Die Uno-Dekade der Biodiversität in der Schweiz

ShortId
13.3266
Id
20133266
Updated
27.07.2023 19:47
Language
de
Title
Die Uno-Dekade der Biodiversität in der Schweiz
AdditionalIndexing
52;UNO (speziell);Bundesverwaltung;biologische Vielfalt;Informationskampagne;Finanzierung
1
  • L04K06030306, biologische Vielfalt
  • L04K08060103, Bundesverwaltung
  • L05K1201020301, Informationskampagne
  • L03K110902, Finanzierung
  • L03K150402, UNO (speziell)
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Im Jahr der Biodiversität 2010 hat sich die Schweiz für eine Verstärkung des Wissens über die Bedeutung der biologischen Vielfalt und der Möglichkeiten ihrer Förderung engagiert und, wie die Evaluation des Forschungsinstituts GfS Bern zeigt, einiges erreicht. Im Dezember 2010 haben die Vereinten Nationen das gegenwärtige Jahrzehnt zur Uno-Dekade der Biodiversität 2011-2020 ausgerufen. Davon ist in der Schweiz bisher wenig zu spüren. Dabei herrscht in unserem Land durchaus ein Nachholbedarf im Verständnis der Bevölkerung für die Bedeutung der biologischen Vielfalt und für die nötigen Massnahmen in allen Lebens- und Politikbereichen. Dies zeigt auch die erwähnte Evaluation klar. Die Arbeit aus dem Jahr 2010 wieder aufzunehmen und zu verstärken ist auch deshalb von grosser Bedeutung, weil die Abnahme der biologischen Vielfalt in der Schweiz weiterhin gross ist. Mit der Strategie Biodiversität Schweiz (SBS) will der Bundesrat erreichen, dass das "Wissen über Biodiversität in der Gesellschaft bis 2020 ausreichend vorhanden ist und die Basis dafür schafft, dass Biodiversität von allen als eine zentrale Lebensgrundlage verstanden und bei relevanten Entscheidungen berücksichtigt werden kann". Die Dekade der Biodiversität soll genutzt werden, dieses Ziel zu erreichen. Zugleich kann damit die Erarbeitung und Umsetzung des Aktionsplanes der SBS unterstützt werden. Es wäre nicht zielführend, mit Aktivitäten bis zur Fertigstellung des Aktionsplanes 2014 zu warten.</p>
  • <p>1. Mit der Strategie Biodiversität Schweiz liegt seit Ende 2011 eine umfassende und anspruchsvolle Strategie zur Umsetzung des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt vor. Die Strategie gibt die Ziele bis zum Jahr 2020 vor und stellt ein gesamtgesellschaftliches Programm dar.</p><p>Für die Umsetzung und Konkretisierung dieser Strategie wird derzeit ein Aktionsplan in einem partizipativen Prozess erarbeitet und anschliessend dem Bundesrat zum Entscheid vorgelegt. Bafu, Seco, BFE, SBFI (ehemals BBT), BLW, Deza, BVET und BAG sind an der Erarbeitung des Aktionsplans beteiligt.</p><p>Die konkreten Massnahmen zur Erreichung von Ziel 7, "Wissen über Biodiversität ist in der Gesellschaft bis 2020 ausreichend vorhanden", müssen im Rahmen des Aktionsplans erst erarbeitet werden. Sowohl im Handlungsfeld "Information und Sensibilisierung" wie auch im Handlungsfeld "Bildung und Beratung" sind zahlreiche Akteure an der Konzipierung der konkreten Massnahmen beteiligt, und es werden Beiträge zur Sensibilisierung namentlich der Akteure im Bildungswesen entworfen.</p><p>Darüber hinaus ist es im Sinne der Uno-Dekade eine permanente und wichtige Aufgabe des Bundes und der Akteure der Zivilgesellschaft, in der Bevölkerung das Verständnis und Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt zu fördern. Die im Uno-Jahr der Biodiversität 2010 gemeinsam aktiven Partner führen ihre Aktivitäten derzeit unabhängig voneinander weiter.