Energieeffizienz. Green Deal Loan als Modell für die Schweiz?
- ShortId
-
13.3271
- Id
-
20133271
- Updated
-
24.06.2025 23:57
- Language
-
de
- Title
-
Energieeffizienz. Green Deal Loan als Modell für die Schweiz?
- AdditionalIndexing
-
2846;66;energetische Sanierung von Gebäuden;Investitionsvorhaben;Investitionsförderung;Investitionsprogramm;Anlagekosten;Mietrecht;Miete;Investitionskredit;Energieeinsparung
- 1
-
- L04K01020107, Mietrecht
- L04K17010107, Energieeinsparung
- L05K1109010604, Investitionsvorhaben
- L05K1109010601, Investitionsförderung
- L05K0705030207, energetische Sanierung von Gebäuden
- L04K01020104, Miete
- L06K070302020101, Anlagekosten
- L06K110901060101, Investitionsprogramm
- L04K11040304, Investitionskredit
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Hausbesitzer tragen die Kosten energetischer Gebäude-Renovationen. Die hohen Energiekosten schlecht isolierter Gebäude bezahlen aber die Mieter. Deshalb sind viele Hausbesitzer trotz Fördergeldern nicht bereit, ihre vermieteten Gebäude energetisch zu sanieren. Auf der anderen Seite wehren sich auch viele Mieter gegen die Renovationen, weil die Sanierungen das Wohnen vielerorts verteuern. Die Energiekosten sinken zwar, die Mietpreiserhöhung frisst die Einsparung aber bei Weitem auf. Dies hat damit zu tun, dass 50 bis 70 Prozent der energetischen Sanierungskosten auf die Mietpartei überwälzt werden können. Es hat aber auch damit zu tun, dass im Zuge der energetischen Sanierung wertvermehrende Renovationen getätigt werden, welche die Mieten in die Höhe treiben, ohne die Energieeffizienz zu steigern. </p><p>Gemäss einer Untersuchung an der ETH hemmt dieses Mieter-Vermieter-Dilemma die Effizienzfortschritte bei den Gebäuden. Vermietete Immobilien werden in der Schweiz deutlich weniger saniert als Häuser, die von Eigentümerinnen und Eigentümern selbst bewohnt werden. In England wurde dieses Dilemma erkannt. Seit Februar 2013 können sich Hausbesitzer dort für einen Investitionskredit anmelden, um ihre energetische Renovation zu finanzieren. Der sogenannte Green Deal Loan wird nach der Sanierung über einen Beitrag auf der Energierechnung zurückbezahlt. Da in England im Normalfall die Mieter die Energiekosten bezahlen, übernehmen sie so die Rückzahlung des Investitionskredits. Der Beitrag, den die Mieter über die Energierechnung zurückbezahlen, besteht aus den Investitionskosten und einem Zins und kann in Raten auf bis 25 Jahre aufgeteilt werden. Der Beitrag darf jedoch nicht höher sein, als was durch die verbesserte Energieeffizienz an Energiekosten eingespart wird. Somit fährt der Mieter in jedem Fall finanziell besser, und der Vermieter hat seine Ausgaben gedeckt. Die Kredite stellen private Firmen zur Verfügung, die so ein neues Geschäftsmodell finden. </p>
- <p>Die mit dem Vorstoss thematisierten Fragen der Finanzierung und Kostenüberwälzung bei energetischen Gebäudesanierungen sind heute nicht zuletzt mit Blick auf die Energiestrategie 2050 von grosser Bedeutung. In seiner Antwort auf das Postulat Wasserfallen 12.4081 hat der Bundesrat zum Ausdruck gebracht, dass Anreize für energetische Sanierungen wichtig sind und entsprechende Massnahmen prüfenswert erscheinen. Der Bundesrat ist daher bereit, im Zusammenhang mit der vom Postulanten verlangten Berichterstattung auch den "Green Deal Loan"-Ansatz zu prüfen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die in diesem Modell vorgesehene Kreditgewährung auf rein privatwirtschaftlicher Basis erfolgt und dass in diesem Zusammenhang keine finanzielle Unterstützung durch den Bund benötigt wird.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt (in Ergänzung zum Postulat 12.4081), einen Bericht über das Mieter-Vermieter-Dilemma bei energetischen Gebäudesanierungen zu erstellen. Dabei sollen Umfang und Ursache des Problems, mögliche Lösungsansätze und notwendige Gesetzesanpassungen aufgezeigt werden. Namentlich soll das englische "Green Deal Loan"-Modell für die Schweiz geprüft werden.</p>
- Energieeffizienz. Green Deal Loan als Modell für die Schweiz?
