Fähigkeit zum Erdkampf und Wirkungskraft des Gripen im Vergleich zur bestehenden Luftwaffe
- ShortId
-
13.4166
- Id
-
20134166
- Updated
-
28.07.2023 06:59
- Language
-
de
- Title
-
Fähigkeit zum Erdkampf und Wirkungskraft des Gripen im Vergleich zur bestehenden Luftwaffe
- AdditionalIndexing
-
09;Militärflugzeug;F/A-18;Evaluation;Leistung;Warenqualität
- 1
-
- L04K04020404, Militärflugzeug
- L05K0402040401, F/A-18
- L04K08020217, Leistung
- L05K0706010305, Warenqualität
- L04K08020302, Evaluation
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>1. Die Leistungsfähigkeit eines Kampfflugzeuges für Luft-Boden-Einsätze ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Einer davon ist die maximale Waffenlast, die von der jeweiligen Trägerplattform mitgeführt werden kann. Diese ist beim F/A-18 C/D rund einen Viertel grösser als beim Gripen E. Wichtiger in Bezug auf die Leistungsfähigkeit ist die Art (Qualität) der Bewaffnung. Die im Beschaffungspaket Gripen E enthaltene Waffenzuladung mit Präzisionslenkbomben als Hauptbewaffnung sowie einer 27-Millimeter-Bordkanone (F/A-18 C/D Kaliber 20 Millimeter) erfüllt die militärischen Anforderungen der Luftwaffe. Zudem ist die Investition in eine neue Fähigkeit auf einem neuen Waffensystem wirtschaftlicher als auf einem System, das bereits rund die Hälfte der vorgesehenen Einsatzdauer erreicht hat.</p><p>2. Die operationelle Fähigkeit für Luft-Boden-Einsätze wird als Grundfähigkeit wieder aufgebaut. Dabei geht es um den Aufbau des benötigten Kernwissens und nicht um den Erwerb einer für bewaffnete Konflikte ausreichenden Fähigkeit. Ab Vertragsunterzeichnung wird ein Mitarbeitender der Luftwaffe für die Vorbereitung der Luft-Boden-Fähigkeit eingesetzt. Rund zwei Jahre vor Beginn der fliegerischen Operationen im Bereich Luft-Boden kommen drei Piloten und drei Fachspezialisten hinzu.</p><p>3. Die Kosten für den Wiederaufbau der Grundfähigkeit zur Unterstützung des Heeres mit Luft-Boden-Einsätzen betragen rund 2 Prozent des Rüstungsprogrammes 2012. Im Zusammenhang mit der Luft-Boden-Fähigkeit ist keine neue Infrastruktur notwendig, es erfolgen lediglich kleinere Anpassungen der bestehenden Infrastruktur der Luftwaffe.</p><p>4. Speziell im Bereich Close Air Support (CAS) ist eine präzise Zielbeleuchtung notwendig. Dies kann unter anderem durch einen Forward Air Controller (FAC) ausgeführt werden. Falls hierfür ein militärisches Bedürfnis in der Schweiz vorliegt, hat sich Schweden bereiterklärt, die entsprechende Ausbildung im Rahmen militärischer Kooperation in Schweden abzuwickeln (ohne Verrechnung der entstehenden Kosten an die Schweiz).</p><p>5. Der Gripen E verfügt über einen grösseren internen Treibstoffvorrat als der 2008 in der Schweiz erprobte Gripen D. Die Verweildauer in der Luft des Gripen E und des F/A-18 C/D (beide ohne Zusatztanks) sind daher nahezu identisch. Zur Erreichung einer dem F/A-18 C/D ebenbürtigen Einsatzdauer benötigt der Gripen E folglich keine Zusatztanks.</p><p>6. Neben der Erfüllung der geforderten Leistungsparameter wird bei Entwicklung und Betrieb des Waffensystems Gripen E vor allem auch den wirtschaftlichen Aspekten eine sehr hohe Bedeutung beigemessen. Der Instandhaltungsbedarf des Gripen E ist insgesamt geringer als derjenige des F/A-18 C/D.