Öffentliche Waldeigentümer, die Subventionen gemäss Waldgesetz erhalten, bauen mit Schweizer Holz
- ShortId
-
15.427
- Id
-
20150427
- Updated
-
14.11.2025 08:53
- Language
-
de
- Title
-
Öffentliche Waldeigentümer, die Subventionen gemäss Waldgesetz erhalten, bauen mit Schweizer Holz
- AdditionalIndexing
-
55;24
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die schweizerische Holzwirtschaft hat wegen der Konkurrenzierung durch importierte Holzprodukte seit vielen Jahren grosse wirtschaftliche Probleme. Die Schliessung vieler privater Unternehmen, vor allem in der Branche der Sägewerke, ist eine Folge davon. Wegen des Preisdruckes arbeitet auch die Waldwirtschaft vielerorts kaum mehr kostendeckend und ist auf Subventionen angewiesen. Die Aufwertung des Frankens zwischen 2008 und 2011 und die damit verbundene Abschwächung des Eurokurses von Fr. 1.65 auf Fr. 1.20 verschärften die Krise ein erstes Mal. Die neue, Mitte Januar 2015 ausgelöste Aufwertung des Frankens verbilligt Importe noch stärker. Die schweizerische Holzbranche ist jetzt einem noch grösseren Preisdruck im Binnenmarkt ausgesetzt und mit massiven Exporteinbussen konfrontiert. Existentielle Fragen dominieren die Branche. Von dieser Entwicklung sind die Waldeigentümer durch Ertragseinbussen beim Rohstoff Holz mitbetroffen. Beide Branchen, die Holzverarbeitung und die Waldwirtschaft, brauchen daher dringend eine Entlastung.</p><p>Im Rahmen der mit öffentlichen Beiträgen unterstützten Waldpflege wird immer auch Rundholz gewonnen, das anschliessend durch die schweizerische Holzbranche verarbeitet wird. Die ausbezahlten Subventionen decken aber nie alle Kosten. Der Ertrag aus dem Rundholz ist daher dringend nötig, damit Waldpflegemassnahmen wirtschaftlich durchgeführt werden können. Die Waldeigentümer klagen schon heute über eine schlechte Ertragslage auf dem Holzmarkt, ihre Forstbetriebe schreiben rote Zahlen. Die neue Veränderung des Frankenkurses im Vergleich zum Euro verschärft die Situation zusätzlich. Sinken Nachfrage und Preise weiter, wovon auszugehen ist, werden hohe Ertragsausfälle die Folge sein. Als Konsequenz davon wird die Waldpflege weiter reduziert werden. Alle Leistungen des Waldes werden davon betroffen sein. Wenn diese Abwärtsspirale weiter dreht, wird der schweizerische Rohstoff Holz irgendwann nur noch mit höheren Subventionen einer Nutzung zugeführt werden können.</p><p>Die Waldeigentümer haben die Möglichkeit, in ihrer Rolle als Bauherren selber einen Beitrag an die Verbesserung der Nachfragesituation auf dem schweizerischen Holzmarkt zu leisten, und zwar indem sie für ihre Bauvorhaben selber ihren eigenen Rohstoff Holz einsetzen und schweizerische Holzprodukte vorziehen. Es wird regelmässig moniert, dass WTO-Vereinbarungen und schweizerische Regeln im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens eine Bevorzugung einheimischer Materialien untersagen. Als Bauherr seinen eigenen Rohstoff einzusetzen, ist rechtlich zulässig. Eine zusätzliche Nachfrage im Inland stimuliert die Produktivität und steigert die Erlöse der Forstbetriebe und reduziert ihre Subventionsabhängigkeit. Dies kann sich auch auf die weiterverarbeitende Holzbranche positiv auswirken. Öffentliche Waldeigentümer sollen daher dazu verpflichtet werden, bei ihren Bauvorhaben eine Variante in Holz zu prüfen und dabei Holzprodukten den Vorzug zu geben, die vollständig in der Schweiz hergestellt werden.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Es sind die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, mit denen Kantone, Gemeinden und andere öffentlich-rechtliche Institutionen, die als Waldeigentümer für die Pflege ihrer Wälder Subventionen gemäss Waldgesetzgebung erhalten, im Beschaffungswesen verpflichtet werden, bei Bauvorhaben eine Variante in Holz zu prüfen und dabei Holzprodukten den Vorzug zu geben, die vollständig in der Schweiz hergestellt werden.</p>
