Nachtzugverbindungen von der Schweiz ins Ausland. Was will der Bundesrat?
- ShortId
-
13.3338
- Id
-
20133338
- Updated
-
27.07.2023 20:19
- Language
-
de
- Title
-
Nachtzugverbindungen von der Schweiz ins Ausland. Was will der Bundesrat?
- AdditionalIndexing
-
48;freie Schlagwörter: Nachtzug;Fahrplan;Schienenverkehr;internationaler Verkehr;Personenverkehr
- 1
-
- L03K180302, Schienenverkehr
- L04K18010105, internationaler Verkehr
- L04K18010207, Fahrplan
- L04K18010201, Personenverkehr
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Bund investiert hohe Summen für die Verbesserung der Infrastruktur, auch in die Anbindung ans Ausland. So ist es möglich, attraktive internationale Zugsverbindungen von und zu den Zentren der Schweiz sicherzustellen. Um den Marktanteil des internationalen Schienenverkehrs effektiv zu erhöhen, ist es wichtig, dass auch attraktive, direkte und indirekte internationale Nacht- und Tagzugverbindungen angeboten werden.</p><p>Es ist ein Muss, internationale Nachtzugverbindungen zwischen Bern/Zürich/Genf und weiteren grossen Schweizer Städten und dem Ausland sicherzustellen, um den Marktanteil der Schiene zwischen der Schweiz und dem Ausland zu erhöhen. Davon profitieren Geschäftsreisende ebenso wie Touristinnen und Touristen. Auch junge Menschen reisen oftmals im Nachtzug.</p><p>Über grössere Distanzen sind direkte Nachtverbindungen ebenso attraktiv, wenn nicht attraktiver, wie Tagesverbindungen, da die effektive Reisedauer bei Nachtzügen sekundär ist, solange die Züge am Morgen pünktlich ankommen. Die internationalen Wagen (Schlaf- und Liegewagen) zwischen der Schweiz und dem Ausland sind (waren) sehr beliebt. Zudem sind Nachtzüge ökologischer als Flugzeuge. Der Zeitverlust im Nachtzug ist gering, da die Nacht als Reisezeit genutzt werden kann.</p><p>Der Bund als Eigner der SBB soll seinen Einfluss geltend machen, dass die Nachtzugverbindungen nicht verschwinden und die, welche bereits gestrichen wurden, wieder eingeführt werden. Die SBB sollen sich zusammen mit den internationalen Partnern für die Wiederherstellung und die Sicherstellung der Nachtzüge ins Ausland einsetzen.</p><p>Das Betreiben der Zugsverbindungen ist primär Sache der Bahnen. Doch hat auch der Bundesrat Einflussmöglichkeiten, welche er so schnell wie möglich geltend machen muss, bevor weitere Nachtzüge gestrichen werden.</p>
- <p>Die Kompetenz für das Angebot an internationalen Bahnverbindungen liegt bei den SBB und den übrigen Bahnen. Die SBB verfolgen grundsätzlich die Strategie, ihre Marktstellung durch Kooperationen zu stärken und von der Schweiz aus gute Verbindungen zu den internationalen Wirtschaftszentren sicherzustellen. Für einige Destinationen konnten in jüngerer Vergangenheit bei den Tagesverbindungen deutliche Verbesserungen der Reisezeit und des Komforts erzielt werden.</p><p>1. Die Strategie der SBB verfolgt das Ziel, mittels Kooperationen für längere Relationen in Europa Nachtzugangebote sicherzustellen. Möglich sind aber auch internationale Nachtzugangebote Dritter.</p><p>2. Der Bundesrat stellt im Rahmen der Leistungsvereinbarungen mit den Bahninfrastrukturbetreibern sicher, dass das schweizerische Bahnnetz auch für die internationalen Nachtzüge des Personenverkehrs offen ist. Es ist jedoch nicht seine Aufgabe, konkrete Nachtzugangebote zu fordern und über Abgeltungsleistungen zu finanzieren. Der Bundesrat begrüsst es, dass die SBB ihre Partner bei der Führung von Nachtzügen auch in Zukunft aktiv unterstützen - z. B. bei den Nachtzügen Zürich-Wien oder Zürich-Amsterdam.</p><p>3. Nachtzugangebote nach Destinationen, die im Tagesverkehr gut erschlossen sind, machen wenig Sinn, da die Nachtreise zu kurz wäre. Mit den Hochgeschwindigkeitsstrecken Richtung Südfrankreich, Spanien und Süditalien konnten bei den Tagesverbindungen deutliche Reisezeitverkürzungen realisiert werden. Die Nachfrage nach entsprechenden Nachtzugverbindungen war daher rückläufig. Einen Einfluss auf diese Entwicklung haben auch die wachsenden und teils sehr günstigen Angebote im Flugverkehr. Nach solchen Destinationen können gemäss SBB Nachtzugangebote nicht rentabel betrieben werden. Daher ist eine Wiedereinführung gestrichener Verbindungen aus Sicht des Bundesrates nicht anzustreben.</p><p>4. Im Hinblick auf einen nachhaltigen touristischen Verkehr stellen Nachtzugangebote auf längeren Distanzen eine sinnvolle Ergänzung zum Tagesverkehr dar. Angesichts der beschleunigten Tagesverbindungen und der gewachsenen Angebote im Bus- und Flugverkehr haben Nachtzüge die Bedeutung von begrüssenswerten Nischenangeboten.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Strategie verfolgt er mit den Nachtzugverbindungen von der Schweiz ins Ausland?</p><p>2. Inwiefern setzt er sich für eine Sicherstellung der Nachtzugverbindungen ins Ausland ein?</p><p>3. Inwiefern setzt er sich für die Wiedereinführung der bereits gestrichenen Nachtzugverbindungen ins Ausland ein (beispielsweise nach Barcelona, Brüssel usw.)?</p><p>4. Wie wichtig schätzt er die Nachtzugverbindungen von der Schweiz ins Ausland ein?</p>
- Nachtzugverbindungen von der Schweiz ins Ausland. Was will der Bundesrat?
