Jugendarbeitslosigkeit. Vorbeugen und reduzieren

ShortId
13.3389
Id
20133389
Updated
14.11.2025 08:23
Language
de
Title
Jugendarbeitslosigkeit. Vorbeugen und reduzieren
AdditionalIndexing
15;Bericht;Erwerbsleben;Bekämpfung der Arbeitslosigkeit;Jugendarbeitslosigkeit
1
  • L05K0702030403, Jugendarbeitslosigkeit
  • L05K0702030303, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
  • L03K020206, Bericht
  • L06K070202010402, Erwerbsleben
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Im letzten Jahr, 2012, betrug die Anzahl Jugendarbeitslose (15 bis 24 Jahre) im Durchschnitt 18 191 Personen. Gleichzeitig fanden sich in der Schweiz im April 2012 noch 22 000 offene Lehrstellen. Die Kosten der Arbeitslosenentschädigung (Bund) je Person beliefen sich auf bis zu etwa 10 000 Franken (zuzüglich arbeitsmarktlicher Massnahmen, Sozialleistungen und Verwaltungsaufwand). Wieso gelingt es nicht, mehr Jugendliche und junge Erwachsene ins Berufsleben einzugliedern?</p><p>In den europäischen Nachbarstaaten und insbesondere in den südeuropäischen Staaten ist die Jugendarbeitslosigkeit währenddessen auf rekordhohe Raten angestiegen: Frankreich und Irland 27 Prozent; Polen 28 Prozent; Slowakei 34 Prozent; Italien 41 Prozent; Portugal 43 Prozent; Griechenland 55 Prozent; Spanien 56 Prozent.</p>
  • <p>Gesamtschweizerisch können über 90 Prozent aller Jugendlichen bis zum 25. Lebensjahr zu einem Abschluss auf Sekundarstufe II geführt und somit in die Berufswelt integriert werden. Das duale Bildungssystem hat sich bewährt und ist mitverantwortlich für die im internationalen Vergleich tiefe Jugendarbeitslosigkeit. Bund und Kantone unterstützen die berufliche Eingliederung mit diversen Massnahmen. Die Massnahmen der Berufsbildung zielen einerseits darauf ab, Unternehmen bei der Schaffung von Lehrstellen und der Ausbildung der Lernenden zu unterstützen. Andererseits werden Jugendliche in allen Kantonen mit gezielten Massnahmen im Prozess der Berufswahl, bei der Lehrstellensuche und während der Ausbildung begleitet.</p><p>Jugendliche, die dennoch arbeitslos werden, können sich bei der Arbeitslosenversicherung (ALV) anmelden. Diese verfügt für Anspruchsberechtigte über ein grosses Angebot an arbeitsmarktlichen Massnahmen zur Unterstützung einer raschen und dauerhaften Integration in den Arbeitsmarkt: Erstens sind dies Motivationssemester für Jugendliche ohne Berufsabschluss. Zweitens können junge Erwachsene mit einer abgeschlossenen Ausbildung ein Berufspraktikum der ALV absolvieren. Drittens stehen im kaufmännischen Bereich Praxisfirmen zur Verfügung.</p><p>Die Situation auf dem Lehrstellenmarkt wird durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation laufend beobachtet und analysiert. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Lehrstellenkonferenz diskutieren Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der eidgenössischen Räte aktuelle Tendenzen auf dem Lehrstellenmarkt sowie Massnahmen zur Optimierung der Berufsbildung.</p><p>Trotz der im internationalen Vergleich relativ guten Situation räumt der Bundesrat der beruflichen Integration der Jugendlichen weiterhin eine hohe Priorität ein. 2011 haben Bund und Kantone die Erhöhung der Abschlussquote auf Sekundarstufe II bis 2015 auf 95 Prozent als ein gemeinsames bildungspolitisches Ziel festgelegt. Dieses Ziel soll insbesondere durch eine verbesserte Zusammenarbeit aller betroffenen Stellen und eine Optimierung der Übergänge Schule-Berufsbildung-Arbeitsmarkt erfolgen.</p><p>Zur arbeitsmarktlichen Integration von jungen Erwachsenen wurde letztmals im Sommer 2010 in Erfüllung des Postulates 07.3232 ein Bericht veröffentlicht. Bis Ende 2013 wird in Erfüllung der Postulate 10.3738, 11.3483, 11.4007 und 13.3311 ein Bericht zur Förderung von Jugendlichen mit hohem Leistungspotenzial bzw. zur Unterstützung von Jugendlichen mit schulischen, sozialen oder sprachlichen Defiziten in der Berufsbildung verfasst, der auch das Massnahmenangebot am Übergang zur Sekundarstufe II beinhaltet. Zur gleichen Thematik publizierte das damalige Bundesamt für Berufsbildung und Technologie 2012 den Bericht "Start ins Berufsleben".</p><p>Einen zusätzlichen Bericht erachtet der Bundesrat unter Berücksichtigung der bereits bestehenden Aktivitäten nicht als erforderlich.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Bericht vorzulegen, wie der Bund und die Kantone Jugendarbeitslosigkeit - lokal und national - vorbeugen und reduzieren können. Der Bericht soll insbesondere konkrete Vorschläge und Massnahmen zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit beinhalten.</p>
