Stromkonsum von Wärmepumpen
- ShortId
-
14.3128
- Id
-
20143128
- Updated
-
28.07.2023 06:56
- Language
-
de
- Title
-
Stromkonsum von Wärmepumpen
- AdditionalIndexing
-
66;Stromversorgung;Sonnenenergie;elektrische Energie;Energieverbrauch;Energiebilanz;Wärmepumpe;Energieeinsparung
- 1
-
- L06K170101060701, Stromversorgung
- L05K1701010602, Energieverbrauch
- L04K17050401, Wärmepumpe
- L04K17030301, elektrische Energie
- L04K17010107, Energieeinsparung
- L04K17010106, Energiebilanz
- L03K170505, Sonnenenergie
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Wie die Interpellantin richtig feststellt, können Wärmeerzeugungsanlagen aufgrund verschiedener Fehler (z. B. Planungsfehler, mangelhaft ausgeführte Installation, nicht korrekt ausgeführte Inbetriebnahme) zu viel Energie verbrauchen. Das gilt sowohl für Wärmepumpenanlagen als auch für Öl- und Gaskessel sowie für Holzfeuerungen. </p><p>Die einzelnen Fragen beantwortet der Bundesrat wie folgt:</p><p>1./2. Die Anzahl, Leistung und der jährliche Stromverbrauch der installierten Wärmepumpen im Gebäudebereich sind annäherungsweise bekannt. Die Daten werden unter anderem in der Elektrizitätsstatistik publiziert. Im Jahr 2012 waren in der Modellrechnung 207 975 Elektrowärmepumpen in Betrieb, die maximal benötigte elektrische Leistung betrug 835 Megawatt. Damit stand eine maximale thermische Leistung von 3100 Megawatt zur Verfügung. Der Elektrizitätsverbrauch betrug rund 1552 Gigawatt pro Stunde, und es wurde 4934 Gigawatt Wärme pro Stunde produziert. Zum Vergleich: Für den Betrieb von Elektroheizungen und für die elektrische Brauchwarmwassererwärmung werden jährlich rund 4000 Gigawatt pro Stunde Elektrizität benötigt. </p><p>Die jährlichen Verkäufe sind bis 2010 angestiegen. Seither stagnieren sie bei rund 20 000 Stück pro Jahr. Es ist aber davon auszugehen, dass die Verkaufszahlen in Zukunft steigen werden; dies auch deshalb, weil bei Gesamtsanierungen der Einbezug von erneuerbaren Energien aus Sicht der Energie- und Klimapolitik erwünscht ist. </p><p>3. Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (Muken) alleine können keine hohe Energieeffizienz bei Wärmepumpen garantieren. Dafür sind weitere Massnahmen notwendig, so z. B. in den Bereichen Weiterbildung, Qualitätssicherung und Monitoring. Eine Verbesserung der Energieeffizienz könnte sich allenfalls durch vermehrte Energieinspektionen und Betriebsoptimierungen in der Gebäudetechnik ergeben.</p><p>4. Der Bundesrat setzt sich schon seit Längerem für Energieeffizienz von Geräten und Anlagen ein. Im Rahmen der laufenden Revision der Energieverordnung betreffend die Änderungen von Gerätevorschriften stehen auch Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von elektrisch betriebenen Wärmepumpen zur Diskussion. Der Bundesrat wird voraussichtlich im Sommer 2014 über die definitiven Bestimmungen entscheiden.</p><p>5. Luft-Luft-Wärmepumpen können nicht per se als ineffizient deklariert werden. Ein Verbot ist deshalb nicht vorgesehen. Bei einer Wärmepumpenanlage bestimmt neben der Qualität der Maschine vor allem die Quellen- und die Abgabetemperatur über die Energieeffizienz. Bezieht eine Wärmepumpe den Anteil der erneuerbaren Energie aus der Luft, so ist der Standort der Anlage entscheidend. Im Gegensatz zu Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpen können Luft-Luft-Wärmepumpen dort eingesetzt werden, wo ein zentrales Verteilsystem fehlt, also