Energiespeicherung sicherstellen
- ShortId
-
14.4230
- Id
-
20144230
- Updated
-
28.07.2023 06:37
- Language
-
de
- Title
-
Energiespeicherung sicherstellen
- AdditionalIndexing
-
66
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der mit der Energiestrategie 2050 anvisierte Umbau des Energieversorgungssystems kann nur dann gelingen, wenn der forcierte Ausbau der erneuerbaren Energien von einem entsprechenden Ausbau der Netze und von der Lösung der damit verbundenen Speicherthematik begleitet wird. Der steigende Anteil unregelmässig anfallender Energie führt zu kurzfristigen Ungleichgewichten zwischen Produktion und Verbrauch. Damit wird, neben dem saisonalen Ausgleich, zunehmend auch ein Ausgleich innerhalb mehrerer Tage oder Stunden nötig. Dazu zeichnen sich heute verschiedene Optionen ab, die geprüft werden sollen; dazu gehören als Ergänzung zu Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken insbesondere Batteriespeicher und die Power-to-Gas-Technologie.</p><p>Mit der kürzlich in die Vernehmlassung geschickten Strategie Stromnetze hat der Bundesrat die Grundlagen für den Netzausbau geschaffen. Vergleichbares fehlt für den Ausbau der Speicher, obschon ein ausgewiesener Handlungsbedarf besteht. Dies ist gleichermassen bedauerlich wie unverständlich, zumal der Bundesrat selber in seiner Botschaft zum ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 auf die grosse Bedeutung der Energiespeicherung und den zusätzlichen Kapazitätsbedarf hinweist (Ziff. 1.1.6).</p><p>Die (allfällige) Bearbeitung des Themas im Rahmen der kürzlich angestossenen Revision des Stromversorgungsgesetzes stellt keine taugliche Alternative dar, da diese aufgrund ihres Umfangs und der zahlreichen heiklen Fragen, die es zu beantworten gilt, noch Jahre in Anspruch nehmen wird.</p>
- <p>Die Fragen rund um die Energiespeicherung wurden teilweise bereits in den "Energieperspektiven für die Schweiz bis 2050" von Prognos (2012; abrufbar unter www.energiestrategie2050.ch > Grundlagen) untersucht. Zudem hat das Bundesamt für Energie (BFE) im Jahr 2013 zwei Studien mit Vertiefungen zum Thema Energiespeicherung veröffentlicht (Medienmitteilung des BFE vom 12. Dezember 2013: <a href="http://www.bfe.admin.ch">www.bfe.admin.ch</a> > Dokumentation > Medieninformationen):</p><p>1. Die im Auftrag des BFE vom Beratungsbüro Kema (2013) durchgeführte Studie "Energiespeicher in der Schweiz: Bedarf, Wirtschaftlichkeit und Rahmenbedingungen im Kontext der Energiestrategie 2050" analysiert den potenziellen Beitrag, die Kosten und die Wirtschaftlichkeit von Speichertechnologien (Druckluftspeicher, Batterien, Power-to-Gas, elektrothermische Speicher, Pumpspeicher) zum Umbau der Stromversorgung im Rahmen der Energiestrategie 2050.</p><p>2. Die Studie "Bewertung von Pumpspeicherkraftwerken in der Schweiz im Rahmen der Energiestrategie 2050" von Frontier Economics und Swiss Quant Group (2013) analysiert den Ausbaubedarf und die Wirtschaftlichkeit von Pumpspeicherkraftwerken in der Schweiz.</p><p>Gemäss den Modellrechnungen in der Kema-Studie dürften Netzengpässe aufgrund dezentraler und fluktuierender Einspeisung nur vereinzelt auftreten, sofern die Ausbauziele gemäss Energiestrategie 2050 bis 2035 nicht übertroffen werden. Der Speicherbedarf dürfte deshalb vorerst gering bleiben. Ein grossflächiger Einsatz neuartiger Energiespeicher erscheint erst nach 2035 sinnvoll. Insgesamt rechnet Prognos in den Energieperspektiven bis 2050 insbesondere aufgrund der hohen saisonalen Umlagerung und unter Ausblendung des grenzüberschreitenden Austauschs langfristig mit etwa 1 Terawattstunde an zusätzlich benötigter Stromspeicherung. Durch internationalen Austausch kann dieser Bedarf laut Kema-Studie aber stark reduziert werden. Gemäss Ausbauszenarien besteht bis zum Jahr 2050 ein Bedarf an dezentralen Speichern in den Schweizer Verteilnetzen von insgesamt etwa 1,5 Gigawatt Leistung mit einer Speicherkapazität von etwa 7 Gigawattstunden.