Bericht über den nationalen Zusammenhalt und die Mehrsprachigkeit

ShortId
14.3768
Id
20143768
Updated
28.07.2023 06:21
Language
de
Title
Bericht über den nationalen Zusammenhalt und die Mehrsprachigkeit
AdditionalIndexing
32;2831;04;Mehrsprachigkeit;Sprache;nationale Identität;Sprachunterricht
1
  • L04K01060103, Sprache
  • L05K0106010306, Mehrsprachigkeit
  • L04K13020102, Sprachunterricht
  • L04K08020219, nationale Identität
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>In letzter Zeit haben die Kantonsparlamente verschiedene Entscheide in Bezug auf die Priorität des Erlernens einer zweiten Landessprache gefällt. Dabei ging es darum herauszufinden, ob auf der Primar- oder Sekundarstufe und ob vor oder nach einer anderen Fremdsprache (konkret Englisch) mit dem Erlernen einer zweiten Landessprache begonnen werden soll. Diese Entscheide haben zu meist emotionalen Reaktionen geführt, wobei alle ihre Meinung für die eine oder die andere Variante kundtun. Die Meinungen sind meistens an wirtschaftliche Argumente geknüpft: Während eine Person ihre Geschäftsbeziehungen auf nationaler Ebene pflegt und das Erlernen einer zweiten Landessprache unterstützt, ist eine andere international tätig und setzt sich für Englisch als erste Fremdsprache ein. Zwischen diesen unterschiedlichen Meinungen wird die Frage, inwiefern der nationale Zusammenhalt mit der Kenntnis einer zweiten Landessprache zusammenhängt, entweder gerühmt oder lächerlich gemacht - je nachdem, auf welcher Seite man steht. Es wäre interessant, zu erfahren, welche Verbindung wirklich zwischen dem nationalen Zusammenhalt und dem Erlernen einer zweiten Landessprache besteht, und zwar je nachdem, ob diese Sprache in der Primarschule, in der Sekundarschule oder gar nicht erlernt wird. Es scheint, dass diese Verbindung bisher noch in keiner Studie vertieft behandelt wurde und dass in diesem Zusammenhang eher aus dem Bauch heraus als wissenschaftlich argumentiert wird. Unser Land ist nicht das einzige mit mehreren Landessprachen. Ich denke an Kanada, Finnland oder an viele weitere Nationen. </p><p>Ich beauftrage den Bundesrat mit diesem Postulat, eine Studie durchführen zu lassen und anschliessend einen Bericht darüber zu erstellen. Dabei sollen die Einschätzungen sowohl national als auch international anerkannter Expertinnen und Experten berücksichtigt werden. Ein solcher Bericht wird es den Kantonsregierungen ermöglichen, individuell oder über Kantonskonferenzen diejenigen Massnahmen zu ergreifen, die für das Erlernen von Fremdsprachen am besten sind, ohne den für unser Land unentbehrlichen nationalen Zusammenhalt zu gefährden. </p>
  • <p>Der Bundesrat hat in seinen Antworten auf mehrere parlamentarische Vorstösse (Interpellation Comte 14.3153, Interpellation Levrat 14.3287, Motion sozialdemokratische Fraktion 14.3182) bereits darauf hingewiesen, wie wichtig der Unterricht von Landessprachen für den nationalen Zusammenhalt und für die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften ist. Er hat ebenfalls erläutert, dass es sich um eine politische Frage handelt.</p><p>Der nationale Zusammenhalt wird auch von weiteren Faktoren gefördert, die nicht direkt mit der Sprachenfrage verbunden sind.</p><p>Eine Studie, die sich bloss auf das in diesem Postulat vorgeschlagene Thema konzentrieren würde, wäre deshalb nicht nur unvollständig, sondern auch zu abstrakt und zu wenig aussagekräftig. Mit einer ausschliesslich wissenschaftlichen Bewertung des nationalen Zusammenhalts wird der politischen Dimension der Sprachenfrage in einem mehrsprachigen Land nicht genügend Rechnung getragen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über das Verhältnis zwischen der Kenntnis von Landessprachen und dem nationalen Zusammenhalt zu erstellen.</p>
