Food Waste eindämmen
- ShortId
-
14.3603
- Id
-
20143603
- Updated
-
28.07.2023 06:56
- Language
-
de
- Title
-
Food Waste eindämmen
- AdditionalIndexing
-
28;55;Abfallwirtschaft;Lebensmittelrecht;Verschwendung;verderbliches Lebensmittel;Nahrungsmittel
- 1
-
- L03K140203, Nahrungsmittel
- L05K0701060111, Verschwendung
- L03K060102, Abfallwirtschaft
- L04K14020306, verderbliches Lebensmittel
- L04K01050606, Lebensmittelrecht
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Ein Drittel aller Lebensmittel, pro Jahr also rund 2 Millionen Tonnen, wird in der Schweiz nicht konsumiert. Dies betrifft die vermeidbaren Verluste und bemisst sich an der gesamten landwirtschaftlichen Produktion. Rund die Hälfte der Abfälle wird in Haushalten und der Gastronomie (Konsum) verursacht: Pro Person landen hier täglich 320 Gramm einwandfreie Lebensmittel im Abfall.</p><p>Die unnötige und nichtnachhaltige Produktion von Lebensmitteln bedeutet eine erhebliche Ressourcenverschwendung: In der Schweiz etwa entstehen 31 Prozent der Umweltbelastung durch die Ernährung. Damit nimmt die Ernährung den gleichen Stellenwert an wie die Bereiche Wohnen und Verkehr. Zudem bringen die Entsorgung von Lebensmitteln und der hohe Konsum von Tierprodukten enorme CO2-Emissionen mit sich.</p><p>Auf internationaler Ebene werden Möglichkeiten zur Reduktion der Nahrungsmittelabfälle bereits breit diskutiert. In der EU etwa hat sich das Europäische Parlament zum Ziel gesetzt, das Ausmass des Food Waste bis ins Jahr 2025 zu halbieren. Zudem spricht sich die Uno für eine vermehrt pflanzliche Ernährung zur Bekämpfung des Welthungers, der Armut und des Klimawandels aus.</p>
- <p>Der Bundesrat hat am 8. März 2013 den Aktionsplan Grüne Wirtschaft verabschiedet. Die ressourcenschonendere Ernährung und die Verringerung der Nahrungsmittelabfälle sind beides Massnahmen des Aktionsplans.</p><p>Im Bereich der ressourcenschonenderen Ernährung werden in Abstimmung mit dem NFP 69, "Gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion", in einem ersten Schritt die Herausforderungen und Potenziale einer ressourcenschonenderen, ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung identifiziert. In einem zweiten Schritt soll ein Dialog mit den Akteuren des Ernährungssystems aufgenommen und sollen Massnahmen erarbeitet werden.</p><p>Für die Erarbeitung von Massnahmen zur Reduktion der Nahrungsmittelabfälle hat eine Projektgruppe der Bundesverwaltung (BLW, Bafu, BLV, Deza) im Winter 2012/13 einen Stakeholderdialog initiiert. Zusammen mit Akteuren aller Stufen der Lebensmittelkette und interessierten Organisationen der Zivilgesellschaft wird nach übergreifenden Lösungen zur Reduktion der Nahrungsmittelabfälle gesucht. Im Rahmen von Arbeitsgruppen werden bis Ende 2014 konkrete Lösungsansätze zu den Themen "Datierung von Lebensmitteln", "Bildung, Sensibilisierung, Information" und "Abgabe von Nahrungsmitteln an Bedürftige durch Hilfsorganisationen wie 'Caritas Markt', 'Schweizer Tafel' oder 'Tischlein deck dich'" entwickelt.</p><p>Aus dem Stakeholderdialog ist klar hervorgegangen, dass dem Staat eine Verantwortung im Bereich der Information und der Sensibilisierung der Bevölkerung zugesprochen wird. Das wichtigste Instrument des Bundes zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit war bislang eine Wanderausstellung mit dem Titel "Lebensmittel wegwerfen. Das ist dumm.". Sie ist, wie die in diesem Zusammenhang konzipierte Broschüre, auf grosses Interesse gestossen. Auch in Zukunft will sich der Bund im Bereich Kommunikation und Bildung aktiv engagieren. In der Arbeitsgruppe "Bildung, Sensibilisierung und Information" wird dafür ein Konzept erarbeitet. Im Bereich der Haltbarkeitsdaten werden in der Arbeitsgruppe "Datierung" Empfehlungen und Informationen zur Datierung von Lebensmitteln zuhanden der Industrie und der Konsumenten erarbeitet. Ein Leitfaden zur Datierung von Lebensmitteln für die Industrie wurde Anfang Juni 2014 vom BLV herausgegeben.