Aktuelle geschlechtsspezifische Budgetanalyse der Abteilung "Jugend und Sport" im Baspo

ShortId
15.3328
Id
20153328
Updated
28.07.2023 06:04
Language
de
Title
Aktuelle geschlechtsspezifische Budgetanalyse der Abteilung "Jugend und Sport" im Baspo
AdditionalIndexing
24;28
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Finanzflüsse und ihre Steuerung beeinflussen die aktuellen und zukünftigen Lebensbedingungen der Bevölkerung. Da sich die Lebens- und Arbeitssituationen zwischen den Geschlechtern immer noch deutlich unterscheiden, wirken sich öffentliche Ausgaben unterschiedlich auf die Geschlechter aus. Eine geschlechtsspezifische Analyse ist deshalb für eine realistische Wirkungsanalyse von Staatsausgaben unerlässlich. Der Staat und seine Organe unterstehen zudem dem Diskriminierungsverbot und Gleichstellungsgebot (Art. 8 Abs. 3 der Bundesverfassung). Diese müssen auch bei der Zuteilung von Ressourcen berücksichtigt werden.</p><p>Sport ist weder geschlechtsneutral noch geschlechtergerecht organisiert. Vielmehr herrscht in Bezug auf Organisation und Finanzierung sowohl des Spitzen- als auch des Breitensports eine weitgehende Geschlechterblindheit. Eine 2002 im Auftrag des Eidgenössischen Gleichstellungsbüros in der Abteilung "Jugend und Sport" im Baspo durchgeführte Budgetanalyse hat aufgezeigt, dass auch dort keine Chancengleichheit der Geschlechter herrscht:</p><p>Im Jahr 2000 profitierten Mädchen und Frauen von "Jugend und Sport"-Angeboten, die mit rund 18 Millionen Franken subventioniert wurden, während Jungen und Männer von mit rund 30 Millionen Franken subventionierten Angeboten profitierten. Zudem floss ein knappes Viertel der "Jugend und Sport"-Subventionen in Angebote, in denen der Knaben- bzw. Männeranteil bei 95 Prozent liegt, während in Angebote, bei denen der Mädchen- bzw. Frauenanteil bei über 90 Prozent liegt, nur 2,3 Prozent der Subventionen flossen. Die Analyse hat ferner aufgezeigt, dass Frauen 28 Prozent der "Jugend und Sport"-Leiterinnen und -Leiter ausmachten, jedoch nur 20 Prozent der Entschädigungen erhielten.</p><p>Neueste Entwicklungen zeigen sogar, dass die Gelder im "Jugend und Sport"-Bereich gekürzt werden sollen, was genau der Unterstützung der gendergerechten Angebote zum Verhängnis werden könnte.</p><p>Über zehn Jahre nach dieser letzten Budgetanalyse wäre es angebracht, eine neue Analyse vorzunehmen.</p>
  • <p>Betrachtet man die Sportaktivität der Jugendlichen getrennt nach Geschlecht, so fällt auf, dass Mädchen generell deutlich weniger Sport treiben als Knaben. Neueste Untersuchungen zeigen, dass - unabhängig vom Geschlecht - die Sportaktivität nach dem 13. Lebensjahr kontinuierlich abnimmt (Sport Schweiz 2014: Kinder- und Jugendbericht, Publikation in Vorbereitung). Dieser Befund ist auch in den Teilnahmezahlen von "Jugend und Sport" abgebildet, indem die Teilnahmeraten der Knaben generell höher sind als jene der Mädchen (Verhältnis 60 zu 40 Prozent). Bemerkenswert ist dabei, dass etwa in den beliebten Sportarten wie Lagersport und Trekking, Schneesport, Turnen, Schwimmsport und Leichtathletik der prozentuale Anteil der Mädchen in etwa gleich oder höher ist als jener der Knaben (Observatorium Sport und Bewegung, Indikator 1.5, Stand 2014).</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass sich eine geschlechterspezifische Budgetanalyse des Bereichs "Jugend und Sport" des Bundesamtes für Sport (Baspo) nicht aufdrängt. Die Verteilung der Mittel im Bereich von "Jugend und Sport" erfolgt nach klaren rechtlichen Vorgaben. Jede qualifizierte Trägerschaft eines Kurses oder Lagers, die ein Angebot in den zugelassenen Sportarten macht, hat Anspruch auf die Ausrichtung von klar umschriebenen Subventionsleistungen. Diese Leistungen differenzieren nicht zwischen den Geschlechtern. Was die Frage der Gleichstellung im Sport betrifft, sind die Bundesbehörden nicht untätig. So ist der vom Baspo organisierte Magglinger Tag 2015 ("Landsgemeinde des Schweizer Sports") dem Thema "Frauen im Sport" gewidmet.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht eine geschlechtsspezifische Budgetanalyse der Abteilung "Jugend und Sport" im Bundesamt für Sport (Baspo) darzulegen.</p>