  • Bericht über den nationalen Zusammenhalt und die Mehrsprachigkeit
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>In letzter Zeit haben die Kantonsparlamente verschiedene Entscheide in Bezug auf die Priorität des Erlernens einer zweiten Landessprache gefällt. Dabei ging es darum herauszufinden, ob auf der Primar- oder Sekundarstufe und ob vor oder nach einer anderen Fremdsprache (konkret Englisch) mit dem Erlernen einer zweiten Landessprache begonnen werden soll. Diese Entscheide haben zu meist emotionalen Reaktionen geführt, wobei alle ihre Meinung für die eine oder die andere Variante kundtun. Die Meinungen sind meistens an wirtschaftliche Argumente geknüpft: Während eine Person ihre Geschäftsbeziehungen auf nationaler Ebene pflegt und das Erlernen einer zweiten Landessprache unterstützt, ist eine andere international tätig und setzt sich für Englisch als erste Fremdsprache ein. Zwischen diesen unterschiedlichen Meinungen wird die Frage, inwiefern der nationale Zusammenhalt mit der Kenntnis einer zweiten Landessprache zusammenhängt, entweder gerühmt oder lächerlich gemacht - je nachdem, auf welcher Seite man steht. Es wäre interessant, zu erfahren, welche Verbindung wirklich zwischen dem nationalen Zusammenhalt und dem Erlernen einer zweiten Landessprache besteht, und zwar je nachdem, ob diese Sprache in der Primarschule, in der Sekundarschule oder gar nicht erlernt wird. Es scheint, dass diese Verbindung bisher noch in keiner Studie vertieft behandelt wurde und dass in diesem Zusammenhang eher aus dem Bauch heraus als wissenschaftlich argumentiert wird. Unser Land ist nicht das einzige mit mehreren Landessprachen. Ich denke an Kanada, Finnland oder an viele weitere Nationen. </p><p>Ich beauftrage den Bundesrat mit diesem Postulat, eine Studie durchführen zu lassen und anschliessend einen Bericht darüber zu erstellen. Dabei sollen die Einschätzungen sowohl national als auch international anerkannter Expertinnen und Experten berücksichtigt werden. Ein solcher Bericht wird es den Kantonsregierungen ermöglichen, individuell oder über Kantonskonferenzen diejenigen Massnahmen zu ergreifen, die für das Erlernen von Fremdsprachen am besten sind, ohne den für unser Land unentbehrlichen nationalen Zusammenhalt zu gefährden. </p>
    • <p>Der Bundesrat hat in seinen Antworten auf mehrere parlamentarische Vorstösse (Interpellation Comte 14.3153, Interpellation Levrat 14.3287, Motion sozialdemokratische Fraktion 14.3182) bereits darauf hingewiesen, wie wichtig der Unterricht von Landessprachen für den nationalen Zusammenhalt und für die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften ist. Er hat ebenfalls erläutert, dass es sich um eine politische Frage handelt.</p><p>Der nationale Zusammenhalt wird auch von weiteren Faktoren gefördert, die nicht direkt mit der Sprachenfrage verbunden sind.</p><p>Eine Studie, die sich bloss auf das in diesem Postulat vorgeschlagene Thema konzentrieren würde, wäre deshalb nicht nur unvollständig, sondern auch zu abstrakt und zu wenig aussagekräftig. Mit einer ausschliesslich wissenschaftlichen Bewertung des nationalen Zusammenhalts wird der politischen Dimension der Sprachenfrage in einem mehrsprachigen Land nicht genügend Rechnung getragen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über das Verhältnis zwischen der Kenntnis von Landessprachen und dem nationalen Zusammenhalt zu erstellen.</p>
    • Bericht über den nationalen Zusammenhalt und die Mehrsprachigkeit

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