Mehr Transparenz zu Stromimporten und -exporten

ShortId
14.4110
Id
20144110
Updated
28.07.2023 06:26
Language
de
Title
Mehr Transparenz zu Stromimporten und -exporten
AdditionalIndexing
66
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1./2. In der Schweizerischen Elektrizitätsstatistik wird vom Bundesamt für Energie (BFE) seit 1930 der sogenannte vertragliche, handelsbasierte ("kommerzielle") Aussenhandel mit Elektrizität publiziert. Diese statistischen Grundlagen zum vertraglichen, handelsbasierten Aussenhandel mit Elektrizität fliessen in die schweizerische Aussenhandelsstatistik der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV; Oberzolldirektion, OZD) und in die schweizerische Ertragsbilanz der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ein. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sowie das Bundesamt für Statistik (BFS) verwenden diese Aussenhandelsdaten, um das Bruttoinlandprodukt (BIP) zu berechnen.</p><p>Die vertraglichen, handelsbasierten Exporte und Importe des Jahres 2013 liegen deutlich tiefer als die Werte des Vorjahres. Die Elektrizitätswirtschaft hat in jüngster Vergangenheit umstrukturiert, indem sie z. B. Handelsabteilungen zusammengelegt hat. Deshalb fallen seit Beginn des Jahres 2013 grosse vertragliche Export- und Importvolumen mit Deutschland weg. Diese Handelsvolumen fallen nun innerhalb der Unternehmungen an und sind deshalb nicht mehr Bestandteil des vertraglichen Aussenhandels mit Elektrizität. Kaum Auswirkungen hatten diese Anpassungen auf den Aussenhandelssaldo der Schweiz, da sie sich in ähnlichen Grössenordnungen sowohl auf die Exporte als auch auf die Importe auswirkten. Das BFE hat die Konsequenzen dieser Anpassungen auf den vertraglichen Aussenhandel mit Elektrizität Anfang Mai 2013 mittels eines separaten Dokuments publiziert (abrufbar im Internet unter <a href="http://www.bfe.admin.ch">www.bfe.admin.ch</a> &gt; Themen &gt; Energiestatistiken &gt; Elektrizitätsstatistik &gt; Aussenhandel - Anpassung der Systematik).</p><p>Die physikalischen, grenzüberschreitenden Stromflüsse sind von dieser Anpassung der Systematik des vertraglichen Aussenhandels mit Elektrizität per Januar 2013 nicht betroffen. Unter dem physikalischen Aussenhandel werden die an den Grenzübergabestellen nach Zählern effektiv gemessenen ("physikalischen") Bezüge und Abgaben ("Stromflüsse") verstanden. Die physikalischen Stromflüsse wurden bisher nie in der Elektrizitätsstatistik des BFE veröffentlicht.</p><p>3. Das BFE wird in den nächsten Monaten prüfen, in welcher Form in der kommenden Jahrespublikation "Schweizerische Elektrizitätsstatistik 2014" neu auch die physikalischen, grenzüberschreitenden Stromflüsse (Exporte und Importe) ausgewiesen werden können.</p><p>4. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der internationalen Generalkonferenz für Mass und Gewicht (Conférence Générale des Poids et Mesures, CGPM) wird in der Gesamtenergiestatistik die Masseinheit Terajoule (TJ) verwendet. Hingegen benutzt die Elektrizitätswirtschaft die Einheit Kilowattstunden (kWh). Somit wird in der Elektrizitätsstatistik mit der Einheit Kilowattstunden (bzw. Gigawattstunden, GWh) den Gepflogenheiten der Elektrizitätswirtschaft Rechnung getragen.</p> Antwort des Bundesrates.