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Der Bund investiert hohe Summen für die Verbesserung der Infrastruktur, auch in die Anbindung ans Ausland. So ist es möglich, attraktive internationale Zugsverbindungen von und zu den Zentren der Schweiz sicherzustellen. Um den Marktanteil des internationalen Schienenverkehrs effektiv zu erhöhen, ist es wichtig, dass auch attraktive, direkte und indirekte internationale Nacht- und Tagzugverbindungen angeboten werden.</p><p>Es ist ein Muss, internationale Nachtzugverbindungen zwischen Bern/Zürich/Genf und weiteren grossen Schweizer Städten und dem Ausland sicherzustellen, um den Marktanteil der Schiene zwischen der Schweiz und dem Ausland zu erhöhen. Davon profitieren Geschäftsreisende ebenso wie Touristinnen und Touristen. Auch junge Menschen reisen oftmals im Nachtzug.</p><p>Über grössere Distanzen sind direkte Nachtverbindungen ebenso attraktiv, wenn nicht attraktiver, wie Tagesverbindungen, da die effektive Reisedauer bei Nachtzügen sekundär ist, solange die Züge am Morgen pünktlich ankommen. Die internationalen Wagen (Schlaf- und Liegewagen) zwischen der Schweiz und dem Ausland sind (waren) sehr beliebt. Zudem sind Nachtzüge ökologischer als Flugzeuge. Der Zeitverlust im Nachtzug ist gering, da die Nacht als Reisezeit genutzt werden kann.</p><p>Der Bund als Eigner der SBB soll seinen Einfluss geltend machen, dass die Nachtzugverbindungen nicht verschwinden und die, welche bereits gestrichen wurden, wieder eingeführt werden. Die SBB sollen sich zusammen mit den internationalen Partnern für die Wiederherstellung und die Sicherstellung der Nachtzüge ins Ausland einsetzen.</p><p>Das Betreiben der Zugsverbindungen ist primär Sache der Bahnen. Doch hat auch der Bundesrat Einflussmöglichkeiten, welche er so schnell wie möglich geltend machen muss, bevor weitere Nachtzüge gestrichen werden.</p>
- <p>Die Kompetenz für das Angebot an internationalen Bahnverbindungen liegt bei den SBB und den übrigen Bahnen. Die SBB verfolgen grundsätzlich die Strategie, ihre Marktstellung durch Kooperationen zu stärken und von der Schweiz aus gute Verbindungen zu den internationalen Wirtschaftszentren sicherzustellen. Für einige Destinationen konnten in jüngerer Vergangenheit bei den Tagesverbindungen deutliche Verbesserungen der Reisezeit und des Komforts erzielt werden.</p><p>1. Die Strategie der SBB verfolgt das Ziel, mittels Kooperationen für längere Relationen in Europa Nachtzugangebote sicherzustellen. Möglich sind aber auch internationale Nachtzugangebote Dritter.</p><p>2. Der Bundesrat stellt im Rahmen der Leistungsvereinbarungen mit den Bahninfrastrukturbetreibern sicher, dass das schweizerische Bahnnetz auch für die internationalen Nachtzüge des Personenverkehrs offen ist. Es ist jedoch nicht seine Aufgabe, konkrete Nachtzugangebote zu fordern und über Abgeltungsleistungen zu finanzieren. Der Bundesrat begrüsst es, dass die SBB ihre Partner bei der Führung von Nachtzügen auch in Zukunft aktiv unterstützen - z. B. bei den Nachtzügen Zürich-Wien oder Zürich-Amsterdam.</p><p>3. Nachtzugangebote nach Destinationen, die im Tagesverkehr gut erschlossen sind, machen wenig Sinn, da die Nachtreise zu kurz wäre. Mit den Hochgeschwindigkeitsstrecken Richtung Südfrankreich, Spanien und Süditalien konnten bei den Tagesverbindungen deutliche Reisezeitverkürzungen realisiert werden. Die Nachfrage nach entsprechenden Nachtzugverbindungen war daher rückläufig. Einen Einfluss auf diese Entwicklung haben auch die wachsenden und teils sehr günstigen Angebote im Flugverkehr. Nach solchen Destinationen können gemäss SBB Nachtzugangebote nicht rentabel betrieben werden. Daher ist eine Wiedereinführung gestrichener Verbindungen aus Sicht des Bundesrates nicht anzustreben.</p><p>4. Im Hinblick auf einen nachhaltigen touristischen Verkehr stellen Nachtzugangebote auf längeren Distanzen eine sinnvolle Ergänzung zum Tagesverkehr dar. Angesichts der beschleunigten Tagesverbindungen und der gewachsenen Angebote im Bus- und Flugverkehr haben Nachtzüge die Bedeutung von begrüssenswerten Nischenangeboten.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Strategie verfolgt er mit den Nachtzugverbindungen von der Schweiz ins Ausland?</p><p>2. Inwiefern setzt er sich für eine Sicherstellung der Nachtzugverbindungen ins Ausland ein?</p><p>3. Inwiefern setzt er sich für die Wiedereinführung der bereits gestrichenen Nachtzugverbindungen ins Ausland ein (beispielsweise nach Barcelona, Brüssel usw.)?</p><p>4. Wie wichtig schätzt er die Nachtzugverbindungen von der Schweiz ins Ausland ein?</p>
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