</p><p>2. Die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Relevanz der biologischen Vielfalt ist für das Bafu ein dauerndes Anliegen. Die diesbezüglichen Aktivitäten umfassen Umfragen, die Unterstützung von externen Aktivitäten sowie eigene Kommunikations- und Bildungsmassnahmen. So erscheint Ende Mai ein Schwerpunktdossier zum Thema Biodiversität im Magazin "Umwelt", und es wird eine Umfrage durchgeführt, welche den Kenntnisstand in der Bevölkerung erhebt und mit früheren Umfragen vergleicht. Im Bereich der Umweltbildung unterstützt das Bafu konkrete Initiativen im Bildungsbereich und leistet einen Beitrag zur systemischen Verankerung des Themas Biodiversität in der formalen und nonformalen Bildung. Schliesslich wird die Verankerung der Biodiversität in verschiedenen Sektorialpolitiken sichergestellt (Waldpolitik 2020, Agrarpolitik 2014-2017, marginal auch in der grünen Wirtschaft).</p><p>Das Seco fördert im Rahmen der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit den Handel mit Biodiversitätsprodukten und -dienstleistungen (Biotrade), wodurch ein wichtiger Beitrag zur Sensibilisierung der Konsumentinnen und Konsumenten für die biologische Vielfalt geleistet wird.</p><p>Auch das BFE berücksichtigt bei seinen Tätigkeiten die Auswirkungen auf die Biodiversität. So kann beispielsweise durch die Steigerung der Energieeffizienz der Bedarf an zusätzlichen Energieerzeugungsanlagen reduziert und können damit auch deren negative Auswirkungen auf die Biodiversität verkleinert werden.</p><p>Das SBFI ist zuständig für die Subventionskontrolle der Akademien der Wissenschaften Schweiz. Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz betreibt als Teil der Plattform "Science and Policy" das Forum Biodiversität Schweiz, welches mithilft, die Biodiversität in allen Politik- und Gesellschaftsbereichen zu verankern.</p><p>Das BLW sorgt mit seinen Aktivitäten dafür, dass die Landwirtschaft durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität leistet. Im Direktzahlungssystem sind verschiedene Instrumente auf die Förderung der Biodiversität ausgerichtet.</p><p>Für die Deza ist die Erhaltung und Förderung der Agro-Biodiversität in Entwicklungsländern ein zentrales Anliegen. Damit verfolgt die Schweiz das Ziel, auf internationaler Ebene die Glaubwürdigkeit zur Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft für eine nachhaltige Produktionsstruktur zu erhalten.</p><p>Das BVET ist für den Vollzug des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten und frei lebender Tiere und Pflanzen (Cites-Übereinkommen; SR 453) zuständig. Durch die Kontrolle dieses Handels trägt das BVET gemeinsam mit der EZV zu einer nachhaltigen Nutzung und damit direkt zur Erhaltung der Biodiversität bei. Im Rahmen des Cites-Übereinkommens macht das BVET die Bevölkerung auf verschiedene Art und Weise (Internet-Auftritt, Teilnahme an Messen, Verbreitung von Informationsbroschüren) auf das Anliegen der Erhaltung der Biodiversität aufmerksam.</p><p>Das BAG hat aufgrund der fehlenden Zuständigkeit keine spezifischen Aktivitäten im Bereich Biodiversität.</p><p>3. Die Sensibilisierungsaktivitäten der im Bereich Biodiversität aktiven Bundesverwaltungseinheiten werden im Rahmen der bestehenden Budgets finanziert. Ein zusätzlicher Mittelbedarf wird von einem allfälligen Handlungsbedarf und allfälligen weiteren Massnahmen abhängen, über welche der Bundesrat erst mit der Verabschiedung des Aktionsplans entscheiden wird.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Der Bundesrat wird ersucht, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Aktivitäten laufen in der Schweiz zur Uno-Dekade der Biodiversität 2011-2020?</p><p>2. Was unternehmen die angesprochenen Bundesämter, insbesondere Bafu, BLW, BFE, BBT, BAG, Deza und Seco, konkret für die Sensibilisierung der Bevölkerung für die biologische Vielfalt?</p><p>3. Welche zusätzlichen Mittel stehen bei den Bundesämtern zur Verfügung?</p>