</p><p>Die beiden speicherspezifischen Studien zeigen, dass Energiespeicher kurzfristig (bis 2020) wirtschaftlich risikobehaftet sind. Langfristig (ab 2020 bis 2050) ist mit einer verbesserten Wirtschaftlichkeit zu rechnen, weil Windenergie und Fotovoltaik verstärkt ausgebaut werden. Diese stochastische Energie führt zu zunehmenden Preisschwankungen, die ebenfalls dazu beitragen, dass Speicherlösungen wirtschaftlich attraktiver werden. Zudem verstärken die Eigenverbrauchsregelung und die Direktvermarktung für neue erneuerbare Energien die Anreize, in Energiespeicher zu investieren. Neben den marktwirtschaftlichen Instrumenten wird auch die Forschung zu Energiespeicherung im Rahmen der Swiss Competence Centers for Energy Research (SCCER) gestärkt. Über die Speichertechnologien hinaus gibt es weitere Möglichkeiten zur Integration erneuerbarer Energien, wie eine bedarfsorientierte Produktion, eine Flexibilisierung der Last oder der Netzumbau und -ausbau. Voraussetzung sind gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Flexibilitätsoptionen. Diese Themen werden im Rahmen der Revision des Stromversorgungsgesetzes behandelt.</p><p>Der Bundesrat anerkennt das Anliegen des Postulates. Bestehende Berichte liefern aber bereits Antworten darauf und werden zudem in verschiedenen Projekten im Auftrag des BFE, die sich mit der Einbindung von Fotovoltaik ins Verteilnetz und der Tages-, Monats- und saisonalen Speicherung befassen, weiter vertieft. Schliesslich laufen diverse Pilotprojekte zu diesem Thema, insbesondere auch im Bereich Power-to-Gas.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht darzulegen:</p><p>1. in welchem Umfang Speicherkapazitäten bereitgestellt werden müssen, um die Energiestrategie 2050 umzusetzen;</p><p>2. mit welchen marktkonformen Instrumenten und Anreizen sowie innovativen Ansätzen die Bereitstellung und der Ausbau der Speicherkapazitäten gefördert werden können;</p><p>3. bis wann er entsprechende Vorschläge ausarbeiten und zur Diskussion stellen wird.</p>
- Energiespeicherung sicherstellen
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Der mit der Energiestrategie 2050 anvisierte Umbau des Energieversorgungssystems kann nur dann gelingen, wenn der forcierte Ausbau der erneuerbaren Energien von einem entsprechenden Ausbau der Netze und von der Lösung der damit verbundenen Speicherthematik begleitet wird. Der steigende Anteil unregelmässig anfallender Energie führt zu kurzfristigen Ungleichgewichten zwischen Produktion und Verbrauch. Damit wird, neben dem saisonalen Ausgleich, zunehmend auch ein Ausgleich innerhalb mehrerer Tage oder Stunden nötig. Dazu zeichnen sich heute verschiedene Optionen ab, die geprüft werden sollen; dazu gehören als Ergänzung zu Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken insbesondere Batteriespeicher und die Power-to-Gas-Technologie.</p><p>Mit der kürzlich in die Vernehmlassung geschickten Strategie Stromnetze hat der Bundesrat die Grundlagen für den Netzausbau geschaffen. Vergleichbares fehlt für den Ausbau der Speicher, obschon ein ausgewiesener Handlungsbedarf besteht. Dies ist gleichermassen bedauerlich wie unverständlich, zumal der Bundesrat selber in seiner Botschaft zum ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 auf die grosse Bedeutung der Energiespeicherung und den zusätzlichen Kapazitätsbedarf hinweist (Ziff. 1.1.6).</p><p>Die (allfällige) Bearbeitung des Themas im Rahmen der kürzlich angestossenen Revision des Stromversorgungsgesetzes stellt keine taugliche Alternative dar, da diese aufgrund ihres Umfangs und der zahlreichen heiklen Fragen, die es zu beantworten gilt, noch Jahre in Anspruch nehmen wird.</p>
