Auslastung von Zweitwohnungen. Verlässlichkeit der Zahlen des ARE

ShortId
13.3760
Id
20133760
Updated
28.07.2023 07:30
Language
de
Title
Auslastung von Zweitwohnungen. Verlässlichkeit der Zahlen des ARE
AdditionalIndexing
2846;Ferienwohnung;touristisches Gebiet;Bundesamt für Raumentwicklung;Datenerhebung;Statistik
1
  • L05K0101010303, Ferienwohnung
  • L03K020218, Statistik
  • L04K12030402, Datenerhebung
  • L05K0704030109, touristisches Gebiet
  • L04K08040703, Bundesamt für Raumentwicklung
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1. Die Berechnung in der Planungshilfe Zweitwohnungen 2010 stützt sich auf verschiedene Studien, unter anderem der Universität St. Gallen (2005), von Arcalpin (Umfragen in Kurorten Crans-Montana, Verbier und La Tsoumaz, 2004-2006) und des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE; Auswertung Mikrozensus 2005). Auf der Grundlage dieser Studien und weiterer Hinweise schätzt das Bundesamt für Raumentwicklung, dass die durchschnittliche Auslastung einer Zweitwohnung bei rund 50 bis 60 Tagen pro Jahr liegt. Diese Durchschnittswerte beziehen sich auf die Gesamtzahl der Zweitwohnungen, welche sowohl die bewirtschafteten wie auch die nichtbewirtschafteten Zweitwohnungen umfasst. Die vom Interpellanten erwähnte Zahl von durchschnittlich 40 Logiernächten pro Bett ist etwas tiefer, da davon ausgegangen wird, dass nicht immer alle Betten einer Zweitwohnung belegt sind.</p><p>In der vom Interpellanten erwähnten Studie der Communauté d'intérêt touristique des Alpes vaudoises (Citav) wird auf Seite 13 eine durchschnittliche Belegung pro Bett von rund 50 Tagen ausgewiesen. Die durchschnittliche Belegung einer Zweitwohnung liegt bei rund 80 Tagen. Damit weist diese Studie eine etwas höhere Belegung der Betten als auch der Zweitwohnungen aus, als sie in der Planungshilfe des Bundesamtes für Raumentwicklung festgehalten ist.</p><p>Eine plausible Erklärung könnte sein, dass die Waadtländer Alpen in der Nähe von mehreren Agglomerationen liegen und damit die Zweitwohnungen, neben den üblichen Ferienzeiten, auch an den Wochenenden häufiger benutzt werden.</p><p>2. Der Bundesrat erachtet es als wichtig, die statistischen Grundlagen im Tourismus auf nationaler Ebene zu verbessern. Neben der Beherbergungsstatistik Hesta, welche die Hotellerie und ein Teil der Parahotellerie erfasst, soll deshalb die Parahotellerie statistisch besser erfasst werden.</p><p>Seit 2003 gibt es keine schweizweiten statistischen Erhebungen zu den Übernachtungen der Parahotellerie mehr, wobei auch diese Zahlen keine präzisen Angaben zur Auslastung von Zweitwohnungen erlaubten.</p><p>Mit der Einführung von "Pasta light" hat der Schweizerische Tourismusverband (STV) jedoch ein neues Monitoring geschaffen, bei dem Ferienwohnungen erfasst werden. Ergebnisse sind erstmals im Jahre 2012 publiziert worden. Im Vergleich zur 2003 letztmals erhobenen Gesamtzahl der Logiernächte dürfte "Pasta light" rund einen Drittel aller Logiernächte von Ferienwohnungen abbilden. Eine umfassendere Statistik zur Parahotellerie ist vom Bundesamt für Statistik für das Jahr 2015 vorgesehen. Sie wird Angaben über die kommerziell bewirtschafteten Ferienwohnungen und die Kollektivunterkünfte erfassen.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Die Communauté d'intérêt touristique des Alpes vaudoises (Citav, Gemeinschaft für Touristikinteressen der Waadtländer Alpen) hat am 13. August 2013 die Ergebnisse einer Erhebung veröffentlicht, bei der Eigentümerinnen und Eigentümer von Zweitwohnungen aus den Gemeinden Gryon, Ollon (Villars), Ormont-Dessus (Les Diablerets), Aigle, Leysin, Ormont-Dessous (Les Mosses), Château-d'Oex, Rossinière und Rougemont befragt wurden. Diese Erhebung hat ergeben, dass Zweitwohnungen durchschnittlich nahezu 80 Tage im Jahr genutzt werden. Diese Zahl ist deutlich höher als der jährliche Durchschnitt von 40 Logiernächten pro Bett, auf die das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) in seiner Planungshilfe Zweitwohnungen 2010 (S. 38) kommt. Die Differenz zwischen den Zahlen der Citav und des ARE ist beachtlich, und zwar selbst dann, wenn man beachtet, dass pro Zweitwohnung in den Waadtländer Alpen im Schnitt 5,1 Betten zur Verfügung stehen, während der Schweizer Durchschnitt bei 3,5 Betten liegt.</p><p>Angesichts dessen stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie erklärt er die Differenz zwischen den Angaben des ARE und denjenigen der Citav über die Auslastung von Zweitwohnungen?</p><p>2. Sollte er nicht angesichts der gegenwärtigen politischen und ökonomischen Herausforderungen in Bezug auf Zweitwohnungen die Zahlen über deren Auslastung regelmässig auf den neuesten Stand bringen, gegebenenfalls aufgegliedert nach den verschiedenen Landesregionen?</p>
