Zukunft der Commercial Diplomacy

ShortId
13.3325
Id
20133325
Updated
28.07.2023 08:15
Language
de
Title
Zukunft der Commercial Diplomacy
AdditionalIndexing
15;Interessen der Schweiz im Ausland;Wirtschaftsbeziehungen;Wirtschaftsabkommen;diplomatische Beziehungen;Präsenz der Schweiz im Ausland;Handelsabkommen;bilaterales Abkommen;Förderung des Handels;Schwellenland
1
  • L04K07010202, Wirtschaftsabkommen
  • L04K10020102, diplomatische Beziehungen
  • L03K100106, Interessen der Schweiz im Ausland
  • L05K0701030305, Förderung des Handels
  • L05K0701020205, Handelsabkommen
  • L05K1002020103, bilaterales Abkommen
  • L04K10010602, Präsenz der Schweiz im Ausland
  • L05K0701020308, Wirtschaftsbeziehungen
  • L05K0704020107, Schwellenland
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>In einer Zeit, wo sich immer mehr Staatenblöcke zur Handelsförderung zusammenschliessen, muss auch die Schweiz ihre Kräfte gebündelt dafür einsetzen, Verhandlungen für eigene bilaterale Handelsabkommen voranzutreiben. Die Commercial Diplomacy kann dabei helfen, vor Ort ein Kontaktnetz aufzubauen bzw. auszuweiten und/oder Zukunftsmärkte für die Schweiz zu erschliessen. Sogenannte Commercial Diplomats verfügen über die nötigen Verbindungen vor Ort, um Türen zu öffnen und Ratschläge und Trends den Schweizer Unternehmen weiterzuleiten. Ihre Tätigkeit ist vor allem auf den bilateralen Handelsaustausch ausgerichtet. Mit einer entsprechenden Ausbildung und der Nähe zur Schweizer Wirtschaft, wie auch zum ausländischen Markt, stellen sie den Zugang zu neuen Handelsmöglichkeiten her.</p><p>Schweizer Unternehmungen sind auf eine gute Vernetzung in die Diplomatie angewiesen. Auch die Switzerland Global Enterprise (ehemals Osec) sollte mit ihrer langjährigen Erfahrung in diese Entwicklung mit einbezogen werden.</p>
  • <p>Aufgrund der Verschiebung der globalen politischen und wirtschaftlichen Machtgewichte, des Bedürfnisses der Schweizer Wirtschaft nach Unterstützung auf neuen, wenig vertrauten Märkten und des globalen Standortwettbewerbs ist eine kompetente und nachfrageorientierte Schweizer Wirtschaftsdiplomatie gerade in aufstrebenden Märkten zentral.</p><p>Neben den Leistungen von Handelskammern und weiterer Akteure können Schweizer Unternehmen weltweit die wirtschaftsdiplomatischen Dienste der Schweizer Vertretungen in Anspruch nehmen. Diese stellen eine Grundversorgung sicher, indem sie neben Informationsvermittlung und Beratung auch Türöffnerfunktionen vor Ort anbieten oder Unternehmen bei Problemen auf den Auslandmärkten durch konsularischen Schutz unterstützen. Zur Wirtschaftsdiplomatie zählen auch die Wirtschaftsdialoge des Seco mit Partnerländern sowie die Missionen des Vorstehers des Departementes für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und der Direktorin des Seco in Begleitung von Wirtschaftsdelegationen.</p><p>Zentral sind auch die Swiss Business Hubs (SBH), die die Schweiz in wirtschaftlich bedeutsamen Märkten unterhält. Die SBH bieten Schweizer KMU professionelle Dienste wie z. B. Informationsbeschaffung, Marktabklärung oder Kontaktvermittlung. Die 19 SBH werden fachlich und operationell vom Verein Switzerland Global Enterprise (S-GE, früher Osec) geführt, der die Exportförderung im Auftrag des Bundes ausführt.