  • Die Uno-Dekade der Biodiversität in der Schweiz
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Im Jahr der Biodiversität 2010 hat sich die Schweiz für eine Verstärkung des Wissens über die Bedeutung der biologischen Vielfalt und der Möglichkeiten ihrer Förderung engagiert und, wie die Evaluation des Forschungsinstituts GfS Bern zeigt, einiges erreicht. Im Dezember 2010 haben die Vereinten Nationen das gegenwärtige Jahrzehnt zur Uno-Dekade der Biodiversität 2011-2020 ausgerufen. Davon ist in der Schweiz bisher wenig zu spüren. Dabei herrscht in unserem Land durchaus ein Nachholbedarf im Verständnis der Bevölkerung für die Bedeutung der biologischen Vielfalt und für die nötigen Massnahmen in allen Lebens- und Politikbereichen. Dies zeigt auch die erwähnte Evaluation klar. Die Arbeit aus dem Jahr 2010 wieder aufzunehmen und zu verstärken ist auch deshalb von grosser Bedeutung, weil die Abnahme der biologischen Vielfalt in der Schweiz weiterhin gross ist. Mit der Strategie Biodiversität Schweiz (SBS) will der Bundesrat erreichen, dass das "Wissen über Biodiversität in der Gesellschaft bis 2020 ausreichend vorhanden ist und die Basis dafür schafft, dass Biodiversität von allen als eine zentrale Lebensgrundlage verstanden und bei relevanten Entscheidungen berücksichtigt werden kann". Die Dekade der Biodiversität soll genutzt werden, dieses Ziel zu erreichen. Zugleich kann damit die Erarbeitung und Umsetzung des Aktionsplanes der SBS unterstützt werden. Es wäre nicht zielführend, mit Aktivitäten bis zur Fertigstellung des Aktionsplanes 2014 zu warten.</p>
    • <p>1. Mit der Strategie Biodiversität Schweiz liegt seit Ende 2011 eine umfassende und anspruchsvolle Strategie zur Umsetzung des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt vor. Die Strategie gibt die Ziele bis zum Jahr 2020 vor und stellt ein gesamtgesellschaftliches Programm dar.</p><p>Für die Umsetzung und Konkretisierung dieser Strategie wird derzeit ein Aktionsplan in einem partizipativen Prozess erarbeitet und anschliessend dem Bundesrat zum Entscheid vorgelegt. Bafu, Seco, BFE, SBFI (ehemals BBT), BLW, Deza, BVET und BAG sind an der Erarbeitung des Aktionsplans beteiligt.</p><p>Die konkreten Massnahmen zur Erreichung von Ziel 7, "Wissen über Biodiversität ist in der Gesellschaft bis 2020 ausreichend vorhanden", müssen im Rahmen des Aktionsplans erst erarbeitet werden. Sowohl im Handlungsfeld "Information und Sensibilisierung" wie auch im Handlungsfeld "Bildung und Beratung" sind zahlreiche Akteure an der Konzipierung der konkreten Massnahmen beteiligt, und es werden Beiträge zur Sensibilisierung namentlich der Akteure im Bildungswesen entworfen.</p><p>Darüber hinaus ist es im Sinne der Uno-Dekade eine permanente und wichtige Aufgabe des Bundes und der Akteure der Zivilgesellschaft, in der Bevölkerung das Verständnis und Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt zu fördern. Die im Uno-Jahr der Biodiversität 2010 gemeinsam aktiven Partner führen ihre Aktivitäten derzeit unabhängig voneinander weiter.