Entwicklung der Mint-Fächer in der Schule

ShortId
13.3600
Id
20133600
Updated
27.07.2023 21:11
Language
de
Title
Entwicklung der Mint-Fächer in der Schule
AdditionalIndexing
32;Naturwissenschaften und angewandte Wissenschaften;Arbeitskräftebedarf;Unterrichtsprogramm;Volksschule;technischer Unterricht;Evaluation;Beziehung Bund-Kanton;wissenschaftlich-technischer Beruf;technischer Beruf;Ingenieur/in;Informatik (speziell);Mathematik
1
  • L02K1601, Naturwissenschaften und angewandte Wissenschaften
  • L04K16010105, Mathematik
  • L03K120301, Informatik (speziell)
  • L04K13020307, technischer Unterricht
  • L04K13010310, Unterrichtsprogramm
  • L05K0705070401, Ingenieur/in
  • L04K07050704, wissenschaftlich-technischer Beruf
  • L05K0705070402, technischer Beruf
  • L05K0702020302, Arbeitskräftebedarf
  • L04K13020506, Volksschule
  • L07K08070102010101, Beziehung Bund-Kanton
  • L04K08020302, Evaluation
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Seit Jahren wird ein Mangel an Nachwuchskräften in den naturwissenschaftlichen und den technischen Berufen festgestellt und beklagt. Eine Studie von Swiss Engineering und Economiesuisse weist einen Mangel von rund 15 000 Ingenieurinnen und Ingenieuren in der Schweiz aus. Besonders betroffen von diesem Mangel sind Unternehmen, die Fachkräfte in den Bereichen Mikrotechnik, Informatik, Chemie und Energie sowie im medizinischen Bereich und im Bauwesen suchen. Diese Unternehmen sehen sich gezwungen, Fachleute aus dem Ausland in die Schweiz zu holen oder Grenzgängerinnen und Grenzgänger zu rekrutieren. Diese unbefriedigende Situation muss geändert werden, zumal viele junge in der Schweiz ansässige Menschen mit entsprechenden Fähigkeiten sich für Ausbildungen und Berufe entscheiden, die wenig zukunftsfähig sind. Tatsächlich zeigt die letzte vom Bundesamt für Statistik veröffentlichte Studie, dass Absolventinnen und Absolventen technischer Studienrichtungen problemlos vom Studium in die Berufswelt wechseln können und dort auch schnell Karriere machen können.</p><p>Der Schlüssel für eine vermehrte Förderung dieser zukunftsfähigen Studienrichtungen ist unbestrittenermassen der Umfang und die Qualität der Ausbildung in den Mint-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) im Rahmen der obligatorischen Schulbildung. Sowohl die obligatorische Schule wie auch die anschliessenden entsprechenden Studiengänge unternehmen schon heute grosse Anstrengungen. Zahlreiche Programme - educa.MINT, NaTech Education, Tochtertag usw. - werden angeboten, oftmals ehrenamtlich bestritten, um die Mint-Fächer attraktiver zu machen. Doch genügt das?</p><p>Im Laufe der Jahre ist der Stundenplan der Schülerinnen und Schüler, der ja nicht beliebig erweiterbar ist, um neue Fächer angereichert worden. Hat die an sich sehr begrüssenswerte Erweiterung des Fächerspektrums aber nicht zu einer Verminderung des Anteils der Mint-Fächer geführt? Damit wir uns hier ein objektives Bild machen können und angesichts der anstehenden Vernehmlassung zum Lehrplan 21, wird der Bundesrat aufgefordert, die Fakten über die Entwicklung der verschiedenen Unterrichtsfächer der obligatorischen Schule und ihres Umfangs über einen signifikanten Zeitraum hinweg aufzuarbeiten und zu präsentieren. </p><p>Gewiss, die Grundschule soll in der Hoheit der Kantone verbleiben. Die angesprochene Problematik ist allerdings von gesamtschweizerischer Bedeutung. Den jungen Menschen in unserem Land sollen berufliche und damit gesellschaftliche Perspektiven eröffnet werden, in der Schweiz, aber - angesichts der Personenfreizügigkeit - auch im Ausland. Wir tragen die politische Verantwortung dafür, dass den Menschen in unserem Land die besten Chancen geboten werden, bevor auf Arbeitskräfte aus dem Ausland zurückgegriffen werden muss.</p>
  • <p>Der Bundesrat ist sich der Wichtigkeit des Nachwuchses an Fachkräften im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint) für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz bewusst. Auch stimmt er dem Postulanten zu, dass wichtige Weichen für den später anfallenden Laufbahnentscheid pro oder contra Mint bereits in der Vorschul- und Schulphase gestellt werden. Der Gewichtung und Ausgestaltung der Mint-Fächer im obligatorischen Schulunterricht kommt daher eine bedeutende Rolle zu.</p><p>Der Bereich der obligatorischen Schule liegt in der Hoheit der Kantone. Diese messen den Mint-Fächern einen hohen Stellenwert zu. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat 2011 Bildungsziele in vier Fachbereichen, unter anderem in den Fachbereichen Mathematik und Naturwissenschaften, festgelegt. Damit haben sich die Bildungsbehörden erstmals auf gesamtschweizerischer Ebene darauf verständigt, welche Grundkompetenzen unsere Schülerinnen und Schüler erwerben sollen. Die Bildungsziele werden ihre Wirkung mit der Integration in Lehrpläne, Lehrmittel und Evaluationsinstrumente entfalten. Ihre Erreichung wird ab 2016 auf Systemebene mit repräsentativen Stichproben überprüft werden, und aus der Messung werden Massnahmen für die Qualitätsentwicklung abgeleitet werden. Dieses Vorgehen ist zielführender und aussagekräftiger als der Vergleich von Lektionenzahlen. Die Mint-Fächer wurden sowohl im bereits in Kraft getretenen Plan d'études romand (PER), dem sprachregionalen Lehrplan für die Romandie, als auch in dem in Vernehmlassung befindlichen sprachregionalen Lehrplan für die Deutschschweiz, dem Lehrplan 21, gestärkt. Ein wichtiges Ziel ist dabei, Zugänge zu Naturwissenschaften und Technik zu ermöglichen, und zwar auf allen Altersstufen.</p><p>Dem Bundesrat ist es im Rahmen seiner Kompetenzen und entsprechend der Erklärung 2011 von EDI, EVD und EDK zu den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen für den Bildungsraum Schweiz ein Anliegen, in Zusammenarbeit mit den Kantonen das Interesse für den Bereich Mint weiterhin zu wecken und zu fördern. Wie in der BFI-Botschaft 2013-2016 dargelegt, unterstützt der Bund im Rahmen seiner Möglichkeiten bereits heute eine Vielzahl von Massnahmen, die der Förderung des Mint-Interesses und -Verständnisses dienen. Insbesondere die bereits heute in diesem Bereich tätigen Akademien der Wissenschaften Schweiz sollen künftig bei den ausserschulischen oder den Schulunterricht stützenden Mint-Förderinitiativen verstärkt eine Koordinationsrolle einnehmen und auch bei der Beurteilung und Mitfinanzierung bewährter und nachgefragter Mint-Projekte und -Initiativen mitwirken. Die Aufgaben der Akademien wurden im Rahmen der Leistungsvereinbarung zwischen den Akademien und dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation festgehalten.</p><p>Ein zusätzlich zu den bereits ergriffenen Massnahmen erstellter Bericht, wie ihn der Postulant fordert, ergäbe keinen Mehrwert.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Konferenz der Kantonsregierungen einen Bericht auszuarbeiten über die Entwicklung der Fächer im obligatorischen Schulunterricht beziehungsweise über den zeitlichen Umfang, in dem diese Fächer vermittelt werden. Den Mint-Fächern ist dabei besondere Aufmerksamkeit zu schenken. </p>
  • Entwicklung der Mint-Fächer in der Schule
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Seit Jahren wird ein Mangel an Nachwuchskräften in den naturwissenschaftlichen und den technischen Berufen festgestellt und beklagt. Eine Studie von Swiss Engineering und Economiesuisse weist einen Mangel von rund 15 000 Ingenieurinnen und Ingenieuren in der Schweiz aus. Besonders betroffen von diesem Mangel sind Unternehmen, die Fachkräfte in den Bereichen Mikrotechnik, Informatik, Chemie und Energie sowie im medizinischen Bereich und im Bauwesen suchen. Diese Unternehmen sehen sich gezwungen, Fachleute aus dem Ausland in die Schweiz zu holen oder Grenzgängerinnen und Grenzgänger zu rekrutieren. Diese unbefriedigende Situation muss geändert werden, zumal viele junge in der Schweiz ansässige Menschen mit entsprechenden Fähigkeiten sich für Ausbildungen und Berufe entscheiden, die wenig zukunftsfähig sind. Tatsächlich zeigt die letzte vom Bundesamt für Statistik veröffentlichte Studie, dass Absolventinnen und Absolventen technischer Studienrichtungen problemlos vom Studium in die Berufswelt wechseln können und dort auch schnell Karriere machen können.</p><p>Der Schlüssel für eine vermehrte Förderung dieser zukunftsfähigen Studienrichtungen ist unbestrittenermassen der Umfang und die Qualität der Ausbildung in den Mint-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) im Rahmen der obligatorischen Schulbildung. Sowohl die obligatorische Schule wie auch die anschliessenden entsprechenden Studiengänge unternehmen schon heute grosse Anstrengungen. Zahlreiche Programme - educa.MINT, NaTech Education, Tochtertag usw. - werden angeboten, oftmals ehrenamtlich bestritten, um die Mint-Fächer attraktiver zu machen. Doch genügt das?