</p><p>Gewöhnlich sind die SBH einer Schweizer Vertretung angegliedert und unterstehen organisatorisch, personalrechtlich und administrativ dem EDA, das auch die Personal- und Infrastrukturkosten trägt. Dadurch geniessen die SBH Offizialität und geniesst ihr versetzbares Personal diplomatischen bzw. konsularischen Status. Da die Wiener Konventionen über diplomatische und konsularische Beziehungen von 1961 bzw. 1963 die kommerziellen Tätigkeiten ihrer Rechtssubjekte begrenzen, ist es wichtig, dass die SBH für die Auftragsabwicklung auf ein wachsendes Netz privater Unternehmen und Beratern zugreifen können.</p><p>WBF, EDA und S-GE sind bestrebt, der Wirtschaft auch in neuen, aufstrebenden Märkten ein bedürfnisgerechtes Angebot zu bieten. Insbesondere konnte S-GE ihre Leistungen in Ländern stärken, mit denen die Schweiz Freihandelsabkommen abgeschlossen hat oder abschliessen wird. Seither wuchs das SBH-Netz um neue Standorte in Bangalore, Doha, Hongkong, Istanbul und Mexiko-Stadt. Dieser Ausbau soll fortgesetzt werden. Zudem wird S-GE weiterhin an der Ausbildung des Botschaftspersonals im Bereich der Exportförderung mitwirken, um eine bedarfsgerechte Grundversorgung für Schweizer Unternehmen auch ausserhalb des SBH-Netzes anzubieten.</p><p>Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der Wirtschaftsdiplomatie für seine Aussenwirtschaftsstrategie bewusst. Das WBF hat in diesem Frühjahr entschieden, der Wirtschaftsdiplomatie das Schwerpunktkapitel des nächsten Aussenwirtschaftspolitikberichtes (AWB 2013) zu widmen. Als Ergänzung zu den strategischen Leitlinien der Schweizer Aussenwirtschaftspolitik im AWB 2005 und deren Vertiefung im AWB 2011 soll im AWB 2013 das Augenmerk auf die spezifischen Instrumente der Wirtschaftsdiplomatie gelegt werden. Dem Anliegen des Postulates wird deshalb bereits im Rahmen des Schwerpunktkapitels des AWB 2013 Rechnung getragen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Bericht vorzulegen, wie die Wirtschaftsdiplomatie in den wichtigsten und aufkommenden Handelspartnerländern der Schweiz gestärkt werden kann, um Schweizer Unternehmungen im Ausland optimal unterstützen zu können.</p>
  • Zukunft der Commercial Diplomacy
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>In einer Zeit, wo sich immer mehr Staatenblöcke zur Handelsförderung zusammenschliessen, muss auch die Schweiz ihre Kräfte gebündelt dafür einsetzen, Verhandlungen für eigene bilaterale Handelsabkommen voranzutreiben. Die Commercial Diplomacy kann dabei helfen, vor Ort ein Kontaktnetz aufzubauen bzw. auszuweiten und/oder Zukunftsmärkte für die Schweiz zu erschliessen. Sogenannte Commercial Diplomats verfügen über die nötigen Verbindungen vor Ort, um Türen zu öffnen und Ratschläge und Trends den Schweizer Unternehmen weiterzuleiten. Ihre Tätigkeit ist vor allem auf den bilateralen Handelsaustausch ausgerichtet. Mit einer entsprechenden Ausbildung und der Nähe zur Schweizer Wirtschaft, wie auch zum ausländischen Markt, stellen sie den Zugang zu neuen Handelsmöglichkeiten her.</p><p>Schweizer Unternehmungen sind auf eine gute Vernetzung in die Diplomatie angewiesen. Auch die Switzerland Global Enterprise (ehemals Osec) sollte mit ihrer langjährigen Erfahrung in diese Entwicklung mit einbezogen werden.</p>
