Fragwürdige Triple-A-Bewertung der USA

ShortId
13.5559
Id
20135559
Updated
28.07.2023 07:13
Language
de
Title
Fragwürdige Triple-A-Bewertung der USA
AdditionalIndexing
08;24;Schweiz;Wirtschaftsbeziehungen;Evaluation;Haushaltsdefizit;Prognose;Eidgenössische Finanzmarktaufsicht;Finanzmarkt;USA
1
  • L04K03010101, Schweiz
  • L04K03050305, USA
  • L05K0701020308, Wirtschaftsbeziehungen
  • L04K08020302, Evaluation
  • L05K1602010701, Prognose
  • L04K08040513, Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
  • L03K110601, Finanzmarkt
  • L04K11020502, Haushaltsdefizit
Texts
  • <p>Ratings zielen darauf ab, die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls, also die Fähigkeit von Schuldnern, ihre Anleihen zurückzubezahlen, zu bewerten. Das Rating der USA oder anderer staatlichen Schuldner wird von Ratingagenturen vorgenommen. Der Bund, die Finma oder auch die Schweizerische Nationalbank machen keine eigenen Ratings.</p><p>Im Konzept der Ratingagenturen beinhalten Ratings Aussagen über Wahrscheinlichkeiten. Dabei deutet ein Triple-A (AAA) auf eine sehr geringe Ausfallwahrscheinlichkeit. Es besagt aber nicht, dass das Ausfallrisiko garantiert gleich null ist. Zwei der drei grossen Ratingagenturen bewerten die US-Staatsanleihen mit AAA. Als Indikation für das Kreditrisikoprofil ihrer zinstragenden Aktiven publiziert beispielsweise die Nationalbank die Ratingverteilung auf Basis der Einschätzung der Ratingagenturen. Damit ihre Ratings für regulatorische Zwecke eingesetzt werden können, muss eine Ratingagentur vorab von der Finma bewilligt werden. Damit ist die Einhaltung von anerkannten Regeln zur Herleitung eines Ratings gewährleistet.</p><p>Das AAA-Rating wird von Anlegern als solches zur Kenntnis genommen. Dies heisst aber nicht, dass diese Anlagen keinen Risiken unterworfen sind. Neben dem Kreditrisiko gibt es beispielsweise auch Zinsrisiken oder Wechselkursrisiken, die beträchtlich sein können.</p><p>Bei jedem Risikomanagement werden neben den Ratings auch diese Aspekte berücksichtigt.</p><p>Die von der Finma beaufsichtigten Institute sind insbesondere verpflichtet, ihre Anlagen mit Eigenkapital zu unterlegen. Für verschiedene Risikokategorien sind diese Anforderungen unterschiedlich. Bei Staatsanleihen sind diese Anforderungen in der Regel gering. Dies entspricht den gegenwärtigen internationalen Standards, wurde in letzter Zeit aber im Rahmen der Finanzkrise von Ökonomen auch kritisch hinterfragt. Im Rahmen der Basel-III-Richtlinien sind Erhöhungen der Risikofähigkeit der Banken generell ein Anliegen. Wie sich aber die Bestimmungen zu den Risikogewichtungen in Zukunft entwickeln werden, ist derzeit nicht absehbar.</p>
  • <p>Die Schweiz bewertet ihr in US-Staatsanleihen angelegtes Geld immer noch mit einem AAA-Rating, was bedeutet, dass das Kreditausfallrisiko gleich null ist.</p><p>- Ist diese Bewertung angesichts der aktuellen Schulden- und Haushaltssituation und der Finanzstreitigkeiten in den USA noch gerechtfertigt?</p><p>- Wie handhabt die Finma die US-Staatsanleihen bei den ihr unterstellten Instituten?</p>
  • Fragwürdige Triple-A-Bewertung der USA
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Ratings zielen darauf ab, die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls, also die Fähigkeit von Schuldnern, ihre Anleihen zurückzubezahlen, zu bewerten. Das Rating der USA oder anderer staatlichen Schuldner wird von Ratingagenturen vorgenommen. Der Bund, die Finma oder auch die Schweizerische Nationalbank machen keine eigenen Ratings.</p><p>Im Konzept der Ratingagenturen beinhalten Ratings Aussagen über Wahrscheinlichkeiten. Dabei deutet ein Triple-A (AAA) auf eine sehr geringe Ausfallwahrscheinlichkeit. Es besagt aber nicht, dass das Ausfallrisiko garantiert gleich null ist. Zwei der drei grossen Ratingagenturen bewerten die US-Staatsanleihen mit AAA. Als Indikation für das Kreditrisikoprofil ihrer zinstragenden Aktiven publiziert beispielsweise die Nationalbank die Ratingverteilung auf Basis der Einschätzung der Ratingagenturen. Damit ihre Ratings für regulatorische Zwecke eingesetzt werden können, muss eine Ratingagentur vorab von der Finma bewilligt werden. Damit ist die Einhaltung von anerkannten Regeln zur Herleitung eines Ratings gewährleistet.</p><p>Das AAA-Rating wird von Anlegern als solches zur Kenntnis genommen. Dies heisst aber nicht, dass diese Anlagen keinen Risiken unterworfen sind. Neben dem Kreditrisiko gibt es beispielsweise auch Zinsrisiken oder Wechselkursrisiken, die beträchtlich sein können.</p><p>Bei jedem Risikomanagement werden neben den Ratings auch diese Aspekte berücksichtigt.</p><p>Die von der Finma beaufsichtigten Institute sind insbesondere verpflichtet, ihre Anlagen mit Eigenkapital zu unterlegen. Für verschiedene Risikokategorien sind diese Anforderungen unterschiedlich. Bei Staatsanleihen sind diese Anforderungen in der Regel gering. Dies entspricht den gegenwärtigen internationalen Standards, wurde in letzter Zeit aber im Rahmen der Finanzkrise von Ökonomen auch kritisch hinterfragt. Im Rahmen der Basel-III-Richtlinien sind Erhöhungen der Risikofähigkeit der Banken generell ein Anliegen. Wie sich aber die Bestimmungen zu den Risikogewichtungen in Zukunft entwickeln werden, ist derzeit nicht absehbar.</p>
    • <p>Die Schweiz bewertet ihr in US-Staatsanleihen angelegtes Geld immer noch mit einem AAA-Rating, was bedeutet, dass das Kreditausfallrisiko gleich null ist.</p><p>- Ist diese Bewertung angesichts der aktuellen Schulden- und Haushaltssituation und der Finanzstreitigkeiten in den USA noch gerechtfertigt?</p><p>- Wie handhabt die Finma die US-Staatsanleihen bei den ihr unterstellten Instituten?</p>
    • Fragwürdige Triple-A-Bewertung der USA

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