Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel

ShortId
14.3393
Id
20143393
Updated
28.07.2023 06:48
Language
de
Title
Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel
AdditionalIndexing
48;Strassentunnel;Verkehrssicherheit;Verkehrsunfall;Geschwindigkeitsregelung
1
  • L07K18020202010102, Strassentunnel
  • L04K18020203, Verkehrssicherheit
  • L05K1802020302, Verkehrsunfall
  • L04K18020402, Geschwindigkeitsregelung
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>In der Folge eines grossen Unfalls wurde das heutige "Tropfenzählersystem" (Dosiersystem) im Gotthard-Strassentunnel im Oktober 2002 eingeführt. Seither ist die Zahl der Unfälle im Tunnel, insbesondere der schweren, glücklicherweise relativ klein.</p><p>In seiner Botschaft zum Geschäft 13.077 streicht der Bundesrat die Bedeutung des Baus einer zweiten Röhre für die Erhöhung der Sicherheit heraus. Allerdings werden noch viele Jahre verstreichen, bis - gemäss Antrag Bundesrat - die beiden Röhren je einspurig betrieben werden können. Dies dürfte frühestens im Jahr 2030 der Fall sein. Auch in der Zeit danach sieht der Bundesrat vor, dass nach Unfällen oder bei Unterhaltsarbeiten auf Gegenverkehr in einer Röhre umgestellt werden wird. Damit bleibt die heutige Sicherheitssituation noch über viele Jahre ganz und in der Folge teilweise unverändert erhalten, sofern sie nicht verbessert wird.</p><p>Einerseits sagte der Bundesrat verschiedentlich, dass der Gotthard-Strassentunnel seit der Einführung des Dosiersystems einer der sichersten sei, andererseits argumentiert er zusammen mit weiteren Befürwortern einer zweiten Röhre insbesondere mit der Sicherheit, die einen solchen Bau notwendig mache. Im Bericht zum Postulat 09.3000 schrieb der Bundesrat auf Seite 11: "Die auf den Nationalstrassen vorhandenen Tunnel sind die sichersten Streckenabschnitte überhaupt ... Dies gilt insbesondere für die Unfallraten im Gotthard-Strassentunnel; seit der Brandkatastrophe von 2001 sind die Unfallraten signifikant gesunken und der Gotthard-Strassentunnel gehört heute zu den sichersten Nationalstrassentunneln."</p><p>Ist tatsächlich ein signifikantes Sicherheitsproblem vorhanden, dann gilt es, diese Verkehrssicherheit so rasch wie möglich zu verbessern. Sofern der heutige Sicherheitsstandard ungenügend ist, wäre das blosse Warten während 15 Jahren auf die zweite Röhre unverantwortlich.</p><p>Bei fast allen grösseren Unfällen im Gotthard-Strassentunnel war bisher ein Lastwagen beteiligt. Die Verminderung der Anzahl von Lastwagen im Tunnel, ihre Entschleunigung, die Reduktion ihrer brennbaren Ladung und ihre verstärkte Ausrüstung mit Sicherheitsvorkehrungen entsprechen damit einem vorrangigen Sicherheitsbedürfnis.</p><p>Rumble Strips (Rüttelstreifen) sind rillenartige Vertiefungen in der Fahrbahnmitte. Beim Befahren erschüttern sie die Fahrzeuge spürbar. Solche oder ähnliche Vorrichtungen sind im Ausland im Einsatz und reduzieren nachweislich die Gefahr von Frontalkollisionen; sie sind kostengünstig und relativ schnell realisierbar (siehe http://www.bfu.ch).</p><p>Ein schweizerischer Ingenieur hat ein Leit- und Rückhaltesystem (bewegliche Mittelleitplanke) u. a. für Fahrzeuge im Strassenverkehr entwickelt (siehe http://www.jupro.ch), das die Sicherheit in einem Tunnel wesentlich zu erhöhen verspricht. Die Kosten für den Einbau einer solchen Massnahme sind im Verhältnis zu jenen des Baus einer zweiten Röhre sehr klein.</p><p>Das Astra hat am 3. Oktober 2013 eine Anhörung zu geplanten Erleichterungen des Transports gefährlicher Güter durch Strassentunnels durchgeführt (siehe http://www.uvek.admin.ch/dokumentation). Dabei sieht das Astra vor, u. a. den Seelisbergtunnel für solche potenziell hochgefährlichen Transporte auch in der Nacht freizugeben, obwohl dieser Tunnel nicht über einen Sicherheitsstollen verfügt. Im Sinne der gleichen Logik würde wohl auch ein künftiger doppelröhriger Gotthard-Strassentunnel für solche Transporterleichterungen freigegeben, denn er hat bekanntlich einen Sicherheitsstollen und würde gemäss Vorstellung Bundesrat ja nur je einspurig befahren werden. Das Unfallrisiko würde dann vor allem auch auf den Steilrampen in Uri und im Tessin zunehmen.