Kontinuierliche Kontrolle der aus Kernkraftwerken in die Gewässer entlassenen Radionukleide. Notfallplan für den Fall einer Kontamination

ShortId
13.3294
Id
20133294
Updated
28.07.2023 12:31
Language
de
Title
Kontinuierliche Kontrolle der aus Kernkraftwerken in die Gewässer entlassenen Radionukleide. Notfallplan für den Fall einer Kontamination
AdditionalIndexing
66;52;radioaktiver Ausstoss;Wasser;Wasserlauf;nukleare Sicherheit;Trinkwasser;radioaktive Verseuchung;See
1
  • L04K06010110, radioaktiver Ausstoss
  • L04K06020312, radioaktive Verseuchung
  • L04K17030106, nukleare Sicherheit
  • L04K06030302, Wasser
  • L05K0603030210, Trinkwasser
  • L04K06030108, See
  • L04K06030110, Wasserlauf
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Das Maduk-Messnetz gewährleistet eine konstante Kontrolle der Luftqualität in der Umgebung von Schweizer Kernkraftwerken; werden bestimmte Schwellenwerte überschritten, löst das System automatisch einen Alarm aus. Ein vergleichbares System, das die Strahlungswerte in Gewässern misst, gibt es nicht, werden doch die Werte im Wasser nur lückenhaft gemessen, und die Messergebnisse werden nur einmal monatlich bekanntgegeben. Nun kann aber die Kontamination von Gewässern äusserst schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben; es gilt zu bedenken, dass Wasser aus der Aare oder dem Rhein, das Kernkraftwerke passiert, stromabwärts von den Bewohnerinnen und Bewohnern der betreffenden Regionen konsumiert wird. Der Bielersee beispielsweise, in den Wasser aus Mühleberg fliesst, dient 60 000 Menschen als Trinkwasserreservoir.</p><p>Eine kontinuierliche Kontrolle der Gewässer, bei der eine repräsentative Anzahl Wasserproben entnommen wird, rechtfertigt sich auch, weil Verunreinigungen in Gewässer gelangen können, ohne dass dies in der Luft bemerkbar wird; dies ist beispielsweise der Fall, wenn nach einer Reinigung des Reaktordruckbehälters niedrig konzentrierte Abwässer anfallen. Sollte es zu einem Störfall kommen, bei dem Flüssigkeiten austreten, müsste man mit einer Verschmutzung rechnen, deren gesundheitliche Auswirkungen sich während mehrerer Jahrzehnte bemerkbar machten und die das gesamte Gewässersystem flussabwärts (Aare, Rhein, Nordsee) beträfen.</p><p>Dazu kommt, dass offenbar für den Fall, dass Gewässer mit Radioaktivität kontaminiert werden, keinerlei Notfallplan besteht, der Massnahmen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger vorsieht. Die Einnahme von Wasser und Nahrungsmitteln, die mit Radionukleiden verunreinigt sind, stellt jedoch ein hohes Gesundheitsrisiko dar; die Risiken sind viel höher als bei vergleichbaren Radioaktivitätswerten in der Luft.</p><p>Aus diesen Gründen ersucht die grüne Fraktion den Bundesrat, ein System zur kontinuierlichen Kontrolle von Gewässern, die Kernkraftwerke passieren, einzurichten und einen Notfallplan auszuarbeiten, der für den Fall, dass die Grenzwerte überschritten werden, kurz- und langfristige Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vorsieht.</p>
  • <p>In der Motion werden vom Bundesrat die Einführung einer kontinuierlichen radiologischen Überwachung des Wassers flussabwärts unterhalb der schweizerischen Kernkraftwerke und ein vorsorglicher Notfallplan zum kurzzeitigen und zum langzeitigen Schutz der Bevölkerung bei Grenzwertüberschreitungen verlangt. Die Motionäre begründen ihre Forderung in Analogie zur bestehenden kontinuierlichen Überwachung der Luft inklusive Alarmierung bei Überschreitung von Grenzwerten. Solche Messungen könnten demzufolge wie beim radiologischen Messnetz Maduk des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) für die automatische Überwachung der Ortsdosisleistung in der Umgebung der Kernanlagen erfolgen.</p><p>Mit dem am 15. Mai 2013 verabschiedeten Antrag zur Erneuerung des vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) betriebenen Radair-Systems (Réseau automatique de détection dans l'air d'immissions radioactives) und der Erweiterung der Messnetze auf den Wasserpfad hat das BAG bereits Schritte in diese Richtung eingeleitet. Somit dürften die Belange der Motionäre weitgehend abgedeckt sein. Bei der Umsetzung werden Lösungen bevorzugt, die vorsorgliche Sofortmassnahmen bei einem Extremereignis unterstützen.</p><p>In die Überprüfung der bestehenden Alarmdispositive zum Schutz der Flüsse und Seen bei Kontamination des Flusswassers sind einerseits die Kantone Bern, Freiburg, Waadt, Neuenburg, Solothurn, Aargau, Baselland und Basel-Stadt und andererseits die eidgenössischen Amtsstellen Bundesamt für Umwelt, Bundesamt für Bevölkerungsschutz/Nationale Alarmzentrale, BAG und Ensi involviert.</p><p>Aus diesen Gründen erachtet der Bundesrat die von den Motionären beantragten Vorkehrungen als bereits eingeleitet.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein System zur kontinuierlichen Kontrolle der aus Kernkraftwerken in die Gewässer entlassenen Radionukleide einzurichten; dank diesem System sollen Daten in Echtzeit gewonnen werden, und es soll für den Fall, dass es zu einer Kontamination kommt, ein Notfallplan zum Schutz der Gesundheit ausgearbeitet werden.</p>
