Auswirkungen der Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro. Quartalsbericht des Bundesrates

ShortId
15.3082
Id
20153082
Updated
28.07.2023 06:18
Language
de
Title
Auswirkungen der Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro. Quartalsbericht des Bundesrates
AdditionalIndexing
24
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Am 15. Januar dieses Jahres hat die SNB beschlossen, den bis dahin durch wiederholte massenhafte Devisenkäufe aufrechterhaltenen Mindestkurs des Schweizerfrankens zum Euro aufzuheben. Dieser Entscheid hatte eine starke Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro zur Folge. Zwischen dem 6. September 2011 und dem 15. Januar 2015 hatte sich der Franken-Euro-Kurs innerhalb sehr kleiner Margen bei rund Fr. 1.20 pro Euro bewegt. Dank dieser Stabilität konnten die meisten Schweizer Exportunternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den europäischen Märkten aufrechterhalten. Dem ist jetzt nicht mehr so. Zahlreiche Schweizer Unternehmen stellen seit dem 16. Januar rückläufige Bestellungen aus dem Euroraum fest.</p><p>Im Versuch, die Aufwertung des Frankenkurses abzuschwächen, senkte die SNB ausserdem den Zins für Guthaben auf ihren Girokonten auf 0,75 Prozent. Bisher scheint diese Massnahme den Höhenflug des Frankens nicht gebremst zu haben.</p><p>Der Entscheid der SNB wird sehr negative Auswirkungen auf die Exportindustrie und den Tourismus haben. Überdies werden die fallenden Aktienkurse Unsicherheit und Pessimismus nach sich ziehen und somit der Schweizer Wirtschaft stark zusetzen. Wenn diese beiden nachteiligen Tendenzen ineinanderwirken, stehen Tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel, und die Arbeitslosenquote könnte stark ansteigen. Wir müssen auch mit einer Rezession oder bestenfalls einem sehr langsamen Wachstum rechnen. Die Steuereinnahmen könnten sinken.</p>
  • <p>Das Seco veröffentlicht bereits die Publikation "Konjunkturtendenzen", die quartalsweise jeweils in Form einer Beilage der Zeitschrift "Die Volkswirtschaft" beigelegt wird. Die Publikation der "Konjunkturtendenzen" folgt dem Auftrag aus der Organisationsverordnung des WBF (OV-WBF). Diese hält in Artikel 5 Absatz 2 OV-WBF fest: "Das Seco informiert in geeigneten Publikationsorganen über die allgemeine Wirtschaftspolitik und die Konjunkturtendenzen". Darüber hinaus ist die lange Tradition der Berichterstattung des Seco über die Konjunkturentwicklung durch das Bundesgesetz über die Konjunkturbeobachtung (SR 951.95) geregelt.</p><p>Die Quartalspublikation "Konjunkturtendenzen" enthält eine ausführliche Darstellung der Konjunkturentwicklung in der Schweiz und im Ausland. Besondere Entwicklungen der Schweizer Wirtschaft werden in dieser Quartalspublikation in Form von "Spezialthemen" behandelt.</p><p>Der Bundesrat teilt die Einschätzung, dass die Konsequenzen der Aufhebung der Kursuntergrenze sowie des anhaltenden Tiefzinsumfelds sorgfältig analysiert werden müssen. Dem wird jedoch bereits heute im Rahmen des Auftrages der Konjunkturbeobachtung des Seco in hohem Masse Rechnung getragen. Der Bundesrat ist daher der Auffassung, dass es keine zusätzliche Quartalspublikation braucht.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Quartalsbericht zu den Auswirkungen, die der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom 15. Januar 2015 auf unsere Wirtschaft hat, zu erarbeiten. Dieser sollte eine allgemeine Einschätzung der Wirtschaftslage nach dem SNB-Entscheid enthalten, ebenso eine branchenspezifische Analyse nach Kantonen und nationalen Wirtschaftszweigen. Formal könnte sich dieser Bericht am Quartalsheft der SNB orientieren. Es sei noch angemerkt, dass die Erstellung dieses Berichtes dem Bund keine Zusatzkosten verursachen sollte, da das Seco über zahlreiche sehr kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügt, die die in diesem Postulat verlangten Recherchen und Analysen durchführen können.</p>