</p><p>Auf internationaler Ebene unterstützt der Bund unter dem 10-Jahres-Rahmen für Programme zur Förderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster (10YFP) die Erarbeitung eines globalen Programms zu nachhaltigen Agrar- und Ernährungssystemen, welches ein besonderes Augenmerk auf die Themen Food Waste und Food Loss richten soll.</p><p>In der Schweiz sind in den letzten Jahren zudem zahlreiche private Projekte zur Bekämpfung von Nahrungsmittelabfällen entstanden. Mit den laufenden Arbeiten der Projektgruppe der Bundesverwaltung und den privaten Initiativen ist ein dynamischer Prozess in Gang gesetzt worden. Der Bundesrat will diesen Weg weiter verfolgen und sich auch weiterhin aktiv am internationalen Dialog beteiligen.</p><p>Im Rahmen des Aktionsplans Grüne Wirtschaft wird alle vier Jahre, das nächste Mal 2015, über den Stand der Umsetzung der Massnahmen des Aktionsplans berichtet, so auch in den Bereichen "ressourcenschonendere Ernährung" und "Nahrungsmittelabfälle".</p><p>Der Bundesrat trägt dem Anliegen des Postulates somit Rechnung und beantragt deshalb dessen Ablehnung.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht darzustellen, durch welche Massnahmen Lebensmittelverluste verringert werden können und die pflanzliche Ernährung gefördert werden kann. Insbesondere soll geprüft werden:</p><p>1. wie zusammen mit allen Beteiligten der Lebensmittelkette, u. a. mit den Grossverbrauchern, der Gastronomie, der Lebensmittelverarbeitung, dem Handel und den landwirtschaftlichen Produzentinnen und Produzenten usw., Massnahmen zur Förderung der nachhaltigen Ernährung umgesetzt werden können;</p><p>2. wie eine realistische Berechnung der Haltbarkeitsdaten von Lebensmitteln besser überprüft und angepasst werden kann;</p><p>3. wie Projekte zur Bekämpfung von Food Waste und zur Förderung der pflanzlichen Ernährung angeregt und besser unterstützt werden könnten;</p><p>4. wie Haushalte etwa durch entsprechende Kampagnen oder die Integration der Thematiken Food Waste und pflanzliche Ernährung in den Schul- und Berufsbildungsunterricht auf die Problematik sensibilisiert werden könnten;</p><p>5. wie Food Waste bis 2020 im Vergleich zu heute um 80 Prozent reduziert werden kann.</p>
- Food Waste eindämmen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Ein Drittel aller Lebensmittel, pro Jahr also rund 2 Millionen Tonnen, wird in der Schweiz nicht konsumiert. Dies betrifft die vermeidbaren Verluste und bemisst sich an der gesamten landwirtschaftlichen Produktion. Rund die Hälfte der Abfälle wird in Haushalten und der Gastronomie (Konsum) verursacht: Pro Person landen hier täglich 320 Gramm einwandfreie Lebensmittel im Abfall.</p><p>Die unnötige und nichtnachhaltige Produktion von Lebensmitteln bedeutet eine erhebliche Ressourcenverschwendung: In der Schweiz etwa entstehen 31 Prozent der Umweltbelastung durch die Ernährung. Damit nimmt die Ernährung den gleichen Stellenwert an wie die Bereiche Wohnen und Verkehr. Zudem bringen die Entsorgung von Lebensmitteln und der hohe Konsum von Tierprodukten enorme CO2-Emissionen mit sich.</p><p>Auf internationaler Ebene werden Möglichkeiten zur Reduktion der Nahrungsmittelabfälle bereits breit diskutiert. In der EU etwa hat sich das Europäische Parlament zum Ziel gesetzt, das Ausmass des Food Waste bis ins Jahr 2025 zu halbieren. Zudem spricht sich die Uno für eine vermehrt pflanzliche Ernährung zur Bekämpfung des Welthungers, der Armut und des Klimawandels aus.</p>
