der Bildungslandschaft Schweiz positioniert werden. In diesem Sinne sind gegenwärtig im Babs Bemühungen im Gange, die heutige Ausbildung zu einer vom SBFI anerkannten höheren Berufsbildung weiterzuentwickeln, was sowohl die Attraktivität der Lehrtätigkeit beim Zivilschutz steigern würde wie das Finden von gut qualifiziertem Personal wesentlich erleichtern könnte.</p>
  • <p>Der Bundesrat erachtet eine professionelle Ausbildung des Lehrpersonals grundsätzlich als wesentliche Basis für eine hohe Qualität der Leistungen des Zivilschutzes. Er unterstützt deshalb die laufenden Arbeiten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (Babs), die in diese Richtung gehen. Bei der laufenden Weiterentwicklung der Ausbildung des Lehrpersonals orientiert sich das Babs an den Empfehlungen des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) für die höhere Berufsbildung.</p><p>Der Bundesrat beantwortet die Fragen wie folgt:</p><p>1. Der Bundesrat steht einer Professionalisierung der Ausbildung des Lehrpersonals im Zivilschutz grundsätzlich positiv gegenüber. Im Bericht "Strategie Bevölkerungsschutz und Zivilschutz 2015 plus" vom 9. Mai 2012 bekundet er daher die Absicht, dass für die Ausbildung nur noch hauptamtliches Personal mit abgeschlossener Bundesausbildung zugelassen werden soll. Die Zusammenschlüsse zu regionalen oder kantonalen Zivilschutzorganisationen führen auch zu einer vermehrten Professionalisierung der Führung und Verwaltung. Die Verantwortung dafür tragen jedoch die Kantone und die Gemeinden.</p><p>2. Der Bundesrat ist gewillt, im Rahmen der interdepartementalen Zusammenarbeit und unter Einbezug der Kantone die Bemühungen des Babs zur Weiterentwicklung der Lehrpersonalausbildung auch weiterhin zu unterstützen.</p><p>3. In Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) in Zollikofen sind in den Jahren 2010 bis 2012 die Vorarbeiten zu einem entsprechenden Weiterentwicklungsprojekt erfolgt. Es sieht vor, dass in Zukunft die Ausbildung des Lehrpersonals modular aufgebaut sein und sich über drei Jahre erstrecken wird. Zudem soll die Ausbildung mit einem anerkannten Abschluss der höheren Berufsbildung abgeschlossen werden können. Die Ziele und Inhalte der Ausbildung richten sich nach dem Berufsbild und der Charta der beruflichen Handlungskompetenzen vom 5. Oktober 2011. 2013 und 2014 werden der Rahmenlehrplan und das Curriculum (pädagogisches Konzept, Lehrplan usw.) erarbeitet. 2015 und 2016 werden die Detailunterlagen erstellt. Der Beginn des ersten Lehrgangs ist für 2017 vorgesehen.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie stellt er sich generell zur Professionalisierung der Ausbildung im Zivilschutz?</p><p>2. Ist er gewillt, den Wunsch der Zivilschutzverantwortlichen und die Bemühungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz zur Weiterentwicklung der Lehrpersonalausbildung zu unterstützen?</p><p>3. Welchen Zeitplan sieht er vor, und wie konkret will er die Weiterentwicklung der Ausbildung des Lehrpersonals umsetzen?</p>
  • Professionellere und besser positionierte Ausbildung des Lehrpersonals im Zivilschutz
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Im Jahr 1995 hat eine neue Ära im Zivilschutz begonnen. Zum ersten Mal sind nach einer über zwanzigwöchigen Ausbildung hauptberufliche Zivilschutzinstruktorinnen und Zivilschutzinstruktoren diplomiert worden. Damit wurde die im Zivilschutz-Leitbild von 1992 angestrebte Professionalisierung der Ausbildung in Gang gesetzt. 