E-Ticketing im öffentlichen Verkehr. Unterstützung eines regionalen Pilotprojektes
- ShortId
-
13.3460
- Id
-
20133460
- Updated
-
28.07.2023 08:52
- Language
-
de
- Title
-
E-Ticketing im öffentlichen Verkehr. Unterstützung eines regionalen Pilotprojektes
- AdditionalIndexing
-
48;öffentlicher Verkehr;Fahrkarte;angewandte Informatik;neue Technologie;Datenverarbeitung
- 1
-
- L04K18020302, Fahrkarte
- L03K120304, Datenverarbeitung
- L04K18010213, öffentlicher Verkehr
- L05K0706010508, neue Technologie
- L04K12030101, angewandte Informatik
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>E-Ticketing (be in, be out) erlaubt eine intelligentere und einfachere Nutzung des öffentlichen Verkehrs. So entfällt das Lösen von individuellen Tickets, und es wird ein "GA-Feeling" für alle Nutzer ermöglicht.</p><p>Gleichzeitig können attraktivere Preismodelle angeboten werden, ohne das System zu verkomplizieren. Dieses System wurde bereits in anderen Ländern wie Holland eingesetzt. Um Vorteile zu untersuchen sowie Akzeptanz in der Bevölkerung sicherzustellen, macht es Sinn, dieses System in einem regionalen Pilotprojekt zu testen. Von den Erfahrungen eines solchen Projektes kann der Bund profitieren, indem von Anfang an eine optimierte Variante eingeführt wird.</p><p>Während die bundesweite Einführung von E-Ticketing für die Transportunternehmen neben der Vereinfachung des Zugangs eine Reduktion der Kosten erlaubt, ist ein regionaler Pilotversuch aufgrund der limitierten Grössen noch mit Mehrkosten verbunden, da noch keine bestehenden Vertriebskanäle (z. B. Automaten) abgebaut werden können. Da der Bund von einem solchen Pilotprojekt profitiert, sollte er dessen Durchführung unterstützen sowie zumindest einen Teil der allfälligen Mehrkosten übernehmen.</p>
- <p>Der Begriff "E-Ticketing" umfasst diverse Arten von Technologien zum Verkauf von Billetten des öffentlichen Verkehrs. Bereits eingeführt und bekannt sind das Online-Ticket (Billett wird von den Kundinnen und Kunden zu Hause ausgedruckt) sowie das Mobile-Ticket (Kundinnen und Kunden laden ihr Ticket direkt auf das Mobiltelefon).</p><p>Als nächsten Schritt hat die Branche des öffentlichen Verkehrs die Einführung der ÖV-Karte beschlossen, welche ab Mitte 2015 geplant ist. In einem ersten Schritt werden General- und Halbtaxabonnemente sowie einzelne Verbundabos auf die elektronische Karte übertragen. Anschliessend sollen zusätzliche Fahrausweise und der Zugang zu weiteren Dienstleistungen in die Karte des öffentlichen Verkehrs integriert werden. Mit der Einführung der Karte des öffentlichen Verkehrs bietet sich die Chance, einen schweizweiten RFID-Standard für den öffentlichen Verkehr einzuführen. RFID ist die englische Abkürzung für Radio Frequency Identification und ermöglicht die automatische Identifizierung und Lokalisierung von Gegenständen. Bekannt ist die Technik etwa aus den Skigebieten. Den regelmässigen Kundinnen und Kunden wird so ermöglicht, auf einer einzigen Karte mehrere Abonnemente zu hinterlegen, z. B. ein Verbundabonnement und ein Halbtaxabonnement. Diese Karte des öffentlichen Verkehrs kennt aber keine Raumerfassung und kann den Reiseweg der Kunden nicht nachvollziehen.