Haltemöglichkeiten für die Neat-Züge in Biasca, damit die Region Tre Valli nicht den Anschluss verpasst
- ShortId
-
14.4019
- Id
-
20144019
- Updated
-
28.07.2023 06:30
- Language
-
de
- Title
-
Haltemöglichkeiten für die Neat-Züge in Biasca, damit die Region Tre Valli nicht den Anschluss verpasst
- AdditionalIndexing
-
48
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Das effektive Wachstumspotenzial, das die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels für die Region Tre Valli, wo die Hochgeschwindigkeitsstrecke durchführt, mit sich bringt, muss erst noch abgeschätzt werden. Die Krise der Granitbranche, die Schwierigkeiten der Industrie und der Stellenabbau im öffentlichen Sektor aufgrund von Zentralisierungen und Rationalisierungen haben der bereits fragilen Wirtschaft der Region weiter zugesetzt.</p><p>Die Region Tre Valli sieht sich ausserdem konfrontiert mit:</p><p>1. dichtem Schwerverkehr auf der Autobahn;</p><p>2. zukünftig bis zu 100 Transitzügen, hauptsächlich Güterzügen, die nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels täglich die Region durchqueren und den Personenverkehr stark benachteiligen werden;</p><p>3. der Verschlechterung der Lebensqualität in der Region Riviera aufgrund dieser internationalen Infrastruktur, die einen grossen Einfluss auf die Umwelt haben wird;</p><p>4. dem Verlust von wertvollem Flachland.</p><p>All diese Punkte führen in diesen Regionen zu einer negativen Bilanz der Neat, wenn sie nicht durch etwas Positives aufgewogen werden, zum Beispiel durch eine Haltemöglichkeit für Hochgeschwindigkeitszüge in Biasca. Mit anderen Worten: Die Regionen Riviera und Tre Valli laufen Gefahr, zum Transitkorridor für die Güter Europas zu werden (darunter fällt auch die Durchfuhr von Waren, die ursprünglich via Simplon transportiert wurden). Für die Regionen hat dies nur negative Auswirkungen. Um die Nachteile zu kompensieren, unter denen sie bereits teilweise leiden und die sich in Zukunft noch verstärken werden, ersuche ich den Bundesrat, die Möglichkeit einer Haltestelle für Neat-Reisezüge und den dadurch entstehenden Nutzen zu prüfen. Es könnte dabei auch eine Parallele zum neuen zukünftigen Neat-Bahnhof in Altdorf gezogen werden.</p>
- <p>Die bis 2017 befristete Konzession der SBB für den Fernverkehr enthält den stündlichen Halt in Biasca. Der Bundesrat hat am 8. Oktober 2014 einen Bericht zur künftigen Nutzung der Gotthard-Bergstrecke verabschiedet. Darin hält er fest, dass bis zum Auslaufen der SBB-Fernverkehrskonzession Ende 2017 keine Änderungen der Konzession vorgesehen sind. Folglich werden die SBB das bestehende Fernverkehrsangebot bis zu diesem Zeitpunkt erbringen. Der Halt in Biasca wird somit nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels mit dem über den Scheiteltunnel fahrenden Zug wie heute bedient. Im Moment wird die Neukonzessionierung des Fernverkehrs ab 2017 für weitere zehn Jahre vorbereitet.</p><p>Mit dem Ausbau des schweizerischen Eisenbahnnetzes in den letzten Jahren entstanden neue Angebote mit verschiedenen Reisegeschwindigkeiten und unterschiedlichen Haltefolgen. Gleichzeitig wurden auch Züge der Fernverkehrskonzession herabgestuft zu Regionalexpresszügen. Die Zuordnung dieser IR- oder RE-Züge zum Fern- oder Regionalverkehr erfolgte nicht systematisch.</p><p>Das Bundesamt für Verkehr wird im Hinblick auf die Neukonzessionierung des Fernverkehrs nach 2017 Kriterien festlegen, die eine Zuordnung der Züge zum Fern- oder Regionalverkehr erlauben. Neben betriebs- und volkswirtschaftlichen Zielen werden auch neue Infrastrukturen wie der Gotthard-Basistunnel sowie Ziele des Raumkonzepts Schweiz berücksichtigt.</p><p>Im Zuge der Erarbeitung der neuen Fernverkehrskonzession wird auch der Halt in Biasca überprüft und nach den zu definierenden Kriterien beurteilt. Die Kantone werden in diesen Prozess eingebunden und können im Rahmen der Neukonzessionierung des Fernverkehrs Stellung nehmen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Ich ersuche den Bundesrat, in einer Studie die Möglichkeit zu prüfen, im Bahnhof Biasca für die neuen Reisezüge der Neat-Strecke geeignete Haltemöglichkeiten vorzusehen. Folgende Aspekte sollten dabei vertieft werden:</p><p>1. mögliche Szenarien, wie für die neuen Neat-Reisezüge in Biasca Haltemöglichkeiten geschaffen werden können;</p><p>2. die Analyse der positiven Auswirkungen, die diese Lösung auf die Wirtschaft und den Tourismus der Region Tre Valli haben würde;</p><p>3. der Vergleich mit der Haltemöglichkeit für Neat-Züge in Altdorf sowie der Vergleich mit dem Beispiel Wallis nach der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels;</p><p>4. die Weiterführung der historischen Bahnlinie zwischen Biasca und Erstfeld als Teilaspekt der Machbarkeitsstudie.</p>