- <p>Der Bundesrat hat am 8. März 2013 den Aktionsplan Grüne Wirtschaft verabschiedet. Die ressourcenschonendere Ernährung und die Verringerung der Nahrungsmittelabfälle sind beides Massnahmen des Aktionsplans.</p><p>Im Bereich der ressourcenschonenderen Ernährung werden in Abstimmung mit dem NFP 69, "Gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion", in einem ersten Schritt die Herausforderungen und Potenziale einer ressourcenschonenderen, ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung identifiziert. In einem zweiten Schritt soll ein Dialog mit den Akteuren des Ernährungssystems aufgenommen und sollen Massnahmen erarbeitet werden.</p><p>Für die Erarbeitung von Massnahmen zur Reduktion der Nahrungsmittelabfälle hat eine Projektgruppe der Bundesverwaltung (BLW, Bafu, BLV, Deza) im Winter 2012/13 einen Stakeholderdialog initiiert. Zusammen mit Akteuren aller Stufen der Lebensmittelkette und interessierten Organisationen der Zivilgesellschaft wird nach übergreifenden Lösungen zur Reduktion der Nahrungsmittelabfälle gesucht. Im Rahmen von Arbeitsgruppen werden bis Ende 2014 konkrete Lösungsansätze zu den Themen "Datierung von Lebensmitteln", "Bildung, Sensibilisierung, Information" und "Abgabe von Nahrungsmitteln an Bedürftige durch Hilfsorganisationen wie 'Caritas Markt', 'Schweizer Tafel' oder 'Tischlein deck dich'" entwickelt.</p><p>Aus dem Stakeholderdialog ist klar hervorgegangen, dass dem Staat eine Verantwortung im Bereich der Information und der Sensibilisierung der Bevölkerung zugesprochen wird. Das wichtigste Instrument des Bundes zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit war bislang eine Wanderausstellung mit dem Titel "Lebensmittel wegwerfen. Das ist dumm.". Sie ist, wie die in diesem Zusammenhang konzipierte Broschüre, auf grosses Interesse gestossen. Auch in Zukunft will sich der Bund im Bereich Kommunikation und Bildung aktiv engagieren. In der Arbeitsgruppe "Bildung, Sensibilisierung und Information" wird dafür ein Konzept erarbeitet. Im Bereich der Haltbarkeitsdaten werden in der Arbeitsgruppe "Datierung" Empfehlungen und Informationen zur Datierung von Lebensmitteln zuhanden der Industrie und der Konsumenten erarbeitet. Ein Leitfaden zur Datierung von Lebensmitteln für die Industrie wurde Anfang Juni 2014 vom BLV herausgegeben.</p><p>Auf internationaler Ebene unterstützt der Bund unter dem 10-Jahres-Rahmen für Programme zur Förderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster (10YFP) die Erarbeitung eines globalen Programms zu nachhaltigen Agrar- und Ernährungssystemen, welches ein besonderes Augenmerk auf die Themen Food Waste und Food Loss richten soll.</p><p>In der Schweiz sind in den letzten Jahren zudem zahlreiche private Projekte zur Bekämpfung von Nahrungsmittelabfällen entstanden. Mit den laufenden Arbeiten der Projektgruppe der Bundesverwaltung und den privaten Initiativen ist ein dynamischer Prozess in Gang gesetzt worden. Der Bundesrat will diesen Weg weiter verfolgen und sich auch weiterhin aktiv am internationalen Dialog beteiligen.</p><p>Im Rahmen des Aktionsplans Grüne Wirtschaft wird alle vier Jahre, das nächste Mal 2015, über den Stand der Umsetzung der Massnahmen des Aktionsplans berichtet, so auch in den Bereichen "ressourcenschonendere Ernährung" und "Nahrungsmittelabfälle".</p><p>Der Bundesrat trägt dem Anliegen des Postulates somit Rechnung und beantragt deshalb dessen Ablehnung.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht darzustellen, durch welche Massnahmen Lebensmittelverluste verringert werden können und die pflanzliche Ernährung gefördert werden kann. Insbesondere soll geprüft werden:</p><p>1. wie zusammen mit allen Beteiligten der Lebensmittelkette, u. a. mit den Grossverbrauchern, der Gastronomie, der Lebensmittelverarbeitung, dem Handel und den landwirtschaftlichen Produzentinnen und Produzenten usw., Massnahmen zur Förderung der nachhaltigen Ernährung umgesetzt werden können;</p><p>2. wie eine realistische Berechnung der Haltbarkeitsdaten von Lebensmitteln besser überprüft und angepasst werden kann;</p><p>3. wie Projekte zur Bekämpfung von Food Waste und zur Förderung der pflanzlichen Ernährung angeregt und besser unterstützt werden könnten;</p><p>4. wie Haushalte etwa durch entsprechende Kampagnen oder die Integration der Thematiken Food Waste und pflanzliche Ernährung in den Schul- und Berufsbildungsunterricht auf die Problematik sensibilisiert werden könnten;</p><p>5. wie Food Waste bis 2020 im Vergleich zu heute um 80 Prozent reduziert werden kann.</p>
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