Expo 2027. Eine gemeinsame Weltausstellung statt ein Kampf der Kantone

ShortId
14.3839
Id
20143839
Updated
14.11.2025 08:45
Language
de
Title
Expo 2027. Eine gemeinsame Weltausstellung statt ein Kampf der Kantone
AdditionalIndexing
15;2831;Sprachregion;Weltausstellung;Landesausstellung
1
  • L04K01060303, Landesausstellung
  • L05K1001060201, Weltausstellung
  • L04K01060102, Sprachregion
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Diskussion um eine neue Auflage der Landesausstellung gegen Ende der Zwanzigerjahre dieses Jahrhunderts ist in vollem Gange. Bereits jetzt stehen sich Projekte aus mehreren Kantonen gegenüber. Am weitesten ausgereift ist das überregionale Projekt Expo 2027 Bodensee-Ostschweiz. Dem gegenüber stehen Projektideen namentlich auch aus der Nordwestschweiz. Diese Konkurrenz zwischen den Kantonen um eine Landesausstellung ist im Zeitalter der Globalisierung anachronistisch. Die Stärke der Schweiz besteht gerade darin, sich auf der Basis des Ausgleichs und der Zusammenarbeit der Regionen gegenüber der Welt zu öffnen. Unser Land bietet mit seinen hervorragenden, überregionalen Infrastrukturen, den verschiedenen Kulturen und Sprachen einen ausgezeichneten Ort für eine Weltausstellung - eine Weltausstellung, die erstmals gleichzeitig in vier Sprachregionen und auf dem gesamten Gebiet eines Staates stattfinden könnte. Eine solche Ausstellung wäre ausserdem eine einmalige Gelegenheit für die Schweiz, sich in ihrer Vielfalt geeint der Welt zu präsentieren.</p>
  • <p>Die Landesausstellungen der Schweiz haben sich traditionellerweise jeweils auf eine Gastgeberstadt bzw. -region fokussiert. Trotz der Konzentration der Austragung auf einen Standort bzw. eine Region wurden die Ausstellungen deutlich als Landesausstellungen wahrgenommen.</p><p>Im Gegensatz zu den ersten fünf Ausstellungen wagte es die vergangene Expo.02 bereits, den Austragungsort auf eine Region zu erweitern. Wie die Evaluation der Expo.02 zeigte, stellten diese überkantonale Dimension und die Anzahl der Austragungsstätten eine grosse Herausforderung dar - (Eidgenössische Finanzkontrolle, EFK: Expo01/02: Auftrag mit unbeschränkter Haftung, Bern, Mai 2005). Diese Schwierigkeiten würden sich bei einer Weltausstellung auf dem ganzen Gebiet der Eidgenossenschaft vervielfachen.</p><p>Nach Mailand 2015 und Dubai 2020 wären die Erwartungen an eine Weltausstellung in der Schweiz sehr gross. Diese sind mit entsprechend hohen sowie schwer bezifferbaren finanziellen Aufwendungen verbunden, zu deren Deckung sich die Eidgenossenschaft verpflichten müsste. Eine Bewerbung der Schweiz beim Bureau International des Expositions (BIE) um die Durchführung einer Weltausstellung erscheint zwar nicht grundsätzlich von vornherein aussichtslos. In Bezug auf das konkret vorgeschlagene Projekt verlangt das Reglement des BIE jedoch, dass eine Stadt mit einer klar bezeichneten Ausstellungsfläche Kandidat für die Austragung einer Weltausstellung ist und nicht ein Land bzw. eine Region mit dezentralen Ausstellungsflächen.</p><p>Die Schweiz ist regelmässig an internationalen Grossveranstaltungen vertreten (z. B. Weltausstellungen, Olympische Spiele) und vermag mit diesen Aktivitäten die Vielfalt und Vorteile der Schweiz im Ausland auf geeignete Weise bekanntzumachen. So präsentiert sich die Schweiz auch an der Weltausstellung in Mailand mit einem eigenen Pavillon und einem Budget von 23,1 Millionen Franken.</p><p>Die Landesausstellungen sind dagegen stark auf die Bedürfnisse der Schweizer Gesellschaft selbst ausgerichtet, ohne den Blick über die Landesgrenzen zu vernachlässigen.</p><p>Die Kombination von primär binnenorientierten Landesausstellungen und der Präsentation unseres Landes an internationalen Grossveranstaltungen erachtet der Bundesrat als zweckmässig.</p><p>Aufgrund dieser Argumente sieht der Bundesrat gegenwärtig keinen Prüfungsbedarf einer Bewerbung der Schweiz für eine Weltausstellung.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Frage: </p><p>Ist er bereit, in Zusammenarbeit mit Kantonen und Gemeinden die Möglichkeit einer Weltausstellung auf dem gesamten Gebiet der Eidgenossenschaft als Alternative zu einer regionalen Landesausstellung zu prüfen?</p>
