Internationales Hochschulzentrum für Finanz- und Bankenwissenschaften

ShortId
14.3427
Id
20143427
Updated
28.07.2023 06:52
Language
de
Title
Internationales Hochschulzentrum für Finanz- und Bankenwissenschaften
AdditionalIndexing
32;24;Bildungspolitik;Nachwuchsförderung;Wirtschaftswissenschaft;Finanzberuf;Hochschulwesen
1
  • L04K13020501, Hochschulwesen
  • L04K16030103, Wirtschaftswissenschaft
  • L03K130301, Bildungspolitik
  • L04K13030114, Nachwuchsförderung
  • L04K11060108, Finanzberuf
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Zur Konkurrenzfähigkeit und Innovation des Finanzplatzes gehört auch der Bereich Bildung und Wissenschaft. Gerade das Schweizer Banking muss sich in Zukunft noch vermehrt über eine hohe Qualität behaupten können. Es braucht die bestausgebildeten Fachkräfte. Die heutige internationale Bedeutung der schweizerischen Universitäten und Fachhochschulen im Bereich Finanz- und Bankenwissenschaften steht in keinem Verhältnis zu der international gewichtigen Bedeutung des Schweizer Finanzplatzes. Zu sehr wird in diesem Bereich in den verschiedensten Institutionen und bei den einzelnen Kapazitäten ein eigenes Süppchen gekocht. Die Schweiz braucht einen universitären Campus analog zu Harvard, London Business School oder MIT Boston, wo internationale Hochschulzentren für Finanz- und Bankenwissenschaften geführt werden. Dabei soll in Partnerschaft mit dem Finanzplatz der Praxisbezug einen hohen Stellenwert haben, was uns international einen Wettbewerbsvorteil brächte und wovon die gesamte schweizerische Volkswirtschaft profitieren würde.</p>
  • <p>Der Finanzplatz spielt in unserer Volkswirtschaft eine wichtige Rolle. Er ist auf gut ausgebildete Fachkräfte und innovative Ideen angewiesen, um sich auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb unter sich wandelnden Bedingungen behaupten zu können. Durch Lehre, Forschung und Wissenstransfer tragen unsere Hochschulen wesentlich zum Erfolg der im Finanz- und Bankensektor tätigen Unternehmen bei. Einige Institute, wie beispielsweise die School of Finance der Universität St. Gallen oder die Ecole des Hautes Etudes Commerciales der Universität Lausanne, rangieren in den einschlägigen Rankings an der Weltspitze. Im Fachhochschulbereich sind insbesondere die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften mit dem Zentrum für Banking und Finance sowie die Fachhochschule Zentralschweiz mit dem Institut für Finanzdienstleistungen hervorzuheben.</p><p>Mit Ausnahme der beiden ETH haben alle öffentlichen Hochschulen eine kantonale Trägerschaft. Sie verfügen zudem über ein hohes Mass an Autonomie. Auch der ETH-Bereich regelt seine Belange im Rahmen des ETH-Gesetzes selbstständig. Es fällt deshalb prinzipiell nicht in die Kompetenz des Bundes, spezifische akademische Lehr- und Forschungsbereiche vorzugeben. Dies wäre überdies problematisch, wenn eine spezifische Branche die primäre Nutzniesserin wäre. Der Bund kann sich aber über verschiedene Instrumente an Initiativen der Hochschulen zur Bündelung ihrer Kompetenzen und zur Überwindung der Segmentierung beteiligen. Dies sind primär die projektgebundenen Beiträge und die nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) des Schweizerischen Nationalfonds.</p><p>Die Schweizerische Universitätskonferenz und der Schweizerische Fachhochschulrat haben den Rektorenkonferenzen schon ein Mandat erteilt, Vorschläge für die Programmgeneration 2017-2020 der projektgebundenen Beiträge auszuarbeiten. Bei den NFS ist im vorliegenden Kontext das mit der ersten Serie durchgeführte "FinRisk: Bewertung und Risikomanagement im Finanzbereich" (2001-2012) zu erwähnen. FinRisk entfaltete eine nachhaltige strukturbildende Wirkung und verlieh der Finanzwissenschaft in der Schweiz sowohl quantitativ wie qualitativ wesentliche Impulse. Aus FinRisk ist 2006 als Public Private Partnership der beteiligten Universitäten (Zürich, Genf, Lausanne, Tessin, beide ETH) sowie der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Schweizer Börse das Swiss Finance Institute (SFI) hervorgegangen. Das SFI wird durch den Bund mitfinanziert und führt die unter FinRisk initiierte Forschung weiter. Daneben ist es der praxisnahen Aus- und vor allem Weiterbildung der Führungskräfte der Finanzwirtschaft verpflichtet. Das als virtuelles Hochschulinstitut organisierte SFI umfasst rund 60 Lehrstühle und hat sich in kurzer Zeit eine hohe akademische Reputation erarbeitet. Mittelfristig will es zu den führenden drei finanzwissenschaftlichen Institutionen in Europa und zu den besten zehn weltweit gehören.