  • Jugendarbeitslosigkeit. Vorbeugen und reduzieren
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Im letzten Jahr, 2012, betrug die Anzahl Jugendarbeitslose (15 bis 24 Jahre) im Durchschnitt 18 191 Personen. Gleichzeitig fanden sich in der Schweiz im April 2012 noch 22 000 offene Lehrstellen. Die Kosten der Arbeitslosenentschädigung (Bund) je Person beliefen sich auf bis zu etwa 10 000 Franken (zuzüglich arbeitsmarktlicher Massnahmen, Sozialleistungen und Verwaltungsaufwand). Wieso gelingt es nicht, mehr Jugendliche und junge Erwachsene ins Berufsleben einzugliedern?</p><p>In den europäischen Nachbarstaaten und insbesondere in den südeuropäischen Staaten ist die Jugendarbeitslosigkeit währenddessen auf rekordhohe Raten angestiegen: Frankreich und Irland 27 Prozent; Polen 28 Prozent; Slowakei 34 Prozent; Italien 41 Prozent; Portugal 43 Prozent; Griechenland 55 Prozent; Spanien 56 Prozent.</p>
    • <p>Gesamtschweizerisch können über 90 Prozent aller Jugendlichen bis zum 25. Lebensjahr zu einem Abschluss auf Sekundarstufe II geführt und somit in die Berufswelt integriert werden. Das duale Bildungssystem hat sich bewährt und ist mitverantwortlich für die im internationalen Vergleich tiefe Jugendarbeitslosigkeit. Bund und Kantone unterstützen die berufliche Eingliederung mit diversen Massnahmen. Die Massnahmen der Berufsbildung zielen einerseits darauf ab, Unternehmen bei der Schaffung von Lehrstellen und der Ausbildung der Lernenden zu unterstützen. Andererseits werden Jugendliche in allen Kantonen mit gezielten Massnahmen im Prozess der Berufswahl, bei der Lehrstellensuche und während der Ausbildung begleitet.</p><p>Jugendliche, die dennoch arbeitslos werden, können sich bei der Arbeitslosenversicherung (ALV) anmelden. Diese verfügt für Anspruchsberechtigte über ein grosses Angebot an arbeitsmarktlichen Massnahmen zur Unterstützung einer raschen und dauerhaften Integration in den Arbeitsmarkt: Erstens sind dies Motivationssemester für Jugendliche ohne Berufsabschluss. Zweitens können junge Erwachsene mit einer abgeschlossenen Ausbildung ein Berufspraktikum der ALV absolvieren. Drittens stehen im kaufmännischen Bereich Praxisfirmen zur Verfügung.</p><p>Die Situation auf dem Lehrstellenmarkt wird durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation laufend beobachtet und analysiert. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Lehrstellenkonferenz diskutieren Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der eidgenössischen Räte aktuelle Tendenzen auf dem Lehrstellenmarkt sowie Massnahmen zur Optimierung der Berufsbildung.</p><p>Trotz der im internationalen Vergleich relativ guten Situation räumt der Bundesrat der beruflichen Integration der Jugendlichen weiterhin eine hohe Priorität ein. 2011 haben Bund und Kantone die Erhöhung der Abschlussquote auf Sekundarstufe II bis 2015 auf 95 Prozent als ein gemeinsames bildungspolitisches Ziel festgelegt. Dieses Ziel soll insbesondere durch eine verbesserte Zusammenarbeit aller betroffenen Stellen und eine Optimierung der Übergänge Schule-Berufsbildung-Arbeitsmarkt erfolgen.</p><p>Zur arbeitsmarktlichen Integration von jungen Erwachsenen wurde letztmals im Sommer 2010 in Erfüllung des Postulates 07.3232 ein Bericht veröffentlicht. Bis Ende 2013 wird in Erfüllung der Postulate 10.3738, 11.3483, 11.4007 und 13.3311 ein Bericht zur Förderung von Jugendlichen mit hohem Leistungspotenzial bzw. zur Unterstützung von Jugendlichen mit schulischen, sozialen oder sprachlichen Defiziten in der Berufsbildung verfasst, der auch das Massnahmenangebot am Übergang zur Sekundarstufe II beinhaltet. Zur gleichen Thematik publizierte das damalige Bundesamt für Berufsbildung und Technologie 2012 den Bericht "Start ins Berufsleben".</p><p>Einen zusätzlichen Bericht erachtet der Bundesrat unter Berücksichtigung der bereits bestehenden Aktivitäten nicht als erforderlich.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Bericht vorzulegen, wie der Bund und die Kantone Jugendarbeitslosigkeit - lokal und national - vorbeugen und reduzieren können. Der Bericht soll insbesondere konkrete Vorschläge und Massnahmen zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit beinhalten.</p>
    • Jugendarbeitslosigkeit. Vorbeugen und reduzieren

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