- <p>Die Fragen rund um die Energiespeicherung wurden teilweise bereits in den "Energieperspektiven für die Schweiz bis 2050" von Prognos (2012; abrufbar unter www.energiestrategie2050.ch > Grundlagen) untersucht. Zudem hat das Bundesamt für Energie (BFE) im Jahr 2013 zwei Studien mit Vertiefungen zum Thema Energiespeicherung veröffentlicht (Medienmitteilung des BFE vom 12. Dezember 2013: <a href="http://www.bfe.admin.ch">www.bfe.admin.ch</a> > Dokumentation > Medieninformationen):</p><p>1. Die im Auftrag des BFE vom Beratungsbüro Kema (2013) durchgeführte Studie "Energiespeicher in der Schweiz: Bedarf, Wirtschaftlichkeit und Rahmenbedingungen im Kontext der Energiestrategie 2050" analysiert den potenziellen Beitrag, die Kosten und die Wirtschaftlichkeit von Speichertechnologien (Druckluftspeicher, Batterien, Power-to-Gas, elektrothermische Speicher, Pumpspeicher) zum Umbau der Stromversorgung im Rahmen der Energiestrategie 2050.</p><p>2. Die Studie "Bewertung von Pumpspeicherkraftwerken in der Schweiz im Rahmen der Energiestrategie 2050" von Frontier Economics und Swiss Quant Group (2013) analysiert den Ausbaubedarf und die Wirtschaftlichkeit von Pumpspeicherkraftwerken in der Schweiz.</p><p>Gemäss den Modellrechnungen in der Kema-Studie dürften Netzengpässe aufgrund dezentraler und fluktuierender Einspeisung nur vereinzelt auftreten, sofern die Ausbauziele gemäss Energiestrategie 2050 bis 2035 nicht übertroffen werden. Der Speicherbedarf dürfte deshalb vorerst gering bleiben. Ein grossflächiger Einsatz neuartiger Energiespeicher erscheint erst nach 2035 sinnvoll. Insgesamt rechnet Prognos in den Energieperspektiven bis 2050 insbesondere aufgrund der hohen saisonalen Umlagerung und unter Ausblendung des grenzüberschreitenden Austauschs langfristig mit etwa 1 Terawattstunde an zusätzlich benötigter Stromspeicherung. Durch internationalen Austausch kann dieser Bedarf laut Kema-Studie aber stark reduziert werden. Gemäss Ausbauszenarien besteht bis zum Jahr 2050 ein Bedarf an dezentralen Speichern in den Schweizer Verteilnetzen von insgesamt etwa 1,5 Gigawatt Leistung mit einer Speicherkapazität von etwa 7 Gigawattstunden.</p><p>Die beiden speicherspezifischen Studien zeigen, dass Energiespeicher kurzfristig (bis 2020) wirtschaftlich risikobehaftet sind. Langfristig (ab 2020 bis 2050) ist mit einer verbesserten Wirtschaftlichkeit zu rechnen, weil Windenergie und Fotovoltaik verstärkt ausgebaut werden. Diese stochastische Energie führt zu zunehmenden Preisschwankungen, die ebenfalls dazu beitragen, dass Speicherlösungen wirtschaftlich attraktiver werden. Zudem verstärken die Eigenverbrauchsregelung und die Direktvermarktung für neue erneuerbare Energien die Anreize, in Energiespeicher zu investieren. Neben den marktwirtschaftlichen Instrumenten wird auch die Forschung zu Energiespeicherung im Rahmen der Swiss Competence Centers for Energy Research (SCCER) gestärkt. Über die Speichertechnologien hinaus gibt es weitere Möglichkeiten zur Integration erneuerbarer Energien, wie eine bedarfsorientierte Produktion, eine Flexibilisierung der Last oder der Netzumbau und -ausbau. Voraussetzung sind gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Flexibilitätsoptionen. Diese Themen werden im Rahmen der Revision des Stromversorgungsgesetzes behandelt.</p><p>Der Bundesrat anerkennt das Anliegen des Postulates. Bestehende Berichte liefern aber bereits Antworten darauf und werden zudem in verschiedenen Projekten im Auftrag des BFE, die sich mit der Einbindung von Fotovoltaik ins Verteilnetz und der Tages-, Monats- und saisonalen Speicherung befassen, weiter vertieft. Schliesslich laufen diverse Pilotprojekte zu diesem Thema, insbesondere auch im Bereich Power-to-Gas.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht darzulegen:</p><p>1. in welchem Umfang Speicherkapazitäten bereitgestellt werden müssen, um die Energiestrategie 2050 umzusetzen;</p><p>2. mit welchen marktkonformen Instrumenten und Anreizen sowie innovativen Ansätzen die Bereitstellung und der Ausbau der Speicherkapazitäten gefördert werden können;</p><p>3. bis wann er entsprechende Vorschläge ausarbeiten und zur Diskussion stellen wird.</p>
- Energiespeicherung sicherstellen
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