</p><p>Dem Bundesrat ist bekannt, dass der Kanton Zürich zusätzlich die Einrichtung eines internationalen Hochschulzentrums für Finanz- und Bankwissenschaften prüft. Bei einer allfälligen Realisierung könnten über die bestehenden Instrumente Gesuche um Bundesmittel gestellt werden, wenn die notwendigen Bedingungen erfüllt wären.</p><p>Angesichts der fehlenden Bundeskompetenzen, der vorhandenen Instrumente zur Unterstützung von "bottom-up" generierten Initiativen und der durch FinRisk und das SFI erreichten Fortschritte erachtet der Bundesrat die Erstellung eines Berichtes als nicht zweckmässig und beantragt die Ablehnung des Postulates.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird gebeten, in einem Bericht aufzuzeigen, wie die Finanz- und Bankenwissenschaften gefördert werden könnten. Dies könnte in der BFI-Botschaft 2017-2020 über den Leistungsauftrag der ETH oder über ein neues Forschungsinstitut ausserhalb des Hochschulbereiches oder über allfällig projektgebundene Beiträge bei nationalem Interesse geschehen. Dabei sollen aber die Autonomie der Institute und die Kompetenzen der Kantone nicht beeinträchtigt werden. In diesem Sinne sind als mögliches Vorgehen die Bemühungen der Zürcher Politik wie auch der Universität Zürich und verschiedenster weiterer Hochschulen im Grossraum Zürich im Auge zu behalten. Diese wollen prüfen, ob man sich themenspezifisch unter dem Dach eines internationalen Hochschulzentrums für Finanz- und Bankenwissenschaften organisieren könnte. Es geht darum, dass auf dem Gebiet von Forschung und Lehre der internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Schweiz Rechnung getragen wird. Dazu sollen die heute schweizweit vorhandenen Fachkompetenzen in diesem Bereich gebündelt werden, und gleichzeitig soll in Zusammenarbeit mit der Finanzbranche sowohl für die Volkswirtschaft als auch für die Lehr- und Forschungsarbeit an den Hochschulen eine Win-win-Situation geschaffen werden.</p>
  • Internationales Hochschulzentrum für Finanz- und Bankenwissenschaften
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Zur Konkurrenzfähigkeit und Innovation des Finanzplatzes gehört auch der Bereich Bildung und Wissenschaft. Gerade das Schweizer Banking muss sich in Zukunft noch vermehrt über eine hohe Qualität behaupten können. Es braucht die bestausgebildeten Fachkräfte. Die heutige internationale Bedeutung der schweizerischen Universitäten und Fachhochschulen im Bereich Finanz- und Bankenwissenschaften steht in keinem Verhältnis zu der international gewichtigen Bedeutung des Schweizer Finanzplatzes. Zu sehr wird in diesem Bereich in den verschiedensten Institutionen und bei den einzelnen Kapazitäten ein eigenes Süppchen gekocht. Die Schweiz braucht einen universitären Campus analog zu Harvard, London Business School oder MIT Boston, wo internationale Hochschulzentren für Finanz- und Bankenwissenschaften geführt werden. Dabei soll in Partnerschaft mit dem Finanzplatz der Praxisbezug einen hohen Stellenwert haben, was uns international einen Wettbewerbsvorteil brächte und wovon die gesamte schweizerische Volkswirtschaft profitieren würde.</p>
    • <p>Der Finanzplatz spielt in unserer Volkswirtschaft eine wichtige Rolle. Er ist auf gut ausgebildete Fachkräfte und innovative Ideen angewiesen, um sich auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb unter sich wandelnden Bedingungen behaupten zu können. Durch Lehre, Forschung und Wissenstransfer tragen unsere Hochschulen wesentlich zum Erfolg der im Finanz- und Bankensektor tätigen Unternehmen bei. Einige Institute, wie beispielsweise die School of Finance der Universität St. Gallen oder die Ecole des Hautes Etudes Commerciales der Universität Lausanne, rangieren in den einschlägigen Rankings an der Weltspitze. Im Fachhochschulbereich sind insbesondere die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften mit dem Zentrum für Banking und Finance sowie die Fachhochschule Zentralschweiz mit dem Institut für Finanzdienstleistungen hervorzuheben.