Strategie zur Förderung von zweisprachigen Schulen in den Landessprachen
- ShortId
-
14.3143
- Id
-
20143143
- Updated
-
25.06.2025 00:28
- Language
-
de
- Title
-
Strategie zur Förderung von zweisprachigen Schulen in den Landessprachen
- AdditionalIndexing
-
32;Bildungspolitik;Mehrsprachigkeit;schulisches Arbeiten;Sprache;Sprachunterricht
- 1
-
- L04K01060103, Sprache
- L05K0106010306, Mehrsprachigkeit
- L04K13020102, Sprachunterricht
- L03K130101, schulisches Arbeiten
- L03K130301, Bildungspolitik
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Durch immersiven Unterricht vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II können Landessprachen - auch das stark bedrängte Italienisch - landesweit effizient erlernt und gepflegt werden. Immersion ist als erfolgreiche Methode bereits weltweit erprobt. Im zweisprachigen Kanada beispielsweise besuchten 2012 15 Prozent oder 330 000 Schüler und Schülerinnen zweisprachige Schulen. In der viersprachigen Schweiz liegt dieses Potenzial aber noch weitgehend brach. </p><p>Nebst den Kantonen Wallis und Freiburg und der Stadt Biel nimmt insbesondere der dreisprachige Kanton Graubünden eine aktive Rolle ein. Als Massnahme zur Förderung von Italienisch oder Romanisch bietet er die Möglichkeit, eine Schule oder einzelne Klassenzüge zweisprachig zu führen. Die Hälfte der unterrichteten Fächer wird in Deutsch, die andere Hälfte in Italienisch oder Romanisch unterrichtet. Seit über zehn Jahren führt auch die Stadtschule Chur zweisprachige Klassen (D/It und D/Ro). Das freiwillige Angebot erstreckt sich vom Kindergarten bis zur Maturität und wird rege in Anspruch genommen. Die Schülerinnen und Schüler lernen von Anfang an, zwei Landessprachen als Denk- und Kommunikationsinstrument zu gebrauchen. So lässt sich auch in der Zweitsprache eine hohe Sprachkompetenz erreichen. Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, haben ein besseres Gespür für kulturelle Unterschiede und Besonderheiten der globalen Welt. In den verschiedensten Berufen ist dies heute von Vorteil. Mit dem Spracherwerb werden gleichzeitig kulturelle Elemente vermittelt, die zum besseren Verständnis der schweizerischen Vielfalt beitragen.</p>
- Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Gestützt auf das Bundesgesetz über die Landessprachen und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften (SpG) sowie auf Artikel 14 des Rahmenübereinkommens zum Schutz nationaler Minderheiten wird der Bundesrat beauftragt, in Absprache mit den Kantonen eine Strategie mit weiteren subsidiären Massnahmen zu erarbeiten und möglichst rasch zu realisieren, um mit der Schaffung von zweisprachigen Klassen die Landessprachen ausserhalb ihres traditionellen Territoriums zu fördern wie auch die interkulturelle Sensibilität und die nationale Kohäsion zu festigen. Dies soll insbesondere in Städten oder Gemeinden erfolgen, in denen vonseiten der Bevölkerung erwiesenermassen ein Interesse an der Pflege und am Erlernen einer Landessprache ausserhalb ihres traditionellen Territoriums besteht.</p>
- Strategie zur Förderung von zweisprachigen Schulen in den Landessprachen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Durch immersiven Unterricht vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II können Landessprachen - auch das stark bedrängte Italienisch - landesweit effizient erlernt und gepflegt werden. Immersion ist als erfolgreiche Methode bereits weltweit erprobt. Im zweisprachigen Kanada beispielsweise besuchten 2012 15 Prozent oder 330 000 Schüler und Schülerinnen zweisprachige Schulen. In der viersprachigen Schweiz liegt dieses Potenzial aber noch weitgehend brach. </p><p>Nebst den Kantonen Wallis und Freiburg und der Stadt Biel nimmt insbesondere der dreisprachige Kanton Graubünden eine aktive Rolle ein. Als Massnahme zur Förderung von Italienisch oder Romanisch bietet er die Möglichkeit, eine Schule oder einzelne Klassenzüge zweisprachig zu führen. Die Hälfte der unterrichteten Fächer wird in Deutsch, die andere Hälfte in Italienisch oder Romanisch unterrichtet. Seit über zehn Jahren führt auch die Stadtschule Chur zweisprachige Klassen (D/It und D/Ro). Das freiwillige Angebot erstreckt sich vom Kindergarten bis zur Maturität und wird rege in Anspruch genommen. Die Schülerinnen und Schüler lernen von Anfang an, zwei Landessprachen als Denk- und Kommunikationsinstrument zu gebrauchen. So lässt sich auch in der Zweitsprache eine hohe Sprachkompetenz erreichen. Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, haben ein besseres Gespür für kulturelle Unterschiede und Besonderheiten der globalen Welt. In den verschiedensten Berufen ist dies heute von Vorteil. Mit dem Spracherwerb werden gleichzeitig kulturelle Elemente vermittelt, die zum besseren Verständnis der schweizerischen Vielfalt beitragen.</p>
- Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Gestützt auf das Bundesgesetz über die Landessprachen und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften (SpG) sowie auf Artikel 14 des Rahmenübereinkommens zum Schutz nationaler Minderheiten wird der Bundesrat beauftragt, in Absprache mit den Kantonen eine Strategie mit weiteren subsidiären Massnahmen zu erarbeiten und möglichst rasch zu realisieren, um mit der Schaffung von zweisprachigen Klassen die Landessprachen ausserhalb ihres traditionellen Territoriums zu fördern wie auch die interkulturelle Sensibilität und die nationale Kohäsion zu festigen. Dies soll insbesondere in Städten oder Gemeinden erfolgen, in denen vonseiten der Bevölkerung erwiesenermassen ein Interesse an der Pflege und am Erlernen einer Landessprache ausserhalb ihres traditionellen Territoriums besteht.</p>
- Strategie zur Förderung von zweisprachigen Schulen in den Landessprachen
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