Schweizweite Bekämpfung der Moderhinke der Schafe
- ShortId
-
14.3503
- Id
-
20143503
- Updated
-
25.06.2025 00:08
- Language
-
de
- Title
-
Schweizweite Bekämpfung der Moderhinke der Schafe
- AdditionalIndexing
-
55;52;Tierhaltung;Graubünden;Schaf;Tierkrankheit
- 1
-
- L04K14010102, Tierhaltung
- L05K1401080103, Schaf
- L05K1401010301, Tierkrankheit
- L05K0301010108, Graubünden
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Moderhinke ist eine schmerzhafte und ansteckende Klauenkrankheit, die bei Schafen, aber auch bei Gämsen und Steinböcken auftritt und über die ganze Schweiz weit verbreitet ist. Für die Schafhalter bedeutet die Krankheit oft einen grossen ökonomischen Verlust und einen enormen Arbeitsaufwand für die Pflege und Behandlung der kranken Schafe, unter anderem auch häufig mittels Einsatz von Antibiotika.</p><p>Die Moderhinke ist ebenso ein relevantes Tierschutzproblem, da betroffene Tiere derart stark unter Schmerzen leiden, dass sie oft nur noch auf den Vorderknien ihr Futter fressen. Zudem legen sie schlecht an Gewicht zu, und im Fall von Auen werden die Lämmer nur noch ungenügend gesäugt. Die Folgen davon sind nicht nur schlechtere Säuge- und Mastleistungen der Tiere, sondern immer auch damit verknüpfte wirtschaftliche Einbussen wie tiefe Verkaufserlöse und hohe Behandlungskosten. </p><p>Nachdem der Kanton Graubünden seit 2003 seinen Schafbestand mittels eines Bekämpfungskonzeptes des Schweizerischen Beratungs- und Gesundheitsdienstes für Kleinwiederkäuer (BGK) erfolgreich saniert hat und auch die Diagnostik erfolgreich entwickelt ist, sind die Voraussetzungen gegeben, um auf nationaler Ebene ein erfolgreiches Bekämpfungskonzept zu installieren. Die heutige Situation in der Schweiz ist nicht zielführend, da die Kantone sehr unterschiedliche Vollzugsniveaus aufweisen und sich - wenn überhaupt - nur sehr unterschiedlich an der Bekämpfung beteiligen und ein koordiniertes Vorgehen nicht vorhanden ist. So kommt es immer wieder zu Krankheitsausbrüchen und Rückfällen in sanierten Herden, insbesondere auf Alpen und Gemeinschaftsweiden. Dies ist für die engagierten Schafhalter sehr unbefriedigend. Der einzelne Tierhalter kann sich nicht gegen die Krankheit schützen. Deshalb sind für die Moderhinke-Krankheit die Kriterien erfüllt, als Tierseuche definiert und entsprechend bekämpft zu werden. </p><p>Diese Bekämpfungsstrategie nach dem Vorbild Graubündens hat zudem den sehr wichtigen Effekt, dass eine Krankheit ohne jeglichen Antibiotikaeinsatz nicht nur reduziert, sondern letztlich nachhaltig verhindert wird. </p>
- <p>Im Rahmen von im Kanton Graubünden durchgeführten Forschungsprojekten wurden im Auftrag des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen die wissenschaftlichen Voraussetzungen für eine systematische Bekämpfung der Moderhinke untersucht und wurde die entsprechende Diagnostik entwickelt. Eine schweizweit koordinierte Bekämpfung der Moderhinke erscheint dem Bundesrat aus tierseuchenpolizeilichen Gründen angezeigt.</p><p>Voraussetzung hierzu wäre die Aufnahme der Moderhinke als sogenannte "andere Seuche" gemäss Artikel 1a Absatz 2 des Tierseuchengesetzes (TSG, SR 916.40) in die Tierseuchenverordnung (SR 916.401). Nach Artikel 31 Absatz 1 TSG müssten die Bekämpfungskosten von den Kantonen - und je nach Kanton gegebenenfalls teilweise von den Tierhaltern - getragen werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Voraussetzungen zu schaffen, damit schweizweit eine koordinierte Bekämpfung der Moderhinke der Schafe durchgeführt werden kann.</p>
