Vision 2020. Verbesserung der Bedingungen für den akademischen Nachwuchs

ShortId
13.3958
Id
20133958
Updated
28.07.2023 07:27
Language
de
Title
Vision 2020. Verbesserung der Bedingungen für den akademischen Nachwuchs
AdditionalIndexing
36;Personalverwaltung;Nachwuchsförderung;Forschungspersonal;Schweizer/in;Forschungsförderung;Einstellung;Student/in
1
  • L04K13030114, Nachwuchsförderung
  • L04K16020204, Forschungsförderung
  • L04K16020205, Forschungspersonal
  • L05K0702010204, Einstellung
  • L05K0506010605, Schweizer/in
  • L04K07020102, Personalverwaltung
  • L05K1301020101, Student/in
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Ausgelöst durch aktuelle Berufungsverfahren wird öffentlich wieder die Frage diskutiert, ob es an Schweizer Hochschulen zu viele ausländische Professorinnen und Professoren gibt. Unabhängig von einzelnen Verfahren stellt sich die grundlegende Frage nach der Situation des akademischen Nachwuchses in der Schweiz.</p><p>Das Positionspapier junger Forscherinnen und Forscher ("Vision 2020") zuhanden der WBK-S zeigt auf, dass die Schweiz von allen westlichen Ländern den mit Abstand höchsten Ausländeranteil an Universitäten hat (mit rasch steigender Tendenz, was auch die Statistiken des BFS verdeutlichen). Gefordert wird - wie auch in Publikationen des SWTR - der Umbau der universitären Strukturen vom Lehrstuhlsystem hin zum angelsächsischen und skandinavischen System. Diese Länder betreiben wie die Schweiz Spitzenforschung, bieten aber sicherere Karrierewege nach dem Doktorat sowie eine bessere Betreuung und Entlöhnung während dem Doktorat. In Zeitungsinterviews fordert auch der Zürcher Prorektor Otfried Jarren einen solchen Umbau, um akademische Karrieren für einheimische Studierende attraktiver zu machen. Dem Bund käme hierbei durch Sondermittel eine Schlüsselrolle zu.</p>
  • <p>Der Bundesrat anerkennt den Handlungsbedarf zur Verbesserung der Rahmenbedingungen von akademischen Karrieren in der Schweiz. Im Rahmen der laufenden Arbeiten zum Bundesratsbericht in Erfüllung des Postulates WBK-S 12.3343 analysiert der Bundesrat die aktuelle Situation und diskutiert mögliche Massnahmen zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Schweiz. Dabei gilt es, die geltende Trägerkompetenzordnung von Bund und Kantonen sowie die Autonomie der Hochschulen in Bezug auf Löhne, Anstellungsdauer oder die Einführung von Tenure-Track-Stellen zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund kann der Bundesrat die Fragen wie folgt beantworten:</p><p>1. Der Bundesrat ist bereit, im Rahmen seiner Kompetenzen Massnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Schweiz zu ergreifen. Zusammen mit den verschiedenen Akteuren des Hochschulbereichs (Rektorenkonferenzen, Schweizerischer Nationalfonds, Forschende usw.) werden zurzeit die verschiedenen Anliegen wie Löhne, Anstellungsbedingungen und Tenure Track analysiert und mögliche gemeinsame Massnahmen diskutiert. Ob dazu Sondermittel des Bundes erforderlich sind, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorausgesagt werden. Die Ergebnisse dieser Arbeiten fliessen in den obenerwähnten Bundesratsbericht ein.</p><p>2. Es ist anerkannt, dass an Schweizer Hochschulen die Qualifikationsphase nach dem Doktorat in einigen Fachbereichen lange dauert und die Selektion spät stattfindet. Der Bundesrat sieht hier Handlungsbedarf und wird diese Thematik in seinem Bericht aufnehmen.</p><p>3. Es ist dem Bundesrat ein Anliegen, dass begabte, in der Schweiz ausgebildete oder tätige Forschende adäquat gefördert werden und ihr Wissen in die Schweizer Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft einbringen können. Allerdings ist Internationalität dem wissenschaftlichen System inhärent und zeugt von der guten Qualität des schweizerischen Forschungsplatzes. Der Bund begrüsst und fördert deshalb auch den internationalen Austausch in der Lehre und Forschung. Ob Handlungsbedarf besteht und welche Verbesserungen der Bund anregen kann, soll im obenerwähnten Bericht geklärt werden.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Akademische Karrieren sind für Schweizerinnen und Schweizer und Bildungsinländerinnen und -inländer in der Schweiz zu wenig attraktiv. Unsere Hochschulen scheitern bei der Rekrutierung und Förderung des Nachwuchses aus der Schweiz. Dazu bitte ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Ist er bereit, sich für Sondermittel einzusetzen, um damit eine Strukturreform der Hochschulen hin zu einem modernen System mit besseren Löhnen, Festanstellungen sowie Tenure Track anzuschieben und so die Attraktivität akademischer Karrieren zu steigern?</p><p>2. Gemäss einem Positionspapier junger Forscherinnen und Forscher gleicht die akademische Karriere in der Schweiz, gerade auch im internationalen Vergleich, einer Lotterie. Durch steile Hierarchien, lange Unsicherheiten und starke Abhängigkeiten werde zum Teil erst mit 40 Jahren klar, ob Forschende eine Professur erhalten. Damit "werden der Volkswirtschaft helle Köpfe en masse entzogen". Anerkennt er den Handlungsbedarf, und wo sieht er Möglichkeiten, aktiv zu werden?</p><p>3. Ohne Umbau ist zu befürchten, dass die Schweiz bald einen Grossteil ihrer wissenschaftlichen Elite aus dem Ausland rekrutieren muss. Sieht er hier aus gesellschafts- respektive wissenschaftspolitischer Perspektive Handlungsbedarf?</p>