</p><p>Mit Ausnahme der beiden ETH haben alle öffentlichen Hochschulen eine kantonale Trägerschaft. Sie verfügen zudem über ein hohes Mass an Autonomie. Auch der ETH-Bereich regelt seine Belange im Rahmen des ETH-Gesetzes selbstständig. Es fällt deshalb prinzipiell nicht in die Kompetenz des Bundes, spezifische akademische Lehr- und Forschungsbereiche vorzugeben. Dies wäre überdies problematisch, wenn eine spezifische Branche die primäre Nutzniesserin wäre. Der Bund kann sich aber über verschiedene Instrumente an Initiativen der Hochschulen zur Bündelung ihrer Kompetenzen und zur Überwindung der Segmentierung beteiligen. Dies sind primär die projektgebundenen Beiträge und die nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) des Schweizerischen Nationalfonds.</p><p>Die Schweizerische Universitätskonferenz und der Schweizerische Fachhochschulrat haben den Rektorenkonferenzen schon ein Mandat erteilt, Vorschläge für die Programmgeneration 2017-2020 der projektgebundenen Beiträge auszuarbeiten. Bei den NFS ist im vorliegenden Kontext das mit der ersten Serie durchgeführte "FinRisk: Bewertung und Risikomanagement im Finanzbereich" (2001-2012) zu erwähnen. FinRisk entfaltete eine nachhaltige strukturbildende Wirkung und verlieh der Finanzwissenschaft in der Schweiz sowohl quantitativ wie qualitativ wesentliche Impulse. Aus FinRisk ist 2006 als Public Private Partnership der beteiligten Universitäten (Zürich, Genf, Lausanne, Tessin, beide ETH) sowie der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Schweizer Börse das Swiss Finance Institute (SFI) hervorgegangen. Das SFI wird durch den Bund mitfinanziert und führt die unter FinRisk initiierte Forschung weiter. Daneben ist es der praxisnahen Aus- und vor allem Weiterbildung der Führungskräfte der Finanzwirtschaft verpflichtet. Das als virtuelles Hochschulinstitut organisierte SFI umfasst rund 60 Lehrstühle und hat sich in kurzer Zeit eine hohe akademische Reputation erarbeitet. Mittelfristig will es zu den führenden drei finanzwissenschaftlichen Institutionen in Europa und zu den besten zehn weltweit gehören.</p><p>Dem Bundesrat ist bekannt, dass der Kanton Zürich zusätzlich die Einrichtung eines internationalen Hochschulzentrums für Finanz- und Bankwissenschaften prüft. Bei einer allfälligen Realisierung könnten über die bestehenden Instrumente Gesuche um Bundesmittel gestellt werden, wenn die notwendigen Bedingungen erfüllt wären.</p><p>Angesichts der fehlenden Bundeskompetenzen, der vorhandenen Instrumente zur Unterstützung von "bottom-up" generierten Initiativen und der durch FinRisk und das SFI erreichten Fortschritte erachtet der Bundesrat die Erstellung eines Berichtes als nicht zweckmässig und beantragt die Ablehnung des Postulates.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird gebeten, in einem Bericht aufzuzeigen, wie die Finanz- und Bankenwissenschaften gefördert werden könnten. Dies könnte in der BFI-Botschaft 2017-2020 über den Leistungsauftrag der ETH oder über ein neues Forschungsinstitut ausserhalb des Hochschulbereiches oder über allfällig projektgebundene Beiträge bei nationalem Interesse geschehen. Dabei sollen aber die Autonomie der Institute und die Kompetenzen der Kantone nicht beeinträchtigt werden. In diesem Sinne sind als mögliches Vorgehen die Bemühungen der Zürcher Politik wie auch der Universität Zürich und verschiedenster weiterer Hochschulen im Grossraum Zürich im Auge zu behalten. Diese wollen prüfen, ob man sich themenspezifisch unter dem Dach eines internationalen Hochschulzentrums für Finanz- und Bankenwissenschaften organisieren könnte. Es geht darum, dass auf dem Gebiet von Forschung und Lehre der internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Schweiz Rechnung getragen wird. Dazu sollen die heute schweizweit vorhandenen Fachkompetenzen in diesem Bereich gebündelt werden, und gleichzeitig soll in Zusammenarbeit mit der Finanzbranche sowohl für die Volkswirtschaft als auch für die Lehr- und Forschungsarbeit an den Hochschulen eine Win-win-Situation geschaffen werden.</p>
    • Internationales Hochschulzentrum für Finanz- und Bankenwissenschaften

Back to List