    • <p>Aufgrund der Verschiebung der globalen politischen und wirtschaftlichen Machtgewichte, des Bedürfnisses der Schweizer Wirtschaft nach Unterstützung auf neuen, wenig vertrauten Märkten und des globalen Standortwettbewerbs ist eine kompetente und nachfrageorientierte Schweizer Wirtschaftsdiplomatie gerade in aufstrebenden Märkten zentral.</p><p>Neben den Leistungen von Handelskammern und weiterer Akteure können Schweizer Unternehmen weltweit die wirtschaftsdiplomatischen Dienste der Schweizer Vertretungen in Anspruch nehmen. Diese stellen eine Grundversorgung sicher, indem sie neben Informationsvermittlung und Beratung auch Türöffnerfunktionen vor Ort anbieten oder Unternehmen bei Problemen auf den Auslandmärkten durch konsularischen Schutz unterstützen. Zur Wirtschaftsdiplomatie zählen auch die Wirtschaftsdialoge des Seco mit Partnerländern sowie die Missionen des Vorstehers des Departementes für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und der Direktorin des Seco in Begleitung von Wirtschaftsdelegationen.</p><p>Zentral sind auch die Swiss Business Hubs (SBH), die die Schweiz in wirtschaftlich bedeutsamen Märkten unterhält. Die SBH bieten Schweizer KMU professionelle Dienste wie z. B. Informationsbeschaffung, Marktabklärung oder Kontaktvermittlung. Die 19 SBH werden fachlich und operationell vom Verein Switzerland Global Enterprise (S-GE, früher Osec) geführt, der die Exportförderung im Auftrag des Bundes ausführt.</p><p>Gewöhnlich sind die SBH einer Schweizer Vertretung angegliedert und unterstehen organisatorisch, personalrechtlich und administrativ dem EDA, das auch die Personal- und Infrastrukturkosten trägt. Dadurch geniessen die SBH Offizialität und geniesst ihr versetzbares Personal diplomatischen bzw. konsularischen Status. Da die Wiener Konventionen über diplomatische und konsularische Beziehungen von 1961 bzw. 1963 die kommerziellen Tätigkeiten ihrer Rechtssubjekte begrenzen, ist es wichtig, dass die SBH für die Auftragsabwicklung auf ein wachsendes Netz privater Unternehmen und Beratern zugreifen können.</p><p>WBF, EDA und S-GE sind bestrebt, der Wirtschaft auch in neuen, aufstrebenden Märkten ein bedürfnisgerechtes Angebot zu bieten. Insbesondere konnte S-GE ihre Leistungen in Ländern stärken, mit denen die Schweiz Freihandelsabkommen abgeschlossen hat oder abschliessen wird. Seither wuchs das SBH-Netz um neue Standorte in Bangalore, Doha, Hongkong, Istanbul und Mexiko-Stadt. Dieser Ausbau soll fortgesetzt werden. Zudem wird S-GE weiterhin an der Ausbildung des Botschaftspersonals im Bereich der Exportförderung mitwirken, um eine bedarfsgerechte Grundversorgung für Schweizer Unternehmen auch ausserhalb des SBH-Netzes anzubieten.</p><p>Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der Wirtschaftsdiplomatie für seine Aussenwirtschaftsstrategie bewusst. Das WBF hat in diesem Frühjahr entschieden, der Wirtschaftsdiplomatie das Schwerpunktkapitel des nächsten Aussenwirtschaftspolitikberichtes (AWB 2013) zu widmen. Als Ergänzung zu den strategischen Leitlinien der Schweizer Aussenwirtschaftspolitik im AWB 2005 und deren Vertiefung im AWB 2011 soll im AWB 2013 das Augenmerk auf die spezifischen Instrumente der Wirtschaftsdiplomatie gelegt werden. Dem Anliegen des Postulates wird deshalb bereits im Rahmen des Schwerpunktkapitels des AWB 2013 Rechnung getragen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Bericht vorzulegen, wie die Wirtschaftsdiplomatie in den wichtigsten und aufkommenden Handelspartnerländern der Schweiz gestärkt werden kann, um Schweizer Unternehmungen im Ausland optimal unterstützen zu können.</p>
    • Zukunft der Commercial Diplomacy

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