</p><p>Der Bericht der BfU von 2013 zu den Auswirkungen eines Ausbaus am Gotthard auf zwei Röhren auf die Verkehrssicherheit zeigt, dass bei einem Mehrverkehr von 3 Prozent im Gotthard-Strassentunnel der Sicherheitsgewinn der zweiten Röhre durch das erhöhte Unfallgeschehen zwischen Basel und Chiasso aufgehoben würde. Der Grund ist, dass dieser Mehrverkehr auch auf den Zufahrtsstrecken einem Unfallrisiko unterliegt (siehe www.bfu.ch).</p>
  • <p>1. Zwischen 2003 und 2013 sind 23 Schwerverletzte und 8 Getötete im Gotthard-Strassentunnel (GST) zu beklagen. Die Schwerverunfalltenrate im GST betrug im betrachteten Zeitraum 2,74 Getötete und Schwerverletzte pro 100 Millionen Fahrzeugkilometer.</p><p>Der GST ist als Gegenverkehrstunnel von seiner Länge und von der Verkehrszusammensetzung her einzigartig. Ein Vergleich mit anderen Tunnels oder Autobahnstrecken ist für diese Fragestellung daher nicht aussagekräftig. Im GST sind bei mehr als der Hälfte der Unfälle mit Getöteten und Schwerverletzten Lastwagen beteiligt.</p><p>2. 2003 ereigneten sich 4 schwere Unfälle mit insgesamt 2 Getöteten und 10 Schwerverletzten. Seither bewegte sich die Schwerverunfalltenrate auf einem deutlich tieferen Niveau mit zwischen 0 und 5 Schwerverunfallten pro Jahr.</p><p>3. Nein. Der GST wurde so gebaut, dass er mit einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern sicher befahren werden kann. Die signalisierte Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern ist ein optimaler Kompromiss zwischen den Anliegen der Verkehrssicherheit und der effizienten Nutzung der Verkehrsinfrastruktur.</p><p>4. Nein. Der heutige Minimalabstand hat sich als zweckmässig erwiesen, er wird von den Fahrzeuglenkenden akzeptiert. Die Vorgabe eines höheren Sicherheitsabstands ist nicht angezeigt, zumal sich dadurch das Potenzial von Frontal- und Streifkollisionen im Tunnel kaum reduzieren liesse.</p><p>5. Der Bundesrat hat bereits in seiner Antwort auf die Interpellation Böhni 13.4048, "Technische Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel", die Gründe für den Verzicht auf den Einbau einer beweglichen Mittelleitplanke dargelegt.</p><p>6. Siehe Antworten auf die Fragen 3 und 4.</p><p>7. Der Bundesrat ist auf diese Frage bereits bei der Beantwortung der Interpellation Chopard-Acklin 13.4046, "Sicherheitsrisiko Gefahrguttransporte im Gotthard-Strassentunnel. Lockerung bei einer zweiten Röhre", eingegangen.</p><p>8. Die Sicherheitslinie im GST ist schon heute als sogenannter Rüttelstreifen ausgeführt und ist zusätzlich mit Rückstrahlern versehen.</p><p>9. Der Bundesrat hat seine Gründe für den Verzicht auf entsprechende Vorschriften bereits in seiner Antwort auf die Interpellation Böhni 13.4048, "Technische Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel", dargelegt.</p><p>10. Der Bundesrat schlägt den Bau einer zweiten Röhre ohne Kapazitätserweiterung vor. Die im Bericht der Beratungsstelle für Unfallverhütung untersuchte Frage, wie sich ein durch höhere Kapazitäten hervorgerufener Verkehrszuwachs auswirken würde, stellt sich demnach nicht.</p><p>11. Tunnels sind annähernd geschlossene Räume; ihre Risikobilder unterscheiden sich grundlegend von denjenigen offen geführter Strecken. Im Ereignisfall erfolgt die Brand-, Hitze- und Rauchausbreitung rasch. Daher gelten in Tunnels höhere Anforderungen an die Sicherheitsvorkehrungen als auf der offenen Strecke. Ausserdem liegt die Zuständigkeit für die angesprochene Infrastruktur bei den Kantonen und Gemeinden. Die Revision des Strassenverkehrsgesetzes im Rahmen des Programms Via sicura wird auch auf diesen Strassen eine Erhöhung der Verkehrssicherheit bewirken.