  • Aktuelle geschlechtsspezifische Budgetanalyse der Abteilung "Jugend und Sport" im Baspo
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Finanzflüsse und ihre Steuerung beeinflussen die aktuellen und zukünftigen Lebensbedingungen der Bevölkerung. Da sich die Lebens- und Arbeitssituationen zwischen den Geschlechtern immer noch deutlich unterscheiden, wirken sich öffentliche Ausgaben unterschiedlich auf die Geschlechter aus. Eine geschlechtsspezifische Analyse ist deshalb für eine realistische Wirkungsanalyse von Staatsausgaben unerlässlich. Der Staat und seine Organe unterstehen zudem dem Diskriminierungsverbot und Gleichstellungsgebot (Art. 8 Abs. 3 der Bundesverfassung). Diese müssen auch bei der Zuteilung von Ressourcen berücksichtigt werden.</p><p>Sport ist weder geschlechtsneutral noch geschlechtergerecht organisiert. Vielmehr herrscht in Bezug auf Organisation und Finanzierung sowohl des Spitzen- als auch des Breitensports eine weitgehende Geschlechterblindheit. Eine 2002 im Auftrag des Eidgenössischen Gleichstellungsbüros in der Abteilung "Jugend und Sport" im Baspo durchgeführte Budgetanalyse hat aufgezeigt, dass auch dort keine Chancengleichheit der Geschlechter herrscht:</p><p>Im Jahr 2000 profitierten Mädchen und Frauen von "Jugend und Sport"-Angeboten, die mit rund 18 Millionen Franken subventioniert wurden, während Jungen und Männer von mit rund 30 Millionen Franken subventionierten Angeboten profitierten. Zudem floss ein knappes Viertel der "Jugend und Sport"-Subventionen in Angebote, in denen der Knaben- bzw. Männeranteil bei 95 Prozent liegt, während in Angebote, bei denen der Mädchen- bzw. Frauenanteil bei über 90 Prozent liegt, nur 2,3 Prozent der Subventionen flossen. Die Analyse hat ferner aufgezeigt, dass Frauen 28 Prozent der "Jugend und Sport"-Leiterinnen und -Leiter ausmachten, jedoch nur 20 Prozent der Entschädigungen erhielten.</p><p>Neueste Entwicklungen zeigen sogar, dass die Gelder im "Jugend und Sport"-Bereich gekürzt werden sollen, was genau der Unterstützung der gendergerechten Angebote zum Verhängnis werden könnte.</p><p>Über zehn Jahre nach dieser letzten Budgetanalyse wäre es angebracht, eine neue Analyse vorzunehmen.</p>
    • <p>Betrachtet man die Sportaktivität der Jugendlichen getrennt nach Geschlecht, so fällt auf, dass Mädchen generell deutlich weniger Sport treiben als Knaben. Neueste Untersuchungen zeigen, dass - unabhängig vom Geschlecht - die Sportaktivität nach dem 13. Lebensjahr kontinuierlich abnimmt (Sport Schweiz 2014: Kinder- und Jugendbericht, Publikation in Vorbereitung). Dieser Befund ist auch in den Teilnahmezahlen von "Jugend und Sport" abgebildet, indem die Teilnahmeraten der Knaben generell höher sind als jene der Mädchen (Verhältnis 60 zu 40 Prozent). Bemerkenswert ist dabei, dass etwa in den beliebten Sportarten wie Lagersport und Trekking, Schneesport, Turnen, Schwimmsport und Leichtathletik der prozentuale Anteil der Mädchen in etwa gleich oder höher ist als jener der Knaben (Observatorium Sport und Bewegung, Indikator 1.5, Stand 2014).</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass sich eine geschlechterspezifische Budgetanalyse des Bereichs "Jugend und Sport" des Bundesamtes für Sport (Baspo) nicht aufdrängt. Die Verteilung der Mittel im Bereich von "Jugend und Sport" erfolgt nach klaren rechtlichen Vorgaben. Jede qualifizierte Trägerschaft eines Kurses oder Lagers, die ein Angebot in den zugelassenen Sportarten macht, hat Anspruch auf die Ausrichtung von klar umschriebenen Subventionsleistungen. Diese Leistungen differenzieren nicht zwischen den Geschlechtern. Was die Frage der Gleichstellung im Sport betrifft, sind die Bundesbehörden nicht untätig. So ist der vom Baspo organisierte Magglinger Tag 2015 ("Landsgemeinde des Schweizer Sports") dem Thema "Frauen im Sport" gewidmet.</p> Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht eine geschlechtsspezifische Budgetanalyse der Abteilung "Jugend und Sport" im Bundesamt für Sport (Baspo) darzulegen.</p>
    • Aktuelle geschlechtsspezifische Budgetanalyse der Abteilung "Jugend und Sport" im Baspo

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