Reduktion der Lebensmittelverluste
- ShortId
-
14.3175
- Id
-
20143175
- Updated
-
28.07.2023 14:58
- Language
-
de
- Title
-
Reduktion der Lebensmittelverluste
- AdditionalIndexing
-
2841;15;Ernährungsgewohnheit;Nahrungsmittelverbrauch;Verschwendung;verderbliches Lebensmittel;menschliche Ernährung;Nahrungsmittel;Massnahmen gegen Verschwendung
- 1
-
- L03K140203, Nahrungsmittel
- L05K0701060111, Verschwendung
- L04K01050601, Ernährungsgewohnheit
- L04K14020306, verderbliches Lebensmittel
- L04K06010305, Massnahmen gegen Verschwendung
- L05K0701060109, Nahrungsmittelverbrauch
- L04K01050607, menschliche Ernährung
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Ein Drittel der für den Schweizer Konsum produzierten Lebensmittel gelangt nicht in unsere Mägen, sondern geht irgendwo entlang der Lebensmittelkette verloren. Das ist weder wirtschaftlich noch ethisch verantwortbar.</p><p>Knapp die Hälfte dieser Verluste entsteht in der Schweiz am Ende der Wertschöpfungskette. Diese Abfälle sind hauptsächlich auf den verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln zurückzuführen. Food Waste ist also in erster Linie eine Nebenerscheinung des tiefen Stellenwerts der Lebensmittel in den Industriestaaten. Die Ausgaben für Lebensmittel betragen in der Schweiz weniger als 10 Prozent der Haushaltsbudgets. Weltweit wird fast nirgends so wenig für die Ernährung ausgegeben. Wir sind gefordert, trotz der tiefen Preise sorgsam mit Lebensmitteln umzugehen. Dazu sind Sensibilisierung und Bildung bereits im Schulalter dringend notwendig.</p><p>Zusätzlich können mit Branchenvereinbarungen auch im Bereich der Produktion, der Verarbeitung und des Handels Verbesserungen erreicht werden.</p><p>Grossbritannien ist seit 2007 auf diesem Gebiet aktiv und konnte sowohl die Haushaltsabfälle als auch die Lebensmittelverluste in Industrie und Handel bereits beträchtlich reduzieren. </p><p>In der Schweiz haben verschiedene Akteure bereits Massnahmen zur Reduktion von Nahrungsmittelverlusten ergriffen. Mit einer klaren Zielformulierung seitens des Bundes kann den bestehenden Initiativen sowohl Schub als auch Legitimität verliehen werden.</p>
- <p>Der Bundesrat hat am 8. März 2013 den Aktionsplan grüne Wirtschaft verabschiedet. Die Verringerung der Nahrungsmittelabfälle ist eine wichtige Massnahme im Rahmen des Aktionsplans. Bereits seit 2012 engagiert sich der Bund in der Sensibilisierung der Bevölkerung. So wurde 2012/13 in allen drei Landesteilen die Wanderausstellung "Lebensmittel wegwerfen, das ist dumm" gezeigt. Sie ist wie die in diesem Zusammenhang konzipierte Broschüre auf grosses Interesse gestossen. Auch 2014 ist die Nachfrage nach dem Informationsmaterial rege. Die Ausstellungsplakate und Broschüren werden weiterhin Schulen, Gemeinden und Organisationen zur Verfügung gestellt.</p><p>Eine Projektgruppe der Bundesverwaltung (BLW, Bafu, BLV, Deza) hat zudem im Winter 2012/13 einen Stakeholderdialog initiiert. Zusammen mit Akteuren aller Stufen der Lebensmittelkette und interessierten Organisationen der Zivilgesellschaft wird nach übergreifenden Lösungen zur Reduktion der Nahrungsmittelabfälle gesucht. Im Rahmen von Arbeitsgruppen werden gegenwärtig konkrete Lösungsansätze zu den Themen "Datierung von Lebensmitteln", "Bildung, Sensibilisierung, Information" und "Abgabe von Nahrungsmitteln an Bedürftige durch Hilfsorganisationen wie Caritas Markt, Schweizer Tafel oder Tischlein deck dich" entwickelt. Ergebnisse werden bis Ende 2014 vorliegen. In den letzten zwei Jahren sind zudem auf breiter Ebene zahlreiche private Initiativen zur Reduktion von Nahrungsmittelabfällen entstanden.</p><p>Mit den laufenden Arbeiten der Projektgruppe der Bundesverwaltung und den privaten Initiativen ist ein dynamischer Prozess ohne Zielvorgaben des Bundes und damit verbundene staatliche Massnahmen in Gang gesetzt worden. Der Bundesrat will diesen Weg zurzeit weiterverfolgen. Wichtig ist für den Bundesrat aber, die Fortschritte bei der Reduktion der Nahrungsmittelabfälle mit Stichproben oder Fallstudien zu messen, so zum Beispiel im Bereich der mengenmässig bedeutenden Abfälle auf Konsumentenstufe im Rahmen der periodischen Kehrichtsackuntersuchung des Bafu. Die 2013 durchgeführte Untersuchung hat erstmals die Nahrungsmittel separat ausgewiesen und bietet damit eine gute Basis für das Monitoring der Nahrungsmittelabfälle auf Konsumentenstufe. Die nächste Untersuchung wird gemäss der Zeitreihe der Kehrichtsackuntersuchung wiederum in zehn Jahren durchgeführt werden.</p><p>Der Bundesrat trägt dem Anliegen der Motion somit Rechnung und beantragt deshalb die Ablehnung der Motion.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zu treffen, mit dem Ziel, die Lebensmittelverluste (Food Waste) in der Schweiz bis 2020 um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche alle Stufen der Lebensmittelkette einbinden. Nahrungsmittel, welche heute verlorengehen, sollen wieder als solche verbraucht werden.</p>