- Schweizweite Bekämpfung der Moderhinke der Schafe
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Moderhinke ist eine schmerzhafte und ansteckende Klauenkrankheit, die bei Schafen, aber auch bei Gämsen und Steinböcken auftritt und über die ganze Schweiz weit verbreitet ist. Für die Schafhalter bedeutet die Krankheit oft einen grossen ökonomischen Verlust und einen enormen Arbeitsaufwand für die Pflege und Behandlung der kranken Schafe, unter anderem auch häufig mittels Einsatz von Antibiotika.</p><p>Die Moderhinke ist ebenso ein relevantes Tierschutzproblem, da betroffene Tiere derart stark unter Schmerzen leiden, dass sie oft nur noch auf den Vorderknien ihr Futter fressen. Zudem legen sie schlecht an Gewicht zu, und im Fall von Auen werden die Lämmer nur noch ungenügend gesäugt. Die Folgen davon sind nicht nur schlechtere Säuge- und Mastleistungen der Tiere, sondern immer auch damit verknüpfte wirtschaftliche Einbussen wie tiefe Verkaufserlöse und hohe Behandlungskosten. </p><p>Nachdem der Kanton Graubünden seit 2003 seinen Schafbestand mittels eines Bekämpfungskonzeptes des Schweizerischen Beratungs- und Gesundheitsdienstes für Kleinwiederkäuer (BGK) erfolgreich saniert hat und auch die Diagnostik erfolgreich entwickelt ist, sind die Voraussetzungen gegeben, um auf nationaler Ebene ein erfolgreiches Bekämpfungskonzept zu installieren. Die heutige Situation in der Schweiz ist nicht zielführend, da die Kantone sehr unterschiedliche Vollzugsniveaus aufweisen und sich - wenn überhaupt - nur sehr unterschiedlich an der Bekämpfung beteiligen und ein koordiniertes Vorgehen nicht vorhanden ist. So kommt es immer wieder zu Krankheitsausbrüchen und Rückfällen in sanierten Herden, insbesondere auf Alpen und Gemeinschaftsweiden. Dies ist für die engagierten Schafhalter sehr unbefriedigend. Der einzelne Tierhalter kann sich nicht gegen die Krankheit schützen. Deshalb sind für die Moderhinke-Krankheit die Kriterien erfüllt, als Tierseuche definiert und entsprechend bekämpft zu werden. </p><p>Diese Bekämpfungsstrategie nach dem Vorbild Graubündens hat zudem den sehr wichtigen Effekt, dass eine Krankheit ohne jeglichen Antibiotikaeinsatz nicht nur reduziert, sondern letztlich nachhaltig verhindert wird. </p>
- <p>Im Rahmen von im Kanton Graubünden durchgeführten Forschungsprojekten wurden im Auftrag des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen die wissenschaftlichen Voraussetzungen für eine systematische Bekämpfung der Moderhinke untersucht und wurde die entsprechende Diagnostik entwickelt. Eine schweizweit koordinierte Bekämpfung der Moderhinke erscheint dem Bundesrat aus tierseuchenpolizeilichen Gründen angezeigt.</p><p>Voraussetzung hierzu wäre die Aufnahme der Moderhinke als sogenannte "andere Seuche" gemäss Artikel 1a Absatz 2 des Tierseuchengesetzes (TSG, SR 916.40) in die Tierseuchenverordnung (SR 916.401). Nach Artikel 31 Absatz 1 TSG müssten die Bekämpfungskosten von den Kantonen - und je nach Kanton gegebenenfalls teilweise von den Tierhaltern - getragen werden.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Voraussetzungen zu schaffen, damit schweizweit eine koordinierte Bekämpfung der Moderhinke der Schafe durchgeführt werden kann.</p>
- Schweizweite Bekämpfung der Moderhinke der Schafe
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