  • <p>Seit Jahrzehnten weist die Schweizer Elektrizitätsstatistik die Elektrizitätsversorgung, die Stromerzeugung, den Stromverbrauch sowie den Energieverkehr mit dem Ausland aus. Im Jahr 1950 betrug die Stromeinfuhr 306 Gigawattstunden pro Jahr und der Stromexport 948 Gigawattstunden pro Jahr. Seither stiegen die Ein- und Ausfuhren deutlich. 1970 lag die Einfuhr bei 3600 Gigawattstunden und der Export bei 9600 Gigawattstunden. Im Jahr 2000 betrug die Einfuhr knapp 40 Terrawattstunden und der Ausfuhrüberschuss 47 Terrawattstunden. 2010 lagen Import und Export bei 66 Terawattstunden. 2012 lag der Export bei 89 Terawattstunden und der Import bei 86,8 Terawattstunden. Im Jahr 2013 fehlen die entsprechenden Angaben. Begründet wird dies damit, dass "nicht der physikalische grenzüberschreitende Stromfluss, sondern die vertraglichen Verpflichtungen die Grundlage dafür bilden". Diese Begründung ist ebenso erstaunlich wie seltsam. </p><p>Es ist unverständlich, warum die bisherige Transparenz und die nachvollziehbare Entwicklung des Stromimports/-exports auf einmal ausgeblendet werden sollen. Für die Schweiz, welche für die Pumpspeicherkraftwerke ideale Bedingungen bietet, ist es wichtig, dass man die aktuelle physikalische Leistungsfähigkeit unserer Stromnetze sieht und dass sie nicht verdeckt wird. Ich frage den Bundesrat deshalb:</p><p>1. Wenn die Autoren der Statistik behaupten, "nicht der physikalische grenzüberschreitende Stromfluss, sondern die vertraglichen Verpflichtungen" seien massgebend, was ist seit 2013 daran neu?</p><p>2. Was spricht dagegen, dass die Transparenz gewährleistet ist und die physikalischen Werte weiterhin aufgeführt werden? </p><p>3. Warum sollte es nicht möglich sein, die beiden Datenreihen in zwei getrennten, aufeinanderfolgenden Tabellen zu veröffentlichen?</p><p>4. Gibt es einen Grund, im Zeitalter der Energiewende und der Transparenz sowie des besonderen Interesses der Bürgerinnen und Bürger, weiterhin mit verschiedenen Masseinheiten zu operieren, oder könnte auch die Gesamtenergiestatistik die Energiezahlen in Kilowattstunden und deren Derivaten veröffentlicht werden?</p>
  • Mehr Transparenz zu Stromimporten und -exporten
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1./2. In der Schweizerischen Elektrizitätsstatistik wird vom Bundesamt für Energie (BFE) seit 1930 der sogenannte vertragliche, handelsbasierte ("kommerzielle") Aussenhandel mit Elektrizität publiziert. Diese statistischen Grundlagen zum vertraglichen, handelsbasierten Aussenhandel mit Elektrizität fliessen in die schweizerische Aussenhandelsstatistik der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV; Oberzolldirektion, OZD) und in die schweizerische Ertragsbilanz der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ein. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sowie das Bundesamt für Statistik (BFS) verwenden diese Aussenhandelsdaten, um das Bruttoinlandprodukt (BIP) zu berechnen.</p><p>Die vertraglichen, handelsbasierten Exporte und Importe des Jahres 2013 liegen deutlich tiefer als die Werte des Vorjahres. Die Elektrizitätswirtschaft hat in jüngster Vergangenheit umstrukturiert, indem sie z. B. Handelsabteilungen zusammengelegt hat. Deshalb fallen seit Beginn des Jahres 2013 grosse vertragliche Export- und Importvolumen mit Deutschland weg. Diese Handelsvolumen fallen nun innerhalb der Unternehmungen an und sind deshalb nicht mehr Bestandteil des vertraglichen Aussenhandels mit Elektrizität. Kaum Auswirkungen hatten diese Anpassungen auf den Aussenhandelssaldo der Schweiz, da sie sich in ähnlichen Grössenordnungen sowohl auf die Exporte als auch auf die Importe auswirkten. Das BFE hat die Konsequenzen dieser Anpassungen auf den vertraglichen Aussenhandel mit Elektrizität Anfang Mai 2013 mittels eines separaten Dokuments publiziert (abrufbar im Internet unter <a href="http://www.bfe.admin.ch">www.bfe.admin.ch</a> &gt; Themen &gt; Energiestatistiken &gt; Elektrizitätsstatistik &gt; Aussenhandel - Anpassung der Systematik).