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Für den Erdkampf mit Präzisionsmunition hat die Schweizer Armee nur sehr tiefes Know-how. Mit dem Kauf des neuen Kampfjets Gripen soll diese Fähigkeit neu erworben werden. Fachkreise bezweifeln neben der Notwendigkeit das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die Berechnungen gehen davon aus, dass eine Combat-Air-Patrol-Ablösung rund 100 Minuten in der Luft ist. Gemäss den Evaluationsberichten ist die Reichweite des Gripen geringer als diejenige des F/A-18. In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Sind leistungsgesteigerte F/A-18 - mit der fast doppelten Flügeltragkraft für die Aufnahme verschiedener Waffen und dem leistungsfähigeren Bordgeschütz - nicht leistungsfähiger als der Gripen?</p><p>2. Wie viele Ressourcen sind für die Erarbeitung der doktrinalen, organisatorischen und operativen Fähigkeiten für den Boden-Luft-Einsatz eingeplant?</p><p>3. Wie viel wird das Aufrechterhalten der technischen und personellen Infrastruktur für Erdkampf-Einsätze kosten?</p><p>4. Ist es vorgesehen, Forward Air Controllers (FAC) auszubilden, welche Ziele mittels Laser vom Boden aus markieren? Falls nein: Welche Einsätze von Luft-Boden-Munition sind ohne FAC nicht möglich? Falls ja: Wo würden solche Truppen ausgebildet? Sind die Kosten für die Ausbildung bereits budgetiert?</p><p>5. Wie viele Zusatztanks würden benötigt, um eine dem F/A-18 ebenbürtige Einsatzdauer zu erreichen? Welches sind die Konsequenzen daraus, dass der Gripen für diese Einsatzdauer mit Zusatztanks ausgerüstet werden muss?</p><p>6. Ist der Instandhaltungsbedarf (Häufigkeit und Dauer der Kontrollen) des Gripen vergleichbar mit dem Instandhaltungsbedarf der F/A-18?</p>
- Fähigkeit zum Erdkampf und Wirkungskraft des Gripen im Vergleich zur bestehenden Luftwaffe
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>1. Die Leistungsfähigkeit eines Kampfflugzeuges für Luft-Boden-Einsätze ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Einer davon ist die maximale Waffenlast, die von der jeweiligen Trägerplattform mitgeführt werden kann. Diese ist beim F/A-18 C/D rund einen Viertel grösser als beim Gripen E. Wichtiger in Bezug auf die Leistungsfähigkeit ist die Art (Qualität) der Bewaffnung. Die im Beschaffungspaket Gripen E enthaltene Waffenzuladung mit Präzisionslenkbomben als Hauptbewaffnung sowie einer 27-Millimeter-Bordkanone (F/A-18 C/D Kaliber 20 Millimeter) erfüllt die militärischen Anforderungen der Luftwaffe. Zudem ist die Investition in eine neue Fähigkeit auf einem neuen Waffensystem wirtschaftlicher als auf einem System, das bereits rund die Hälfte der vorgesehenen Einsatzdauer erreicht hat.</p><p>2. Die operationelle Fähigkeit für Luft-Boden-Einsätze wird als Grundfähigkeit wieder aufgebaut. Dabei geht es um den Aufbau des benötigten Kernwissens und nicht um den Erwerb einer für bewaffnete Konflikte ausreichenden Fähigkeit. Ab Vertragsunterzeichnung wird ein Mitarbeitender der Luftwaffe für die Vorbereitung der Luft-Boden-Fähigkeit eingesetzt. Rund zwei Jahre vor Beginn der fliegerischen Operationen im Bereich Luft-Boden kommen drei Piloten und drei Fachspezialisten hinzu.