Ziel- statt massnahmenorientierte Agrarpolitik. Der Landwirt als Teil der Lösung und nicht als das Problem

ShortId
14.3618
Id
20143618
Updated
14.11.2025 07:46
Language
de
Title
Ziel- statt massnahmenorientierte Agrarpolitik. Der Landwirt als Teil der Lösung und nicht als das Problem
AdditionalIndexing
55;52;Landwirt/in;Land- und Forstwirtschaft;Agrarproduktion und Agrarstrukturen;Agrarpolitik (allgemein);nachhaltige Entwicklung
1
  • L02K1401, Land- und Forstwirtschaft
  • L03K140103, Agrarpolitik (allgemein)
  • L05K0704010210, nachhaltige Entwicklung
  • L05K1401050601, Landwirt/in
  • L03K140104, Agrarproduktion und Agrarstrukturen
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die sehr stark massnahmenorientierte Ausgestaltung der Agrarpolitik führt zu einer weitgehenden Bevormundung der Landwirte. Der Landwirt wird zu wenig als Fachmann in Produktion und Ökologie wahrgenommen, der seine betrieblichen Gegebenheiten und sein Potenzial am besten einschätzen kann. Die wertvolle Ressource des Fachwissens des einzelnen Landwirts wird somit nur mangelhaft zur Erreichung der Ziele der Agrarpolitik eingesetzt. Die vorliegende Agrarpolitik 2014-2017 hat klare, messbare Ziele, welche erreicht werden sollen. Es wäre nur konsequent, wenn diese Systematik bis auf die Stufe Betrieb in geeigneter Weise weitergezogen würde. Der Landwirt wäre somit frei in der Wahl des Weges, der ihn an das vorgegebene oder selbstdefinierte Ziel bringt. Die Funktion und Wahrnehmung des Landwirts würde damit fundamental geändert und verbessert.</p><p>Um allen Aspekten der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft gerecht zu werden, erfordert die Komplexität der heutigen Landwirtschaftsbetriebe eine neue Denk- und Arbeitsweise. Die kommenden Herausforderungen im Spannungsfeld von steigender Bevölkerung und gleichzeitig zu erwartender Ressourcenknappheit können nur bewältigt werden, wenn die Landwirtschaft entsprechende Rahmenbedingungen erhält.</p><p>Dies zeigen auch verschiedene internationale Studien, welche eine Steigerung der Produktivität ohne steigenden Input als zentrales Element zur Lösung der Ernährungs- und Ressourcenproblematik identifizieren. Eine auf Ziele fokussierte Landwirtschaft, welche maximalen Handlungsspielraum für den Landwirt ermöglicht, ist dabei zentral.</p>
  • <p>Die aktuelle Agrarpolitik enthält sowohl ziel- als auch massnahmenorientierte Instrumente. In den kommenden Jahren wird sie evaluiert. Basierend auf diesen Erkenntnissen soll der rechtliche Rahmen für die Land- und Ernährungswirtschaft überprüft und optimiert werden. In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat auch überprüfen, inwieweit massnahmenorientierte durch zielorientierte Vorgaben abgelöst werden können.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, bis Ende 2016 dem Parlament eine Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik vorzulegen. In dieser sollen neben der Prüfung von zielorientierten anstelle von massnahmenorientierten Vorgaben auch Forderungen anderer Vorstösse wie die administrative Entlastung von Betrieben und Verwaltung, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, der optimale Einsatz öffentlicher Mittel oder die ressourcenschonendere Produktion bearbeitet werden. Der Entscheid über mögliche rechtliche Anpassungen soll aufgrund der Gesamtschau erfolgen, welche auch die internationalen Entwicklungen berücksichtigt.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht aufzuzeigen, wie die Grundlagen zu schaffen sind, für Systeme, welche eine auf Stufe Betrieb zielorientierte und nicht massnahmenorientierte Umsetzung der Agrarpolitik ermöglichen. Das Prinzip der Freiwilligkeit und die Erarbeitung aus der Praxis sollen dabei sichergestellt werden. Weiter muss dieser Ansatz alle drei Achsen der Nachhaltigkeit integral berücksichtigen.</p>
  • Ziel- statt massnahmenorientierte Agrarpolitik. Der Landwirt als Teil der Lösung und nicht als das Problem
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die sehr stark massnahmenorientierte Ausgestaltung der Agrarpolitik führt zu einer weitgehenden Bevormundung der Landwirte. Der Landwirt wird zu wenig als Fachmann in Produktion und Ökologie wahrgenommen, der seine betrieblichen Gegebenheiten und sein Potenzial am besten einschätzen kann. Die wertvolle Ressource des Fachwissens des einzelnen Landwirts wird somit nur mangelhaft zur Erreichung der Ziele der Agrarpolitik eingesetzt. Die vorliegende Agrarpolitik 2014-2017 hat klare, messbare Ziele, welche erreicht werden sollen. Es wäre nur konsequent, wenn diese Systematik bis auf die Stufe Betrieb in geeigneter Weise weitergezogen würde. Der Landwirt wäre somit frei in der Wahl des Weges, der ihn an das vorgegebene oder selbstdefinierte Ziel bringt. Die Funktion und Wahrnehmung des Landwirts würde damit fundamental geändert und verbessert.</p><p>Um allen Aspekten der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft gerecht zu werden, erfordert die Komplexität der heutigen Landwirtschaftsbetriebe eine neue Denk- und Arbeitsweise. Die kommenden Herausforderungen im Spannungsfeld von steigender Bevölkerung und gleichzeitig zu erwartender Ressourcenknappheit können nur bewältigt werden, wenn die Landwirtschaft entsprechende Rahmenbedingungen erhält.</p><p>Dies zeigen auch verschiedene internationale Studien, welche eine Steigerung der Produktivität ohne steigenden Input als zentrales Element zur Lösung der Ernährungs- und Ressourcenproblematik identifizieren. Eine auf Ziele fokussierte Landwirtschaft, welche maximalen Handlungsspielraum für den Landwirt ermöglicht, ist dabei zentral.</p>
    • <p>Die aktuelle Agrarpolitik enthält sowohl ziel- als auch massnahmenorientierte Instrumente. In den kommenden Jahren wird sie evaluiert. Basierend auf diesen Erkenntnissen soll der rechtliche Rahmen für die Land- und Ernährungswirtschaft überprüft und optimiert werden. In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat auch überprüfen, inwieweit massnahmenorientierte durch zielorientierte Vorgaben abgelöst werden können.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, bis Ende 2016 dem Parlament eine Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik vorzulegen. In dieser sollen neben der Prüfung von zielorientierten anstelle von massnahmenorientierten Vorgaben auch Forderungen anderer Vorstösse wie die administrative Entlastung von Betrieben und Verwaltung, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, der optimale Einsatz öffentlicher Mittel oder die ressourcenschonendere Produktion bearbeitet werden. Der Entscheid über mögliche rechtliche Anpassungen soll aufgrund der Gesamtschau erfolgen, welche auch die internationalen Entwicklungen berücksichtigt.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht aufzuzeigen, wie die Grundlagen zu schaffen sind, für Systeme, welche eine auf Stufe Betrieb zielorientierte und nicht massnahmenorientierte Umsetzung der Agrarpolitik ermöglichen. Das Prinzip der Freiwilligkeit und die Erarbeitung aus der Praxis sollen dabei sichergestellt werden. Weiter muss dieser Ansatz alle drei Achsen der Nachhaltigkeit integral berücksichtigen.</p>
    • Ziel- statt massnahmenorientierte Agrarpolitik. Der Landwirt als Teil der Lösung und nicht als das Problem

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