Wahrheitsgetreue Statistik der von mittleren und grossen Verbrauchern bezahlten Strompreise

ShortId
15.3318
Id
20153318
Updated
28.07.2023 06:07
Language
de
Title
Wahrheitsgetreue Statistik der von mittleren und grossen Verbrauchern bezahlten Strompreise
AdditionalIndexing
15;66
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die heute gängigen Statistiken des Bundesamtes für Energie und der Elcom weisen nur die Tarife der Grundversorgung aus. Die im offenen Markt bezahlten Preise für Energie werden nirgends publiziert, obschon ihr Marktanteil inzwischen 50 Prozent übersteigen dürfte. Die Bezüger mit mehr als 100 000 Kilowattstunden Verbrauch bezahlen wesentlich tiefere Preise als die Tarifbezüger in der Grundversorgung. </p><p>Statistiken müssen die Realität abbilden. Deshalb sollte der Bundesrat die Strompreisstatistiken aktualisieren und neben den Tarifen auch die Marktdaten repräsentativ publizieren.</p>
  • <p>Der Bundesrat anerkennt das Anliegen der Motion. Die heutige Strompreisstatistik deckt die Preise nicht ab, die im freien Markt bezahlt werden. Strompreise werden heute von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (Elcom) und vom Bundesamt für Statistik (BFS) (Teuerungsmessung) nur eingeschränkt erhoben. Das Bundesamt für Energie (BFE) erhebt keine Energiepreise. Es publiziert in der Gesamtenergiestatistik aber exemplarisch ausgewählte Energiepreise des BFS. An den europäischen Strombörsen sind die Preise ersichtlich, die auf dem Spot- und Terminmarkt bezahlt werden. Preise, die vertraglich zwischen (Gross-)Verbraucher und Lieferant bestimmt werden, werden nirgends systematisch erfasst.</p><p>Mit der Inkraftsetzung des zweiten Marktöffnungsschrittes könnten frühestens ab 2018 - und vorbehältlich einer allfälligen Referendumsabstimmung - alle Konsumentinnen und Konsumenten den Energielieferanten frei wählen. Da es Aufgabe der Elcom ist, die Elektrizitätstarife der Kunden ohne freien Marktzugang zu kontrollieren, wird die Aussagekraft ihrer Strompreiserhebung mit der vollständigen Öffnung des Strommarktes tendenziell sinken. Demgegenüber sind Kunden in einem offenen Markt auf Preistransparenz angewiesen. Daher müssten für die konkrete Erarbeitung einer neuen Statistik der Strompreise vorgängig Fragen bezüglich der Datenverfügbarkeit, ihrer Qualität sowie der benötigten Menge geklärt werden. Zudem ist die Einführung einer Vollerhebung aller Voraussicht nach mit erheblichem Aufwand für die Erhebungsorgane und für die Datenlieferanten (Elektrizitätsunternehmen, Konsumentinnen und Konsumenten) verbunden. Diese Vollzugskosten sind bei der Erarbeitung einer ausgewogenen Lösung für die künftige Erhebung von Strompreisen zu berücksichtigen.</p><p>Aus diesen Gründen behält sich der Bundesrat bei einer allfälligen Annahme der Motion im Erstrat vor, im Zweitrat eine Abänderung der Motion dahingehend zu beantragen, dass der Bundesrat zuerst die Machbarkeit einer erweiterten Strompreisstatistik prüft.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Die tiefen Strompreise im offenen Markt erscheinen nicht in der Strompreisstatistik der Elcom und des Bundesamtes für Energie. Der Bundesrat wird aufgefordert, eine Strompreisstatistik zu publizieren, welche die neuen Realitäten abbildet, insbesondere die tiefen Strompreise im offenen Markt, wie sie von Bezügern mit mehr als 100 000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bezahlt werden.</p>
  • Wahrheitsgetreue Statistik der von mittleren und grossen Verbrauchern bezahlten Strompreise
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die heute gängigen Statistiken des Bundesamtes für Energie und der Elcom weisen nur die Tarife der Grundversorgung aus. Die im offenen Markt bezahlten Preise für Energie werden nirgends publiziert, obschon ihr Marktanteil inzwischen 50 Prozent übersteigen dürfte. Die Bezüger mit mehr als 100 000 Kilowattstunden Verbrauch bezahlen wesentlich tiefere Preise als die Tarifbezüger in der Grundversorgung. </p><p>Statistiken müssen die Realität abbilden. Deshalb sollte der Bundesrat die Strompreisstatistiken aktualisieren und neben den Tarifen auch die Marktdaten repräsentativ publizieren.</p>
    • <p>Der Bundesrat anerkennt das Anliegen der Motion. Die heutige Strompreisstatistik deckt die Preise nicht ab, die im freien Markt bezahlt werden. Strompreise werden heute von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (Elcom) und vom Bundesamt für Statistik (BFS) (Teuerungsmessung) nur eingeschränkt erhoben. Das Bundesamt für Energie (BFE) erhebt keine Energiepreise. Es publiziert in der Gesamtenergiestatistik aber exemplarisch ausgewählte Energiepreise des BFS. An den europäischen Strombörsen sind die Preise ersichtlich, die auf dem Spot- und Terminmarkt bezahlt werden. Preise, die vertraglich zwischen (Gross-)Verbraucher und Lieferant bestimmt werden, werden nirgends systematisch erfasst.</p><p>Mit der Inkraftsetzung des zweiten Marktöffnungsschrittes könnten frühestens ab 2018 - und vorbehältlich einer allfälligen Referendumsabstimmung - alle Konsumentinnen und Konsumenten den Energielieferanten frei wählen. Da es Aufgabe der Elcom ist, die Elektrizitätstarife der Kunden ohne freien Marktzugang zu kontrollieren, wird die Aussagekraft ihrer Strompreiserhebung mit der vollständigen Öffnung des Strommarktes tendenziell sinken. Demgegenüber sind Kunden in einem offenen Markt auf Preistransparenz angewiesen. Daher müssten für die konkrete Erarbeitung einer neuen Statistik der Strompreise vorgängig Fragen bezüglich der Datenverfügbarkeit, ihrer Qualität sowie der benötigten Menge geklärt werden. Zudem ist die Einführung einer Vollerhebung aller Voraussicht nach mit erheblichem Aufwand für die Erhebungsorgane und für die Datenlieferanten (Elektrizitätsunternehmen, Konsumentinnen und Konsumenten) verbunden. Diese Vollzugskosten sind bei der Erarbeitung einer ausgewogenen Lösung für die künftige Erhebung von Strompreisen zu berücksichtigen.</p><p>Aus diesen Gründen behält sich der Bundesrat bei einer allfälligen Annahme der Motion im Erstrat vor, im Zweitrat eine Abänderung der Motion dahingehend zu beantragen, dass der Bundesrat zuerst die Machbarkeit einer erweiterten Strompreisstatistik prüft.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Die tiefen Strompreise im offenen Markt erscheinen nicht in der Strompreisstatistik der Elcom und des Bundesamtes für Energie. Der Bundesrat wird aufgefordert, eine Strompreisstatistik zu publizieren, welche die neuen Realitäten abbildet, insbesondere die tiefen Strompreise im offenen Markt, wie sie von Bezügern mit mehr als 100 000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bezahlt werden.</p>
    • Wahrheitsgetreue Statistik der von mittleren und grossen Verbrauchern bezahlten Strompreise

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