</p><p>Ein logischer weiterer Schritt wäre später das System "Bibo". "Bibo" steht für "be in, be out", eine elektronische Erfassung im Fahrzeug über einen aktiven Chip; dies im Gegensatz zu den im Postulat erwähnten Systemen in Holland, die auf der Basis von "Cico" (check in, check out) funktionieren. Diese "Cico"-Technologie würde für die GA- und Verbundabonnementsinhaber einen klaren Rückschritt bedeuten, da sie sich für jede Fahrt aktiv an- und abmelden müssten. Die technische Machbarkeit von Bibo wurde für den öffentlichen Verkehr der Schweiz geprüft und bestätigt. Weil das System weltweit noch nirgends im Regelbetrieb eingesetzt wurde, ist mit erheblichen technischen und finanziellen Risiken zu rechnen. Es ist deshalb sinnvoll, in einem ersten Schritt die Karte des öffentlichen Verkehrs zu realisieren. In einem nächsten Schritt ist eine Weiterentwicklung hin zu einem "Bibo"-System geplant. Die Einführung macht aber nur Sinn, wenn alle beteiligten Transportunternehmen ihre Distribution umstellen und die notwendigen Investitionen in den Fahrzeugen gleichzeitig tätigen. Diese Bereitschaft ist derzeit aus verschiedenen Gründen nicht gegeben.</p><p>Die Experten der Branche des öffentlichen Verkehrs sind sich einig, dass die automatische Reiseerfassung im ÖV Schweiz Zukunft hat und dereinst eingeführt werden soll. Die Branche des öffentlichen Verkehrs klärt deshalb gemeinsam, ob und unter welchen Voraussetzungen - so auch bezüglich des Datenschutzes - ein Pilotprojekt Sinn macht und wie die Finanzierung sichergestellt werden kann.</p><p>Der Bund wird erst bei Vorliegen eines konkreten Projektantrages über eine allfällige Beteiligung an einem Pilotprojekt entscheiden. Es ist angesichts der Zuständigkeiten und der Vielzahl von interessierten Beteiligten nicht angezeigt, dass der Bund vorgängig über eine finanzielle Beteiligung an einem allfälligen regionalen Pilotprojekt entscheidet.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, die Unterstützung der Durchführung eines regionalen Pilotversuchs für E-Ticketing im öffentlichen Verkehr (be in, be out) zu prüfen und ob der Bund sich an den Kosten beteiligen kann.</p>
- E-Ticketing im öffentlichen Verkehr. Unterstützung eines regionalen Pilotprojektes
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>E-Ticketing (be in, be out) erlaubt eine intelligentere und einfachere Nutzung des öffentlichen Verkehrs. So entfällt das Lösen von individuellen Tickets, und es wird ein "GA-Feeling" für alle Nutzer ermöglicht.</p><p>Gleichzeitig können attraktivere Preismodelle angeboten werden, ohne das System zu verkomplizieren. Dieses System wurde bereits in anderen Ländern wie Holland eingesetzt. Um Vorteile zu untersuchen sowie Akzeptanz in der Bevölkerung sicherzustellen, macht es Sinn, dieses System in einem regionalen Pilotprojekt zu testen. Von den Erfahrungen eines solchen Projektes kann der Bund profitieren, indem von Anfang an eine optimierte Variante eingeführt wird.</p><p>Während die bundesweite Einführung von E-Ticketing für die Transportunternehmen neben der Vereinfachung des Zugangs eine Reduktion der Kosten erlaubt, ist ein regionaler Pilotversuch aufgrund der limitierten Grössen noch mit Mehrkosten verbunden, da noch keine bestehenden Vertriebskanäle (z. B. Automaten) abgebaut werden können. Da der Bund von einem solchen Pilotprojekt profitiert, sollte er dessen Durchführung unterstützen sowie zumindest einen Teil der allfälligen Mehrkosten übernehmen.</p>