  • Expo 2027. Eine gemeinsame Weltausstellung statt ein Kampf der Kantone
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Diskussion um eine neue Auflage der Landesausstellung gegen Ende der Zwanzigerjahre dieses Jahrhunderts ist in vollem Gange. Bereits jetzt stehen sich Projekte aus mehreren Kantonen gegenüber. Am weitesten ausgereift ist das überregionale Projekt Expo 2027 Bodensee-Ostschweiz. Dem gegenüber stehen Projektideen namentlich auch aus der Nordwestschweiz. Diese Konkurrenz zwischen den Kantonen um eine Landesausstellung ist im Zeitalter der Globalisierung anachronistisch. Die Stärke der Schweiz besteht gerade darin, sich auf der Basis des Ausgleichs und der Zusammenarbeit der Regionen gegenüber der Welt zu öffnen. Unser Land bietet mit seinen hervorragenden, überregionalen Infrastrukturen, den verschiedenen Kulturen und Sprachen einen ausgezeichneten Ort für eine Weltausstellung - eine Weltausstellung, die erstmals gleichzeitig in vier Sprachregionen und auf dem gesamten Gebiet eines Staates stattfinden könnte. Eine solche Ausstellung wäre ausserdem eine einmalige Gelegenheit für die Schweiz, sich in ihrer Vielfalt geeint der Welt zu präsentieren.</p>
    • <p>Die Landesausstellungen der Schweiz haben sich traditionellerweise jeweils auf eine Gastgeberstadt bzw. -region fokussiert. Trotz der Konzentration der Austragung auf einen Standort bzw. eine Region wurden die Ausstellungen deutlich als Landesausstellungen wahrgenommen.</p><p>Im Gegensatz zu den ersten fünf Ausstellungen wagte es die vergangene Expo.02 bereits, den Austragungsort auf eine Region zu erweitern. Wie die Evaluation der Expo.02 zeigte, stellten diese überkantonale Dimension und die Anzahl der Austragungsstätten eine grosse Herausforderung dar - (Eidgenössische Finanzkontrolle, EFK: Expo01/02: Auftrag mit unbeschränkter Haftung, Bern, Mai 2005). Diese Schwierigkeiten würden sich bei einer Weltausstellung auf dem ganzen Gebiet der Eidgenossenschaft vervielfachen.</p><p>Nach Mailand 2015 und Dubai 2020 wären die Erwartungen an eine Weltausstellung in der Schweiz sehr gross. Diese sind mit entsprechend hohen sowie schwer bezifferbaren finanziellen Aufwendungen verbunden, zu deren Deckung sich die Eidgenossenschaft verpflichten müsste. Eine Bewerbung der Schweiz beim Bureau International des Expositions (BIE) um die Durchführung einer Weltausstellung erscheint zwar nicht grundsätzlich von vornherein aussichtslos. In Bezug auf das konkret vorgeschlagene Projekt verlangt das Reglement des BIE jedoch, dass eine Stadt mit einer klar bezeichneten Ausstellungsfläche Kandidat für die Austragung einer Weltausstellung ist und nicht ein Land bzw. eine Region mit dezentralen Ausstellungsflächen.</p><p>Die Schweiz ist regelmässig an internationalen Grossveranstaltungen vertreten (z. B. Weltausstellungen, Olympische Spiele) und vermag mit diesen Aktivitäten die Vielfalt und Vorteile der Schweiz im Ausland auf geeignete Weise bekanntzumachen. So präsentiert sich die Schweiz auch an der Weltausstellung in Mailand mit einem eigenen Pavillon und einem Budget von 23,1 Millionen Franken.</p><p>Die Landesausstellungen sind dagegen stark auf die Bedürfnisse der Schweizer Gesellschaft selbst ausgerichtet, ohne den Blick über die Landesgrenzen zu vernachlässigen.</p><p>Die Kombination von primär binnenorientierten Landesausstellungen und der Präsentation unseres Landes an internationalen Grossveranstaltungen erachtet der Bundesrat als zweckmässig.</p><p>Aufgrund dieser Argumente sieht der Bundesrat gegenwärtig keinen Prüfungsbedarf einer Bewerbung der Schweiz für eine Weltausstellung.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Frage: </p><p>Ist er bereit, in Zusammenarbeit mit Kantonen und Gemeinden die Möglichkeit einer Weltausstellung auf dem gesamten Gebiet der Eidgenossenschaft als Alternative zu einer regionalen Landesausstellung zu prüfen?</p>
    • Expo 2027. Eine gemeinsame Weltausstellung statt ein Kampf der Kantone

Back to List