Elternurlaub
- ShortId
-
14.4161
- Id
-
20144161
- Updated
-
28.07.2023 06:24
- Language
-
de
- Title
-
Elternurlaub
- AdditionalIndexing
-
28
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Eine Elternzeit ist ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Mit der Teilung der Betreuungsaufgaben zwischen Mutter und Vater ist eine Rückkehr der Mutter ins Berufsleben einfacher möglich. Das Potenzial der hervorragend ausgebildeten Frauen in der Schweiz muss endlich genutzt werden. Andererseits möchte ein moderner Vater von Anfang an Zeit mit dem Kind verbringen. Dabei geht es nicht um Ferien. Es geht um die Betreuung und Erziehung der nächsten Generation, was uns etwas wert sein sollte. Deshalb ist auch eine Finanzierung über die Erwerbsersatzordnung zu prüfen.</p><p>Im Vergleich mit OECD-Staaten ist die Schweiz bezüglich Elternzeit weit abgeschlagen, was der Vergleich mit Schweden eindeutig aufzeigt. Wenn in Schweden ein Kind zur Welt kommt, erhalten die Eltern zusammen 480 Tage Elternzeit. Sie können diese Zeit untereinander aufteilen für die Betreuung des Kindes, mindestens 60 Tage muss der Vater beziehen. In der Schweiz erhalten Mütter gerade mal 98 Tage, die Väter einen freien Tag. Somit ist das Ereignis der Geburt des eigenen Kindes rechtlich gleichgesetzt mit einem Umzug oder einer Beerdigung. Aber auch andere Länder wie z. B. Deutschland, Dänemark oder Norwegen sind uns in Sachen Familienunterstützung um Längen voraus.</p><p>"Switzerland is an example of a situation where offering a high wage replacement - but limiting it to mothers - can work against gender equality." (Parental Leave Policies in 21 Countries: Assessing Generosity and Gender Equality, R. Ray et al., 2008.)</p><p>Wenn schon immer von der Schweiz als Innovationsland gesprochen wird, sollten wir dringend in der Familienpolitik Vorbildcharakter einnehmen und Innovation zulassen. Die Rollen haben sich weiterentwickelt. Dazu passen die veralteten Gesetzesstrukturen nicht mehr. Die Schweizerinnen und Schweizer sind bereit für eine Elternzeit - jetzt muss "nur" noch die gesetzliche Grundlage ebenso bereit sein. Die positiven Erfahrungen in anderen europäischen Ländern zeigen, dass es funktioniert.</p>
- <p>Der Bundesrat teilt die Ansicht der Motionärin, dass ein Elternurlaub der gerechteren Rollenverteilung innerhalb der Familie und insbesondere der intensiveren Beteiligung des Vaters von Geburt an sowohl an der Kinderbetreuung und -erziehung als auch an der Hausarbeit zuträglich sein kann. In seinem Bericht zum Postulat Fetz 11.3492, "Freiwillige Elternzeit und Familienvorsorge", hat der Bundesrat acht Modelle eines Vaterschafts- bzw. Elternurlaubs dargelegt und deren Vor- und Nachteile geprüft. Massnahmen wie ein Vaterschafts- oder Elternurlaub erleichtern Eltern zwar zweifellos die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sie erhalten durch die familien- und schulergänzenden Kinderbetreuungsangebote aber nicht nur unmittelbar nach der Geburt eines Kindes, sondern auch während der darauffolgenden Jahre massgebliche Unterstützung. Nach Ansicht des Bundesrates hat daher der Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung Priorität. In diesem Sinne hat er 2014 auch die Verlängerung des Impulsprogramms für familienergänzende Kinderbetreuung unterstützt.</p><p>Die Motionärin gibt nicht an, ob der Elternurlaub entschädigt werden müsste. Auch die Höhe und die Finanzierung einer allfälligen Entschädigung werden nicht genannt. Die Annahme der Motion durch das Parlament würde für den Bundesrat bedeuten, dass er verschiedene Varianten ausarbeitet, was er im Rahmen des obengenannten Berichtes bereits getan hat. Es ist zu betonen, dass sich die meisten jungen Eltern einen wie in der Motion geforderten 18-monatigen Urlaub nur leisten könnten, wenn er mit einer hohen Einkommensersatzrate verbunden wäre, was beträchtliche Kosten für die Wirtschaft zur Folge hätte. Zur Veranschaulichung: Im obengenannten Bericht wurde aufgezeigt, dass ein über die Erwerbsersatzordnung und allenfalls eine Erhöhung der Mehrwertsteuer finanzierter Elternurlaub von insgesamt 24 Wochen Kosten zwischen 1418 und 1772 Millionen Franken verursachen würde.</p><p>Die Entscheidung, ob es sich mit der Frage des Elternurlaubs auseinandersetzen und in diesem Fall ein konkretes Modell ausarbeiten möchte, liegt beim Parlament.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Gesetzentwurf für eine Elternzeit von 18 Monaten - wovon mindestens sechs Monate vom Vater bezogen werden sollen - vorzulegen.</p>