z. B. in Gebäuden mit dezentralen Elektroheizungen. </p><p>6. Für Massnahmen, die den Verbrauch von Energie in Gebäuden betreffen, sind vor allem die Kantone zuständig. Der Bundesrat sieht deshalb nicht vor, bei neuinstallierten Wärmepumpen die Produktion aus Solarstrom zu verlangen. Er unterstützt aber die Kantone in ihrem Vorhaben, die Muken zu verschärfen. Im Rahmen dieser Arbeiten haben die Kantone angekündigt, dass neue Gebäude ab 2020 ihre Elektrizität zu einem angemessenen Anteil selber produzieren müssen.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Die Energiestrategie des Bundes sieht eine Stabilisierung des Stromkonsums vor. In der Folge werden mit Unterstützung des Bundes Wärmepumpen als Heiz- und Kühlsysteme propagiert. Die Werbung für diese Systeme und die Dokumente der Hersteller und Installateure enthalten jedoch nur wenige Angaben über deren wirklichen Stromverbrauch. So besteht die Gefahr, dass Wärmepumpen mit sehr schlechter Effizienz installiert werden, die dann zu einem Anstieg des landesweiten Stromverbrauchs führen. Ich frage deshalb den Bundesrat:</p><p>1. Sind die Anzahl, die Leistung und der jährliche Stromverbrauch der in der Schweiz installierten Wärmepumpen im Gebäudebereich bekannt? Wenn ja, wie hoch sind diese?</p><p>2. Wie sehen die diesbezüglichen Perspektiven für die kommenden Jahre aus?</p><p>3. Reichen die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (Muken) aus, um eine hohe Energieeffizienz bei den Wärmepumpen zu garantieren?</p><p>4. Zieht er in Erwägung, Richtlinien zu erlassen, welche nur Wärmepumpen mit der grösstmöglichen Effizienz zulassen?</p><p>5. Zieht er in Betracht, neuinstallierte Wärmepumpen mit schlechter Effizienz wie Luft-Luft-Wärmepumpen zu untersagen? </p><p>6. Sieht er eine Möglichkeit, bei allen neuen Wärmepumpeninstallationen eine Pflicht zur Produktion von Solarstrom als addidative Energiequelle zu verlangen?</p>
- Stromkonsum von Wärmepumpen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Wie die Interpellantin richtig feststellt, können Wärmeerzeugungsanlagen aufgrund verschiedener Fehler (z. B. Planungsfehler, mangelhaft ausgeführte Installation, nicht korrekt ausgeführte Inbetriebnahme) zu viel Energie verbrauchen. Das gilt sowohl für Wärmepumpenanlagen als auch für Öl- und Gaskessel sowie für Holzfeuerungen. </p><p>Die einzelnen Fragen beantwortet der Bundesrat wie folgt:</p><p>1./2. Die Anzahl, Leistung und der jährliche Stromverbrauch der installierten Wärmepumpen im Gebäudebereich sind annäherungsweise bekannt. Die Daten werden unter anderem in der Elektrizitätsstatistik publiziert. Im Jahr 2012 waren in der Modellrechnung 207 975 Elektrowärmepumpen in Betrieb, die maximal benötigte elektrische Leistung betrug 835 Megawatt. Damit stand eine maximale thermische Leistung von 3100 Megawatt zur Verfügung. Der Elektrizitätsverbrauch betrug rund 1552 Gigawatt pro Stunde, und es wurde 4934 Gigawatt Wärme pro Stunde produziert. Zum Vergleich: Für den Betrieb von Elektroheizungen und für die elektrische Brauchwarmwassererwärmung werden jährlich rund 4000 Gigawatt pro Stunde Elektrizität benötigt. </p><p>Die jährlichen Verkäufe sind bis 2010 angestiegen. Seither stagnieren sie bei rund 20 000 Stück pro Jahr. Es ist aber davon auszugehen, dass die Verkaufszahlen in Zukunft steigen werden; dies auch deshalb, weil bei Gesamtsanierungen der Einbezug von erneuerbaren Energien aus Sicht der Energie- und Klimapolitik erwünscht ist. </p><p>3. Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (Muken) alleine können keine hohe Energieeffizienz bei Wärmepumpen garantieren. Dafür sind weitere Massnahmen notwendig, so z. B. in den Bereichen Weiterbildung, Qualitätssicherung und Monitoring. Eine Verbesserung der Energieeffizienz könnte sich allenfalls durch vermehrte Energieinspektionen und Betriebsoptimierungen in der Gebäudetechnik ergeben.</p><p>4. Der Bundesrat setzt sich schon seit Längerem für Energieeffizienz von Geräten und Anlagen ein. Im Rahmen der laufenden Revision der Energieverordnung betreffend die Änderungen von Gerätevorschriften stehen auch Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von elektrisch betriebenen Wärmepumpen zur Diskussion. Der Bundesrat wird voraussichtlich im Sommer 2014 über die definitiven Bestimmungen entscheiden.</p><p>5. Luft-Luft-Wärmepumpen können nicht per se als ineffizient deklariert werden. Ein Verbot ist deshalb nicht vorgesehen. Bei einer Wärmepumpenanlage bestimmt neben der Qualität der Maschine vor allem die Quellen- und die Abgabetemperatur über die Energieeffizienz. Bezieht eine Wärmepumpe den Anteil der erneuerbaren Energie aus der Luft, so ist der Standort der Anlage entscheidend. Im Gegensatz zu Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpen können Luft-Luft-Wärmepumpen dort eingesetzt werden, wo ein zentrales Verteilsystem fehlt, also z. B. in Gebäuden mit dezentralen Elektroheizungen. </p><p>6. Für Massnahmen, die den Verbrauch von Energie in Gebäuden betreffen, sind vor allem die Kantone zuständig. Der Bundesrat sieht deshalb nicht vor, bei neuinstallierten Wärmepumpen die Produktion aus Solarstrom zu verlangen. Er unterstützt aber die Kantone in ihrem Vorhaben, die Muken zu verschärfen. Im Rahmen dieser Arbeiten haben die Kantone angekündigt, dass neue Gebäude ab 2020 ihre Elektrizität zu einem angemessenen Anteil selber produzieren müssen.</p> Antwort des Bundesrates.
- <p>Die Energiestrategie des Bundes sieht eine Stabilisierung des Stromkonsums vor. In der Folge werden mit Unterstützung des Bundes Wärmepumpen als Heiz- und Kühlsysteme propagiert. Die Werbung für diese Systeme und die Dokumente der Hersteller und Installateure enthalten jedoch nur wenige Angaben über deren wirklichen Stromverbrauch. So besteht die Gefahr, dass Wärmepumpen mit sehr schlechter Effizienz installiert werden, die dann zu einem Anstieg des landesweiten Stromverbrauchs führen. Ich frage deshalb den Bundesrat:</p><p>1. Sind die Anzahl, die Leistung und der jährliche Stromverbrauch der in der Schweiz installierten Wärmepumpen im Gebäudebereich bekannt? Wenn ja, wie hoch sind diese?</p><p>2. Wie sehen die diesbezüglichen Perspektiven für die kommenden Jahre aus?</p><p>3. Reichen die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (Muken) aus, um eine hohe Energieeffizienz bei den Wärmepumpen zu garantieren?</p><p>4. Zieht er in Erwägung, Richtlinien zu erlassen, welche nur Wärmepumpen mit der grösstmöglichen Effizienz zulassen?</p><p>5. Zieht er in Betracht, neuinstallierte Wärmepumpen mit schlechter Effizienz wie Luft-Luft-Wärmepumpen zu untersagen? </p><p>6. Sieht er eine Möglichkeit, bei allen neuen Wärmepumpeninstallationen eine Pflicht zur Produktion von Solarstrom als addidative Energiequelle zu verlangen?</p>
- Stromkonsum von Wärmepumpen
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