</p><p>2. Die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Relevanz der biologischen Vielfalt ist für das Bafu ein dauerndes Anliegen. Die diesbezüglichen Aktivitäten umfassen Umfragen, die Unterstützung von externen Aktivitäten sowie eigene Kommunikations- und Bildungsmassnahmen. So erscheint Ende Mai ein Schwerpunktdossier zum Thema Biodiversität im Magazin "Umwelt", und es wird eine Umfrage durchgeführt, welche den Kenntnisstand in der Bevölkerung erhebt und mit früheren Umfragen vergleicht. Im Bereich der Umweltbildung unterstützt das Bafu konkrete Initiativen im Bildungsbereich und leistet einen Beitrag zur systemischen Verankerung des Themas Biodiversität in der formalen und nonformalen Bildung. Schliesslich wird die Verankerung der Biodiversität in verschiedenen Sektorialpolitiken sichergestellt (Waldpolitik 2020, Agrarpolitik 2014-2017, marginal auch in der grünen Wirtschaft).</p><p>Das Seco fördert im Rahmen der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit den Handel mit Biodiversitätsprodukten und -dienstleistungen (Biotrade), wodurch ein wichtiger Beitrag zur Sensibilisierung der Konsumentinnen und Konsumenten für die biologische Vielfalt geleistet wird.</p><p>Auch das BFE berücksichtigt bei seinen Tätigkeiten die Auswirkungen auf die Biodiversität. So kann beispielsweise durch die Steigerung der Energieeffizienz der Bedarf an zusätzlichen Energieerzeugungsanlagen reduziert und können damit auch deren negative Auswirkungen auf die Biodiversität verkleinert werden.</p><p>Das SBFI ist zuständig für die Subventionskontrolle der Akademien der Wissenschaften Schweiz. Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz betreibt als Teil der Plattform "Science and Policy" das Forum Biodiversität Schweiz, welches mithilft, die Biodiversität in allen Politik- und Gesellschaftsbereichen zu verankern.</p><p>Das BLW sorgt mit seinen Aktivitäten dafür, dass die Landwirtschaft durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität leistet. Im Direktzahlungssystem sind verschiedene Instrumente auf die Förderung der Biodiversität ausgerichtet.</p><p>Für die Deza ist die Erhaltung und Förderung der Agro-Biodiversität in Entwicklungsländern ein zentrales Anliegen. Damit verfolgt die Schweiz das Ziel, auf internationaler Ebene die Glaubwürdigkeit zur Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft für eine nachhaltige Produktionsstruktur zu erhalten.</p><p>Das BVET ist für den Vollzug des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten und frei lebender Tiere und Pflanzen (Cites-Übereinkommen; SR 453) zuständig. Durch die Kontrolle dieses Handels trägt das BVET gemeinsam mit der EZV zu einer nachhaltigen Nutzung und damit direkt zur Erhaltung der Biodiversität bei. Im Rahmen des Cites-Übereinkommens macht das BVET die Bevölkerung auf verschiedene Art und Weise (Internet-Auftritt, Teilnahme an Messen, Verbreitung von Informationsbroschüren) auf das Anliegen der Erhaltung der Biodiversität aufmerksam.</p><p>Das BAG hat aufgrund der fehlenden Zuständigkeit keine spezifischen Aktivitäten im Bereich Biodiversität.</p><p>3. Die Sensibilisierungsaktivitäten der im Bereich Biodiversität aktiven Bundesverwaltungseinheiten werden im Rahmen der bestehenden Budgets finanziert. Ein zusätzlicher Mittelbedarf wird von einem allfälligen Handlungsbedarf und allfälligen weiteren Massnahmen abhängen, über welche der Bundesrat erst mit der Verabschiedung des Aktionsplans entscheiden wird.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Der Bundesrat wird ersucht, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Aktivitäten laufen in der Schweiz zur Uno-Dekade der Biodiversität 2011-2020?</p><p>2. Was unternehmen die angesprochenen Bundesämter, insbesondere Bafu, BLW, BFE, BBT, BAG, Deza und Seco, konkret für die Sensibilisierung der Bevölkerung für die biologische Vielfalt?</p><p>3. Welche zusätzlichen Mittel stehen bei den Bundesämtern zur Verfügung?</p>
    • Die Uno-Dekade der Biodiversität in der Schweiz

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