- Elternurlaub
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Eine Elternzeit ist ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Mit der Teilung der Betreuungsaufgaben zwischen Mutter und Vater ist eine Rückkehr der Mutter ins Berufsleben einfacher möglich. Das Potenzial der hervorragend ausgebildeten Frauen in der Schweiz muss endlich genutzt werden. Andererseits möchte ein moderner Vater von Anfang an Zeit mit dem Kind verbringen. Dabei geht es nicht um Ferien. Es geht um die Betreuung und Erziehung der nächsten Generation, was uns etwas wert sein sollte. Deshalb ist auch eine Finanzierung über die Erwerbsersatzordnung zu prüfen.</p><p>Im Vergleich mit OECD-Staaten ist die Schweiz bezüglich Elternzeit weit abgeschlagen, was der Vergleich mit Schweden eindeutig aufzeigt. Wenn in Schweden ein Kind zur Welt kommt, erhalten die Eltern zusammen 480 Tage Elternzeit. Sie können diese Zeit untereinander aufteilen für die Betreuung des Kindes, mindestens 60 Tage muss der Vater beziehen. In der Schweiz erhalten Mütter gerade mal 98 Tage, die Väter einen freien Tag. Somit ist das Ereignis der Geburt des eigenen Kindes rechtlich gleichgesetzt mit einem Umzug oder einer Beerdigung. Aber auch andere Länder wie z. B. Deutschland, Dänemark oder Norwegen sind uns in Sachen Familienunterstützung um Längen voraus.</p><p>"Switzerland is an example of a situation where offering a high wage replacement - but limiting it to mothers - can work against gender equality." (Parental Leave Policies in 21 Countries: Assessing Generosity and Gender Equality, R. Ray et al., 2008.)</p><p>Wenn schon immer von der Schweiz als Innovationsland gesprochen wird, sollten wir dringend in der Familienpolitik Vorbildcharakter einnehmen und Innovation zulassen. Die Rollen haben sich weiterentwickelt. Dazu passen die veralteten Gesetzesstrukturen nicht mehr. Die Schweizerinnen und Schweizer sind bereit für eine Elternzeit - jetzt muss "nur" noch die gesetzliche Grundlage ebenso bereit sein. Die positiven Erfahrungen in anderen europäischen Ländern zeigen, dass es funktioniert.</p>
- <p>Der Bundesrat teilt die Ansicht der Motionärin, dass ein Elternurlaub der gerechteren Rollenverteilung innerhalb der Familie und insbesondere der intensiveren Beteiligung des Vaters von Geburt an sowohl an der Kinderbetreuung und -erziehung als auch an der Hausarbeit zuträglich sein kann. In seinem Bericht zum Postulat Fetz 11.3492, "Freiwillige Elternzeit und Familienvorsorge", hat der Bundesrat acht Modelle eines Vaterschafts- bzw. Elternurlaubs dargelegt und deren Vor- und Nachteile geprüft. Massnahmen wie ein Vaterschafts- oder Elternurlaub erleichtern Eltern zwar zweifellos die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sie erhalten durch die familien- und schulergänzenden Kinderbetreuungsangebote aber nicht nur unmittelbar nach der Geburt eines Kindes, sondern auch während der darauffolgenden Jahre massgebliche Unterstützung. Nach Ansicht des Bundesrates hat daher der Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung Priorität. In diesem Sinne hat er 2014 auch die Verlängerung des Impulsprogramms für familienergänzende Kinderbetreuung unterstützt.</p><p>Die Motionärin gibt nicht an, ob der Elternurlaub entschädigt werden müsste. Auch die Höhe und die Finanzierung einer allfälligen Entschädigung werden nicht genannt. Die Annahme der Motion durch das Parlament würde für den Bundesrat bedeuten, dass er verschiedene Varianten ausarbeitet, was er im Rahmen des obengenannten Berichtes bereits getan hat. Es ist zu betonen, dass sich die meisten jungen Eltern einen wie in der Motion geforderten 18-monatigen Urlaub nur leisten könnten, wenn er mit einer hohen Einkommensersatzrate verbunden wäre, was beträchtliche Kosten für die Wirtschaft zur Folge hätte. Zur Veranschaulichung: Im obengenannten Bericht wurde aufgezeigt, dass ein über die Erwerbsersatzordnung und allenfalls eine Erhöhung der Mehrwertsteuer finanzierter Elternurlaub von insgesamt 24 Wochen Kosten zwischen 1418 und 1772 Millionen Franken verursachen würde.</p><p>Die Entscheidung, ob es sich mit der Frage des Elternurlaubs auseinandersetzen und in diesem Fall ein konkretes Modell ausarbeiten möchte, liegt beim Parlament.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Gesetzentwurf für eine Elternzeit von 18 Monaten - wovon mindestens sechs Monate vom Vater bezogen werden sollen - vorzulegen.</p>
- Elternurlaub
Back to List