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Hausbesitzer tragen die Kosten energetischer Gebäude-Renovationen. Die hohen Energiekosten schlecht isolierter Gebäude bezahlen aber die Mieter. Deshalb sind viele Hausbesitzer trotz Fördergeldern nicht bereit, ihre vermieteten Gebäude energetisch zu sanieren. Auf der anderen Seite wehren sich auch viele Mieter gegen die Renovationen, weil die Sanierungen das Wohnen vielerorts verteuern. Die Energiekosten sinken zwar, die Mietpreiserhöhung frisst die Einsparung aber bei Weitem auf. Dies hat damit zu tun, dass 50 bis 70 Prozent der energetischen Sanierungskosten auf die Mietpartei überwälzt werden können. Es hat aber auch damit zu tun, dass im Zuge der energetischen Sanierung wertvermehrende Renovationen getätigt werden, welche die Mieten in die Höhe treiben, ohne die Energieeffizienz zu steigern. </p><p>Gemäss einer Untersuchung an der ETH hemmt dieses Mieter-Vermieter-Dilemma die Effizienzfortschritte bei den Gebäuden. Vermietete Immobilien werden in der Schweiz deutlich weniger saniert als Häuser, die von Eigentümerinnen und Eigentümern selbst bewohnt werden. In England wurde dieses Dilemma erkannt. Seit Februar 2013 können sich Hausbesitzer dort für einen Investitionskredit anmelden, um ihre energetische Renovation zu finanzieren. Der sogenannte Green Deal Loan wird nach der Sanierung über einen Beitrag auf der Energierechnung zurückbezahlt. Da in England im Normalfall die Mieter die Energiekosten bezahlen, übernehmen sie so die Rückzahlung des Investitionskredits. Der Beitrag, den die Mieter über die Energierechnung zurückbezahlen, besteht aus den Investitionskosten und einem Zins und kann in Raten auf bis 25 Jahre aufgeteilt werden. Der Beitrag darf jedoch nicht höher sein, als was durch die verbesserte Energieeffizienz an Energiekosten eingespart wird. Somit fährt der Mieter in jedem Fall finanziell besser, und der Vermieter hat seine Ausgaben gedeckt. Die Kredite stellen private Firmen zur Verfügung, die so ein neues Geschäftsmodell finden. </p>
- <p>Die mit dem Vorstoss thematisierten Fragen der Finanzierung und Kostenüberwälzung bei energetischen Gebäudesanierungen sind heute nicht zuletzt mit Blick auf die Energiestrategie 2050 von grosser Bedeutung. In seiner Antwort auf das Postulat Wasserfallen 12.4081 hat der Bundesrat zum Ausdruck gebracht, dass Anreize für energetische Sanierungen wichtig sind und entsprechende Massnahmen prüfenswert erscheinen. Der Bundesrat ist daher bereit, im Zusammenhang mit der vom Postulanten verlangten Berichterstattung auch den "Green Deal Loan"-Ansatz zu prüfen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die in diesem Modell vorgesehene Kreditgewährung auf rein privatwirtschaftlicher Basis erfolgt und dass in diesem Zusammenhang keine finanzielle Unterstützung durch den Bund benötigt wird.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt (in Ergänzung zum Postulat 12.4081), einen Bericht über das Mieter-Vermieter-Dilemma bei energetischen Gebäudesanierungen zu erstellen. Dabei sollen Umfang und Ursache des Problems, mögliche Lösungsansätze und notwendige Gesetzesanpassungen aufgezeigt werden. Namentlich soll das englische "Green Deal Loan"-Modell für die Schweiz geprüft werden.</p>
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