</p><p>Die physikalischen, grenzüberschreitenden Stromflüsse sind von dieser Anpassung der Systematik des vertraglichen Aussenhandels mit Elektrizität per Januar 2013 nicht betroffen. Unter dem physikalischen Aussenhandel werden die an den Grenzübergabestellen nach Zählern effektiv gemessenen ("physikalischen") Bezüge und Abgaben ("Stromflüsse") verstanden. Die physikalischen Stromflüsse wurden bisher nie in der Elektrizitätsstatistik des BFE veröffentlicht.</p><p>3. Das BFE wird in den nächsten Monaten prüfen, in welcher Form in der kommenden Jahrespublikation "Schweizerische Elektrizitätsstatistik 2014" neu auch die physikalischen, grenzüberschreitenden Stromflüsse (Exporte und Importe) ausgewiesen werden können.</p><p>4. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der internationalen Generalkonferenz für Mass und Gewicht (Conférence Générale des Poids et Mesures, CGPM) wird in der Gesamtenergiestatistik die Masseinheit Terajoule (TJ) verwendet. Hingegen benutzt die Elektrizitätswirtschaft die Einheit Kilowattstunden (kWh). Somit wird in der Elektrizitätsstatistik mit der Einheit Kilowattstunden (bzw. Gigawattstunden, GWh) den Gepflogenheiten der Elektrizitätswirtschaft Rechnung getragen.</p> Antwort des Bundesrates.
    • <p>Seit Jahrzehnten weist die Schweizer Elektrizitätsstatistik die Elektrizitätsversorgung, die Stromerzeugung, den Stromverbrauch sowie den Energieverkehr mit dem Ausland aus. Im Jahr 1950 betrug die Stromeinfuhr 306 Gigawattstunden pro Jahr und der Stromexport 948 Gigawattstunden pro Jahr. Seither stiegen die Ein- und Ausfuhren deutlich. 1970 lag die Einfuhr bei 3600 Gigawattstunden und der Export bei 9600 Gigawattstunden. Im Jahr 2000 betrug die Einfuhr knapp 40 Terrawattstunden und der Ausfuhrüberschuss 47 Terrawattstunden. 2010 lagen Import und Export bei 66 Terawattstunden. 2012 lag der Export bei 89 Terawattstunden und der Import bei 86,8 Terawattstunden. Im Jahr 2013 fehlen die entsprechenden Angaben. Begründet wird dies damit, dass "nicht der physikalische grenzüberschreitende Stromfluss, sondern die vertraglichen Verpflichtungen die Grundlage dafür bilden". Diese Begründung ist ebenso erstaunlich wie seltsam. </p><p>Es ist unverständlich, warum die bisherige Transparenz und die nachvollziehbare Entwicklung des Stromimports/-exports auf einmal ausgeblendet werden sollen. Für die Schweiz, welche für die Pumpspeicherkraftwerke ideale Bedingungen bietet, ist es wichtig, dass man die aktuelle physikalische Leistungsfähigkeit unserer Stromnetze sieht und dass sie nicht verdeckt wird. Ich frage den Bundesrat deshalb:</p><p>1. Wenn die Autoren der Statistik behaupten, "nicht der physikalische grenzüberschreitende Stromfluss, sondern die vertraglichen Verpflichtungen" seien massgebend, was ist seit 2013 daran neu?</p><p>2. Was spricht dagegen, dass die Transparenz gewährleistet ist und die physikalischen Werte weiterhin aufgeführt werden? </p><p>3. Warum sollte es nicht möglich sein, die beiden Datenreihen in zwei getrennten, aufeinanderfolgenden Tabellen zu veröffentlichen?</p><p>4. Gibt es einen Grund, im Zeitalter der Energiewende und der Transparenz sowie des besonderen Interesses der Bürgerinnen und Bürger, weiterhin mit verschiedenen Masseinheiten zu operieren, oder könnte auch die Gesamtenergiestatistik die Energiezahlen in Kilowattstunden und deren Derivaten veröffentlicht werden?</p>
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