Schnelligkeit, Koordination und weitere unentbehrliche Massnahmen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie

ShortId
14.3796
Id
20143796
Updated
14.11.2025 07:42
Language
de
Title
Schnelligkeit, Koordination und weitere unentbehrliche Massnahmen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie
AdditionalIndexing
2841;08;Epidemie;Gesundheitsüberwachung;Vereinfachung von Verfahren;Infektionskrankheit
1
  • L05K0503020801, Vereinfachung von Verfahren
  • L04K01050104, Epidemie
  • L04K01050109, Infektionskrankheit
  • L05K0105050901, Gesundheitsüberwachung
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Von Januar bis Juni dieses Jahres verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch eine sehr geringe Zahl infizierter Personen. Doch in den drei Monaten von Mitte Juni bis Mitte September hat sich die Zahl exponentiell erhöht - sich versiebenfacht -, und es ist zu befürchten, dass diese Entwicklung weitergeht. Die Massnahmen der Schweiz sind angemessen, was die Qualität betrifft, doch es besteht die grosse Gefahr, dass sie angesichts der unerwartet schnellen Ausbreitung nicht ausreichen. Die üblichen administrativen Verfahren, die normalerweise eigentlich legitim sind, führen zu einer Verzögerung der dringend notwendigen Massnahmen um mehrere Tage. Indessen sind die Projekte, die auf einer Bedarfsanalyse der infizierten Gebiete basieren, sozusagen bereit zur Umsetzung. Sie beinhalten im Allgemeinen das Verteilen von logistischen, praktischen und organisatorischen Hilfsmitteln (hauptsächlich, um die Ansteckung zu verhindern) sowie das Verteilen von Informationen (hauptsächlich, um der Angst vor einer Ansteckung zu begegnen). Die einfachen Mittel werden grossflächig verteilt, und das Ziel ist, sicherzustellen, dass gewöhnliche Patientinnen und Patienten von den mit dem Ebola-Virus infizierten Personen abgeschirmt werden. Im Weiteren geht es natürlich auch darum, bereit zu sein, um gegebenenfalls infiziertes Schweizer Pflegepersonal aus dem Ausland in unseren Spitälern aufzunehmen. Dies alles verlangt vermehrt eine gute Koordination zwischen dem EDA (durch die Deza) und dem EDI (durch das BAG).</p>
  • <p>1. Die Prognosen zur Ausbreitung von Ebola in Liberia, Sierra Leone und Guinea haben sich in der Tat über die letzten Wochen verschlechtert. Zum heutigen Zeitpunkt geht man von viel mehr Ansteckungen aus als noch vor ein paar Wochen prognostiziert. Seit Wochen weist aber der Bund auf die katastrophale Lage in den betroffenen Ländern hin. Dass sich die Krankheit in Westafrika so rasch ausbreiten kann, hat verschiedene Ursachen, insbesondere die schlecht funktionierenden oder zusammengebrochenen Gesundheitssysteme und die mangelhafte Infrastruktur. Gerade Letztere erschwert die humanitäre Hilfe zusätzlich. Auf der Ebene der Versorgung von Patienten müsste verhindert werden, dass sich weitere Personen, insbesondere Familienangehörige und Spitalpersonal, durch Kontakt mit Blut, Erbrochenem oder Stuhl mit dem Ebola-Virus infizieren. Durch eine flächendeckende konsequente Einhaltung von strikten Massnahmen könnte eine weitere Ausbreitung verhindert werden. In den von der Epidemie betroffenen Ländern ist eine Eindämmung wegen des desolaten Zustands der Gesundheitsversorgung extrem schwierig.