  • Auswirkungen der Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro. Quartalsbericht des Bundesrates
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Am 15. Januar dieses Jahres hat die SNB beschlossen, den bis dahin durch wiederholte massenhafte Devisenkäufe aufrechterhaltenen Mindestkurs des Schweizerfrankens zum Euro aufzuheben. Dieser Entscheid hatte eine starke Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro zur Folge. Zwischen dem 6. September 2011 und dem 15. Januar 2015 hatte sich der Franken-Euro-Kurs innerhalb sehr kleiner Margen bei rund Fr. 1.20 pro Euro bewegt. Dank dieser Stabilität konnten die meisten Schweizer Exportunternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den europäischen Märkten aufrechterhalten. Dem ist jetzt nicht mehr so. Zahlreiche Schweizer Unternehmen stellen seit dem 16. Januar rückläufige Bestellungen aus dem Euroraum fest.</p><p>Im Versuch, die Aufwertung des Frankenkurses abzuschwächen, senkte die SNB ausserdem den Zins für Guthaben auf ihren Girokonten auf 0,75 Prozent. Bisher scheint diese Massnahme den Höhenflug des Frankens nicht gebremst zu haben.</p><p>Der Entscheid der SNB wird sehr negative Auswirkungen auf die Exportindustrie und den Tourismus haben. Überdies werden die fallenden Aktienkurse Unsicherheit und Pessimismus nach sich ziehen und somit der Schweizer Wirtschaft stark zusetzen. Wenn diese beiden nachteiligen Tendenzen ineinanderwirken, stehen Tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel, und die Arbeitslosenquote könnte stark ansteigen. Wir müssen auch mit einer Rezession oder bestenfalls einem sehr langsamen Wachstum rechnen. Die Steuereinnahmen könnten sinken.</p>
    • <p>Das Seco veröffentlicht bereits die Publikation "Konjunkturtendenzen", die quartalsweise jeweils in Form einer Beilage der Zeitschrift "Die Volkswirtschaft" beigelegt wird. Die Publikation der "Konjunkturtendenzen" folgt dem Auftrag aus der Organisationsverordnung des WBF (OV-WBF). Diese hält in Artikel 5 Absatz 2 OV-WBF fest: "Das Seco informiert in geeigneten Publikationsorganen über die allgemeine Wirtschaftspolitik und die Konjunkturtendenzen". Darüber hinaus ist die lange Tradition der Berichterstattung des Seco über die Konjunkturentwicklung durch das Bundesgesetz über die Konjunkturbeobachtung (SR 951.95) geregelt.</p><p>Die Quartalspublikation "Konjunkturtendenzen" enthält eine ausführliche Darstellung der Konjunkturentwicklung in der Schweiz und im Ausland. Besondere Entwicklungen der Schweizer Wirtschaft werden in dieser Quartalspublikation in Form von "Spezialthemen" behandelt.</p><p>Der Bundesrat teilt die Einschätzung, dass die Konsequenzen der Aufhebung der Kursuntergrenze sowie des anhaltenden Tiefzinsumfelds sorgfältig analysiert werden müssen. Dem wird jedoch bereits heute im Rahmen des Auftrages der Konjunkturbeobachtung des Seco in hohem Masse Rechnung getragen. Der Bundesrat ist daher der Auffassung, dass es keine zusätzliche Quartalspublikation braucht.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Quartalsbericht zu den Auswirkungen, die der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom 15. Januar 2015 auf unsere Wirtschaft hat, zu erarbeiten. Dieser sollte eine allgemeine Einschätzung der Wirtschaftslage nach dem SNB-Entscheid enthalten, ebenso eine branchenspezifische Analyse nach Kantonen und nationalen Wirtschaftszweigen. Formal könnte sich dieser Bericht am Quartalsheft der SNB orientieren. Es sei noch angemerkt, dass die Erstellung dieses Berichtes dem Bund keine Zusatzkosten verursachen sollte, da das Seco über zahlreiche sehr kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügt, die die in diesem Postulat verlangten Recherchen und Analysen durchführen können.</p>
    • Auswirkungen der Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro. Quartalsbericht des Bundesrates

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