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>In Bezug auf die Erhöhung der Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie ist das Unfallgeschehen im Gotthard-Strassentunnel seit 2003 im Vergleich zu analogen Strecken in der Schweiz zu beurteilen? Wie viele Getötete und Schwerverletzte gibt es im Gotthard-Strassentunnel im Verhältnis zum Verkehrsaufkommen, und wie sieht der Vergleich mit anderen Tunnels oder Autobahnstrecken ausserhalb von Tunnels aus? Bei wie viel Prozent aller schweren Unfälle sind Lastwagen im Spiel?</p><p>2. Wie sieht die Entwicklung des Unfallgeschehens (Getötete und Schwerverletzte) für diese Strecken und für den Gotthard-Strassentunnel für die Jahre 2003 bis 2013 aus?</p><p>3. Ist der Bundesrat kurzfristig bereit, die generelle Höchstgeschwindigkeit im Tunnel von heute 80 auf 70 oder 60 Kilometer pro Stunde zu senken?</p><p>4. Ist er kurzfristig bereit, den Minimalabstand im Dosierungssystem der Lastwagen zu erhöhen?</p><p>5. Ist er kurzfristig bereit, den Einbau einer beweglichen Mittelleitplanke zu prüfen?</p><p>6. Ist er kurzfristig bereit, mit anderen Massnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit Lastwagen, die Sicherheit im Tunnel zu erhöhen?</p><p>7. Ist er bereit, auf eine Aufweichung des Verbots des Transports gefährlicher Güter generell in den grösseren Tunnels zu verzichten?</p><p>8. Ist er mittelfristig bereit, Rumble Strips oder ähnliche Vorrichtungen in der Fahrbahnmitte zur Unfallverhütung anbringen zu lassen?</p><p>9. Ist er mittelfristig bereit, für Lastwagen elektronisch unterstützte Abstands- und Spurhilfen vorzuschreiben?</p><p>10. Teilt der Bundesrat die Auffassung, wonach der Sicherheitsgewinn der zweiten Röhre aufgehoben würde, wenn im Gotthard-Strassentunnel ein Verkehrszuwachs von 3 Prozent zu verzeichnen wäre, da dieser Mehrverkehr auch auf den Zufahrtsstrecken (Basel-Chiasso) einem Unfallrisiko unterliegt?</p><p>11. Wie beurteilt er die Sicherheit auf den Kantons- und Gemeindestrassen, auf denen Gegenverkehr herrscht?</p>
  • Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>In der Folge eines grossen Unfalls wurde das heutige "Tropfenzählersystem" (Dosiersystem) im Gotthard-Strassentunnel im Oktober 2002 eingeführt. Seither ist die Zahl der Unfälle im Tunnel, insbesondere der schweren, glücklicherweise relativ klein.</p><p>In seiner Botschaft zum Geschäft 13.077 streicht der Bundesrat die Bedeutung des Baus einer zweiten Röhre für die Erhöhung der Sicherheit heraus. Allerdings werden noch viele Jahre verstreichen, bis - gemäss Antrag Bundesrat - die beiden Röhren je einspurig betrieben werden können. Dies dürfte frühestens im Jahr 2030 der Fall sein. Auch in der Zeit danach sieht der Bundesrat vor, dass nach Unfällen oder bei Unterhaltsarbeiten auf Gegenverkehr in einer Röhre umgestellt werden wird. Damit bleibt die heutige Sicherheitssituation noch über viele Jahre ganz und in der Folge teilweise unverändert erhalten, sofern sie nicht verbessert wird.</p><p>Einerseits sagte der Bundesrat verschiedentlich, dass der Gotthard-Strassentunnel seit der Einführung des Dosiersystems einer der sichersten sei, andererseits argumentiert er zusammen mit weiteren Befürwortern einer zweiten Röhre insbesondere mit der Sicherheit, die einen solchen Bau notwendig mache. Im Bericht zum Postulat 09.3000 schrieb der Bundesrat auf Seite 11: "Die auf den Nationalstrassen vorhandenen Tunnel sind die sichersten Streckenabschnitte überhaupt ... Dies gilt insbesondere für die Unfallraten im Gotthard-Strassentunnel; seit der Brandkatastrophe von 2001 sind die Unfallraten signifikant gesunken und der Gotthard-Strassentunnel gehört heute zu den sichersten Nationalstrassentunneln."