</p><p>2. Im Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist seit Anfang August eine Task-Force etabliert, welche die Vorbereitungsarbeiten innerhalb der Schweiz vorantreibt. Die Massnahmen zum Schutz von Schweizer Bürgern in den von Ebola betroffenen Gebieten werden vom Krisenmanagementzentrum des EDA (KMZ) koordiniert. Das humanitäre Engagement vor Ort ist im Zuständigkeitsbereich der Deza. Die drei Dienststellen sprechen sich wöchentlich ab und koordinieren ihre Arbeiten. Die Task-Force des BAG steht zudem in regelmässigem Austausch mit anderen Dienststellen, z. B. dem Bundesamt für Migration des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes und der Schweizer Armee des Eidgenössischen Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport.</p><p>Die Zusammenarbeit mit den Kantonen ist besonders eng, denn letztere sind für die Vorbereitung und Umsetzung der Massnahmen für die Übernahme von Fällen mit Ebola-Verdacht oder von allfälligen bestätigten Fällen zuständig. Weiter besteht eine Koordination mit den internationalen Organisationen, insbesondere der WHO und Nichtregierungsorganisationen mit Sitz in Genf (Internationale Föderation der Rotkreuzgesellschaften, Médecins sans frontières), welche in Westafrika Hilfe leisten. Diese Organisationsstruktur ist aus heutiger Sicht den Anforderungen angepasst. Die Situation wird laufend evaluiert und die Organisation wenn nötig angepasst.</p><p>Nicht ausgeschlossen ist, dass ein Fall oder einzelne Fälle in der Schweiz auftreten, insbesondere im Zusammenhang mit Mitarbeitenden von Hilfsprogrammen in Westafrika. Die Strukturen der medizinischen Versorgung sind aber bereit, diese Fälle zu übernehmen. Mit einem Ausbruch der Epidemie in der Schweiz ist nicht zu rechnen, da auf der Ebene der Patientenversorgung und Überwachung von allenfalls Angesteckten ein funktionierendes Dispositiv besteht.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Bestätigt er, dass die Schnelligkeit, mit der sich die Ebola-Epidemie ausbreitet, und somit auch deren Ausmass sogar die jüngsten Vorhersagen übertreffen?</p><p>2. Müssen für die Bekämpfung des Virus nicht spezielle Massnahmen ergriffen werden, insbesondere beschleunigte administrative Verfahren und eine gute Koordination der Akteure unseres Landes?</p>
  • Schnelligkeit, Koordination und weitere unentbehrliche Massnahmen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Von Januar bis Juni dieses Jahres verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch eine sehr geringe Zahl infizierter Personen. Doch in den drei Monaten von Mitte Juni bis Mitte September hat sich die Zahl exponentiell erhöht - sich versiebenfacht -, und es ist zu befürchten, dass diese Entwicklung weitergeht. Die Massnahmen der Schweiz sind angemessen, was die Qualität betrifft, doch es besteht die grosse Gefahr, dass sie angesichts der unerwartet schnellen Ausbreitung nicht ausreichen. Die üblichen administrativen Verfahren, die normalerweise eigentlich legitim sind, führen zu einer Verzögerung der dringend notwendigen Massnahmen um mehrere Tage. Indessen sind die Projekte, die auf einer Bedarfsanalyse der infizierten Gebiete basieren, sozusagen bereit zur Umsetzung. Sie beinhalten im Allgemeinen das Verteilen von logistischen, praktischen und organisatorischen Hilfsmitteln (hauptsächlich, um die Ansteckung zu verhindern) sowie das Verteilen von Informationen (hauptsächlich, um der Angst vor einer Ansteckung zu begegnen). Die einfachen Mittel werden grossflächig verteilt, und das Ziel ist, sicherzustellen, dass gewöhnliche Patientinnen und Patienten von den mit dem Ebola-Virus infizierten Personen abgeschirmt werden. Im Weiteren geht es natürlich auch darum, bereit zu sein, um gegebenenfalls infiziertes Schweizer Pflegepersonal aus dem Ausland in unseren Spitälern aufzunehmen. Dies alles verlangt vermehrt eine gute Koordination zwischen dem EDA (durch die Deza) und dem EDI (durch das BAG).</p>