- Öffentliche Waldeigentümer, die Subventionen gemäss Waldgesetz erhalten, bauen mit Schweizer Holz
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die schweizerische Holzwirtschaft hat wegen der Konkurrenzierung durch importierte Holzprodukte seit vielen Jahren grosse wirtschaftliche Probleme. Die Schliessung vieler privater Unternehmen, vor allem in der Branche der Sägewerke, ist eine Folge davon. Wegen des Preisdruckes arbeitet auch die Waldwirtschaft vielerorts kaum mehr kostendeckend und ist auf Subventionen angewiesen. Die Aufwertung des Frankens zwischen 2008 und 2011 und die damit verbundene Abschwächung des Eurokurses von Fr. 1.65 auf Fr. 1.20 verschärften die Krise ein erstes Mal. Die neue, Mitte Januar 2015 ausgelöste Aufwertung des Frankens verbilligt Importe noch stärker. Die schweizerische Holzbranche ist jetzt einem noch grösseren Preisdruck im Binnenmarkt ausgesetzt und mit massiven Exporteinbussen konfrontiert. Existentielle Fragen dominieren die Branche. Von dieser Entwicklung sind die Waldeigentümer durch Ertragseinbussen beim Rohstoff Holz mitbetroffen. Beide Branchen, die Holzverarbeitung und die Waldwirtschaft, brauchen daher dringend eine Entlastung.</p><p>Im Rahmen der mit öffentlichen Beiträgen unterstützten Waldpflege wird immer auch Rundholz gewonnen, das anschliessend durch die schweizerische Holzbranche verarbeitet wird. Die ausbezahlten Subventionen decken aber nie alle Kosten. Der Ertrag aus dem Rundholz ist daher dringend nötig, damit Waldpflegemassnahmen wirtschaftlich durchgeführt werden können. Die Waldeigentümer klagen schon heute über eine schlechte Ertragslage auf dem Holzmarkt, ihre Forstbetriebe schreiben rote Zahlen. Die neue Veränderung des Frankenkurses im Vergleich zum Euro verschärft die Situation zusätzlich. Sinken Nachfrage und Preise weiter, wovon auszugehen ist, werden hohe Ertragsausfälle die Folge sein. Als Konsequenz davon wird die Waldpflege weiter reduziert werden. Alle Leistungen des Waldes werden davon betroffen sein. Wenn diese Abwärtsspirale weiter dreht, wird der schweizerische Rohstoff Holz irgendwann nur noch mit höheren Subventionen einer Nutzung zugeführt werden können.</p><p>Die Waldeigentümer haben die Möglichkeit, in ihrer Rolle als Bauherren selber einen Beitrag an die Verbesserung der Nachfragesituation auf dem schweizerischen Holzmarkt zu leisten, und zwar indem sie für ihre Bauvorhaben selber ihren eigenen Rohstoff Holz einsetzen und schweizerische Holzprodukte vorziehen. Es wird regelmässig moniert, dass WTO-Vereinbarungen und schweizerische Regeln im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens eine Bevorzugung einheimischer Materialien untersagen. Als Bauherr seinen eigenen Rohstoff einzusetzen, ist rechtlich zulässig. Eine zusätzliche Nachfrage im Inland stimuliert die Produktivität und steigert die Erlöse der Forstbetriebe und reduziert ihre Subventionsabhängigkeit. Dies kann sich auch auf die weiterverarbeitende Holzbranche positiv auswirken. Öffentliche Waldeigentümer sollen daher dazu verpflichtet werden, bei ihren Bauvorhaben eine Variante in Holz zu prüfen und dabei Holzprodukten den Vorzug zu geben, die vollständig in der Schweiz hergestellt werden.</p>
- <p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Es sind die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, mit denen Kantone, Gemeinden und andere öffentlich-rechtliche Institutionen, die als Waldeigentümer für die Pflege ihrer Wälder Subventionen gemäss Waldgesetzgebung erhalten, im Beschaffungswesen verpflichtet werden, bei Bauvorhaben eine Variante in Holz zu prüfen und dabei Holzprodukten den Vorzug zu geben, die vollständig in der Schweiz hergestellt werden.</p>
- Öffentliche Waldeigentümer, die Subventionen gemäss Waldgesetz erhalten, bauen mit Schweizer Holz
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