2004 ist der ursprünglich nicht unterteilbare Lehrgang in eine modulare Ausbildung überführt worden, welche auch über mehrere Jahre verteilt absolviert werden kann. Ausserdem ist es seither möglich, nach einem abgekürzten Lehrgang ein Zertifikat für nebenberufliches Instruktionspersonal zu erwerben. Zurzeit gibt es gesamtschweizerisch rund 300 aktive diplomierte hauptberufliche und rund 50 zertifizierte nebenberufliche Zivilschutzinstruktorinnen und Zivilschutzinstruktoren. Der Bekanntheitsgrad der vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) ausgestellten eidgenössischen Diplome und Zertifikate erstreckt sich kaum über den Bevölkerungsschutz hinaus. Der Stellenwert der Ausbildung ist bei "Insidern" hoch, jedoch fehlt die Vergleichbarkeit mit anderen Ausbildungen. Insbesondere fehlt die Anerkennung durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).</p><p>Die Ausbildung des Lehrpersonals im Zivilschutz soll daher stärker professionalisiert und in der Bildungslandschaft Schweiz positioniert werden. In diesem Sinne sind gegenwärtig im Babs Bemühungen im Gange, die heutige Ausbildung zu einer vom SBFI anerkannten höheren Berufsbildung weiterzuentwickeln, was sowohl die Attraktivität der Lehrtätigkeit beim Zivilschutz steigern würde wie das Finden von gut qualifiziertem Personal wesentlich erleichtern könnte.</p>
    • <p>Der Bundesrat erachtet eine professionelle Ausbildung des Lehrpersonals grundsätzlich als wesentliche Basis für eine hohe Qualität der Leistungen des Zivilschutzes. Er unterstützt deshalb die laufenden Arbeiten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (Babs), die in diese Richtung gehen. Bei der laufenden Weiterentwicklung der Ausbildung des Lehrpersonals orientiert sich das Babs an den Empfehlungen des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) für die höhere Berufsbildung.</p><p>Der Bundesrat beantwortet die Fragen wie folgt:</p><p>1. Der Bundesrat steht einer Professionalisierung der Ausbildung des Lehrpersonals im Zivilschutz grundsätzlich positiv gegenüber. Im Bericht "Strategie Bevölkerungsschutz und Zivilschutz 2015 plus" vom 9. Mai 2012 bekundet er daher die Absicht, dass für die Ausbildung nur noch hauptamtliches Personal mit abgeschlossener Bundesausbildung zugelassen werden soll. Die Zusammenschlüsse zu regionalen oder kantonalen Zivilschutzorganisationen führen auch zu einer vermehrten Professionalisierung der Führung und Verwaltung. Die Verantwortung dafür tragen jedoch die Kantone und die Gemeinden.</p><p>2. Der Bundesrat ist gewillt, im Rahmen der interdepartementalen Zusammenarbeit und unter Einbezug der Kantone die Bemühungen des Babs zur Weiterentwicklung der Lehrpersonalausbildung auch weiterhin zu unterstützen.</p><p>3. In Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) in Zollikofen sind in den Jahren 2010 bis 2012 die Vorarbeiten zu einem entsprechenden Weiterentwicklungsprojekt erfolgt. Es sieht vor, dass in Zukunft die Ausbildung des Lehrpersonals modular aufgebaut sein und sich über drei Jahre erstrecken wird. Zudem soll die Ausbildung mit einem anerkannten Abschluss der höheren Berufsbildung abgeschlossen werden können. Die Ziele und Inhalte der Ausbildung richten sich nach dem Berufsbild und der Charta der beruflichen Handlungskompetenzen vom 5. Oktober 2011. 2013 und 2014 werden der Rahmenlehrplan und das Curriculum (pädagogisches Konzept, Lehrplan usw.) erarbeitet. 2015 und 2016 werden die Detailunterlagen erstellt. Der Beginn des ersten Lehrgangs ist für 2017 vorgesehen.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie stellt er sich generell zur Professionalisierung der Ausbildung im Zivilschutz?</p><p>2. Ist er gewillt, den Wunsch der Zivilschutzverantwortlichen und die Bemühungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz zur Weiterentwicklung der Lehrpersonalausbildung zu unterstützen?</p><p>3. Welchen Zeitplan sieht er vor, und wie konkret will er die Weiterentwicklung der Ausbildung des Lehrpersonals umsetzen?</p>
    • Professionellere und besser positionierte Ausbildung des Lehrpersonals im Zivilschutz

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