    • <p>1. Die Prognosen zur Ausbreitung von Ebola in Liberia, Sierra Leone und Guinea haben sich in der Tat über die letzten Wochen verschlechtert. Zum heutigen Zeitpunkt geht man von viel mehr Ansteckungen aus als noch vor ein paar Wochen prognostiziert. Seit Wochen weist aber der Bund auf die katastrophale Lage in den betroffenen Ländern hin. Dass sich die Krankheit in Westafrika so rasch ausbreiten kann, hat verschiedene Ursachen, insbesondere die schlecht funktionierenden oder zusammengebrochenen Gesundheitssysteme und die mangelhafte Infrastruktur. Gerade Letztere erschwert die humanitäre Hilfe zusätzlich. Auf der Ebene der Versorgung von Patienten müsste verhindert werden, dass sich weitere Personen, insbesondere Familienangehörige und Spitalpersonal, durch Kontakt mit Blut, Erbrochenem oder Stuhl mit dem Ebola-Virus infizieren. Durch eine flächendeckende konsequente Einhaltung von strikten Massnahmen könnte eine weitere Ausbreitung verhindert werden. In den von der Epidemie betroffenen Ländern ist eine Eindämmung wegen des desolaten Zustands der Gesundheitsversorgung extrem schwierig.</p><p>2. Im Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist seit Anfang August eine Task-Force etabliert, welche die Vorbereitungsarbeiten innerhalb der Schweiz vorantreibt. Die Massnahmen zum Schutz von Schweizer Bürgern in den von Ebola betroffenen Gebieten werden vom Krisenmanagementzentrum des EDA (KMZ) koordiniert. Das humanitäre Engagement vor Ort ist im Zuständigkeitsbereich der Deza. Die drei Dienststellen sprechen sich wöchentlich ab und koordinieren ihre Arbeiten. Die Task-Force des BAG steht zudem in regelmässigem Austausch mit anderen Dienststellen, z. B. dem Bundesamt für Migration des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes und der Schweizer Armee des Eidgenössischen Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport.</p><p>Die Zusammenarbeit mit den Kantonen ist besonders eng, denn letztere sind für die Vorbereitung und Umsetzung der Massnahmen für die Übernahme von Fällen mit Ebola-Verdacht oder von allfälligen bestätigten Fällen zuständig. Weiter besteht eine Koordination mit den internationalen Organisationen, insbesondere der WHO und Nichtregierungsorganisationen mit Sitz in Genf (Internationale Föderation der Rotkreuzgesellschaften, Médecins sans frontières), welche in Westafrika Hilfe leisten. Diese Organisationsstruktur ist aus heutiger Sicht den Anforderungen angepasst. Die Situation wird laufend evaluiert und die Organisation wenn nötig angepasst.</p><p>Nicht ausgeschlossen ist, dass ein Fall oder einzelne Fälle in der Schweiz auftreten, insbesondere im Zusammenhang mit Mitarbeitenden von Hilfsprogrammen in Westafrika. Die Strukturen der medizinischen Versorgung sind aber bereit, diese Fälle zu übernehmen. Mit einem Ausbruch der Epidemie in der Schweiz ist nicht zu rechnen, da auf der Ebene der Patientenversorgung und Überwachung von allenfalls Angesteckten ein funktionierendes Dispositiv besteht.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Bestätigt er, dass die Schnelligkeit, mit der sich die Ebola-Epidemie ausbreitet, und somit auch deren Ausmass sogar die jüngsten Vorhersagen übertreffen?</p><p>2. Müssen für die Bekämpfung des Virus nicht spezielle Massnahmen ergriffen werden, insbesondere beschleunigte administrative Verfahren und eine gute Koordination der Akteure unseres Landes?</p>
    • Schnelligkeit, Koordination und weitere unentbehrliche Massnahmen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie

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