Vertrauliche Geburt als Unterstützung für Schwangere in Not und als Alternative zu Babyfenstern

ShortId
13.3418
Id
20133418
Updated
28.07.2023 10:43
Language
de
Title
Vertrauliche Geburt als Unterstützung für Schwangere in Not und als Alternative zu Babyfenstern
AdditionalIndexing
12;28;Geburt;ausgesetztes Kind;frühe Kindheit;Rechte des Kindes;adoptiertes Kind;Abstammung;Vertraulichkeit;Eltern
1
  • L06K010703040102, Geburt
  • L04K01030101, Abstammung
  • L04K05020508, Rechte des Kindes
  • L05K0107010203, frühe Kindheit
  • L05K1201020202, Vertraulichkeit
  • L04K01030301, Eltern
  • L05K0103030101, adoptiertes Kind
  • L05K0103030102, ausgesetztes Kind
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1. Die vertrauliche oder auch diskrete Geburt wird in der Schweiz in diversen Spitälern bereits seit einigen Jahren angeboten: Jede Frau kann ihr Kind unter medizinischer Betreuung im Spital gebären und sofort zur Adoption freigeben. Sie muss jedoch ihre Personalien bekanntgeben. Dies gewährleistet dem Kind den Anspruch auf Kenntnis seiner Herkunft. Damit erfolgt auch die Abrechnung der Geburt wie üblich über die Krankenversicherung der Mutter. Die Geburt innerhalb einer medizinischen Einrichtung erlaubt es überdies den Fachleuten, die Mutter situationsgerecht zu beraten. Eine gesetzgeberische Anpassung erachtet der Bundesrat nicht als nötig.</p><p>2. Ob mit der vertraulichen Geburt tatsächlich alle Schwangeren in Not erreicht werden, kann der Bundesrat nicht abschliessend beurteilen. Die vertrauliche Geburt bietet aber Frauen in Not die Möglichkeit, ihr Kind medizinisch begleitet zur Welt zu bringen und sich nach der Geburt psychisch und sozial durch geschulte Fachpersonen unterstützen zu lassen.</p><p>3. Der Bundesrat verfolgt die Entwicklung in den Kantonen sorgfältig. Zurzeit bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Einrichtung von Babyfenstern in der Schweiz zu einem Anstieg von Fällen geführt hat, in denen Mütter ihre Kinder aussetzen. Zweifellos bietet die vertrauliche Geburt eine sinnvolle Ergänzung zu Babyfenstern, um Schwangeren in Not beizustehen. Zu prüfen wäre sodann, ob künftig nicht auch eine Möglichkeit zur anonymen Geburt geschaffen werden könnte.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Die Frage der anonymen Geburt wurde verschiedentlich diskutiert (parlamentarische Initiative Wehrli 08.454, parlamentarische Initiative Tschümperlin 08.493). Mittlerweile entstehen aber in verschiedenen Kantonen sogenannte Babyfenster. Das Signal mit der Entstehung dieser Babyfenster in verschiedenen Regionen unseres Landes ist ein falsches. Es lädt die Schwangeren in Not ein, das Kind versteckt zu gebären und danach auszusetzen. Die Folgen sind fehlende Betreuung der Mutter und fehlende Möglichkeit für das Kind, seine Herkunft je zu erfahren. </p><p>Ich frage deshalb den Bundesrat: </p><p>1. Betrachtet er die Möglichkeit einer vertraulichen Geburt, welche Mütter und Kinder vor riskanten, heimlichen Geburten ausserhalb medizinischer Einrichtungen schützt, als Alternative zu den Babyfenstern, und sieht er diesbezüglich gesetzgeberischen Handlungsbedarf?</p><p>2. Betrachtet er eine vertrauliche Geburt, welche der Mutter für eine zu bestimmende Zeit Datenschutz gewährt und dem Kind das Recht auf Kenntnis seiner Herkunft garantiert, als taugliches Mittel zur Verhinderung der Aussetzung von Kindern via Babyfenster?</p><p>3. Sieht er andere Alternativen zu Babyfenstern, und zieht er eine Reaktion auf die diesbezügliche Entwicklung in verschiedenen Kantonen in Betracht?</p>
  • Vertrauliche Geburt als Unterstützung für Schwangere in Not und als Alternative zu Babyfenstern
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1. Die vertrauliche oder auch diskrete Geburt wird in der Schweiz in diversen Spitälern bereits seit einigen Jahren angeboten: Jede Frau kann ihr Kind unter medizinischer Betreuung im Spital gebären und sofort zur Adoption freigeben. Sie muss jedoch ihre Personalien bekanntgeben. Dies gewährleistet dem Kind den Anspruch auf Kenntnis seiner Herkunft. Damit erfolgt auch die Abrechnung der Geburt wie üblich über die Krankenversicherung der Mutter. Die Geburt innerhalb einer medizinischen Einrichtung erlaubt es überdies den Fachleuten, die Mutter situationsgerecht zu beraten. Eine gesetzgeberische Anpassung erachtet der Bundesrat nicht als nötig.</p><p>2. Ob mit der vertraulichen Geburt tatsächlich alle Schwangeren in Not erreicht werden, kann der Bundesrat nicht abschliessend beurteilen. Die vertrauliche Geburt bietet aber Frauen in Not die Möglichkeit, ihr Kind medizinisch begleitet zur Welt zu bringen und sich nach der Geburt psychisch und sozial durch geschulte Fachpersonen unterstützen zu lassen.</p><p>3. Der Bundesrat verfolgt die Entwicklung in den Kantonen sorgfältig. Zurzeit bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Einrichtung von Babyfenstern in der Schweiz zu einem Anstieg von Fällen geführt hat, in denen Mütter ihre Kinder aussetzen. Zweifellos bietet die vertrauliche Geburt eine sinnvolle Ergänzung zu Babyfenstern, um Schwangeren in Not beizustehen. Zu prüfen wäre sodann, ob künftig nicht auch eine Möglichkeit zur anonymen Geburt geschaffen werden könnte.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Die Frage der anonymen Geburt wurde verschiedentlich diskutiert (parlamentarische Initiative Wehrli 08.454, parlamentarische Initiative Tschümperlin 08.493). Mittlerweile entstehen aber in verschiedenen Kantonen sogenannte Babyfenster. Das Signal mit der Entstehung dieser Babyfenster in verschiedenen Regionen unseres Landes ist ein falsches. Es lädt die Schwangeren in Not ein, das Kind versteckt zu gebären und danach auszusetzen. Die Folgen sind fehlende Betreuung der Mutter und fehlende Möglichkeit für das Kind, seine Herkunft je zu erfahren. </p><p>Ich frage deshalb den Bundesrat: </p><p>1. Betrachtet er die Möglichkeit einer vertraulichen Geburt, welche Mütter und Kinder vor riskanten, heimlichen Geburten ausserhalb medizinischer Einrichtungen schützt, als Alternative zu den Babyfenstern, und sieht er diesbezüglich gesetzgeberischen Handlungsbedarf?</p><p>2. Betrachtet er eine vertrauliche Geburt, welche der Mutter für eine zu bestimmende Zeit Datenschutz gewährt und dem Kind das Recht auf Kenntnis seiner Herkunft garantiert, als taugliches Mittel zur Verhinderung der Aussetzung von Kindern via Babyfenster?</p><p>3. Sieht er andere Alternativen zu Babyfenstern, und zieht er eine Reaktion auf die diesbezügliche Entwicklung in verschiedenen Kantonen in Betracht?</p>
    • Vertrauliche Geburt als Unterstützung für Schwangere in Not und als Alternative zu Babyfenstern

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