</p><p>Ist tatsächlich ein signifikantes Sicherheitsproblem vorhanden, dann gilt es, diese Verkehrssicherheit so rasch wie möglich zu verbessern. Sofern der heutige Sicherheitsstandard ungenügend ist, wäre das blosse Warten während 15 Jahren auf die zweite Röhre unverantwortlich.</p><p>Bei fast allen grösseren Unfällen im Gotthard-Strassentunnel war bisher ein Lastwagen beteiligt. Die Verminderung der Anzahl von Lastwagen im Tunnel, ihre Entschleunigung, die Reduktion ihrer brennbaren Ladung und ihre verstärkte Ausrüstung mit Sicherheitsvorkehrungen entsprechen damit einem vorrangigen Sicherheitsbedürfnis.</p><p>Rumble Strips (Rüttelstreifen) sind rillenartige Vertiefungen in der Fahrbahnmitte. Beim Befahren erschüttern sie die Fahrzeuge spürbar. Solche oder ähnliche Vorrichtungen sind im Ausland im Einsatz und reduzieren nachweislich die Gefahr von Frontalkollisionen; sie sind kostengünstig und relativ schnell realisierbar (siehe http://www.bfu.ch).</p><p>Ein schweizerischer Ingenieur hat ein Leit- und Rückhaltesystem (bewegliche Mittelleitplanke) u. a. für Fahrzeuge im Strassenverkehr entwickelt (siehe http://www.jupro.ch), das die Sicherheit in einem Tunnel wesentlich zu erhöhen verspricht. Die Kosten für den Einbau einer solchen Massnahme sind im Verhältnis zu jenen des Baus einer zweiten Röhre sehr klein.</p><p>Das Astra hat am 3. Oktober 2013 eine Anhörung zu geplanten Erleichterungen des Transports gefährlicher Güter durch Strassentunnels durchgeführt (siehe http://www.uvek.admin.ch/dokumentation). Dabei sieht das Astra vor, u. a. den Seelisbergtunnel für solche potenziell hochgefährlichen Transporte auch in der Nacht freizugeben, obwohl dieser Tunnel nicht über einen Sicherheitsstollen verfügt. Im Sinne der gleichen Logik würde wohl auch ein künftiger doppelröhriger Gotthard-Strassentunnel für solche Transporterleichterungen freigegeben, denn er hat bekanntlich einen Sicherheitsstollen und würde gemäss Vorstellung Bundesrat ja nur je einspurig befahren werden. Das Unfallrisiko würde dann vor allem auch auf den Steilrampen in Uri und im Tessin zunehmen.</p><p>Der Bericht der BfU von 2013 zu den Auswirkungen eines Ausbaus am Gotthard auf zwei Röhren auf die Verkehrssicherheit zeigt, dass bei einem Mehrverkehr von 3 Prozent im Gotthard-Strassentunnel der Sicherheitsgewinn der zweiten Röhre durch das erhöhte Unfallgeschehen zwischen Basel und Chiasso aufgehoben würde. Der Grund ist, dass dieser Mehrverkehr auch auf den Zufahrtsstrecken einem Unfallrisiko unterliegt (siehe www.bfu.ch).</p>
    • <p>1. Zwischen 2003 und 2013 sind 23 Schwerverletzte und 8 Getötete im Gotthard-Strassentunnel (GST) zu beklagen. Die Schwerverunfalltenrate im GST betrug im betrachteten Zeitraum 2,74 Getötete und Schwerverletzte pro 100 Millionen Fahrzeugkilometer.</p><p>Der GST ist als Gegenverkehrstunnel von seiner Länge und von der Verkehrszusammensetzung her einzigartig. Ein Vergleich mit anderen Tunnels oder Autobahnstrecken ist für diese Fragestellung daher nicht aussagekräftig. Im GST sind bei mehr als der Hälfte der Unfälle mit Getöteten und Schwerverletzten Lastwagen beteiligt.</p><p>2. 2003 ereigneten sich 4 schwere Unfälle mit insgesamt 2 Getöteten und 10 Schwerverletzten. Seither bewegte sich die Schwerverunfalltenrate auf einem deutlich tieferen Niveau mit zwischen 0 und 5 Schwerverunfallten pro Jahr.</p><p>3. Nein. Der GST wurde so gebaut, dass er mit einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern sicher befahren werden kann. Die signalisierte Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern ist ein optimaler Kompromiss zwischen den Anliegen der Verkehrssicherheit und der effizienten Nutzung der Verkehrsinfrastruktur.</p><p>4. Nein. Der heutige Minimalabstand hat sich als zweckmässig erwiesen, er wird von den Fahrzeuglenkenden akzeptiert. Die Vorgabe eines höheren Sicherheitsabstands ist nicht angezeigt, zumal sich dadurch das Potenzial von Frontal- und Streifkollisionen im Tunnel kaum reduzieren liesse.