  • Vision 2020. Verbesserung der Bedingungen für den akademischen Nachwuchs
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Ausgelöst durch aktuelle Berufungsverfahren wird öffentlich wieder die Frage diskutiert, ob es an Schweizer Hochschulen zu viele ausländische Professorinnen und Professoren gibt. Unabhängig von einzelnen Verfahren stellt sich die grundlegende Frage nach der Situation des akademischen Nachwuchses in der Schweiz.</p><p>Das Positionspapier junger Forscherinnen und Forscher ("Vision 2020") zuhanden der WBK-S zeigt auf, dass die Schweiz von allen westlichen Ländern den mit Abstand höchsten Ausländeranteil an Universitäten hat (mit rasch steigender Tendenz, was auch die Statistiken des BFS verdeutlichen). Gefordert wird - wie auch in Publikationen des SWTR - der Umbau der universitären Strukturen vom Lehrstuhlsystem hin zum angelsächsischen und skandinavischen System. Diese Länder betreiben wie die Schweiz Spitzenforschung, bieten aber sicherere Karrierewege nach dem Doktorat sowie eine bessere Betreuung und Entlöhnung während dem Doktorat. In Zeitungsinterviews fordert auch der Zürcher Prorektor Otfried Jarren einen solchen Umbau, um akademische Karrieren für einheimische Studierende attraktiver zu machen. Dem Bund käme hierbei durch Sondermittel eine Schlüsselrolle zu.</p>
    • <p>Der Bundesrat anerkennt den Handlungsbedarf zur Verbesserung der Rahmenbedingungen von akademischen Karrieren in der Schweiz. Im Rahmen der laufenden Arbeiten zum Bundesratsbericht in Erfüllung des Postulates WBK-S 12.3343 analysiert der Bundesrat die aktuelle Situation und diskutiert mögliche Massnahmen zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Schweiz. Dabei gilt es, die geltende Trägerkompetenzordnung von Bund und Kantonen sowie die Autonomie der Hochschulen in Bezug auf Löhne, Anstellungsdauer oder die Einführung von Tenure-Track-Stellen zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund kann der Bundesrat die Fragen wie folgt beantworten:</p><p>1. Der Bundesrat ist bereit, im Rahmen seiner Kompetenzen Massnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Schweiz zu ergreifen. Zusammen mit den verschiedenen Akteuren des Hochschulbereichs (Rektorenkonferenzen, Schweizerischer Nationalfonds, Forschende usw.) werden zurzeit die verschiedenen Anliegen wie Löhne, Anstellungsbedingungen und Tenure Track analysiert und mögliche gemeinsame Massnahmen diskutiert. Ob dazu Sondermittel des Bundes erforderlich sind, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorausgesagt werden. Die Ergebnisse dieser Arbeiten fliessen in den obenerwähnten Bundesratsbericht ein.</p><p>2. Es ist anerkannt, dass an Schweizer Hochschulen die Qualifikationsphase nach dem Doktorat in einigen Fachbereichen lange dauert und die Selektion spät stattfindet. Der Bundesrat sieht hier Handlungsbedarf und wird diese Thematik in seinem Bericht aufnehmen.</p><p>3. Es ist dem Bundesrat ein Anliegen, dass begabte, in der Schweiz ausgebildete oder tätige Forschende adäquat gefördert werden und ihr Wissen in die Schweizer Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft einbringen können. Allerdings ist Internationalität dem wissenschaftlichen System inhärent und zeugt von der guten Qualität des schweizerischen Forschungsplatzes. Der Bund begrüsst und fördert deshalb auch den internationalen Austausch in der Lehre und Forschung. Ob Handlungsbedarf besteht und welche Verbesserungen der Bund anregen kann, soll im obenerwähnten Bericht geklärt werden.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Akademische Karrieren sind für Schweizerinnen und Schweizer und Bildungsinländerinnen und -inländer in der Schweiz zu wenig attraktiv. Unsere Hochschulen scheitern bei der Rekrutierung und Förderung des Nachwuchses aus der Schweiz. Dazu bitte ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Ist er bereit, sich für Sondermittel einzusetzen, um damit eine Strukturreform der Hochschulen hin zu einem modernen System mit besseren Löhnen, Festanstellungen sowie Tenure Track anzuschieben und so die Attraktivität akademischer Karrieren zu steigern?</p><p>2. Gemäss einem Positionspapier junger Forscherinnen und Forscher gleicht die akademische Karriere in der Schweiz, gerade auch im internationalen Vergleich, einer Lotterie. Durch steile Hierarchien, lange Unsicherheiten und starke Abhängigkeiten werde zum Teil erst mit 40 Jahren klar, ob Forschende eine Professur erhalten. Damit "werden der Volkswirtschaft helle Köpfe en masse entzogen". Anerkennt er den Handlungsbedarf, und wo sieht er Möglichkeiten, aktiv zu werden?</p><p>3. Ohne Umbau ist zu befürchten, dass die Schweiz bald einen Grossteil ihrer wissenschaftlichen Elite aus dem Ausland rekrutieren muss. Sieht er hier aus gesellschafts- respektive wissenschaftspolitischer Perspektive Handlungsbedarf?</p>
    • Vision 2020. Verbesserung der Bedingungen für den akademischen Nachwuchs

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