- <p>Der Begriff "E-Ticketing" umfasst diverse Arten von Technologien zum Verkauf von Billetten des öffentlichen Verkehrs. Bereits eingeführt und bekannt sind das Online-Ticket (Billett wird von den Kundinnen und Kunden zu Hause ausgedruckt) sowie das Mobile-Ticket (Kundinnen und Kunden laden ihr Ticket direkt auf das Mobiltelefon).</p><p>Als nächsten Schritt hat die Branche des öffentlichen Verkehrs die Einführung der ÖV-Karte beschlossen, welche ab Mitte 2015 geplant ist. In einem ersten Schritt werden General- und Halbtaxabonnemente sowie einzelne Verbundabos auf die elektronische Karte übertragen. Anschliessend sollen zusätzliche Fahrausweise und der Zugang zu weiteren Dienstleistungen in die Karte des öffentlichen Verkehrs integriert werden. Mit der Einführung der Karte des öffentlichen Verkehrs bietet sich die Chance, einen schweizweiten RFID-Standard für den öffentlichen Verkehr einzuführen. RFID ist die englische Abkürzung für Radio Frequency Identification und ermöglicht die automatische Identifizierung und Lokalisierung von Gegenständen. Bekannt ist die Technik etwa aus den Skigebieten. Den regelmässigen Kundinnen und Kunden wird so ermöglicht, auf einer einzigen Karte mehrere Abonnemente zu hinterlegen, z. B. ein Verbundabonnement und ein Halbtaxabonnement. Diese Karte des öffentlichen Verkehrs kennt aber keine Raumerfassung und kann den Reiseweg der Kunden nicht nachvollziehen.</p><p>Ein logischer weiterer Schritt wäre später das System "Bibo". "Bibo" steht für "be in, be out", eine elektronische Erfassung im Fahrzeug über einen aktiven Chip; dies im Gegensatz zu den im Postulat erwähnten Systemen in Holland, die auf der Basis von "Cico" (check in, check out) funktionieren. Diese "Cico"-Technologie würde für die GA- und Verbundabonnementsinhaber einen klaren Rückschritt bedeuten, da sie sich für jede Fahrt aktiv an- und abmelden müssten. Die technische Machbarkeit von Bibo wurde für den öffentlichen Verkehr der Schweiz geprüft und bestätigt. Weil das System weltweit noch nirgends im Regelbetrieb eingesetzt wurde, ist mit erheblichen technischen und finanziellen Risiken zu rechnen. Es ist deshalb sinnvoll, in einem ersten Schritt die Karte des öffentlichen Verkehrs zu realisieren. In einem nächsten Schritt ist eine Weiterentwicklung hin zu einem "Bibo"-System geplant. Die Einführung macht aber nur Sinn, wenn alle beteiligten Transportunternehmen ihre Distribution umstellen und die notwendigen Investitionen in den Fahrzeugen gleichzeitig tätigen. Diese Bereitschaft ist derzeit aus verschiedenen Gründen nicht gegeben.</p><p>Die Experten der Branche des öffentlichen Verkehrs sind sich einig, dass die automatische Reiseerfassung im ÖV Schweiz Zukunft hat und dereinst eingeführt werden soll. Die Branche des öffentlichen Verkehrs klärt deshalb gemeinsam, ob und unter welchen Voraussetzungen - so auch bezüglich des Datenschutzes - ein Pilotprojekt Sinn macht und wie die Finanzierung sichergestellt werden kann.</p><p>Der Bund wird erst bei Vorliegen eines konkreten Projektantrages über eine allfällige Beteiligung an einem Pilotprojekt entscheiden. Es ist angesichts der Zuständigkeiten und der Vielzahl von interessierten Beteiligten nicht angezeigt, dass der Bund vorgängig über eine finanzielle Beteiligung an einem allfälligen regionalen Pilotprojekt entscheidet.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, die Unterstützung der Durchführung eines regionalen Pilotversuchs für E-Ticketing im öffentlichen Verkehr (be in, be out) zu prüfen und ob der Bund sich an den Kosten beteiligen kann.</p>
- E-Ticketing im öffentlichen Verkehr. Unterstützung eines regionalen Pilotprojektes
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