</p><p>Im Laufe der Jahre ist der Stundenplan der Schülerinnen und Schüler, der ja nicht beliebig erweiterbar ist, um neue Fächer angereichert worden. Hat die an sich sehr begrüssenswerte Erweiterung des Fächerspektrums aber nicht zu einer Verminderung des Anteils der Mint-Fächer geführt? Damit wir uns hier ein objektives Bild machen können und angesichts der anstehenden Vernehmlassung zum Lehrplan 21, wird der Bundesrat aufgefordert, die Fakten über die Entwicklung der verschiedenen Unterrichtsfächer der obligatorischen Schule und ihres Umfangs über einen signifikanten Zeitraum hinweg aufzuarbeiten und zu präsentieren. </p><p>Gewiss, die Grundschule soll in der Hoheit der Kantone verbleiben. Die angesprochene Problematik ist allerdings von gesamtschweizerischer Bedeutung. Den jungen Menschen in unserem Land sollen berufliche und damit gesellschaftliche Perspektiven eröffnet werden, in der Schweiz, aber - angesichts der Personenfreizügigkeit - auch im Ausland. Wir tragen die politische Verantwortung dafür, dass den Menschen in unserem Land die besten Chancen geboten werden, bevor auf Arbeitskräfte aus dem Ausland zurückgegriffen werden muss.</p>
    • <p>Der Bundesrat ist sich der Wichtigkeit des Nachwuchses an Fachkräften im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint) für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz bewusst. Auch stimmt er dem Postulanten zu, dass wichtige Weichen für den später anfallenden Laufbahnentscheid pro oder contra Mint bereits in der Vorschul- und Schulphase gestellt werden. Der Gewichtung und Ausgestaltung der Mint-Fächer im obligatorischen Schulunterricht kommt daher eine bedeutende Rolle zu.</p><p>Der Bereich der obligatorischen Schule liegt in der Hoheit der Kantone. Diese messen den Mint-Fächern einen hohen Stellenwert zu. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat 2011 Bildungsziele in vier Fachbereichen, unter anderem in den Fachbereichen Mathematik und Naturwissenschaften, festgelegt. Damit haben sich die Bildungsbehörden erstmals auf gesamtschweizerischer Ebene darauf verständigt, welche Grundkompetenzen unsere Schülerinnen und Schüler erwerben sollen. Die Bildungsziele werden ihre Wirkung mit der Integration in Lehrpläne, Lehrmittel und Evaluationsinstrumente entfalten. Ihre Erreichung wird ab 2016 auf Systemebene mit repräsentativen Stichproben überprüft werden, und aus der Messung werden Massnahmen für die Qualitätsentwicklung abgeleitet werden. Dieses Vorgehen ist zielführender und aussagekräftiger als der Vergleich von Lektionenzahlen. Die Mint-Fächer wurden sowohl im bereits in Kraft getretenen Plan d'études romand (PER), dem sprachregionalen Lehrplan für die Romandie, als auch in dem in Vernehmlassung befindlichen sprachregionalen Lehrplan für die Deutschschweiz, dem Lehrplan 21, gestärkt. Ein wichtiges Ziel ist dabei, Zugänge zu Naturwissenschaften und Technik zu ermöglichen, und zwar auf allen Altersstufen.</p><p>Dem Bundesrat ist es im Rahmen seiner Kompetenzen und entsprechend der Erklärung 2011 von EDI, EVD und EDK zu den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen für den Bildungsraum Schweiz ein Anliegen, in Zusammenarbeit mit den Kantonen das Interesse für den Bereich Mint weiterhin zu wecken und zu fördern. Wie in der BFI-Botschaft 2013-2016 dargelegt, unterstützt der Bund im Rahmen seiner Möglichkeiten bereits heute eine Vielzahl von Massnahmen, die der Förderung des Mint-Interesses und -Verständnisses dienen. Insbesondere die bereits heute in diesem Bereich tätigen Akademien der Wissenschaften Schweiz sollen künftig bei den ausserschulischen oder den Schulunterricht stützenden Mint-Förderinitiativen verstärkt eine Koordinationsrolle einnehmen und auch bei der Beurteilung und Mitfinanzierung bewährter und nachgefragter Mint-Projekte und -Initiativen mitwirken. Die Aufgaben der Akademien wurden im Rahmen der Leistungsvereinbarung zwischen den Akademien und dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation festgehalten.</p><p>Ein zusätzlich zu den bereits ergriffenen Massnahmen erstellter Bericht, wie ihn der Postulant fordert, ergäbe keinen Mehrwert.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Konferenz der Kantonsregierungen einen Bericht auszuarbeiten über die Entwicklung der Fächer im obligatorischen Schulunterricht beziehungsweise über den zeitlichen Umfang, in dem diese Fächer vermittelt werden. Den Mint-Fächern ist dabei besondere Aufmerksamkeit zu schenken. </p>
    • Entwicklung der Mint-Fächer in der Schule

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