Verkehrsmanagement am Gotthard. Neue Lösung für Reisebusse im Verkehr mit dem Kanton Tessin
- ShortId
-
13.3425
- Id
-
20133425
- Updated
-
27.07.2023 21:51
- Language
-
de
- Title
-
Verkehrsmanagement am Gotthard. Neue Lösung für Reisebusse im Verkehr mit dem Kanton Tessin
- AdditionalIndexing
-
48;Gruppenreise;Alpentransitverkehr;Verkehrsbeeinflussung;Verkehrsstau;Tessin;Omnibus
- 1
-
- L05K1802020801, Verkehrsbeeinflussung
- L04K18010219, Verkehrsstau
- L05K0301010117, Tessin
- L05K1803010104, Omnibus
- L05K1801020102, Gruppenreise
- L05K1801010101, Alpentransitverkehr
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Wer mit einem Reisebus als kollektives Transportmittel einen Ausflug in die Südschweiz unternimmt, trägt wesentlich zur Vermeidung von Verkehrsüberlastungen an neuralgischen Punkten bei. So befördert ein Reisebus ein Vielfaches an Personen und beansprucht viel weniger Verkehrsfläche als der Individualverkehr. Ein 14 Meter langer Doppelstockbus kann gegen 80 Passagiere befördern. Und auch punkto Energieeffizienz schneiden Reisebusse besonders gut ab: Der Pro-Kopf-Verbrauch auf 100 Kilometer liegt beim Bus mit etwa 0,7 Liter Treibstoff ungleich tiefer als im Individualverkehr. Mit diesen Eckdaten kann der Reisebus in Sachen Effizienz, Umweltfreundlichkeit und Komfort sehr wohl als touristisch wert- und sinnvolles (nachhaltiges) Personenbeförderungsmittel bezeichnet werden.</p><p>Bei kilometerlangen Staus vor dem Gotthard-Strassentunnel hätte eine gesonderte Abfertigung der Reisebusse eine Signalwirkung und würde den Individualreisenden die Vorteile des (privaten) Kollektivverkehrs näherbringen. Eine Konkurrenzierung des öffentlichen Verkehrs ginge mit der Privilegierung der Reisebusse nicht einher, da mit Reisebussen gerade in der Ferienzeit oftmals gezielt Feriendestinationen angesteuert werden, die mit dem öffentlichen Verkehr nur schlecht erschlossen sind (z. B. Ferienlager). Es kommt hinzu, dass der Reisebus punkto Umweltbilanz einen Vergleich mit dem schienenbezogenen öffentlichen Verkehr nicht scheuen muss: Für jeden Fahrgast, der über eine Distanz von über 100 Kilometern reist, benötigen Cars einen halben Liter Diesel und stossen nur die Hälfte des von Zügen ausgestossenen CO2 aus. In der Schweiz werden jedes Jahr etwa 10 Prozent der Reisebusse erneuert.</p><p>Nachdem der Ständerat einem weiter gehenden Begehren bereits zugestimmt hatte, hat der Nationalrat dieses Ende 2012 im Eilzugverfahren abgelehnt. Die Erfahrungen der letzten Monate und zu Beginn der diesjährigen Hauptreisezeit lassen eine Wiederaufnahme des Begehrens jedoch als sinnvoll erscheinen, damit für 2014 endlich eine sinnvolle Lösung (analog der S-Regelung für den Schwerverkehr) gefunden werden kann.</p>
- <p>Der Bundesrat hat bereits in seiner Stellungnahme auf die Motion Lombardi 10.3870, "Stau am Gotthard. Weniger Wartezeit für Reisecars", zur Bevorzugung von Reisecars in Stausituationen am Gotthard Stellung bezogen. Er hat dargelegt, dass die Bevorzugung einzelner ausgewählter Fahrzeugkategorien nur mit einem unverhältnismässigen und kostenintensiven Personaleinsatz von Polizeikräften möglich wäre. Zudem würde eine ökologisch begründete Privilegierung von Reisecars dem Gleichheitsgebot widersprechen, da es mittlerweile auch andere Fahrzeuge bzw. Fahrzeugkategorien gibt, die ökologisch verkehren und dadurch gleich behandelt werden müssten. Der Bundesrat lehnt die Privilegierung von Reisecars aus diesen Gründen weiterhin ab.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, geeignete Massnahmen zu treffen, damit Reisebusse, die aus dem oder in den Kanton Tessin reisen, bei Stausituationen am Gotthard in den Hauptreisezeiten (Frühjahr bis Herbst) rascher passieren können.</p>
