Lohngleichheit. Faire Chance für freiwillige Massnahmen

ShortId
14.3079
Id
20143079
Updated
24.06.2025 23:41
Language
de
Title
Lohngleichheit. Faire Chance für freiwillige Massnahmen
AdditionalIndexing
12;15;Unternehmen;Gleichstellung von Mann und Frau;Aktionsprogramm;Projektanalyse;Lohngleichheit;Selbstregulierung
1
  • L05K0702010305, Lohngleichheit
  • L05K0703050101, Aktionsprogramm
  • L06K070305010103, Projektanalyse
  • L04K05020305, Gleichstellung von Mann und Frau
  • L04K08020342, Selbstregulierung
  • L04K07030601, Unternehmen
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Das Ziel der Lohngleichheit ist unbestritten. Die Vorsteherin des EJPD scheint aus dem Scheitern des Projekts LGD zu folgern, dass die freiwillige Zusammenarbeit mit der Wirtschaft nichts bringt. Der Bericht zur Zwischenevaluation des Projekts LGD legt aber die Vermutung nahe, dass dieses Projekt ungeschickt aufgegleist wurde und seitens der Projektverantwortlichen nur eine geringe Bereitschaft bestand, den Dialog mit der Wirtschaft zu führen. So musste dieser Dialog vom Seco erst angemahnt werden. Bevor Zwangsmassnahmen eingeführt werden, müsste dieser Dialog offen geführt werden.</p><p>Nach Ansicht der Projektverantwortlichen führt nur der vom EBG vorgeschlagene Weg zur Lohngleichheit. Branchenverbände und Unternehmen wiesen darauf hin, dass sie längst eigene Modelle zur Durchsetzung der Lohngleichheit entwickelt haben. Diese Modelle hätten zumindest auf ihre Tauglichkeit geprüft werden müssen. Über entsprechende Prüfungen ist dem Evaluationsbericht nichts zu entnehmen. </p><p>Unternehmen kritisierten, dass sie im Rahmen des LGD hätten gezwungen werden sollen, die Gewerkschaften einzubeziehen und diesen firmeninterne Daten offenzulegen. Ist es sinnvoll, das Streben nach Lohngleichheit mit einer Veränderung der Kräfteverhältnisse zwischen den Sozialpartnern zu verbinden? </p><p>Zwangsmassnahmen müssten mit einem entsprechenden Rechtsschutz für die betroffenen Unternehmen verbunden werden. Das kann zu umfangreichen und zeitraubenden Verfahren führen, sodass das Ziel der Lohngleichheit mit Zwangsmassnahmen nicht unbedingt früher erreicht wird als mit freiwilligen Massnahmen. Deshalb sollte ein Entscheid über einen Strategiewechsel auf einer soliden Abklärung beruhen.</p>
  • Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Bericht darüber vorzulegen, welche Erfolgsaussichten geschickte freiwillige Massnahmen bei der Erreichung der Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern haben. Im Sommer 2014 wird der Bundesrat entscheiden, ob er zur Erreichung der Lohngleichheit weiterhin die Zusammenarbeit mit den Unternehmen suchen will oder staatliche Zwangsmassnahmen einführen will. Anscheinend herrscht im zuständigen Departement die Meinung vor, das Scheitern des Projekts Lohngleichheitsdialog (LGD) beweise, dass auf dem Weg der Freiwilligkeit nichts oder zu wenig für die Lohngleichheit getan werden könne. Der Bericht soll insbesondere die folgenden Fragen beantworten:</p><p>1. Welches waren die organisatorischen und inhaltlichen Mängel des Projekts LGD?</p><p>2. Ist wirklich nur das vom EBG (Eidgenössisches Büro für Gleichstellung) vorgeschlagene Verfahren zielführend? Wurden die von vielen Unternehmen zur Erreichung der Lohngleichheit angewendeten Methoden mit der nötigen Seriosität und Offenheit geprüft? </p><p>3. Welches waren die Gründe, weshalb viele angefragte Unternehmen die Teilnahme am Projekt LGD abgelehnt haben? Kann diesen Gründen Rechnung getragen werden, ohne das Ziel der Erreichung der Lohngleichheit zu gefährden?</p><p>4. Beweist das Scheitern des Projekts LGD wirklich, dass freiwillige Massnahmen nichts bringen? Ist dieses Scheitern nicht vielmehr in den Mängeln des Projekts begründet?</p>