  • Kontinuierliche Kontrolle der aus Kernkraftwerken in die Gewässer entlassenen Radionukleide. Notfallplan für den Fall einer Kontamination
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Das Maduk-Messnetz gewährleistet eine konstante Kontrolle der Luftqualität in der Umgebung von Schweizer Kernkraftwerken; werden bestimmte Schwellenwerte überschritten, löst das System automatisch einen Alarm aus. Ein vergleichbares System, das die Strahlungswerte in Gewässern misst, gibt es nicht, werden doch die Werte im Wasser nur lückenhaft gemessen, und die Messergebnisse werden nur einmal monatlich bekanntgegeben. Nun kann aber die Kontamination von Gewässern äusserst schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben; es gilt zu bedenken, dass Wasser aus der Aare oder dem Rhein, das Kernkraftwerke passiert, stromabwärts von den Bewohnerinnen und Bewohnern der betreffenden Regionen konsumiert wird. Der Bielersee beispielsweise, in den Wasser aus Mühleberg fliesst, dient 60 000 Menschen als Trinkwasserreservoir.</p><p>Eine kontinuierliche Kontrolle der Gewässer, bei der eine repräsentative Anzahl Wasserproben entnommen wird, rechtfertigt sich auch, weil Verunreinigungen in Gewässer gelangen können, ohne dass dies in der Luft bemerkbar wird; dies ist beispielsweise der Fall, wenn nach einer Reinigung des Reaktordruckbehälters niedrig konzentrierte Abwässer anfallen. Sollte es zu einem Störfall kommen, bei dem Flüssigkeiten austreten, müsste man mit einer Verschmutzung rechnen, deren gesundheitliche Auswirkungen sich während mehrerer Jahrzehnte bemerkbar machten und die das gesamte Gewässersystem flussabwärts (Aare, Rhein, Nordsee) beträfen.</p><p>Dazu kommt, dass offenbar für den Fall, dass Gewässer mit Radioaktivität kontaminiert werden, keinerlei Notfallplan besteht, der Massnahmen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger vorsieht. Die Einnahme von Wasser und Nahrungsmitteln, die mit Radionukleiden verunreinigt sind, stellt jedoch ein hohes Gesundheitsrisiko dar; die Risiken sind viel höher als bei vergleichbaren Radioaktivitätswerten in der Luft.</p><p>Aus diesen Gründen ersucht die grüne Fraktion den Bundesrat, ein System zur kontinuierlichen Kontrolle von Gewässern, die Kernkraftwerke passieren, einzurichten und einen Notfallplan auszuarbeiten, der für den Fall, dass die Grenzwerte überschritten werden, kurz- und langfristige Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vorsieht.</p>
    • <p>In der Motion werden vom Bundesrat die Einführung einer kontinuierlichen radiologischen Überwachung des Wassers flussabwärts unterhalb der schweizerischen Kernkraftwerke und ein vorsorglicher Notfallplan zum kurzzeitigen und zum langzeitigen Schutz der Bevölkerung bei Grenzwertüberschreitungen verlangt. Die Motionäre begründen ihre Forderung in Analogie zur bestehenden kontinuierlichen Überwachung der Luft inklusive Alarmierung bei Überschreitung von Grenzwerten. Solche Messungen könnten demzufolge wie beim radiologischen Messnetz Maduk des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) für die automatische Überwachung der Ortsdosisleistung in der Umgebung der Kernanlagen erfolgen.</p><p>Mit dem am 15. Mai 2013 verabschiedeten Antrag zur Erneuerung des vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) betriebenen Radair-Systems (Réseau automatique de détection dans l'air d'immissions radioactives) und der Erweiterung der Messnetze auf den Wasserpfad hat das BAG bereits Schritte in diese Richtung eingeleitet. Somit dürften die Belange der Motionäre weitgehend abgedeckt sein. Bei der Umsetzung werden Lösungen bevorzugt, die vorsorgliche Sofortmassnahmen bei einem Extremereignis unterstützen.</p><p>In die Überprüfung der bestehenden Alarmdispositive zum Schutz der Flüsse und Seen bei Kontamination des Flusswassers sind einerseits die Kantone Bern, Freiburg, Waadt, Neuenburg, Solothurn, Aargau, Baselland und Basel-Stadt und andererseits die eidgenössischen Amtsstellen Bundesamt für Umwelt, Bundesamt für Bevölkerungsschutz/Nationale Alarmzentrale, BAG und Ensi involviert.</p><p>Aus diesen Gründen erachtet der Bundesrat die von den Motionären beantragten Vorkehrungen als bereits eingeleitet.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein System zur kontinuierlichen Kontrolle der aus Kernkraftwerken in die Gewässer entlassenen Radionukleide einzurichten; dank diesem System sollen Daten in Echtzeit gewonnen werden, und es soll für den Fall, dass es zu einer Kontamination kommt, ein Notfallplan zum Schutz der Gesundheit ausgearbeitet werden.</p>
    • Kontinuierliche Kontrolle der aus Kernkraftwerken in die Gewässer entlassenen Radionukleide. Notfallplan für den Fall einer Kontamination

Back to List