- Haltemöglichkeiten für die Neat-Züge in Biasca, damit die Region Tre Valli nicht den Anschluss verpasst
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Das effektive Wachstumspotenzial, das die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels für die Region Tre Valli, wo die Hochgeschwindigkeitsstrecke durchführt, mit sich bringt, muss erst noch abgeschätzt werden. Die Krise der Granitbranche, die Schwierigkeiten der Industrie und der Stellenabbau im öffentlichen Sektor aufgrund von Zentralisierungen und Rationalisierungen haben der bereits fragilen Wirtschaft der Region weiter zugesetzt.</p><p>Die Region Tre Valli sieht sich ausserdem konfrontiert mit:</p><p>1. dichtem Schwerverkehr auf der Autobahn;</p><p>2. zukünftig bis zu 100 Transitzügen, hauptsächlich Güterzügen, die nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels täglich die Region durchqueren und den Personenverkehr stark benachteiligen werden;</p><p>3. der Verschlechterung der Lebensqualität in der Region Riviera aufgrund dieser internationalen Infrastruktur, die einen grossen Einfluss auf die Umwelt haben wird;</p><p>4. dem Verlust von wertvollem Flachland.</p><p>All diese Punkte führen in diesen Regionen zu einer negativen Bilanz der Neat, wenn sie nicht durch etwas Positives aufgewogen werden, zum Beispiel durch eine Haltemöglichkeit für Hochgeschwindigkeitszüge in Biasca. Mit anderen Worten: Die Regionen Riviera und Tre Valli laufen Gefahr, zum Transitkorridor für die Güter Europas zu werden (darunter fällt auch die Durchfuhr von Waren, die ursprünglich via Simplon transportiert wurden). Für die Regionen hat dies nur negative Auswirkungen. Um die Nachteile zu kompensieren, unter denen sie bereits teilweise leiden und die sich in Zukunft noch verstärken werden, ersuche ich den Bundesrat, die Möglichkeit einer Haltestelle für Neat-Reisezüge und den dadurch entstehenden Nutzen zu prüfen. Es könnte dabei auch eine Parallele zum neuen zukünftigen Neat-Bahnhof in Altdorf gezogen werden.</p>
- <p>Die bis 2017 befristete Konzession der SBB für den Fernverkehr enthält den stündlichen Halt in Biasca. Der Bundesrat hat am 8. Oktober 2014 einen Bericht zur künftigen Nutzung der Gotthard-Bergstrecke verabschiedet. Darin hält er fest, dass bis zum Auslaufen der SBB-Fernverkehrskonzession Ende 2017 keine Änderungen der Konzession vorgesehen sind. Folglich werden die SBB das bestehende Fernverkehrsangebot bis zu diesem Zeitpunkt erbringen. Der Halt in Biasca wird somit nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels mit dem über den Scheiteltunnel fahrenden Zug wie heute bedient. Im Moment wird die Neukonzessionierung des Fernverkehrs ab 2017 für weitere zehn Jahre vorbereitet.</p><p>Mit dem Ausbau des schweizerischen Eisenbahnnetzes in den letzten Jahren entstanden neue Angebote mit verschiedenen Reisegeschwindigkeiten und unterschiedlichen Haltefolgen. Gleichzeitig wurden auch Züge der Fernverkehrskonzession herabgestuft zu Regionalexpresszügen. Die Zuordnung dieser IR- oder RE-Züge zum Fern- oder Regionalverkehr erfolgte nicht systematisch.</p><p>Das Bundesamt für Verkehr wird im Hinblick auf die Neukonzessionierung des Fernverkehrs nach 2017 Kriterien festlegen, die eine Zuordnung der Züge zum Fern- oder Regionalverkehr erlauben. Neben betriebs- und volkswirtschaftlichen Zielen werden auch neue Infrastrukturen wie der Gotthard-Basistunnel sowie Ziele des Raumkonzepts Schweiz berücksichtigt.</p><p>Im Zuge der Erarbeitung der neuen Fernverkehrskonzession wird auch der Halt in Biasca überprüft und nach den zu definierenden Kriterien beurteilt. Die Kantone werden in diesen Prozess eingebunden und können im Rahmen der Neukonzessionierung des Fernverkehrs Stellung nehmen.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Ich ersuche den Bundesrat, in einer Studie die Möglichkeit zu prüfen, im Bahnhof Biasca für die neuen Reisezüge der Neat-Strecke geeignete Haltemöglichkeiten vorzusehen. Folgende Aspekte sollten dabei vertieft werden:</p><p>1. mögliche Szenarien, wie für die neuen Neat-Reisezüge in Biasca Haltemöglichkeiten geschaffen werden können;</p><p>2. die Analyse der positiven Auswirkungen, die diese Lösung auf die Wirtschaft und den Tourismus der Region Tre Valli haben würde;</p><p>3. der Vergleich mit der Haltemöglichkeit für Neat-Züge in Altdorf sowie der Vergleich mit dem Beispiel Wallis nach der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels;</p><p>4. die Weiterführung der historischen Bahnlinie zwischen Biasca und Erstfeld als Teilaspekt der Machbarkeitsstudie.</p>
- Haltemöglichkeiten für die Neat-Züge in Biasca, damit die Region Tre Valli nicht den Anschluss verpasst
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