- Verkehrsmanagement am Gotthard. Neue Lösung für Reisebusse im Verkehr mit dem Kanton Tessin
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Wer mit einem Reisebus als kollektives Transportmittel einen Ausflug in die Südschweiz unternimmt, trägt wesentlich zur Vermeidung von Verkehrsüberlastungen an neuralgischen Punkten bei. So befördert ein Reisebus ein Vielfaches an Personen und beansprucht viel weniger Verkehrsfläche als der Individualverkehr. Ein 14 Meter langer Doppelstockbus kann gegen 80 Passagiere befördern. Und auch punkto Energieeffizienz schneiden Reisebusse besonders gut ab: Der Pro-Kopf-Verbrauch auf 100 Kilometer liegt beim Bus mit etwa 0,7 Liter Treibstoff ungleich tiefer als im Individualverkehr. Mit diesen Eckdaten kann der Reisebus in Sachen Effizienz, Umweltfreundlichkeit und Komfort sehr wohl als touristisch wert- und sinnvolles (nachhaltiges) Personenbeförderungsmittel bezeichnet werden.</p><p>Bei kilometerlangen Staus vor dem Gotthard-Strassentunnel hätte eine gesonderte Abfertigung der Reisebusse eine Signalwirkung und würde den Individualreisenden die Vorteile des (privaten) Kollektivverkehrs näherbringen. Eine Konkurrenzierung des öffentlichen Verkehrs ginge mit der Privilegierung der Reisebusse nicht einher, da mit Reisebussen gerade in der Ferienzeit oftmals gezielt Feriendestinationen angesteuert werden, die mit dem öffentlichen Verkehr nur schlecht erschlossen sind (z. B. Ferienlager). Es kommt hinzu, dass der Reisebus punkto Umweltbilanz einen Vergleich mit dem schienenbezogenen öffentlichen Verkehr nicht scheuen muss: Für jeden Fahrgast, der über eine Distanz von über 100 Kilometern reist, benötigen Cars einen halben Liter Diesel und stossen nur die Hälfte des von Zügen ausgestossenen CO2 aus. In der Schweiz werden jedes Jahr etwa 10 Prozent der Reisebusse erneuert.</p><p>Nachdem der Ständerat einem weiter gehenden Begehren bereits zugestimmt hatte, hat der Nationalrat dieses Ende 2012 im Eilzugverfahren abgelehnt. Die Erfahrungen der letzten Monate und zu Beginn der diesjährigen Hauptreisezeit lassen eine Wiederaufnahme des Begehrens jedoch als sinnvoll erscheinen, damit für 2014 endlich eine sinnvolle Lösung (analog der S-Regelung für den Schwerverkehr) gefunden werden kann.</p>
- <p>Der Bundesrat hat bereits in seiner Stellungnahme auf die Motion Lombardi 10.3870, "Stau am Gotthard. Weniger Wartezeit für Reisecars", zur Bevorzugung von Reisecars in Stausituationen am Gotthard Stellung bezogen. Er hat dargelegt, dass die Bevorzugung einzelner ausgewählter Fahrzeugkategorien nur mit einem unverhältnismässigen und kostenintensiven Personaleinsatz von Polizeikräften möglich wäre. Zudem würde eine ökologisch begründete Privilegierung von Reisecars dem Gleichheitsgebot widersprechen, da es mittlerweile auch andere Fahrzeuge bzw. Fahrzeugkategorien gibt, die ökologisch verkehren und dadurch gleich behandelt werden müssten. Der Bundesrat lehnt die Privilegierung von Reisecars aus diesen Gründen weiterhin ab.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, geeignete Massnahmen zu treffen, damit Reisebusse, die aus dem oder in den Kanton Tessin reisen, bei Stausituationen am Gotthard in den Hauptreisezeiten (Frühjahr bis Herbst) rascher passieren können.</p>
- Verkehrsmanagement am Gotthard. Neue Lösung für Reisebusse im Verkehr mit dem Kanton Tessin
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