Forschung im Bereich der Kirschessigfliege

ShortId
14.3721
Id
20143721
Updated
24.06.2025 23:56
Language
de
Title
Forschung im Bereich der Kirschessigfliege
AdditionalIndexing
52;55;36;Pflanzenschutzverfahren;Schutz der Pflanzenwelt;Landwirtschaft (allgemein);Pflanzenkrankheit
1
  • L04K06010415, Schutz der Pflanzenwelt
  • L05K1401020309, Pflanzenschutzverfahren
  • L05K1401010112, Pflanzenkrankheit
  • L01K14, Landwirtschaft (allgemein)
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) befällt in verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen kurz vor der Ernte die reifenden Früchte, vor allem im Obst-, Beeren- und Weinbau. Seit 2011 breitet sich dieser Schädling in der Schweiz aus. Obwohl seither die Branche, die Forschung und die Behörden grosse Anstrengungen unternahmen und eng zusammenarbeiteten, konnte nicht verhindert werden, dass 2014 viele Landwirtschaftsbetriebe durch den Befall beträchtliche ökonomische Schäden erlitten. Voraussichtlich wird der Befallsdruck in den kommenden Jahren insbesondere nach milden Wintern sowohl im Biolandbau als auch in der integrierten Produktion weiter zunehmen. Die bisher zur Verfügung stehenden Massnahmen in der Vorbeugung, mit Massenfang und direkter Bekämpfung, erwiesen sich als nicht nachhaltig. Gerade in den ökologisch und landschaftlich besonders wertvollen Hochstamm-Kulturen lässt sich die vollständige Umhüllung der Bäume mit Insektenschutznetzen nicht praktizieren. Der Massenfang mit Lockstoff-Fallen hat nur in den niedrigwachsenden Beerenkulturen eine ausreichende Wirkung. Mit dem Einsatz von Insektiziden sind Resistenzen des Schadorganismus zu befürchten, und die möglichen Rückstandsspuren stehen dem Anspruch der Konsumenten nach möglichst rückstandsfreien Produkten entgegen. Alle bisher bekannten Massnahmen führen zu erheblichem Mehraufwand für die Produzenten und gefährden in den betroffenen Branchen den erfolgreichen Aufschwung der letzten Jahre. Auch die Hausgärten sind vom Problem betroffen und tragen zur Ausbreitung des Schädlings bei.</p><p>Wenn der Bund rechtzeitig Forschung und Beratung im Bereich der Kirschessigfliege intensiviert, können grössere wirtschaftliche Schäden abgewendet werden. Die Verstärkung der Anstrengung darf nicht zulasten der ebenfalls unabdingbaren Forschung und Beratung zu anderen Themen in diesen Kulturen gehen. Die Dringlichkeit ist hoch. Daher sind zusätzliche Ressourcen bereitzustellen, um der Praxis in nützlicher Frist Massnahmen zur Verfügung stellen zu können. Dafür wird eine Mittelaufstockung beim BLW von 2,5 Millionen Schweizerfranken über fünf Jahre nötig sein.</p>
  • <p>Agroscope hat vielversprechende Massnahmen zur Bekämpfung dieses Schädlings entwickelt. Mit seiner aussergewöhnlichen Entwicklung im Jahr 2014 sind diese Methoden jedoch an ihre Grenzen gestossen. Die Erforschung und Entwicklung von nachhaltigen Bekämpfungsmethoden und Mitteln zur Überwachung muss intensiviert werden. Es gilt, die Zusammenarbeit von Forschung, Beratung und Praxis zu stärken, damit bis 2020 schrittweise nachhaltige Strategien zur Bekämpfung dieser Fruchtfliege verfügbar sind. Damit die übrigen Achsen der landwirtschaftlichen Forschung nicht beeinträchtigt werden, müssen zusätzliche finanzielle Mittel spezifisch für diese Suche nach Lösungen gesprochen werden, wobei diese Summe in der Position A2310.0148, "Beihilfen Pflanzenbau", verbucht werden soll.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, die Forschung und Beratung im Bereich der Kirschessigfliege deutlich auszubauen, damit gegen diesen Schadorganismus innert nützlicher Frist nachhaltige Bekämpfungsstrategien entwickelt und in der landwirtschaftlichen Praxis verankert werden können.</p>