</p><p>3. Die Kosten für den Wiederaufbau der Grundfähigkeit zur Unterstützung des Heeres mit Luft-Boden-Einsätzen betragen rund 2 Prozent des Rüstungsprogrammes 2012. Im Zusammenhang mit der Luft-Boden-Fähigkeit ist keine neue Infrastruktur notwendig, es erfolgen lediglich kleinere Anpassungen der bestehenden Infrastruktur der Luftwaffe.</p><p>4. Speziell im Bereich Close Air Support (CAS) ist eine präzise Zielbeleuchtung notwendig. Dies kann unter anderem durch einen Forward Air Controller (FAC) ausgeführt werden. Falls hierfür ein militärisches Bedürfnis in der Schweiz vorliegt, hat sich Schweden bereiterklärt, die entsprechende Ausbildung im Rahmen militärischer Kooperation in Schweden abzuwickeln (ohne Verrechnung der entstehenden Kosten an die Schweiz).</p><p>5. Der Gripen E verfügt über einen grösseren internen Treibstoffvorrat als der 2008 in der Schweiz erprobte Gripen D. Die Verweildauer in der Luft des Gripen E und des F/A-18 C/D (beide ohne Zusatztanks) sind daher nahezu identisch. Zur Erreichung einer dem F/A-18 C/D ebenbürtigen Einsatzdauer benötigt der Gripen E folglich keine Zusatztanks.</p><p>6. Neben der Erfüllung der geforderten Leistungsparameter wird bei Entwicklung und Betrieb des Waffensystems Gripen E vor allem auch den wirtschaftlichen Aspekten eine sehr hohe Bedeutung beigemessen. Der Instandhaltungsbedarf des Gripen E ist insgesamt geringer als derjenige des F/A-18 C/D.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Für den Erdkampf mit Präzisionsmunition hat die Schweizer Armee nur sehr tiefes Know-how. Mit dem Kauf des neuen Kampfjets Gripen soll diese Fähigkeit neu erworben werden. Fachkreise bezweifeln neben der Notwendigkeit das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die Berechnungen gehen davon aus, dass eine Combat-Air-Patrol-Ablösung rund 100 Minuten in der Luft ist. Gemäss den Evaluationsberichten ist die Reichweite des Gripen geringer als diejenige des F/A-18. In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Sind leistungsgesteigerte F/A-18 - mit der fast doppelten Flügeltragkraft für die Aufnahme verschiedener Waffen und dem leistungsfähigeren Bordgeschütz - nicht leistungsfähiger als der Gripen?</p><p>2. Wie viele Ressourcen sind für die Erarbeitung der doktrinalen, organisatorischen und operativen Fähigkeiten für den Boden-Luft-Einsatz eingeplant?</p><p>3. Wie viel wird das Aufrechterhalten der technischen und personellen Infrastruktur für Erdkampf-Einsätze kosten?</p><p>4. Ist es vorgesehen, Forward Air Controllers (FAC) auszubilden, welche Ziele mittels Laser vom Boden aus markieren? Falls nein: Welche Einsätze von Luft-Boden-Munition sind ohne FAC nicht möglich? Falls ja: Wo würden solche Truppen ausgebildet? Sind die Kosten für die Ausbildung bereits budgetiert?</p><p>5. Wie viele Zusatztanks würden benötigt, um eine dem F/A-18 ebenbürtige Einsatzdauer zu erreichen? Welches sind die Konsequenzen daraus, dass der Gripen für diese Einsatzdauer mit Zusatztanks ausgerüstet werden muss?</p><p>6. Ist der Instandhaltungsbedarf (Häufigkeit und Dauer der Kontrollen) des Gripen vergleichbar mit dem Instandhaltungsbedarf der F/A-18?</p>
- Fähigkeit zum Erdkampf und Wirkungskraft des Gripen im Vergleich zur bestehenden Luftwaffe
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