Immer mehr IV-Neurenten für junge Erwachsene?

ShortId
14.416
Id
20140416
Updated
10.04.2024 17:52
Language
de
Title
Immer mehr IV-Neurenten für junge Erwachsene?
AdditionalIndexing
28;2836;junger Mensch;IV-Rente;Prävention;IV-Rentner/in;psychische Krankheit
1
  • L05K0104010303, IV-Rente
  • L05K0104020103, IV-Rentner/in
  • L05K0107010204, junger Mensch
  • L04K01050107, psychische Krankheit
  • L05K0105050702, Prävention
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Während die IV-Neurenten von 2008 bis 2012 um 14 Prozent abnahmen, legten sie bei den 18- bis 24-Jährigen um 11 Prozent zu, bei der Gesamtzahl der Renten sind es sogar 13 Prozent. Seit 1995 hat sich die Zahl junger IV-Bezüger mit psychiatrischer Diagnose fast verdreifacht auf 1300 Fälle pro Jahr; das bedeutet ein gravierendes Problem in Bezug auf ihre Lebensperspektiven und auch volkswirtschaftlich. </p><p>Was sind die Gründe dafür? </p><p>a. Fehlanreize der IV: Junge IV-Bezüger ohne berufliche Ausbildung finden kaum Erwerbsarbeit, bei der sie ein so hohes Einkommen erzielen wie mit Rente plus Ergänzungsleistungen. Deshalb ist kein Anreiz vorhanden, aus der Rente zu kommen. </p><p>b. Die gesunkene Toleranz der Lehrbetriebe und Schulen gegenüber schwierigen Jugendlichen erschwert es ihnen trotz Coaching-Angeboten, einen Ausbildungsplatz und eine Perspektive für eine erfolgreiche Berufsausbildung zu finden.</p><p>c. Die Ansprüche der Arbeitswelt sind gestiegen, sodass stets bessere Konkurrenten den Jugendlichen mit psychischen Problemen vorgezogen werden. </p><p>d. Die Zunahme von psychischen Leiden im Jugendalter (z. B. ADHS, Angststörung, Essstörung, Depression). </p><p>e. Der Anspruch der Wirtschaft auf eine 100-prozentige Leistungsfähigkeit erschwert die Akzeptanz von allfälliger Leistungsschwäche von Mitarbeitenden im Betrieb.</p><p>Lösungsansätze: Die Vorschläge von einzelnen Kompetenzbereichen wie die Rentenreform für Junge stossen auf Widerstand. Verschiedenste Projekte wie die Interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ) versuchen seit Jahren eine breitere interdisziplinäre Plattform zu schaffen, um die Probleme von den verschiedenen Kompetenzzentren aus gemeinsam anzugehen. Aber eine wichtige Partnerin, Arbeitsmarkt/Arbeitgeberin, fehlt. Die Resultate der IIZ genügen nicht. Mit Hilfe eines optimierten, übergreifenderen Modells, das alle Akteure und auch alle politischen Ebenen einbezieht, sollen kombinierte, synergetische Lösungswege geprüft und zur schnellen Umsetzung entwickelt werden.</p>
  • <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Die ungebrochen wachsende Zahl der IV-Neurenten für psychisch kranke junge Erwachsene muss gesenkt werden mit einer departementsübergreifenden Plattform, die die präventiven Anstrengungen zur beruflichen Integration von allen Seiten (Bildung/Berufsbildung, Gesundheits- und Arbeitsvermittlungsdienste, Ausbildner/Arbeitgeber und IV) koordiniert und deren zügige Umsetzung überwacht.</p>
  • Immer mehr IV-Neurenten für junge Erwachsene?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Während die IV-Neurenten von 2008 bis 2012 um 14 Prozent abnahmen, legten sie bei den 18- bis 24-Jährigen um 11 Prozent zu, bei der Gesamtzahl der Renten sind es sogar 13 Prozent. Seit 1995 hat sich die Zahl junger IV-Bezüger mit psychiatrischer Diagnose fast verdreifacht auf 1300 Fälle pro Jahr; das bedeutet ein gravierendes Problem in Bezug auf ihre Lebensperspektiven und auch volkswirtschaftlich. </p><p>Was sind die Gründe dafür? </p><p>a. Fehlanreize der IV: Junge IV-Bezüger ohne berufliche Ausbildung finden kaum Erwerbsarbeit, bei der sie ein so hohes Einkommen erzielen wie mit Rente plus Ergänzungsleistungen. Deshalb ist kein Anreiz vorhanden, aus der Rente zu kommen. </p><p>b. Die gesunkene Toleranz der Lehrbetriebe und Schulen gegenüber schwierigen Jugendlichen erschwert es ihnen trotz Coaching-Angeboten, einen Ausbildungsplatz und eine Perspektive für eine erfolgreiche Berufsausbildung zu finden.</p><p>c. Die Ansprüche der Arbeitswelt sind gestiegen, sodass stets bessere Konkurrenten den Jugendlichen mit psychischen Problemen vorgezogen werden. </p><p>d. Die Zunahme von psychischen Leiden im Jugendalter (z. B. ADHS, Angststörung, Essstörung, Depression). </p><p>e. Der Anspruch der Wirtschaft auf eine 100-prozentige Leistungsfähigkeit erschwert die Akzeptanz von allfälliger Leistungsschwäche von Mitarbeitenden im Betrieb.</p><p>Lösungsansätze: Die Vorschläge von einzelnen Kompetenzbereichen wie die Rentenreform für Junge stossen auf Widerstand. Verschiedenste Projekte wie die Interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ) versuchen seit Jahren eine breitere interdisziplinäre Plattform zu schaffen, um die Probleme von den verschiedenen Kompetenzzentren aus gemeinsam anzugehen. Aber eine wichtige Partnerin, Arbeitsmarkt/Arbeitgeberin, fehlt. Die Resultate der IIZ genügen nicht. Mit Hilfe eines optimierten, übergreifenderen Modells, das alle Akteure und auch alle politischen Ebenen einbezieht, sollen kombinierte, synergetische Lösungswege geprüft und zur schnellen Umsetzung entwickelt werden.</p>
    • <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Die ungebrochen wachsende Zahl der IV-Neurenten für psychisch kranke junge Erwachsene muss gesenkt werden mit einer departementsübergreifenden Plattform, die die präventiven Anstrengungen zur beruflichen Integration von allen Seiten (Bildung/Berufsbildung, Gesundheits- und Arbeitsvermittlungsdienste, Ausbildner/Arbeitgeber und IV) koordiniert und deren zügige Umsetzung überwacht.</p>
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