  • Forschung im Bereich der Kirschessigfliege
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) befällt in verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen kurz vor der Ernte die reifenden Früchte, vor allem im Obst-, Beeren- und Weinbau. Seit 2011 breitet sich dieser Schädling in der Schweiz aus. Obwohl seither die Branche, die Forschung und die Behörden grosse Anstrengungen unternahmen und eng zusammenarbeiteten, konnte nicht verhindert werden, dass 2014 viele Landwirtschaftsbetriebe durch den Befall beträchtliche ökonomische Schäden erlitten. Voraussichtlich wird der Befallsdruck in den kommenden Jahren insbesondere nach milden Wintern sowohl im Biolandbau als auch in der integrierten Produktion weiter zunehmen. Die bisher zur Verfügung stehenden Massnahmen in der Vorbeugung, mit Massenfang und direkter Bekämpfung, erwiesen sich als nicht nachhaltig. Gerade in den ökologisch und landschaftlich besonders wertvollen Hochstamm-Kulturen lässt sich die vollständige Umhüllung der Bäume mit Insektenschutznetzen nicht praktizieren. Der Massenfang mit Lockstoff-Fallen hat nur in den niedrigwachsenden Beerenkulturen eine ausreichende Wirkung. Mit dem Einsatz von Insektiziden sind Resistenzen des Schadorganismus zu befürchten, und die möglichen Rückstandsspuren stehen dem Anspruch der Konsumenten nach möglichst rückstandsfreien Produkten entgegen. Alle bisher bekannten Massnahmen führen zu erheblichem Mehraufwand für die Produzenten und gefährden in den betroffenen Branchen den erfolgreichen Aufschwung der letzten Jahre. Auch die Hausgärten sind vom Problem betroffen und tragen zur Ausbreitung des Schädlings bei.</p><p>Wenn der Bund rechtzeitig Forschung und Beratung im Bereich der Kirschessigfliege intensiviert, können grössere wirtschaftliche Schäden abgewendet werden. Die Verstärkung der Anstrengung darf nicht zulasten der ebenfalls unabdingbaren Forschung und Beratung zu anderen Themen in diesen Kulturen gehen. Die Dringlichkeit ist hoch. Daher sind zusätzliche Ressourcen bereitzustellen, um der Praxis in nützlicher Frist Massnahmen zur Verfügung stellen zu können. Dafür wird eine Mittelaufstockung beim BLW von 2,5 Millionen Schweizerfranken über fünf Jahre nötig sein.</p>
    • <p>Agroscope hat vielversprechende Massnahmen zur Bekämpfung dieses Schädlings entwickelt. Mit seiner aussergewöhnlichen Entwicklung im Jahr 2014 sind diese Methoden jedoch an ihre Grenzen gestossen. Die Erforschung und Entwicklung von nachhaltigen Bekämpfungsmethoden und Mitteln zur Überwachung muss intensiviert werden. Es gilt, die Zusammenarbeit von Forschung, Beratung und Praxis zu stärken, damit bis 2020 schrittweise nachhaltige Strategien zur Bekämpfung dieser Fruchtfliege verfügbar sind. Damit die übrigen Achsen der landwirtschaftlichen Forschung nicht beeinträchtigt werden, müssen zusätzliche finanzielle Mittel spezifisch für diese Suche nach Lösungen gesprochen werden, wobei diese Summe in der Position A2310.0148, "Beihilfen Pflanzenbau", verbucht werden soll.</p> Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, die Forschung und Beratung im Bereich der Kirschessigfliege deutlich auszubauen, damit gegen diesen Schadorganismus innert nützlicher Frist nachhaltige Bekämpfungsstrategien entwickelt und in der landwirtschaftlichen Praxis verankert werden können.</p>
    • Forschung im Bereich der Kirschessigfliege

Back to List