- Reduktion der Lebensmittelverluste
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Ein Drittel der für den Schweizer Konsum produzierten Lebensmittel gelangt nicht in unsere Mägen, sondern geht irgendwo entlang der Lebensmittelkette verloren. Das ist weder wirtschaftlich noch ethisch verantwortbar.</p><p>Knapp die Hälfte dieser Verluste entsteht in der Schweiz am Ende der Wertschöpfungskette. Diese Abfälle sind hauptsächlich auf den verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln zurückzuführen. Food Waste ist also in erster Linie eine Nebenerscheinung des tiefen Stellenwerts der Lebensmittel in den Industriestaaten. Die Ausgaben für Lebensmittel betragen in der Schweiz weniger als 10 Prozent der Haushaltsbudgets. Weltweit wird fast nirgends so wenig für die Ernährung ausgegeben. Wir sind gefordert, trotz der tiefen Preise sorgsam mit Lebensmitteln umzugehen. Dazu sind Sensibilisierung und Bildung bereits im Schulalter dringend notwendig.</p><p>Zusätzlich können mit Branchenvereinbarungen auch im Bereich der Produktion, der Verarbeitung und des Handels Verbesserungen erreicht werden.</p><p>Grossbritannien ist seit 2007 auf diesem Gebiet aktiv und konnte sowohl die Haushaltsabfälle als auch die Lebensmittelverluste in Industrie und Handel bereits beträchtlich reduzieren. </p><p>In der Schweiz haben verschiedene Akteure bereits Massnahmen zur Reduktion von Nahrungsmittelverlusten ergriffen. Mit einer klaren Zielformulierung seitens des Bundes kann den bestehenden Initiativen sowohl Schub als auch Legitimität verliehen werden.</p>
- <p>Der Bundesrat hat am 8. März 2013 den Aktionsplan grüne Wirtschaft verabschiedet. Die Verringerung der Nahrungsmittelabfälle ist eine wichtige Massnahme im Rahmen des Aktionsplans. Bereits seit 2012 engagiert sich der Bund in der Sensibilisierung der Bevölkerung. So wurde 2012/13 in allen drei Landesteilen die Wanderausstellung "Lebensmittel wegwerfen, das ist dumm" gezeigt. Sie ist wie die in diesem Zusammenhang konzipierte Broschüre auf grosses Interesse gestossen. Auch 2014 ist die Nachfrage nach dem Informationsmaterial rege. Die Ausstellungsplakate und Broschüren werden weiterhin Schulen, Gemeinden und Organisationen zur Verfügung gestellt.</p><p>Eine Projektgruppe der Bundesverwaltung (BLW, Bafu, BLV, Deza) hat zudem im Winter 2012/13 einen Stakeholderdialog initiiert. Zusammen mit Akteuren aller Stufen der Lebensmittelkette und interessierten Organisationen der Zivilgesellschaft wird nach übergreifenden Lösungen zur Reduktion der Nahrungsmittelabfälle gesucht. Im Rahmen von Arbeitsgruppen werden gegenwärtig konkrete Lösungsansätze zu den Themen "Datierung von Lebensmitteln", "Bildung, Sensibilisierung, Information" und "Abgabe von Nahrungsmitteln an Bedürftige durch Hilfsorganisationen wie Caritas Markt, Schweizer Tafel oder Tischlein deck dich" entwickelt. Ergebnisse werden bis Ende 2014 vorliegen. In den letzten zwei Jahren sind zudem auf breiter Ebene zahlreiche private Initiativen zur Reduktion von Nahrungsmittelabfällen entstanden.</p><p>Mit den laufenden Arbeiten der Projektgruppe der Bundesverwaltung und den privaten Initiativen ist ein dynamischer Prozess ohne Zielvorgaben des Bundes und damit verbundene staatliche Massnahmen in Gang gesetzt worden. Der Bundesrat will diesen Weg zurzeit weiterverfolgen. Wichtig ist für den Bundesrat aber, die Fortschritte bei der Reduktion der Nahrungsmittelabfälle mit Stichproben oder Fallstudien zu messen, so zum Beispiel im Bereich der mengenmässig bedeutenden Abfälle auf Konsumentenstufe im Rahmen der periodischen Kehrichtsackuntersuchung des Bafu. Die 2013 durchgeführte Untersuchung hat erstmals die Nahrungsmittel separat ausgewiesen und bietet damit eine gute Basis für das Monitoring der Nahrungsmittelabfälle auf Konsumentenstufe. Die nächste Untersuchung wird gemäss der Zeitreihe der Kehrichtsackuntersuchung wiederum in zehn Jahren durchgeführt werden.</p><p>Der Bundesrat trägt dem Anliegen der Motion somit Rechnung und beantragt deshalb die Ablehnung der Motion.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zu treffen, mit dem Ziel, die Lebensmittelverluste (Food Waste) in der Schweiz bis 2020 um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche alle Stufen der Lebensmittelkette einbinden. Nahrungsmittel, welche heute verlorengehen, sollen wieder als solche verbraucht werden.</p>
- Reduktion der Lebensmittelverluste
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