  • Lohngleichheit. Faire Chance für freiwillige Massnahmen
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Das Ziel der Lohngleichheit ist unbestritten. Die Vorsteherin des EJPD scheint aus dem Scheitern des Projekts LGD zu folgern, dass die freiwillige Zusammenarbeit mit der Wirtschaft nichts bringt. Der Bericht zur Zwischenevaluation des Projekts LGD legt aber die Vermutung nahe, dass dieses Projekt ungeschickt aufgegleist wurde und seitens der Projektverantwortlichen nur eine geringe Bereitschaft bestand, den Dialog mit der Wirtschaft zu führen. So musste dieser Dialog vom Seco erst angemahnt werden. Bevor Zwangsmassnahmen eingeführt werden, müsste dieser Dialog offen geführt werden.</p><p>Nach Ansicht der Projektverantwortlichen führt nur der vom EBG vorgeschlagene Weg zur Lohngleichheit. Branchenverbände und Unternehmen wiesen darauf hin, dass sie längst eigene Modelle zur Durchsetzung der Lohngleichheit entwickelt haben. Diese Modelle hätten zumindest auf ihre Tauglichkeit geprüft werden müssen. Über entsprechende Prüfungen ist dem Evaluationsbericht nichts zu entnehmen. </p><p>Unternehmen kritisierten, dass sie im Rahmen des LGD hätten gezwungen werden sollen, die Gewerkschaften einzubeziehen und diesen firmeninterne Daten offenzulegen. Ist es sinnvoll, das Streben nach Lohngleichheit mit einer Veränderung der Kräfteverhältnisse zwischen den Sozialpartnern zu verbinden? </p><p>Zwangsmassnahmen müssten mit einem entsprechenden Rechtsschutz für die betroffenen Unternehmen verbunden werden. Das kann zu umfangreichen und zeitraubenden Verfahren führen, sodass das Ziel der Lohngleichheit mit Zwangsmassnahmen nicht unbedingt früher erreicht wird als mit freiwilligen Massnahmen. Deshalb sollte ein Entscheid über einen Strategiewechsel auf einer soliden Abklärung beruhen.</p>
    • Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Bericht darüber vorzulegen, welche Erfolgsaussichten geschickte freiwillige Massnahmen bei der Erreichung der Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern haben. Im Sommer 2014 wird der Bundesrat entscheiden, ob er zur Erreichung der Lohngleichheit weiterhin die Zusammenarbeit mit den Unternehmen suchen will oder staatliche Zwangsmassnahmen einführen will. Anscheinend herrscht im zuständigen Departement die Meinung vor, das Scheitern des Projekts Lohngleichheitsdialog (LGD) beweise, dass auf dem Weg der Freiwilligkeit nichts oder zu wenig für die Lohngleichheit getan werden könne. Der Bericht soll insbesondere die folgenden Fragen beantworten:</p><p>1. Welches waren die organisatorischen und inhaltlichen Mängel des Projekts LGD?</p><p>2. Ist wirklich nur das vom EBG (Eidgenössisches Büro für Gleichstellung) vorgeschlagene Verfahren zielführend? Wurden die von vielen Unternehmen zur Erreichung der Lohngleichheit angewendeten Methoden mit der nötigen Seriosität und Offenheit geprüft? </p><p>3. Welches waren die Gründe, weshalb viele angefragte Unternehmen die Teilnahme am Projekt LGD abgelehnt haben? Kann diesen Gründen Rechnung getragen werden, ohne das Ziel der Erreichung der Lohngleichheit zu gefährden?</p><p>4. Beweist das Scheitern des Projekts LGD wirklich, dass freiwillige Massnahmen nichts bringen? Ist dieses Scheitern nicht vielmehr in den Mängeln des Projekts begründet?</p>
    • Lohngleichheit. Faire Chance für freiwillige Massnahmen

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