</p><p>5. Der Bundesrat hat bereits in seiner Antwort auf die Interpellation Böhni 13.4048, "Technische Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel", die Gründe für den Verzicht auf den Einbau einer beweglichen Mittelleitplanke dargelegt.</p><p>6. Siehe Antworten auf die Fragen 3 und 4.</p><p>7. Der Bundesrat ist auf diese Frage bereits bei der Beantwortung der Interpellation Chopard-Acklin 13.4046, "Sicherheitsrisiko Gefahrguttransporte im Gotthard-Strassentunnel. Lockerung bei einer zweiten Röhre", eingegangen.</p><p>8. Die Sicherheitslinie im GST ist schon heute als sogenannter Rüttelstreifen ausgeführt und ist zusätzlich mit Rückstrahlern versehen.</p><p>9. Der Bundesrat hat seine Gründe für den Verzicht auf entsprechende Vorschriften bereits in seiner Antwort auf die Interpellation Böhni 13.4048, "Technische Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel", dargelegt.</p><p>10. Der Bundesrat schlägt den Bau einer zweiten Röhre ohne Kapazitätserweiterung vor. Die im Bericht der Beratungsstelle für Unfallverhütung untersuchte Frage, wie sich ein durch höhere Kapazitäten hervorgerufener Verkehrszuwachs auswirken würde, stellt sich demnach nicht.</p><p>11. Tunnels sind annähernd geschlossene Räume; ihre Risikobilder unterscheiden sich grundlegend von denjenigen offen geführter Strecken. Im Ereignisfall erfolgt die Brand-, Hitze- und Rauchausbreitung rasch. Daher gelten in Tunnels höhere Anforderungen an die Sicherheitsvorkehrungen als auf der offenen Strecke. Ausserdem liegt die Zuständigkeit für die angesprochene Infrastruktur bei den Kantonen und Gemeinden. Die Revision des Strassenverkehrsgesetzes im Rahmen des Programms Via sicura wird auch auf diesen Strassen eine Erhöhung der Verkehrssicherheit bewirken.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>In Bezug auf die Erhöhung der Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie ist das Unfallgeschehen im Gotthard-Strassentunnel seit 2003 im Vergleich zu analogen Strecken in der Schweiz zu beurteilen? Wie viele Getötete und Schwerverletzte gibt es im Gotthard-Strassentunnel im Verhältnis zum Verkehrsaufkommen, und wie sieht der Vergleich mit anderen Tunnels oder Autobahnstrecken ausserhalb von Tunnels aus? Bei wie viel Prozent aller schweren Unfälle sind Lastwagen im Spiel?</p><p>2. Wie sieht die Entwicklung des Unfallgeschehens (Getötete und Schwerverletzte) für diese Strecken und für den Gotthard-Strassentunnel für die Jahre 2003 bis 2013 aus?</p><p>3. Ist der Bundesrat kurzfristig bereit, die generelle Höchstgeschwindigkeit im Tunnel von heute 80 auf 70 oder 60 Kilometer pro Stunde zu senken?</p><p>4. Ist er kurzfristig bereit, den Minimalabstand im Dosierungssystem der Lastwagen zu erhöhen?</p><p>5. Ist er kurzfristig bereit, den Einbau einer beweglichen Mittelleitplanke zu prüfen?</p><p>6. Ist er kurzfristig bereit, mit anderen Massnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit Lastwagen, die Sicherheit im Tunnel zu erhöhen?</p><p>7. Ist er bereit, auf eine Aufweichung des Verbots des Transports gefährlicher Güter generell in den grösseren Tunnels zu verzichten?</p><p>8. Ist er mittelfristig bereit, Rumble Strips oder ähnliche Vorrichtungen in der Fahrbahnmitte zur Unfallverhütung anbringen zu lassen?</p><p>9. Ist er mittelfristig bereit, für Lastwagen elektronisch unterstützte Abstands- und Spurhilfen vorzuschreiben?</p><p>10. Teilt der Bundesrat die Auffassung, wonach der Sicherheitsgewinn der zweiten Röhre aufgehoben würde, wenn im Gotthard-Strassentunnel ein Verkehrszuwachs von 3 Prozent zu verzeichnen wäre, da dieser Mehrverkehr auch auf den Zufahrtsstrecken (Basel-Chiasso) einem Unfallrisiko unterliegt?</p><p>11. Wie beurteilt er die Sicherheit auf den Kantons- und Gemeindestrassen, auf denen Gegenverkehr herrscht?</p>
    • Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel

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