  • Auslastung von Zweitwohnungen. Verlässlichkeit der Zahlen des ARE
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1. Die Berechnung in der Planungshilfe Zweitwohnungen 2010 stützt sich auf verschiedene Studien, unter anderem der Universität St. Gallen (2005), von Arcalpin (Umfragen in Kurorten Crans-Montana, Verbier und La Tsoumaz, 2004-2006) und des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE; Auswertung Mikrozensus 2005). Auf der Grundlage dieser Studien und weiterer Hinweise schätzt das Bundesamt für Raumentwicklung, dass die durchschnittliche Auslastung einer Zweitwohnung bei rund 50 bis 60 Tagen pro Jahr liegt. Diese Durchschnittswerte beziehen sich auf die Gesamtzahl der Zweitwohnungen, welche sowohl die bewirtschafteten wie auch die nichtbewirtschafteten Zweitwohnungen umfasst. Die vom Interpellanten erwähnte Zahl von durchschnittlich 40 Logiernächten pro Bett ist etwas tiefer, da davon ausgegangen wird, dass nicht immer alle Betten einer Zweitwohnung belegt sind.</p><p>In der vom Interpellanten erwähnten Studie der Communauté d'intérêt touristique des Alpes vaudoises (Citav) wird auf Seite 13 eine durchschnittliche Belegung pro Bett von rund 50 Tagen ausgewiesen. Die durchschnittliche Belegung einer Zweitwohnung liegt bei rund 80 Tagen. Damit weist diese Studie eine etwas höhere Belegung der Betten als auch der Zweitwohnungen aus, als sie in der Planungshilfe des Bundesamtes für Raumentwicklung festgehalten ist.</p><p>Eine plausible Erklärung könnte sein, dass die Waadtländer Alpen in der Nähe von mehreren Agglomerationen liegen und damit die Zweitwohnungen, neben den üblichen Ferienzeiten, auch an den Wochenenden häufiger benutzt werden.</p><p>2. Der Bundesrat erachtet es als wichtig, die statistischen Grundlagen im Tourismus auf nationaler Ebene zu verbessern. Neben der Beherbergungsstatistik Hesta, welche die Hotellerie und ein Teil der Parahotellerie erfasst, soll deshalb die Parahotellerie statistisch besser erfasst werden.</p><p>Seit 2003 gibt es keine schweizweiten statistischen Erhebungen zu den Übernachtungen der Parahotellerie mehr, wobei auch diese Zahlen keine präzisen Angaben zur Auslastung von Zweitwohnungen erlaubten.</p><p>Mit der Einführung von "Pasta light" hat der Schweizerische Tourismusverband (STV) jedoch ein neues Monitoring geschaffen, bei dem Ferienwohnungen erfasst werden. Ergebnisse sind erstmals im Jahre 2012 publiziert worden. Im Vergleich zur 2003 letztmals erhobenen Gesamtzahl der Logiernächte dürfte "Pasta light" rund einen Drittel aller Logiernächte von Ferienwohnungen abbilden. Eine umfassendere Statistik zur Parahotellerie ist vom Bundesamt für Statistik für das Jahr 2015 vorgesehen. Sie wird Angaben über die kommerziell bewirtschafteten Ferienwohnungen und die Kollektivunterkünfte erfassen.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Die Communauté d'intérêt touristique des Alpes vaudoises (Citav, Gemeinschaft für Touristikinteressen der Waadtländer Alpen) hat am 13. August 2013 die Ergebnisse einer Erhebung veröffentlicht, bei der Eigentümerinnen und Eigentümer von Zweitwohnungen aus den Gemeinden Gryon, Ollon (Villars), Ormont-Dessus (Les Diablerets), Aigle, Leysin, Ormont-Dessous (Les Mosses), Château-d'Oex, Rossinière und Rougemont befragt wurden. Diese Erhebung hat ergeben, dass Zweitwohnungen durchschnittlich nahezu 80 Tage im Jahr genutzt werden. Diese Zahl ist deutlich höher als der jährliche Durchschnitt von 40 Logiernächten pro Bett, auf die das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) in seiner Planungshilfe Zweitwohnungen 2010 (S. 38) kommt. Die Differenz zwischen den Zahlen der Citav und des ARE ist beachtlich, und zwar selbst dann, wenn man beachtet, dass pro Zweitwohnung in den Waadtländer Alpen im Schnitt 5,1 Betten zur Verfügung stehen, während der Schweizer Durchschnitt bei 3,5 Betten liegt.</p><p>Angesichts dessen stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie erklärt er die Differenz zwischen den Angaben des ARE und denjenigen der Citav über die Auslastung von Zweitwohnungen?</p><p>2. Sollte er nicht angesichts der gegenwärtigen politischen und ökonomischen Herausforderungen in Bezug auf Zweitwohnungen die Zahlen über deren Auslastung regelmässig auf den neuesten Stand bringen, gegebenenfalls aufgegliedert nach den verschiedenen Landesregionen?</p>
    • Auslastung von Zweitwohnungen. Verlässlichkeit der Zahlen des ARE

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